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Sperber (Accipiter nisus)

Sperber

Nicht gefährdet (Least Concern)

Accipiter nisus

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Über den Vogel

Der Sperber (Accipiter nisus) ist ein kleiner bis mittelgroßer Greifvogel, der sich auf die Jagd nach kleineren Vögeln spezialisiert hat. Er ist für seine agile und schnelle Flugweise in dichten Wäldern und Gärten bekannt. Weibchen sind deutlich größer und kräftiger als Männchen.

Größe und Lebensdauer

Länge
Männchen 29-34 cm, Weibchen 35-41 cm
Flügelspannweite
Männchen 59-64 cm, Weibchen 67-80 cm
Gewicht
Männchen 110-180 g, Weibchen 185-345 g
Lebensdauer
Bis zu 10-15 Jahre in freier Wildbahn, durchschnittlich 3-4 Jahre
Nahrung
Überwiegend kleine bis mittelgroße Vögel; gelegentlich Großinsekten und kleine Säugetiere

Körperliche Merkmale

Gefieder
Männchen: Blaugraue Oberseite, rostbraun gebänderte Unterseite, rote Iris. Weibchen: Braungraue Oberseite, dunkel gebänderte weißliche Unterseite, gelbe bis orange Iris. Beide Geschlechter: Gelbe Beine, langer, rechteckiger Schwanz mit 4-5 dunklen Bändern, weiße Unterschwanzdecken.
Schnabelform
Kurz, stark hakenförmig gebogen, schwarz mit gelber Wachshaut.
Augenfarbe
Männchen: Rot. Weibchen: Gelb bis Orange. Jungvögel: Gelblich.
Beinfarbe
Gelb
Erkennungsmerkmale
Kurze, breite Flügel und ein langer Schwanz, der im Suchflug oft zusammengeklappt wird. Agile, schnelle Flugweise mit schnellen Flügelschlägen und kurzen Gleitphasen. Weibchen sind deutlich größer.
Jugendkleid
Jungvögel ähneln den Weibchen, haben aber eine braunere Oberseite mit rötlichen Federrändern, eine gelblichere Unterseite mit feinerer, oft tropfenförmiger oder sprenkelartiger Bänderung und eine gelbliche Iris.
Saisonale Veränderungen
Keine ausgeprägten saisonalen Änderungen im Gefieder.
Geschlechtsdimorphismus
Sehr ausgeprägt, Weibchen sind etwa 25% größer und bis zu doppelt so schwer wie Männchen. Unterschiede in der Gefiederfärbung der Unterseite und der Irisfarbe.

Bestimmung

  1. 1

    Größe

    Die deutliche Größenunterschiede zwischen den Geschlechtern; Männchen klein wie eine Dohle, Weibchen größer als eine Krähe.

  2. 2

    Flugbild

    Charakteristischer Flug von wenigen schnellen Flügelschlägen, gefolgt von einer Gleitphase. Sehr wendig und dicht am Boden oder durch Bäume jagend.

  3. 3

    Schwanz

    Langer, rechteckiger Schwanz mit deutlichen dunklen Bändern.

  4. 4

    Gefieder (Männchen)

    Blaugraue Oberseite und rostbraun gebänderte Unterseite mit roter Iris.

  5. 5

    Gefieder (Weibchen)

    Braungraue Oberseite und dunkel gebänderte weißliche Unterseite.

  6. 6

    Jagdverhalten

    Überraschungsjäger, der sich geschickt durch Vegetation bewegt, um kleine Vögel zu fangen.

Lebensraum und Verbreitung

Biome
Wälder, Waldränder, Kulturlandschaften, Gärten, Parks
Verbreitungsgebiet
Paläarktis: Europa, Nordwestafrika und weite Teile Asiens bis nach Japan. Brutvogel in den meisten Teilen Europas, Ausnahme sind Island und Teile der sehr arktischen Regionen.
Höhenverbreitung
Meereshöhe bis etwa 2000 Meter, in einigen Gebieten bis 3000 Meter (z.B. Himalaya)
Bevorzugte Lebensräume
Gemischte Wälder, Nadelwälder, Laubwälder, Parks, große Gärten, Heckenlandschaften und Gebiete mit einer Mischung aus offenen Flächen und dichtem Bewuchs, die Deckung für die Jagd bieten.

Verhalten

Aktivitätszeit
Tagaktiv, hauptsächlich in den Morgen- und Abendstunden auf Jagd.
Fressgewohnheiten
Aktiver Jäger, meist aus dem Überraschungsangriff heraus. Er wartet oft verborgen in Bäumen und stürzt sich dann auf Beute. Verfolgt Vögel im dichten Unterholz oder in der Luft mit großer Wendigkeit. Plünderte häufig Futterstellen. Ernährt sich fast ausschließlich von Vögeln (bis zu 90%), hauptsächlich Finken, Meisen, Drosseln, Stare.
Sozialverhalten
Einzelgänger außerhalb der Brutzeit. Während der Brutzeit monogam. Überwintern häufig in losen Gesellschaften in nahrungsreichen Gebieten.
Flugmuster
Charakteristischer Flug mit schnellen Flügelschlägen, gefolgt von kurzen Gleitphasen. Sehr wendig und schnell, besonders im dichten Bewuchs. Im Gleitflug sind die Flügel leicht nach vorn gebogen.
Zugverhalten
Teilzieher oder Standvogel je nach Region. Populationen im Norden und Osten Europas ziehen im Herbst nach Süden und Westen. West- und Südeuropäische Populationen sind meist Standvögel oder Kurzstreckenzieher. Der Zug erfolgt meist tagsüber und in geringer Höhe.
Territorialverhalten
Revierverteidigung während der Brutzeit durch Männchen.

