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Hirtenmaina (Acridotheres tristis)

Hirtenmaina

Nicht gefährdet (Least Concern)

Acridotheres tristis

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Über den Vogel

Die Hirtenmaina ist ein mittelgroßer Starenvogel, der ursprünglich aus Asien stammt und sich weltweit in vielen urbanen und ländlichen Gebieten als invasive Art etabliert hat. Sie ist bekannt für ihr lautes, vielfältiges Stimmrepertoire, ihre Anpassungsfähigkeit an menschengemachte Umgebungen und ihr aggressives Verhalten gegenüber einheimischen Arten, insbesondere während der Brutzeit. Ihr auffälliges Gefieder und ihr energisches Auftreten machen sie leicht erkennbar.

Größe und Lebensdauer

Länge
23-26 cm
Flügelspannweite
37-43 cm
Gewicht
82-143 g
Lebensdauer
Bis zu 12 Jahre in freier Wildbahn, meist 4-5 Jahre
Nahrung
Allesfresser; Insekten, Obst, Nektar, Getreide, kleine Wirbeltiere, menschliche Abfälle

Körperliche Merkmale

Gefieder
Das Gefieder ist überwiegend dunkelbraun am Körper, mit einem glänzend schwarzen Kopf, Nacken und Oberbrust. Die Flügel weisen große weiße Flecken auf, die im Flug deutlich sichtbar sind. Der Bürzel und die Unterschwanzdecken sind weiß. Der Schwanz ist an der Spitze weiß gefleckt.
Schnabelform
Der Schnabel ist kräftig, spitz und leicht nach unten gebogen, leuchtend gelb gefärbt.
Augenfarbe
Dunkelbraun, umgeben von einem auffälligen, unbefiederten gelben Hautfleck.
Beinfarbe
Leuchtend gelb.
Erkennungsmerkmale
Der leuchtend gelbe Schnabel, die gelben Beine, der gelbe unbefiederte Fleck um die Augen sowie die großen weißen Flügelflecken, die im Flug gut sichtbar sind, sind charakteristische Merkmale.
Jugendkleid
Jungvögel haben ein matteres Gefieder als Erwachsene, ihr Kopf ist brauner und der Augenbereich sowie der Schnabel sind blasser gelb, manchmal mit einem dunkleren Fleck am Schnabelansatz. Die weißen Flügelflecken sind weniger ausgeprägt.
Saisonale Veränderungen
Es gibt keine signifikanten saisonalen Änderungen im Gefieder. Der Mauserzyklus führt jedoch zu einer Auffrischung der Gefiederfarbe.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen und Weibchen sehen sich sehr ähnlich und sind äußerlich kaum zu unterscheiden. Männchen können geringfügig größer sein.

Bestimmung

  1. 1

    Gefieder

    Achten Sie auf den dunkelbraunen Körper mit schwarzem Kopf und Nacken, die weißen Flecken auf den Flügeln und den weißen Bürzel. Das Muster ist unverwechselbar.

  2. 2

    Kopfmerkmale

    Der leuchtend gelbe Schnabel und der gelbe, unbefiederte Fleck um das Auge sind die auffälligsten Identifikationsmerkmale.

  3. 3

    Beine

    Die leuchtend gelben Beine und Füße sind ebenfalls sehr charakteristisch.

  4. 4

    Flug

    Im Flug sind die großen weißen Flügelflecken an den Hand- und Armschwingen gut sichtbar und helfen bei der Unterscheidung von anderen Starenarten.

  5. 5

    Stimme

    Das laute, vielfältige und oft raue Gezwitscher, Krächzen und Trillern ist sehr markant und oft der erste Hinweis auf ihre Anwesenheit.

  6. 6

    Verhalten

    Ihr energisches, oft rücksichtsloses Verhalten, das Herumlaufen auf dem Boden und die gesellige Natur in Schwärmen können ebenfalls Hinweise sein.

