Vogel gesehen? Bestimme ihn sofort mit der Birdby-App
App öffnenÜber den Vogel
Der Truthahngeier ist ein großer Neuweltgeier, der für seine Fähigkeit bekannt ist, Aas mit seinem ausgeprägten Geruchssinn zu lokalisieren. Er ist ein wichtiger Aasfresser in seinem Ökosystem und spielt eine entscheidende Rolle bei der Beseitigung von Tierkadavern. Sein charakteristischer roter, unbefiederter Kopf und sein wackeliger Flug sind gute Erkennungsmerkmale.
Größe und Lebensdauer
- Länge
- 62-81 cm
- Flügelspannweite
- 160-183 cm
- Gewicht
- 0.85-2.4 kg
- Lebensdauer
- Durchschnittlich 16 Jahre in freier Wildbahn, bis zu 30 Jahre in Gefangenschaft.
- Nahrung
- Aasfresser (Nekrophag), ernährt sich fast ausschließlich von Tierkadavern.
Körperliche Merkmale
- Gefieder
- Das Gefieder ist überwiegend dunkelbraun bis schwarz. Die Unterseite der Flugfedern (Schwungfedern) ist silbergrau, was im Flug einen deutlichen Kontrast zum dunkleren Körper bildet. Der Schwanz ist relativ lang und schmal.
- Schnabelform
- Der Schnabel ist hakenförmig, relativ kurz und kräftig, elfenbeinfarben bis hellrosa mit einer dunkleren Spitze. Er ist gut an das Zerreißen von Aas angepasst.
- Augenfarbe
- Die Augen sind dunkelbraun.
- Beinfarbe
- Die Beine und Füße sind fleischfarben bis hellrosa. Die Krallen sind relativ schwach und nicht zum Greifen von Beute geeignet.
- Erkennungsmerkmale
- Der auffälligste Unterschied ist der unbefiederte, faltige Kopf und Hals, der bei adulten Vögeln leuchtend rot ist. Bei Jungvögeln ist der Kopf grau-schwarz. Im Flug ist die V-förmige Flügelhaltung (Dihedral) und das charakteristische Wackeln von Seite zu Seite sehr auffällig. Die silbergrauen Schwungfedern an der Flügelunterseite sind ebenfalls ein gutes Erkennungsmerkmal.
- Jugendkleid
- Jungvögel haben einen grauen bis schwarzgrauen, unbefiederten Kopf und Hals, der erst nach etwa einem Jahr die rote Farbe der Adulten annimmt. Ihr Gefieder ist insgesamt etwas matter.
- Saisonale Veränderungen
- Es gibt keine saisonalen Gefiederwechsel. Der Kopf kann je nach Erregungszustand oder Temperatur in der Farbintensität variieren.
- Geschlechtsdimorphismus
- Es gibt keinen ausgeprägten sexuellen Dimorphismus in Größe oder Gefieder. Männchen und Weibchen sehen sich sehr ähnlich.
Bestimmung
- 1
Kopf
Achten Sie auf den unbefiederten, leuchtend roten Kopf bei adulten Vögeln. Bei Jungvögeln ist er grau-schwarz.
- 2
Flugsilhouette und -verhalten
Im Flug ist die deutliche V-Form der Flügel (Dihedral) und das charakteristische Wackeln von Seite zu Seite ein sicheres Erkennungsmerkmal. Er segelt oft stundenlang ohne Flügelschlag.
- 3
Flügelunterseite
Die Unterseite der Schwungfedern ist silbergrau und kontrastiert stark mit den dunkleren Flügeldecken und dem Körper.
- 4
Größe und Proportionen
Ein großer Vogel mit einem relativ langen Schwanz und breiten Flügeln.
- 5
Verhalten am Kadaver
Oft der erste Aasfresser am Kadaver aufgrund seines Geruchssinns. Kann sich aggressiv gegenüber kleineren Aasfressern verhalten, wird aber oft von größeren Geiern oder Säugetieren verdrängt.
Lebensraum und Verbreitung
- Biome
- Wälder, offenes Gelände, Grasland, Wüsten, Halbwüsten, landwirtschaftliche Flächen, Küstengebiete und sogar städtische Randgebiete.
- Verbreitungsgebiet
- Der Truthahngeier ist weit verbreitet in Nord-, Mittel- und Südamerika. Sein Verbreitungsgebiet reicht von Südkanada über die gesamten Vereinigten Staaten, Mexiko, Mittelamerika bis nach Südamerika (bis Feuerland).
