Birdby LogoBirdby
Kernbeißer (Coccothraustes coccothraustes)

Kernbeißer

Least Concern (nicht gefährdet)

Coccothraustes coccothraustes

Vogel gesehen? Bestimme ihn sofort mit der Birdby-App

App öffnen

Über den Vogel

Der Kernbeißer ist ein kräftiger, stämmiger Finkenvogel, bekannt für seinen massiven, kegelförmigen Schnabel, der ihm das Aufbrechen harter Samen und Kerne ermöglicht. Er ist scheu und oft schwer zu entdecken, obwohl er in weiten Teilen Europas und Asiens verbreitet ist. Seine Färbung ist überwiegend bräunlich-orange mit auffälligen weißen Flügelbinden und einem metallisch glänzenden blauschwarzen Flügelspiegel.

Größe und Lebensdauer

Länge
17-19 cm
Flügelspannweite
29-33 cm
Gewicht
48-62 g
Lebensdauer
Durchschnittlich 5-7 Jahre, maximal bis zu 12 Jahre in freier Wildbahn
Nahrung
Omnivore, spezialisiert auf harte Samen und Kerne (z.B. Kirschkerne, Pflaumenkerne, Hainbuchensamen), aber auch Insekten und Beeren

Körperliche Merkmale

Gefieder
Männchen: Kopf und Nacken orangebraun, Rücken dunkelbraun, Bürzel orangebraun. Unterseite rosa-beige. Kehle und Zügel schwarz. Große weiße Flügelbinden und ein metallisch blauschwarzer Flügelspiegel. Schwanz kurz, schwarz mit weißen Spitzen an den äußeren Steuerfedern. Weibchen: Ähnlich, aber matter gefärbt, weniger intensive Brauntöne, Kehlfleck kleiner und weniger ausgeprägt, Flügelspiegel weniger glänzend.
Schnabelform
Sehr massiver, kegelförmiger, stahlblauer Schnabel im Sommer, im Winter hornfarben bis gelblich-braun. Extrem kräftig, spezialisiert auf das Knacken harter Samen.
Augenfarbe
Dunkelbraun
Beinfarbe
Rosa-bräunlich
Erkennungsmerkmale
Der extrem kräftige Schnabel, die gedrungene Gestalt, die weißen Flügelbinden und der blauschwarze Flügelspiegel sind die markantesten Merkmale. Im Flug ist die kurze Schwanzform und der wellenförmige Flug auffällig.
Jugendkleid
Jungvögel sind insgesamt blasser und gestreifter auf der Unterseite. Der Schnabel ist gelblich-braun und weniger massiv. Der schwarze Kehlfleck fehlt oder ist nur angedeutet. Die Flügelbinden sind weniger ausgeprägt.
Saisonale Veränderungen
Der Schnabel des Kernbeißers wechselt saisonal seine Farbe: im Sommer ist er stahlblau, im Winter hornfarben bis gelblich-braun. Das Gefieder selbst zeigt keine signifikanten saisonalen Veränderungen, abgesehen von der Abnutzung.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen sind kräftiger gefärbt mit intensiveren Brauntönen und einem ausgeprägteren schwarzen Kehlfleck und glänzenderem Flügelspiegel. Weibchen sind matter und blasser.

Bestimmung

  1. 1

    Schnabel

    Achten Sie auf den extrem massiven, kegelförmigen Schnabel. Im Sommer ist er stahlblau, im Winter hornfarben. Dies ist das auffälligste Merkmal.

  2. 2

    Größe und Gestalt

    Der Kernbeißer ist ein großer, gedrungener Finkenvogel mit einem kurzen Hals und einem großen Kopf. Er wirkt sehr kräftig.

  3. 3

    Gefieder

    Suchen Sie nach der Kombination aus orangebraunem Kopf, dunkelbraunem Rücken, rosa-beiger Unterseite, schwarzem Kehlfleck und vor allem den auffälligen weißen Flügelbinden und dem metallisch blauschwarzen Flügelspiegel.