Gesang und Rufe

Gesang
Der Gesang des Männchens während der Balz ist ein schnelles, gereihtes 'ki-ki-ki-ki-ki' oder 'gick-gick-gick'. Nicht sehr melodisch, dient der Revierabgrenzung und Partnerwerbung.
Ruf
Warnruf ist ein scharfes, wiederholtes 'kick-kick-kick' oder 'gick-gick-gick'. Während der Brutzeit rufen Weibchen oft ein langgezogenes, klagendes 'kiiiih' zur Nahrungsaufforderung vom Männchen.
Wann er ruft
Am häufigsten während der Brutzeit zu hören, insbesondere während der Balz und beim Füttern der Jungen. Außerhalb der Brutzeit eher still.

Brutverhalten

Brutzeit
April bis Juli
Nistgewohnheiten
Baut Nester (Horste) meist in Nadelbäumen (Fichten, Kiefern) oder seltener in Laubbäumen, oft in einer Astgabel nahe am Stamm. Das Nest wird aus dünnen Zweigen gebaut und mit Rinde oder Moos ausgekleidet. Häufig werden alte Nester von Krähen oder Eichhörnchen übernommen und ausgebaut.
Gelegegröße
4-6 Eier
Eibeschreibung
3-6 Eier, bläulichweiß mit rötlichbraunen Flecken und Klecksen, oft am stumpfen Ende dichter.
Brutdauer
32-35 Tage, hauptsächlich durch das Weibchen.
Nestlingsdauer
24-30 Tage nach dem Schlüpfen verlassen die Jungvögel das Nest, sind aber noch einige Wochen von den Eltern abhängig.
Elterliche Fürsorge
Das Männchen versorgt das brütende Weibchen und später die Nestlinge mit Nahrung. Nach dem Ausfliegen lernen die Jungvögel für einige Wochen selbstständig zu jagen.

Wo zu finden

Wälder und Waldränder

Sperber sind häufig in Laub- und Nadelwäldern sowie an Waldrändern zu finden, wo sie Deckung für die Jagd finden.

Gärten und Parks

In städtischen und ländlichen Gebieten mit großen Gärten, Parks und Alleen können sie ebenfalls beobachtet werden, insbesondere wo es viele Kleinvögel gibt.

Vogelfütterungen

Sie werden oft in der Nähe von Vogelfütterungen gesichtet, da sich dort ihre Beutetiere konzentrieren.

Feldtipps

  1. Geduld und Beobachtung. Sperber sind oft scheu und schnell. Beobachten Sie Ränder von Wäldern oder Bereiche mit viel Vogelaktivität. Achten Sie auf plötzliche Panik unter Singvögeln, die auf die Anwesenheit eines Greifvogels hindeuten kann.
  2. Morgen- und Abendstunden. Die Jagdaktivität des Sperbers ist in den frühen Morgenstunden und am späten Nachmittag am höchsten.
  3. Flugmuster. Suchen Sie nach dem charakteristischen Flugmuster: schnelle Flügelschläge gefolgt von Gleitphasen, oft nah am Boden oder durch dichte Vegetation. Achten Sie auf die Silhouette mit kurzen, breiten Flügeln und langem Schwanz.
  4. Wintermonate. Im Winter sind Sperber oft leichter in offenen Landschaften und in der Nähe menschlicher Siedlungen zu finden, da sie nahrungsreichere Gebiete aufsuchen.

Ähnliche Arten

Habicht

Accipiter gentilis

Der Habicht ist deutlich größer und kräftiger als der Sperber. Er hat eine breitere Flügelbasis und einen kürzeren, gerundeteren Schwanz im Vergleich zum Sperber. Im Flug wirken Habichte massiver und langsamer. Habichte haben auch einen markanteren Überaugenstreif und eine gräulichere Unterseite mit feinerer Bänderung. Die Irisfarbe des Habichts ist typischerweise gelb, auch bei adulten Männchen.

Kurzinfos

Jagdstrategie:
Überraschungsjäger
Geschlechtsunterschied:
Weibchen deutlich größer als Männchen
Bevorzugte Beute:
Kleine Vögel
Neststandort:
Meist in Nadelbäumen
Wanderverhalten:
Teilzieher/Standvogel

Wissenswertes

  • Der Sperber ist der kleinste heimische Greifvogel, der sich fast ausschließlich von Vögeln ernährt.
  • Er kann im Flug eine Geschwindigkeit von über 60 km/h erreichen und seine Beute selbst im dichten Wald verfolgen.
  • Falknerei: Sperber wurden in der Vergangenheit zur Beizjagd auf Kleinvögel eingesetzt, insbesondere die kleineren Männchen.
  • Populationen in Deutschland: Der Bestand des Sperbers hat sich nach einem Rückgang durch Pestizideinsatz (DDT) in der Mitte des 20. Jahrhunderts wieder erholt.

Systematik

Reich
Animalia
Stamm
Chordata
Klasse
Aves
Ordnung
Accipitriformes
Familie
Accipitridae
Gattung
Accipiter
Art
Accipiter nisus

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