Lebensraum und Verbreitung

Biome
Urbane Gebiete, Agrarlandschaften, offene Wälder, Gärten, Parks, Grasland
Verbreitungsgebiet
Ursprünglich Südasien (u.a. Indien, Pakistan, Bangladesch, Sri Lanka). Eingeführt und etabliert in vielen Regionen der Welt, darunter Australien, Neuseeland, Südafrika, Hawaii, Fidschi, viele Pazifikinseln, Teile des Nahen Ostens und Südostasiens sowie einige europäische Länder (z.B. Portugal).
Höhenverbreitung
Von Meeresspiegelhöhe bis etwa 3000 Meter.
Bevorzugte Lebensräume
Siedlungsgebiete, Vorstädte, landwirtschaftliche Flächen mit verstreuten Bäumen, offene Parklandschaften, Golfplätze, Gärten und Reisfelder. Sie bevorzugt offene, gestörte Lebensräume und ist oft in der Nähe menschlicher Aktivitäten zu finden.

Verhalten

Aktivitätszeit
Tagaktiv, mit erhöhter Aktivität in den Morgen- und Abendstunden. Große Schlafgemeinschaften versammeln sich in Bäumen oder Gebäuden in der Dämmerung.
Fressgewohnheiten
Futtert am Boden, in niedrigen Bäumen und Büschen. Sie sucht aktiv nach Insekten, Würmern, Früchten und verzehrt auch Aas und Abfälle. Oft in Gruppen zu sehen, die auf Rasenflächen oder Straßenrändern nach Nahrung suchen.
Sozialverhalten
Sehr gesellig, bildet oft große Schwärme außerhalb der Brutzeit, die gemeinsam ruhen und fressen. Paare sind während der Brutzeit territorial, verteidigen aber ihr Nest oft aggressiv gegen Konkurrenten und Fressfeinde.
Flugmuster
Der Flug ist kräftig und direkt, oft mit schnellen Flügelschlägen. Im Flug sind die großen weißen Flügelflecken sehr auffällig.
Zugverhalten
Im Allgemeinen sesshaft in den meisten ihrer Verbreitungsgebiete. Einige Populationen zeigen lokale Wanderungen je nach Nahrungsverfügbarkeit.
Territorialverhalten
Während der Brutzeit verteidigt das Paar aggressiv ein Territorium um das Nest. Dies beinhaltet oft Angriffe auf andere Vögel und sogar kleine Säugetiere.

Gesang und Rufe

Gesang
Die Hirtenmaina hat ein lautes, vielfältiges und oft raues Stimmrepertoire. Ihr Gesang ist eine Mischung aus rauen Krächzern, Pfeiftönen, Klicklauten und melodischen Trillern. Sie ist auch bekannt für ihre Fähigkeit, Geräusche und Rufe anderer Vögel oder sogar menschliche Stimmen nachzuahmen.
Ruf
Häufige Rufe umfassen ein scharfes "tschäh!" oder "dschähk!", ein rollendes "tschurr-tschurr" und ein melodisches "tiuh-tiuh". Es gibt auch Alarmrufe und Kontaktrufe innerhalb der Gruppe, die sehr variabel sein können.
Wann er ruft
Das ganze Jahr über hörbar, besonders aktiv in den Morgen- und Abendstunden sowie während der Brutzeit. Sie singen oft von exponierten Sitzwarten wie Baumwipfeln, Gebäudedächern oder Stromleitungen.

Brutverhalten

Brutzeit
Variiert geografisch, typischerweise von Frühjahr bis Sommer. In tropischen Regionen kann die Brutzeit fast ganzjährig sein, mit Höhepunkten während der Regenzeit.
Nistgewohnheiten
Nistet in Hohlräumen wie Baumhöhlen, Gebäudespalten, unter Dächern oder in verlassenen Nestern anderer Vögel. Das Nest ist ein unordentlicher Haufen aus Zweigen, Gräsern, Blättern, Federn und anthropogenem Material wie Plastik. Sie sind bekannt dafür, Nistplätze aggressiv zu usurpieren.
Gelegegröße
Normalerweise 3-6 Eier, gelegentlich bis zu 7.
Eibeschreibung
3-6 Eier, glänzend hellblau bis blaugrün, ohne Flecken.
Brutdauer
17-18 Tage, hauptsächlich vom Weibchen bebrütet.
Nestlingsdauer
Die Jungvögel verlassen das Nest nach etwa 22-29 Tagen.
Elterliche Fürsorge
Beide Elternteile füttern und betreuen die Jungvögel. Nach dem Ausfliegen bleiben die Jungen für einige Wochen von den Eltern abhängig.