- Höhenverbreitung
- Von Meereshöhe bis über 4.000 Meter in den Anden.
- Bevorzugte Lebensräume
- Er bevorzugt offene oder halboffene Landschaften mit Zugang zu Wäldern oder Felsformationen zum Nisten und Ruhen. Er ist sehr anpassungsfähig und kommt in einer Vielzahl von Lebensräumen vor, solange Aas verfügbar ist.
Verhalten
- Aktivitätszeit
- Tagaktiv (diurnal).
- Fressgewohnheiten
- Der Truthahngeier ist ein obligater Aasfresser. Er findet seine Nahrung hauptsächlich durch seinen außergewöhnlich gut entwickelten Geruchssinn, der es ihm ermöglicht, den Geruch von Ethylmercaptan, einem Gas, das von verwesendem Fleisch freigesetzt wird, aus großer Entfernung wahrzunehmen. Er fliegt oft in niedriger Höhe, um Kadaver zu lokalisieren. Er frisst eine Vielzahl von Aas, von kleinen Nagetieren bis zu großen Huftieren. Er kann auch frisches Aas fressen, das von anderen Raubtieren hinterlassen wurde.
- Sozialverhalten
- Truthahngeier sind außerhalb der Brutzeit oft gesellig und versammeln sich in großen Gruppen an Schlafplätzen oder an großen Kadavern. Während der Brutzeit sind sie eher einzelgängerisch oder in Paaren anzutreffen.
- Flugmuster
- Charakteristisch ist sein segelnder Flug mit den Flügeln in einer deutlichen V-Form (Dihedral). Er nutzt thermische Aufwinde sehr effizient und schlägt selten mit den Flügeln. Im Flug wirkt er oft wackelig und taumelnd, was ihm den englischen Namen 'Turkey Vulture' (Truthahngeier) eingebracht hat, da er an einen Truthahn erinnert, der versucht zu fliegen. Diese Flugweise ist sehr energiesparend.
- Zugverhalten
- Die nördlichen Populationen in Kanada und den nördlichen USA sind Zugvögel und ziehen im Herbst in südlichere Gebiete der USA, Mexikos und Mittelamerikas. Die südlicheren Populationen sind Standvögel oder Kurzstreckenzieher.
- Territorialverhalten
- Sie sind nicht territorial im klassischen Sinne, verteidigen aber ihre Nistplätze und manchmal auch größere Kadaver gegen Artgenossen oder andere Aasfresser.
Gesang und Rufe
- Gesang
- Truthahngeier haben keine echten Gesänge. Sie sind im Allgemeinen sehr schweigsam.
- Ruf
- Ihre Vokalisationen beschränken sich auf Zischen und Grunzen, besonders wenn sie gestört werden oder um Nahrung konkurrieren. Sie haben keine Stimmbänder, daher sind ihre Laute sehr begrenzt.
- Wann er ruft
- Meistens bei Bedrohung, am Nistplatz oder bei der Nahrungsaufnahme.
Brutverhalten
- Brutzeit
- Variiert je nach geografischer Lage, typischerweise von März bis Juni in Nordamerika, kann aber in tropischen Regionen das ganze Jahr über stattfinden.
- Nistgewohnheiten
- Sie bauen keine Nester im herkömmlichen Sinne. Eier werden direkt auf dem Boden in geschützten Bereichen abgelegt, wie in Höhlen, Felsspalten, hohlen Baumstämmen, unter dichten Büschen oder in verlassenen Gebäuden. Sie bevorzugen dunkle, ungestörte Orte.
- Gelegegröße
- 1-3 Eier, am häufigsten 2.
- Eibeschreibung
- Normalerweise 1-3 Eier (meist 2). Die Eier sind cremefarben bis weißlich mit braunen oder violetten Flecken, besonders am größeren Ende.
- Brutdauer
- 30-40 Tage, beide Elternteile brüten abwechselnd.
- Nestlingsdauer
- Die Jungvögel verlassen das Nest nach etwa 70-80 Tagen, bleiben aber noch einige Zeit von den Eltern abhängig.
- Elterliche Fürsorge
- Beide Elternteile kümmern sich um die Brut, brüten die Eier aus und füttern die Jungvögel mit hochgewürgtem Aas.
Wo zu finden
Offene Landschaften
Suchen Sie in offenen Feldern, Weiden und Prärien, wo Aas leicht zu finden ist.