  4. 4

    Flug

    Beobachten Sie den kräftigen, schnellen Wellenflug. Im Flug sind die weißen Flügelbinden und der kurze, schwarz-weiße Schwanz gut sichtbar.

  5. 5

    Rufe

    Hören Sie auf das charakteristische, scharfe, metallische 'zick' oder 'zix', das oft im Flug oder bei der Nahrungssuche zu hören ist.

Lebensraum und Verbreitung

Biome
Laub- und Mischwälder, Parks, große Gärten, Obstplantagen, Alleen
Verbreitungsgebiet
Weite Teile Europas, Nordwestafrika, Zentralasien bis nach Ostasien (Japan). In Europa von Großbritannien und Skandinavien im Norden bis zum Mittelmeer im Süden.
Höhenverbreitung
Meist im Tiefland und in mittleren Höhenlagen, selten über 1000 m.
Bevorzugte Lebensräume
Bevorzugt alte Laubwälder mit hohem Anteil an Eichen, Buchen und Hainbuchen, aber auch Obstgärten und Parks mit alten Bäumen, die reichlich Samen und Früchte tragen. Wichtig ist das Vorhandensein von Bäumen mit hartschaligen Früchten.

Verhalten

Aktivitätszeit
Tagaktiv (diurnal).
Fressgewohnheiten
Spezialisiert auf das Knacken harter Samen und Kerne. Mit seinem kräftigen Schnabel kann er Kirschkerne mit einer Kraft von bis zu 50 kg aufbrechen. Frisst auch Bucheckern, Hainbuchensamen, Ahornsamen, Pflaumenkerne, Olivenkerne und gelegentlich Insekten (besonders zur Brutzeit) sowie Beeren. Sucht Nahrung oft am Boden oder direkt an Bäumen und Sträuchern.
Sozialverhalten
Außerhalb der Brutzeit oft in kleinen Gruppen oder größeren Schwärmen, manchmal auch mit anderen Finkenvögeln vergesellschaftet. Während der Brutzeit eher einzeln oder paarweise und territorial.
Flugmuster
Charakteristischer, kräftiger und schneller Wellenflug. Im Flug sind die weißen Flügelbinden und der kurze Schwanz gut erkennbar.
Zugverhalten
Teilzieher. Nördliche Populationen ziehen im Winter in südlichere Gebiete. Mitteleuropäische Populationen sind oft Standvögel oder Kurzstreckenzieher, die bei Nahrungsmangel Strichwanderungen unternehmen. Es gibt auch Einflüge aus dem Osten in manchen Wintern.
Territorialverhalten
Während der Brutzeit verteidigt das Männchen ein Brutrevier, das es mit Gesang und Drohgebärden markiert. Außerhalb der Brutzeit weniger territorial.

Gesang und Rufe

Gesang
Der Gesang ist eher unscheinbar und besteht aus einer Reihe von kurzen, kräftigen, knirschenden und pfeifenden Lauten, die oft leise vorgetragen werden. Er ist nicht melodisch und wird oft überhört. 'zick-zick-zick-tsii-tsii'.
Ruf
Der häufigste Ruf ist ein kurzes, scharfes, metallisches 'zick' oder 'zix', das oft im Flug oder bei der Nahrungssuche zu hören ist. Auch ein weiches 'tsip' oder 'tseep' ist zu vernehmen.
Wann er ruft
Hauptsächlich während der Brutzeit im Frühling und Frühsommer. Rufe sind das ganze Jahr über zu hören, besonders bei der Nahrungssuche oder im Flug.

Brutverhalten

Brutzeit
April bis Juli, meist eine Brut pro Jahr, selten zwei.
Nistgewohnheiten
Das Nest wird meist hoch in Laubbäumen (oft Eichen, Obstbäumen) in Astgabeln oder an Seitenästen gebaut. Es ist eine flache, unordentliche Konstruktion aus Zweigen, Wurzeln, Flechten und Moos, ausgekleidet mit feineren Materialien wie Haaren und Federn. Beide Partner bauen das Nest.
Gelegegröße
3-6 Eier
Eibeschreibung
3-6 Eier, blassblau bis grünlich-grau, mit dunklen Flecken, Kritzeln und Schnörkeln, besonders am stumpfen Ende. Größe ca. 24 x 18 mm.
Brutdauer
11-14 Tage, hauptsächlich vom Weibchen bebrütet.
Nestlingsdauer
10-14 Tage nach dem Schlüpfen verlassen die Jungvögel das Nest. Sie werden danach noch einige Zeit von den Eltern gefüttert.
Elterliche Fürsorge
Beide Elternteile füttern die Nestlinge und später die Ästlinge. Das Männchen versorgt das Weibchen während der Brutzeit mit Nahrung.

