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Der Eisvogel ist ein kleiner, kompakter Vogel mit einem auffällig leuchtenden Gefieder und einem langen, dolchartigen Schnabel. Er ist bekannt für seine blitzschnellen Tauchgänge, um Fische zu fangen, und gilt als Indikator für saubere Gewässer.
Größe und Lebensdauer
- Länge
- 16-17 cm
- Flügelspannweite
- 24-26 cm
- Gewicht
- 34-46 g
- Lebensdauer
- Durchschnittlich 2-3 Jahre in freier Wildbahn, maximal bis zu 15 Jahre
- Nahrung
- Carnivore (hauptsächlich kleine Fische, aber auch Wasserinsekten, Kaulquappen und Krebstiere)
Körperliche Merkmale
- Gefieder
- Oberseite glänzend blau-grün, Unterseite rostbraun. Kehle weiß, mit einem rostbraunen Fleck unter dem Auge und einem weißen Fleck am Hals. Die Flügel sind dunkelblau-grün mit helleren Sprenkeln.
- Schnabelform
- Lang, gerade und dolchartig. Schwarz bei Männchen, Unterkiefer bei Weibchen oft orange-rot mit schwarzer Spitze.
- Augenfarbe
- Dunkelbraun
- Beinfarbe
- Leuchtend rot
- Erkennungsmerkmale
- Das leuchtend blaue Rückengefieder, der rostbraune Bauch und der lange Schnabel sind unverkennbar. Der weiße Halsfleck und der rostbraune Wangenfleck sind ebenfalls charakteristisch.
- Jugendkleid
- Jungvögel sind matter gefärbt als Altvögel, mit einem grünlicheren Schimmer auf der Oberseite und einem blasseren Rostbraun auf der Unterseite. Die Beine sind dunkler, oft bräunlich-rot, und der Schnabel ist kürzer und hat eine weiße Spitze.
- Saisonale Veränderungen
- Keine signifikanten saisonalen Gefiederwechsel. Das Gefieder kann jedoch durch Abnutzung im Laufe des Jahres etwas matter wirken.
- Geschlechtsdimorphismus
- Gering. Männchen haben einen vollständig schwarzen Schnabel. Weibchen haben einen orange-roten Unterkiefer, der zur Spitze hin schwarz wird. Jungvögel ähneln den Weibchen, haben aber mattere Farben und dunklere Beine.
Bestimmung
- 1
Gefiederfarbe
Achten Sie auf die einzigartige Kombination aus leuchtendem Blau-Grün auf dem Rücken und Rostbraun auf der Unterseite. Dies ist das auffälligste Merkmal.
- 2
Flug
Der Eisvogel fliegt sehr schnell und geradlinig, dicht über der Wasseroberfläche. Sein Flug ist oft das erste, was man bemerkt, bevor man ihn richtig sieht.
- 3
Schnabel
Der lange, spitze, dolchartige Schnabel ist charakteristisch. Bei Weibchen ist der Unterkiefer oft orange-rot.
- 4
Ruf
Der scharfe, hohe 'ziiih'-Ruf ist oft der erste Hinweis auf seine Anwesenheit, besonders wenn der Vogel im Flug ist.
- 5
Verhalten
Suchen Sie nach einem kleinen Vogel, der regungslos auf einem Ast über dem Wasser sitzt und plötzlich ins Wasser taucht.
Lebensraum und Verbreitung
- Biome
- Feuchtgebiete, Flusslandschaften, Seen, Teiche
- Verbreitungsgebiet
- Weite Verbreitung in Eurasien und Nordafrika. Von Westeuropa und Nordafrika über Zentralasien bis nach Japan und Südostasien.
- Höhenverbreitung
- Meist in niedrigen Lagen bis etwa 1000 Meter, selten höher.
- Bevorzugte Lebensräume
- Klare, langsam fließende oder stehende Gewässer mit reichlich Fischbestand und überhängender Vegetation oder Sitzwarten. Benötigt Steilufer für Bruthöhlen.
Verhalten
- Aktivitätszeit
- Tagaktiv (diurnal).
- Fressgewohnheiten
- Sitzjagd von einer Warte aus (Ast, Schilf, Stein). Taucht blitzschnell ins Wasser, um Fische zu fangen. Hält die Beute mit dem Schnabel und schlägt sie oft gegen eine harte Oberfläche, bevor er sie kopfvor verschluckt.
- Sozialverhalten
- Meist Einzelgänger, außer während der Brutzeit. Sehr territorial, verteidigt sein Revier aggressiv gegen Artgenossen.
- Flugmuster
- Sehr schneller, geradliniger Flug dicht über der Wasseroberfläche mit schnellen Flügelschlägen. Wirkt im Flug wie ein blauer Pfeil.
- Zugverhalten
- Teilzieher. In milderen Regionen Standvogel. Populationen in kälteren Regionen ziehen im Winter in südlichere Gebiete. Die Zugdistanzen sind meist kurz bis mittellang.