Wo zu finden

Urbane Gebiete

Parks, Gärten, Stadtzentren und Vorstädte sind bevorzugte Orte, da sie dort reichlich Nahrung und Nistplätze finden.

Agrarflächen

Auf Ackerland, besonders Reisfeldern, Weiden und in der Nähe von Bauernhöfen, wo Insekten und Samen reichlich vorhanden sind.

Küstenregionen und Inseln

In vielen eingeführten Gebieten haben sie sich an Küstenlinien und auf Inseln etabliert.

Feldtipps

  1. Morgens und abends beobachten. Sie sind in diesen Zeiten am aktivsten, besonders wenn sie gemeinsam zu den Schlafplätzen fliegen oder von dort aufbrechen.
  2. Auf Lautstärke achten. Ihr lautes Stimmrepertoire macht sie oft schon früh bemerkbar. Lauschen Sie auf ihre charakteristischen Rufe.
  3. Nach Bodennahrung suchen. Sie verbringen viel Zeit am Boden, wo sie Insekten picken. Beobachten Sie offene Grasflächen und Rasen.
  4. Sich an Menschen gewöhnt. In städtischen Gebieten sind sie oft sehr zutraulich und lassen sich aus relativ geringer Entfernung beobachten.

Ähnliche Arten

Drosselmaina

Acridotheres fuscus

Die Drosselmaina hat ein graueres Gefieder anstelle des braunen, einen weniger kontrastreichen Kopf und der gelbe Augenstreifen ist kleiner oder fehlt ganz. Die weißen Flügelflecken sind ähnlich, aber oft weniger ausgeprägt.

Glanzmaina

Aplonis metallica

Die Glanzmaina ist kleiner, hat ein glänzendes, metallisch grünes oder blau-violettes Gefieder und rote Augen. Ihr Schnabel ist schlanker und schwarz. Sie besitzt nicht die auffälligen gelben Gesichts- und Beinmerkmale der Hirtenmaina.

Europäischer Star

Sturnus vulgaris

Der Europäische Star ist im Prachtkleid glänzend schwarz mit irisierendem Schimmer und im Schlichtkleid stark weiß gepunktet. Er hat einen gelben Schnabel nur im Prachtkleid und keine gelbe Gesichtsmaske. Die Flugweise ist oft pfeilschneller. Jungstare sind graubraun.

Kurzinfos

Ursprung:
Asien
Invasion:
Eine der erfolgreichsten invasiven Vogelarten weltweit
Ernährung:
Opportunistischer Allesfresser
Sozialstruktur:
Sehr gesellig, bildet große Schlafgemeinschaften
Nistplätze:
Hohlräume, Baumhöhlen, Gebäudespalten
Aggressivität:
Bekannt für aggressives Verdrängen anderer Vogelarten von Nistplätzen

Wissenswertes

  • Die Hirtenmaina wurde vom Weltnaturschutzbund (IUCN) im Jahr 2000 als eine der 100 schlimmsten invasiven Arten der Welt gelistet, aufgrund ihrer verheerenden Auswirkungen auf heimische Ökosysteme in eingeführten Gebieten.
  • Sie imitieren nicht nur die Rufe anderer Vögel, sondern können auch Geräusche aus ihrer Umwelt nachahmen, wie zum Beispiel Autohupen oder menschliche Worte.
  • In einigen Regionen, wie z.B. Australien, wurden großangelegte Bekämpfungsprogramme initiiert, um die Populationen der Hirtenmaina zu kontrollieren oder zu reduzieren.
  • Der Name 'Maina' leitet sich vom Hindi-Wort 'mainā' ab, was 'Sprechstare' bedeutet, und bezieht sich auf ihre bemerkenswerte Vokalisationsfähigkeit.

Systematik

Reich
Animalia
Stamm
Chordata
Klasse
Aves
Ordnung
Passeriformes
Familie
Sturnidae
Gattung
Acridotheres
Art
Acridotheres tristis

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