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Mäusebussard (Buteo buteo)

Mäusebussard

Least Concern (Nicht gefährdet)

Buteo buteo

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Über den Vogel

Der Mäusebussard ist ein mittelgroßer Greifvogel und der häufigste Bussard in Mitteleuropa. Er zeichnet sich durch eine große Variabilität in der Gefiederfärbung aus, von sehr hell bis sehr dunkelbraun, und ist oft an seinem charakteristischen Ruf und seinem kreisenden Flug zu erkennen. Er ist ein opportunistischer Jäger, der sich hauptsächlich von Kleinsäugern ernährt.

Größe und Lebensdauer

Länge
45-58 cm
Flügelspannweite
110-130 cm
Gewicht
Männchen: 600-1000 g, Weibchen: 700-1300 g
Lebensdauer
Bis zu 20-25 Jahre in freier Wildbahn, durchschnittlich 6-8 Jahre
Nahrung
Carnivore (Fleischfresser)

Körperliche Merkmale

Gefieder
Das Gefieder ist extrem variabel, von fast weißlich-cremefarben über verschiedene Brauntöne bis hin zu fast schwarz. Die Unterseite ist oft heller als die Oberseite, mit einer variablen Bänderung oder Fleckung. Ein charakteristisches Merkmal ist ein dunkler Fleck am Vorderflügelbug (Karpalgelenk) und eine dunkle Endbinde am Schwanz. Die Brust kann ein helles, oft V-förmiges Muster aufweisen.
Schnabelform
Kurzer, kräftiger, hakenförmiger Schnabel, schwarz mit gelber Wachshaut an der Basis.
Augenfarbe
Variiert von hellbraun bis dunkelbraun, bei Jungvögeln oft heller.
Beinfarbe
Gelb, mit schwarzen Krallen.
Erkennungsmerkmale
Breite, gerundete Flügel, kurzer Hals, mittellanger, breiter Schwanz. Im Flug oft mit leicht nach oben gehaltenen Flügeln (flaches V) kreisend. Der dunkle Karpalfleck und die dunkle Schwanzendbinde sind gute Erkennungsmerkmale.
Jugendkleid
Jungvögel ähneln den Altvögeln, haben aber oft eine hellere Iris (grau-gelblich) und eine weniger ausgeprägte oder unregelmäßigere Bänderung am Schwanz. Die Unterseite kann fleckiger wirken.
Saisonale Veränderungen
Keine signifikanten saisonalen Gefiederänderungen. Die Variabilität ist individuell und nicht saisonal bedingt.
Geschlechtsdimorphismus
Weibchen sind im Durchschnitt etwas größer und schwerer als Männchen, aber die Gefiederfärbung ist identisch. Eine Unterscheidung im Feld ist oft schwierig.

Bestimmung

  1. 1

    Flugbild

    Achten Sie auf den charakteristischen Kreiseflug mit leicht angehobenen Flügeln (flaches V) und die breiten, gerundeten Flügel. Der Ruderflug ist kräftig und langsam.

  2. 2

    Gefiederfärbung

    Die extreme Variabilität der Färbung ist ein Merkmal. Suchen Sie nach dem dunklen Karpalfleck an der Unterseite der Flügel und der dunklen Endbinde am Schwanz. Die Unterseite ist oft heller als die Oberseite.

  3. 3

    Ruf

    Der miauende, klagende Ruf 'piii-äh' ist sehr charakteristisch und oft das erste, was man von einem Mäusebussard wahrnimmt.

  4. 4

    Sitzwarte

    Mäusebussarde sitzen oft auf exponierten Warten wie einzelnen Bäumen, Strommasten oder Pfählen am Feldrand, von wo aus sie ihre Umgebung nach Beute absuchen.

Lebensraum und Verbreitung

Biome
Wälder, offene Landschaften, Agrarland, Heidelandschaften, Moore, Gebirge (bis zur Baumgrenze).
Verbreitungsgebiet
Weite Teile Europas (außer Island und Nord-Skandinavien), Asien bis Japan. Überwinterungsgebiete reichen bis nach Afrika und Südasien.
Höhenverbreitung
Von Meereshöhe bis etwa 2500 Meter in Gebirgsregionen.
Bevorzugte Lebensräume
Bevorzugt abwechslungsreiche Landschaften mit Waldrändern, Feldgehölzen und offenen Flächen zur Jagd. Benötigt hohe Bäume für Nistplätze.

Verhalten

Aktivitätszeit
Tagaktiv (diurnal).
Fressgewohnheiten
Opportunistischer Ansitzjäger, der von erhöhten Warten (Bäumen, Pfählen, Strommasten) oder im langsamen Suchflug jagt. Hauptnahrung sind Wühlmäuse und andere Kleinsäuger. Ergänzt durch Vögel, Reptilien, Amphibien, Insekten und Regenwürmer, besonders wenn Mäuse knapp sind. Auch Aas wird nicht verschmäht.
Sozialverhalten
Meist einzeln oder paarweise anzutreffen. Außerhalb der Brutzeit können sich an guten Nahrungsquellen oder auf dem Zug größere Ansammlungen bilden.
Flugmuster
Charakteristischer, langsamer und majestätischer Kreiseflug, oft in Thermik aufsteigend. Segelt mit leicht angehobenen Flügeln (flaches V). Der Ruderflug ist kräftig, mit langsamen Flügelschlägen.
Zugverhalten
Teilzieher. In Mitteleuropa sind viele Mäusebussarde Standvögel, besonders in milden Wintern. Populationen aus Nord- und Osteuropa sind Zugvögel, die in West- und Südeuropa überwintern. Der Zug erfolgt im Herbst (September-November) und Frühjahr (März-April).
Territorialverhalten
Brutpaare verteidigen ihr Revier, insbesondere den Nestbereich, aggressiv gegen Artgenossen und andere Greifvögel.