Wo zu finden

Alte Laubwälder

Besonders Wälder mit Eichen, Buchen und Hainbuchen, die reichlich Samen produzieren.

Obstgärten und Parks

Große Gärten und Parks mit alten Obstbäumen oder anderen Bäumen, die hartschalige Früchte tragen.

Alleen und Friedhöfe

Orte mit alten, hohen Bäumen, die Deckung und Nahrung bieten.

Feldtipps

  1. Geduld und Tarnung. Kernbeißer sind scheu und oft schwer zu entdecken. Bleiben Sie ruhig und geduldig, und nutzen Sie Deckung.
  2. Nahrungssuche beobachten. Suchen Sie nach Bäumen mit reifen Kirschen, Pflaumen, Bucheckern oder Hainbuchensamen. Kernbeißer sind dort oft bei der Nahrungssuche zu finden, manchmal auch am Boden unter solchen Bäumen.
  3. Auf Rufe achten. Oft hört man den Kernbeißer, bevor man ihn sieht. Das scharfe 'zick' ist ein guter Hinweis auf seine Anwesenheit.
  4. Frühe Morgenstunden. Wie viele Vögel sind Kernbeißer in den frühen Morgenstunden am aktivsten.

Ähnliche Arten

Grünfink

Chloris chloris

Der Grünfink ist kleiner, schlanker und hat einen weniger massiven Schnabel. Seine Färbung ist überwiegend grünlich-gelb, und ihm fehlen die markanten weißen Flügelbinden und der blauschwarze Flügelspiegel des Kernbeißers. Der Flug ist ebenfalls wellenförmig, aber weniger kräftig.

Fichtenkreuzschnabel

Loxia curvirostra

Der Fichtenkreuzschnabel hat einen charakteristischen gekreuzten Schnabel, der zum Öffnen von Zapfen spezialisiert ist. Seine Färbung ist meist rot (Männchen) oder grünlich-gelb (Weibchen). Er ist kleiner und hat eine andere Kopfform als der Kernbeißer. Sein Lebensraum sind Nadelwälder.

Kurzinfos

Schnabelkraft:
Kann Kirschkerne mit bis zu 50 kg Kraft aufbrechen.
Nahrungsspezialist:
Einer der wenigen Vögel, die sich auf das Knacken harter Kerne spezialisiert haben.
Scheu:
Trotz seiner Größe oft schwer zu beobachten, da er sich gerne in Baumkronen aufhält.
Saisonaler Schnabelwechsel:
Schnabelfarbe wechselt von stahlblau im Sommer zu hornfarben im Winter.

Wissenswertes

  • Der Name 'Kernbeißer' leitet sich direkt von seiner Fähigkeit ab, harte Kerne zu 'beißen' bzw. zu knacken.
  • Obwohl er so kräftig ist, ist sein Gesang überraschend leise und unauffällig, was im Kontrast zu seiner Erscheinung steht.
  • Manchmal kann man Kernbeißer dabei beobachten, wie sie Kirschkerne in einer Baumspalte einklemmen, um sie leichter knacken zu können.

Systematik

Reich
Animalia
Stamm
Chordata
Klasse
Aves
Ordnung
Passeriformes
Familie
Fringillidae
Gattung
Coccothraustes
Art
coccothraustes

Den Kernbeißer entdecken

Vögel überall bestimmen

Kostenlos auf iOS, Android und Web. Foto- und Tonbestimmung, vollständige Artendatenbank und deine persönliche Liste.

In der App öffnen