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Der Keilschwanz-Regenpfeifer ist ein mittelgroßer Watvogel aus der Familie der Schnepfenvögel. Er ist bekannt für seine ausgeprägte Brut- und Ruhekleidfärbung sowie seinen langen, leicht gebogenen Schnabel. Er brütet in der arktischen Tundra Sibiriens und überwintert hauptsächlich in Australien und Neuseeland, mit kleineren Populationen in Südostasien.
Größe und Lebensdauer
- Länge
- 17-22 cm
- Flügelspannweite
- 36-43 cm
- Gewicht
- 34-115 g
- Lebensdauer
- Ungefähr 5-10 Jahre in freier Wildbahn
- Nahrung
- Insekten und deren Larven, kleine Krebstiere, Spinnen, Würmer, gelegentlich Samen
Körperliche Merkmale
- Gefieder
- Im Brutkleid ist die Oberseite dunkelbraun mit rötlichen und helleren Federrändern, die eine schuppige Musterung erzeugen. Die Unterseite ist weiß, mit einer auffälligen, dichten, pfeilspitzenartigen oder V-förmigen Musterung auf Brust und Flanken, die sich bis zum Bauch erstrecken kann. Der Kopf ist oben dunkel gestreift, mit einem deutlichen hellen Überaugenstreif und einem dunklen Augenstreif. Im Ruhekleid ist die Oberseite graubrauner und weniger gemustert, die Brust ist heller und die Pfeilspitzenmusterung ist reduziert oder fehlt ganz.
- Schnabelform
- Relativ lang, schlank und leicht nach unten gebogen, dunkel gefärbt mit einer helleren Basis am Unterschnabel.
- Augenfarbe
- Dunkelbraun.
- Beinfarbe
- Gelblich-grün bis olivgrün.
- Erkennungsmerkmale
- Der namensgebende keilförmige Schwanz (besonders im Flug sichtbar), die ausgeprägte Pfeilspitzenmusterung auf der Brust im Brutkleid, der lange, leicht gebogene Schnabel und der deutliche Überaugenstreif.
- Jugendkleid
- Jungvögel ähneln dem Ruhekleid der Erwachsenen, haben aber eine deutlichere, oft rötlich-braune Schuppenmusterung auf der Oberseite und eine gelblich-braune Tönung auf der Brust und den Flanken, oft mit feineren Streifen statt der Pfeilspitzenmusterung.
- Saisonale Veränderungen
- Das Brutkleid ist durch eine kräftigere, rötlich-braune Oberseite und eine deutliche Pfeilspitzenmusterung auf der Brust gekennzeichnet. Das Ruhekleid ist matter, graubrauner auf der Oberseite und die Brustmusterung ist stark reduziert oder fehlt.
- Geschlechtsdimorphismus
- Männchen und Weibchen sind äußerlich sehr ähnlich. Weibchen können im Durchschnitt etwas größer sein, aber dies ist im Feld nicht zuverlässig zu erkennen.
Bestimmung
- 1
Größe und Form
Mittelgroßer Strandläufer mit relativ langem Körper und langem, leicht gebogenem Schnabel. Wirkt oft aufrecht stehend.
- 2
Brutkleid (Erwachsene)
Achten Sie auf die deutliche, pfeilspitzenartige oder V-förmige Musterung auf Brust und Flanken, die sich bis zum Bauch erstrecken kann. Die Oberseite ist dunkelbraun mit rötlichen und helleren Federrändern. Heller Überaugenstreif und dunkler Augenstreif.
- 3
Ruhekleid (Erwachsene)
Oberseite graubrauner und weniger gemustert. Brust heller, Musterung reduziert oder fehlend. Der lange, leicht gebogene Schnabel und die gelblich-grünen Beine bleiben charakteristisch.
- 4
Jungvögel
Ähneln dem Ruhekleid, aber mit deutlicherer, oft rötlich-brauner Schuppenmusterung auf der Oberseite und einer gelblich-braunen Tönung auf der Brust mit feineren Streifen.
- 5
Schwanzform
Im Flug ist der namensgebende keilförmige Schwanz gut zu erkennen, zusammen mit dem weißen Bürzel, der sich als Keil auf den Rücken erstreckt.