- Territorialverhalten
- Stark territorial, insbesondere während der Brutzeit. Verteidigt ein Revier entlang eines Gewässerabschnitts.
Gesang und Rufe
- Gesang
- Der Eisvogel hat keinen eigentlichen Gesang. Seine Rufe sind seine primäre Vokalisierung.
- Ruf
- Ein scharfer, hoher, pfeifender Ruf, oft als 'ziiih' oder 'tjiih' beschrieben. Wird meist im Flug oder beim Start von einer Warte ausgestoßen. Dient als Kontaktruf und Warnruf.
- Wann er ruft
- Das ganze Jahr über zu hören, besonders aber während der Brutzeit und bei der Revierverteidigung.
Brutverhalten
- Brutzeit
- März bis September, oft 2-3 Bruten pro Jahr.
- Nistgewohnheiten
- Brütet in selbst gegrabenen Bruthöhlen in Steilwänden aus Lehm oder Sand, meist in Ufernähe. Die Höhle besteht aus einem Gang, der zu einer Brutkammer führt.
- Gelegegröße
- 5-8 Eier pro Gelege.
- Eibeschreibung
- 5-8 (meist 6-7) glänzend weiße, fast kugelförmige Eier. Größe ca. 22 x 18 mm.
- Brutdauer
- 19-21 Tage, beide Eltern brüten abwechselnd.
- Nestlingsdauer
- 23-27 Tage nach dem Schlüpfen verlassen die Jungvögel die Bruthöhle. Sie werden noch einige Tage von den Eltern gefüttert.
- Elterliche Fürsorge
- Beide Elternteile beteiligen sich am Graben der Bruthöhle, am Brüten und an der Aufzucht der Jungvögel. Die Jungvögel werden nach dem Ausfliegen noch einige Tage von den Eltern mit Fischen versorgt.
Wo zu finden
Flüsse und Bäche
Bevorzugt klare, langsam fließende Gewässer mit Ufervegetation und Sitzwarten.
Seen und Teiche
Auch an stehenden Gewässern mit sauberem Wasser und Fischbestand zu finden.
Fischteiche und Altarme
Können gute Beobachtungsorte sein, wenn die Wasserqualität stimmt und geeignete Brutmöglichkeiten vorhanden sind.
Feldtipps
- Geduld und Tarnung. Eisvögel sind scheu. Bleiben Sie ruhig und versteckt. Tarnkleidung kann hilfreich sein.
- Sitzwarten absuchen. Suchen Sie nach Ästen, Wurzeln oder Steinen, die über das Wasser ragen. Dies sind bevorzugte Jagdplätze.
- Auf den Ruf achten. Oft hört man den Eisvogel, bevor man ihn sieht. Sein scharfer Ruf ist ein guter Indikator.
- Morgens und abends. Die Aktivität ist oft in den frühen Morgenstunden und am späten Nachmittag am höchsten.
- Gegenlicht vermeiden. Das leuchtende Gefieder kommt am besten zur Geltung, wenn der Vogel gut beleuchtet ist und Sie nicht gegen die Sonne schauen.
Ähnliche Arten
Grünfischer
Chloroceryle americana
Der Grünfischer kommt nur in Amerika vor und hat eine grüne Oberseite mit weißen Flecken, nicht das leuchtende Blau des Eisvogels. Auch die Unterseite ist anders gefärbt.
Haubenfischer
Megaceryle lugubris
Der Haubenfischer ist deutlich größer als der Eisvogel, hat eine auffällige Haube und ein schwarz-weiß gebändertes Gefieder. Er kommt in Asien vor.
Kurzinfos
- Geschwindigkeit beim Tauchen:
- Bis zu 25 km/h
- Anzahl der Fischfänge pro Tag:
- Kann bis zu 60-70 kleine Fische pro Tag fangen
- Brutpaare in Deutschland:
- Schätzungsweise 8.000-16.000 Brutpaare (Stand 2016)
- Symbol für:
- Saubere Gewässer und intakte Ökosysteme
Wissenswertes
- Der Eisvogel kann seine Augen unter Wasser schließen und hat eine spezielle Nickhaut, die seine Augen beim Tauchen schützt.
- Trotz seines Namens 'Eisvogel' ist er sehr kälteempfindlich und leidet stark unter strengen Wintern, wenn Gewässer zufrieren.
- Sein Gefieder ist nicht pigmentiert, sondern die Farben entstehen durch Lichtbrechung an den Federstrukturen (Strukturfarben), was zu seinem metallischen Glanz führt.
- Eisvögel können bis zu drei Bruten pro Jahr aufziehen, wobei die Eltern der ersten Brut oft schon mit der zweiten beginnen, während die Jungvögel der ersten Brut noch gefüttert werden.
Systematik
- Reich
- Animalia
- Stamm
- Chordata
- Klasse
- Aves
- Ordnung
- Coraciiformes
- Familie
- Alcedinidae
- Gattung
- Alcedo
- Art
- Alcedo atthis
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