Gesang und Rufe

Gesang
Kein Gesang im eigentlichen Sinne. Der Ruf ist ein charakteristisches, klagendes, miauendes 'piii-äh' oder 'hiääh', das oft im Flug oder von einer Warte aus zu hören ist. Es klingt ähnlich wie das Miauen einer Katze.
Ruf
Neben dem miauenden Ruf gibt es auch kürzere, schärfere 'kja'-Rufe bei Erregung oder zur Warnung am Nest.
Wann er ruft
Besonders häufig während der Brutzeit und bei Revierstreitigkeiten. Auch auf dem Zug oder beim Kreisen in der Thermik oft zu hören.

Brutverhalten

Brutzeit
Beginn im März/April, Eiablage meist im April/Mai.
Nistgewohnheiten
Baut ein großes Horstnest aus Ästen und Zweigen, ausgekleidet mit Moos, Gras und grünen Zweigen, meist hoch in Bäumen (Laub- oder Nadelbäume) am Waldrand oder in Feldgehölzen. Oft werden alte Nester wiederverwendet oder ausgebessert.
Gelegegröße
2-4 Eier
Eibeschreibung
2-4 (selten 1-6) Eier, oval, weißlich mit variablen braunen oder rötlichen Flecken und Kritzeln.
Brutdauer
33-35 Tage, hauptsächlich vom Weibchen bebrütet, während das Männchen Nahrung herbeischafft.
Nestlingsdauer
42-56 Tage. Die Jungvögel verlassen das Nest, werden aber noch einige Wochen von den Eltern gefüttert und lernen zu jagen.
Elterliche Fürsorge
Beide Elternteile kümmern sich um die Aufzucht der Jungen. Das Männchen jagt und bringt Nahrung, das Weibchen brütet und hudert die Küken. Später jagen beide Elternteile.

Wo zu finden

Waldränder und Feldgehölze

Dies sind die bevorzugten Jagdgebiete und Nistplätze. Halten Sie Ausschau nach hohen Bäumen.

Offene Agrarlandschaften

Hier jagen sie Mäuse und andere Kleinsäuger. Oft auf Pfählen oder Strommasten sitzend zu finden.

Autobahnen und Landstraßen

Mäusebussarde nutzen oft die erhöhten Sitzwarten entlang von Straßen, um nach Verkehrsopfern oder Mäusen im Straßenrandbereich zu suchen.

Feldtipps

  1. Achten Sie auf den Ruf. Der miauende Ruf ist oft schon aus großer Entfernung zu hören und verrät die Anwesenheit des Bussards, auch wenn er hoch am Himmel kreist.
  2. Scannen Sie den Himmel. Mäusebussarde kreisen oft in der Thermik. Ein Fernglas ist hilfreich, um Details im Flug zu erkennen.
  3. Beobachten Sie Sitzwarten. Suchen Sie exponierte Bäume, Pfähle oder Strommasten in offenen Landschaften ab. Mäusebussarde sind dort oft gut zu sehen.
  4. Geduld. Manchmal braucht es Geduld, um die feinen Unterschiede zu ähnlichen Arten zu erkennen, besonders bei der variablen Gefiederfärbung.

Ähnliche Arten

Raufußbussard

Buteo lagopus

Der Raufußbussard ist im Winter in Mitteleuropa zu Gast. Er ist meist heller gefärbt, hat einen deutlich dunklen Bauchfleck, einen hellen Schwanz mit breiter dunkler Endbinde und befiederte Beine bis zu den Zehen (im Feld schwer zu sehen). Im Flug hält er die Flügel stärker V-förmig als der Mäusebussard.

Wespenbussard

Pernis apivorus

Der Wespenbussard ist schlanker, hat einen längeren Hals und einen kleineren Kopf. Im Flug sind die Flügel schmaler und werden oft flacher gehalten. Der Schwanz ist länger und hat zwei bis drei dunkle Binden am Ansatz und eine breitere Endbinde. Er ist ein Zugvogel und ernährt sich hauptsächlich von Wespenlarven.

Schwarzmilan

Milvus migrans

Der Schwarzmilan ist größer, hat einen gegabelten Schwanz (manchmal nur leicht eingekerbt) und ist insgesamt dunkler gefärbt. Sein Flug ist wendiger und er gleitet oft mit leicht nach unten gebogenen Flügeln.

Kurzinfos

Häufigkeit:
Häufigster Greifvogel Mitteleuropas
Ruf:
Klagendes, miauendes 'piii-äh'
Flug:
Kreisend mit leicht angehobenen Flügeln (flaches V)
Nahrung:
Hauptsächlich Wühlmäuse
Gefieder:
Extrem variabel (hell bis dunkelbraun)

Wissenswertes

  • Der Mäusebussard ist ein Meister der Anpassung und kann in vielen verschiedenen Lebensräumen überleben, solange es Bäume zum Nisten und offene Flächen zur Jagd gibt.
  • Trotz seines Namens frisst der Mäusebussard nicht nur Mäuse. Sein Speiseplan ist sehr vielfältig und passt sich dem lokalen Nahrungsangebot an.
  • Die große Variabilität in der Gefiederfärbung macht die Bestimmung im Feld manchmal zu einer Herausforderung, aber auch zu einer spannenden Aufgabe für Ornithologen.
  • Mäusebussarde können im Winter in Gruppen an besonders nahrungsreichen Stellen zusammenkommen, was für Greifvögel eher ungewöhnlich ist.

Systematik

Reich
Animalia
Stamm
Chordata
Klasse
Aves
Ordnung
Accipitriformes
Familie
Accipitridae
Gattung
Buteo
Art
Buteo buteo

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