- 6
Schnabel
Der relativ lange, schlanke und leicht nach unten gebogene Schnabel ist ein gutes Merkmal, besonders im Vergleich zu anderen Calidris-Arten.
- 7
Verhalten
Sucht Nahrung oft durch schnelles Sondieren im Schlamm. Kann in gemischten Watvogelschwärmen auftreten.
Lebensraum und Verbreitung
- Biome
- Arktische Tundra, Feuchtgebiete, Küsten, Schlammflächen, Salzwiesen, Süßwasserseen und -teiche.
- Verbreitungsgebiet
- Brütet in der arktischen Tundra Sibiriens (von der Taimyr-Halbinsel ostwärts bis zur Tschuktschen-Halbinsel). Überwintert hauptsächlich in Australien und Neuseeland, aber auch in Südostasien (z.B. Indonesien, Papua-Neuguinea). Als seltener Durchzügler oder Irrgast in Europa und Nordamerika.
- Höhenverbreitung
- Meereshöhe bis zu niedrigen Höhen in der Tundra.
- Bevorzugte Lebensräume
- Brutgebiete sind feuchte Tundra mit Moosen, Gräsern und Zwergsträuchern, oft in der Nähe von Gewässern. Überwinterungsgebiete umfassen Gezeiten-Schlammflächen, Sandstrände, Salzwiesen, Flussmündungen und flache Süßwasserfeuchtgebiete.
Verhalten
- Aktivitätszeit
- Tagaktiv, besonders während der Nahrungssuche bei Ebbe in den Überwinterungsgebieten.
- Fressgewohnheiten
- Sucht Nahrung durch Sondieren im Schlamm und weichen Boden mit seinem Schnabel. Frisst hauptsächlich Insekten und deren Larven, insbesondere Mückenlarven, aber auch kleine Krebstiere, Spinnen und Würmer. Gelegentlich werden auch Samen gefressen.
- Sozialverhalten
- Außerhalb der Brutzeit oft gesellig, bildet große Schwärme, manchmal gemischt mit anderen Watvogelarten. Während der Brutzeit territorial und paarweise.
- Flugmuster
- Direkter, schneller Flug mit kräftigen Flügelschlägen. Im Flug ist der keilförmige Schwanz und der weiße Bürzel sichtbar, der sich bis auf den Rücken erstreckt.
- Zugverhalten
- Langstreckenzieher. Brütet in der sibirischen Arktis und zieht über weite Strecken nach Süden, um in Australien und Neuseeland zu überwintern. Der Zug erfolgt oft über Zwischenstopps entlang der ostasiatischen Küste. Seltene Irrgäste können weit außerhalb des normalen Zugweges auftreten.
- Territorialverhalten
- Während der Brutzeit verteidigen Männchen Reviere, in denen sie Balzflüge und Rufe ausführen.
Gesang und Rufe
- Gesang
- Der Balzgesang ist eine Reihe von trillernden, pfeifenden Tönen, die oft im Balzflug vorgetragen werden. Er wird als 'trr-trr-trr-trr' oder 'churr-churr-churr' beschrieben.
- Ruf
- Der häufigste Ruf ist ein kurzes, scharfes 'twick' oder 'chick'. Im Flug kann ein weicheres 'chup' oder 'chut' zu hören sein.
- Wann er ruft
- Am häufigsten während der Brutzeit und auf dem Zug, insbesondere bei der Balz und zur Warnung.
Brutverhalten
- Brutzeit
- Juni bis Juli.
- Nistgewohnheiten
- Nistet am Boden in einer flachen Mulde, die mit Pflanzenmaterial wie Gräsern und Moosen ausgekleidet ist. Das Nest befindet sich oft in feuchter Tundra, gut versteckt in der Vegetation.
- Gelegegröße
- 4 Eier.
- Eibeschreibung
- Typischerweise 4 Eier, oval bis birnenförmig, olivgrün bis bräunlich mit dunklen Flecken und Kritzeln.
- Brutdauer
- 20-22 Tage.