Wälder und Waldränder
Sie nutzen Wälder zum Nisten und Ruhen, sind aber auch an Waldrändern und Lichtungen zu finden.
Gebirgige Regionen
In den Anden sind sie auch in höheren Lagen anzutreffen.
Küstengebiete
Entlang der Küsten suchen sie nach angeschwemmten Kadavern.
Straßenränder
Oft an Straßenrändern zu sehen, wo sie von Fahrzeugen getötete Tiere fressen.
Feldtipps
- Himmel absuchen. Halten Sie Ausschau nach großen, dunklen Vögeln, die in großer Höhe kreisen und dabei ihre Flügel in einer V-Form halten und leicht wackeln.
- Geruchssinn nutzen. Wenn Sie einen starken Verwesungsgeruch wahrnehmen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Truthahngeier in der Nähe sind.
- An Kadavern beobachten. Sie versammeln sich oft an Kadavern. Beobachten Sie andere Aasfresser, um Truthahngeier zu finden.
- Morgens und abends. Am Morgen sind sie oft beim Aufwärmen in der Sonne zu sehen, am Abend kehren sie zu ihren Schlafplätzen zurück.
- Geduld. Sie sind oft scheu, wenn Menschen in der Nähe sind. Beobachten Sie aus der Ferne.
Ähnliche Arten
Schwarzgeier
Coragyps atratus
Der Schwarzgeier ist kleiner und stämmiger als der Truthahngeier. Er hat einen schwarzen, unbefiederten Kopf (nicht rot) und einen kürzeren Schwanz. Im Flug hält er die Flügel flacher (weniger ausgeprägtes Dihedral) und schlägt häufiger mit den Flügeln. Die Flügelunterseite zeigt nur an den äußeren Handschwingen helle Flecken, während der Truthahngeier eine durchgehende silbergraue Unterseite der Schwungfedern hat.
Königsgeier
Sarcoramphus papa
Der Königsgeier ist deutlich größer und farbenprächtiger. Er hat einen auffälligen, mehrfarbigen Kopf (rot, orange, gelb, blau) und ein überwiegend weißes Gefieder mit schwarzen Schwungfedern und Schwanz. Sein Flug ist kräftiger und weniger wackelig als der des Truthahngeiers. Das Verbreitungsgebiet des Königsgeiers ist auf Mittel- und Südamerika beschränkt.
Kurzinfos
- Geruchssinn:
- Einer der besten Geruchssinne im Tierreich, kann Aas aus über 1,5 km Entfernung riechen.
- Flugstil:
- Charakteristischer V-förmiger Segelflug mit Wackeln.
- Kopf:
- Unbefiedert und rot bei Adulten, grau bei Jungvögeln.
- Verbreitung:
- Ganz Amerika, von Kanada bis Feuerland.
- Ökologische Rolle:
- Wichtiger Aasbeseitiger, verhindert die Ausbreitung von Krankheiten.
Wissenswertes
- Truthahngeier haben eine einzigartige Abwehrmethode: Sie erbrechen Mageninhalt auf potenzielle Bedrohungen, um sie abzuschrecken und sich selbst leichter zu machen, um zu fliehen.
- Sie urinieren auf ihre Beine, um sich abzukühlen. Die Verdunstung des Urins hilft, die Körpertemperatur zu senken, und die Säure im Urin kann auch Bakterien abtöten, die sie von Aas aufnehmen könnten.
- Obwohl sie Geier sind, gehören sie nicht zur gleichen Familie wie die Altweltgeier (Accipitridae). Sie sind näher mit Störchen verwandt, obwohl ihre Ähnlichkeit mit Altweltgeiern ein klassisches Beispiel für konvergente Evolution ist.
- Ihr Geruchssinn ist so empfindlich, dass er von Gasunternehmen genutzt wurde, um Lecks in Gasleitungen zu finden. Dem Erdgas wird Ethylmercaptan zugesetzt, das die Geier anzieht.
- Sie können ihre Körpertemperatur durch eine Art 'Urohidrose' regulieren, indem sie auf ihre Beine urinieren, was zur Kühlung beiträgt.
Systematik
- Reich
- Animalia
- Stamm
- Chordata
- Klasse
- Aves
- Ordnung
- Cathartiformes
- Familie
- Cathartidae
- Gattung
- Cathartes
- Art
- Cathartes aura
Den Truthahngeier entdecken
Vögel überall bestimmen
Kostenlos auf iOS, Android und Web. Foto- und Tonbestimmung, vollständige Artendatenbank und deine persönliche Liste.