- Nestlingsdauer
- Ungefähr 18-20 Tage nach dem Schlüpfen sind die Jungvögel flügge.
- Elterliche Fürsorge
- Beide Elternteile brüten und kümmern sich um die Küken, obwohl das Weibchen oft vor dem Männchen die Brutgebiete verlässt.
Wo zu finden
Brutgebiete
Feuchte Tundra in der sibirischen Arktis, oft in der Nähe von Seen und Flüssen.
Überwinterungsgebiete
Gezeiten-Schlammflächen, Sandstrände, Flussmündungen und flache Süßwasserfeuchtgebiete in Australien, Neuseeland und Südostasien.
Zugwege
Küsten und Feuchtgebiete entlang der ostasiatischen Zugroute. Selten als Irrgast in Europa und Nordamerika an Küsten und Binnengewässern.
Feldtipps
- Geduld und Optik. Watvögel sind oft scheu. Ein gutes Spektiv oder Fernglas ist unerlässlich, um die feinen Gefiedermerkmale zu erkennen.
- Gezeiten beobachten. In Küstengebieten sind Watvögel am besten bei fallendem oder niedrigem Wasser zu beobachten, wenn die Schlammflächen zur Nahrungssuche freigelegt werden.
- Vergleich mit anderen Arten. Da der Keilschwanz-Regenpfeifer oft in gemischten Schwärmen vorkommt, ist es hilfreich, ihn direkt mit anderen Strandläufern zu vergleichen, um die subtilen Unterschiede in Größe, Form und Gefieder zu erkennen.
- Flugbeobachtung. Achten Sie auf den keilförmigen Schwanz und den weißen Bürzel im Flug, da dies ein sehr gutes Identifikationsmerkmal ist.
Ähnliche Arten
Sumpfläufer
Calidris falcinellus
Der Sumpfläufer ist kleiner, hat einen kürzeren, stärker gebogenen Schnabel und eine weniger ausgeprägte Brustmusterung. Sein Überaugenstreif ist oft geteilt oder weniger deutlich.
Sichelstrandläufer
Calidris ferruginea
Der Sichelstrandläufer hat im Brutkleid eine auffällig rostrote Unterseite und einen stärker nach unten gebogenen Schnabel. Im Ruhekleid ist er grauer und hat keinen keilförmigen Schwanz.
Bairdstrandläufer
Calidris bairdii
Der Bairdstrandläufer ist im Allgemeinen schlanker, hat einen kürzeren, geraderen Schnabel und eine feinere, weniger ausgeprägte Bruststreifung. Er hat auch einen weniger deutlichen Überaugenstreif und eine andere Flugsilhouette.
Kurzinfos
- Wissenschaftlicher Name:
- Calidris acuminata
- Familie:
- Scolopacidae (Schnepfenvögel)
- Brutgebiet:
- Sibirische Arktis
- Überwinterungsgebiet:
- Australien, Neuseeland, Südostasien
- Besonderes Merkmal:
- Keilförmiger Schwanz und Pfeilspitzenmusterung auf der Brust im Brutkleid
- Nahrung:
- Insekten und deren Larven, kleine Krebstiere
- Zugverhalten:
- Langstreckenzieher
Wissenswertes
- Der Keilschwanz-Regenpfeifer ist ein seltener, aber regelmäßiger Irrgast in Europa und Nordamerika, was ihn zu einem begehrten Ziel für Vogelbeobachter macht.
- Sein wissenschaftlicher Name 'acuminata' bedeutet 'zugespitzt' und bezieht sich auf die Form seines Schwanzes.
- Trotz seines deutschen Namens 'Regenpfeifer' gehört er nicht zur Familie der Regenpfeifer (Charadriidae), sondern zu den Schnepfenvögeln (Scolopacidae).
- Er legt eine der längsten Zugstrecken aller Watvögel zurück, indem er von der sibirischen Arktis bis nach Australien und Neuseeland fliegt.
Systematik
- Reich
- Animalia
- Stamm
- Chordata
- Klasse
- Aves
- Ordnung
- Charadriiformes
- Familie
- Scolopacidae
- Gattung
- Calidris
- Art
- acuminata
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