Birdby LogoBirdby
Nordflimmer (Colaptes auratus)

Nordflimmer

Nicht gefährdet (Least Concern)

Colaptes auratus

Vogel gesehen? Bestimme ihn sofort mit der Birdby-App

App öffnen

Über den Vogel

Der Nordflimmer ist ein einzigartiger Specht Nordamerikas, der aufgrund seines Nahrungsverhaltens und seiner ausgeprägten Bodenaktivität oft eher an einen Drossel- oder Starenvogel erinnert. Er ist bekannt für seine auffällige Färbung, die oft gelbe oder rote Federpartien unter den Flügeln und dem Schwanz umfasst, sowie für seine lauten Rufe und sein trommelndes Verhalten. Es gibt zwei Hauptunterarten, den Gelbschaftflimmer und den Rotschaftflimmer, die sich primär in der Farbe dieser Federpartien unterscheiden und sich in weiten Teilen ihres Verbreitungsgebiets hybridisieren.

Größe und Lebensdauer

Länge
28-36 cm
Flügelspannweite
42-54 cm
Gewicht
80-170 g
Lebensdauer
Durchschnittlich 6 Jahre, maximal bis zu 9 Jahre in freier Wildbahn bekannt
Nahrung
Überwiegend Ameisen und andere Insekten, die vom Boden oder aus Baumrinde gesammelt werden; auch Beeren, Früchte und Samen, besonders im Winter. Er nutzt seine lange, klebrige Zunge, um Insekten aus Gängen zu entnehmen.

Körperliche Merkmale

Gefieder
Erwachsene Vögel haben eine hellbraune bis graue Oberseite mit dunkler Bänderung, eine cremefarbene Unterseite mit schwarzen Flecken und einem schwarzen Brustfleck. Das auffälligste Merkmal sind die leuchtend gelben oder roten Federschäfte unter den Flügeln und am Schwanz sowie ein weißer Bürzel, der im Flug sichtbar ist. Der Gelbschaftflimmer (östliche Unterart) hat gelbe Unterflügel und einen roten Nackenfleck. Der Rotschaftflimmer (westliche Unterart) hat rote Unterflügel und keinen Nackenfleck. Beide Unterarten haben einen schwarzen 'Bartstreifen' (Männchen) oder einen 'Malstreifen' (Weibchen) an den Wangen.
Schnabelform
Relativ langer, leicht gekrümmter und spitzer Spechtschnabel, angepasst an das Aufstochern im Boden und das Zerhacken von Holz.
Augenfarbe
Dunkelbraun
Beinfarbe
Grau bis schwarz
Erkennungsmerkmale
Weißer Bürzel, sichtbar im Flug; auffällige gelbe oder rote Färbung unter den Flügeln und am Schwanz; charakteristische schwarze Flecken auf der Brust und am Bauch; schwarzer Halbmond auf der Brust; schwarzer Bartstreifen beim Männchen (Gelbschaftflimmer hat zusätzlich einen roten Nackenfleck beim Männchen).
Jugendkleid
Jungvögel ähneln den Erwachsenen, haben aber in der Regel ein matteres Gefieder, weniger ausgeprägte Markierungen und die roten oder gelben Federschäfte sind weniger intensiv gefärbt. Bartstreifen können bei jungen Männchen bereits sichtbar sein, jedoch noch nicht vollständig ausgebildet.
Saisonale Veränderungen
Gefieder bleibt das ganze Jahr über weitgehend gleich, es gibt keine ausgeprägten saisonalen Änderungen im Brut- oder Nichtbrutkleid. Lediglich die Intensität der Farben kann nach der Mauser am kräftigsten sein.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen beider Unterarten besitzen einen schwarzen Bartstreifen (Malstreifen) an der Wange, der bei den Weibchen fehlt. Männliche Gelbschaftflimmer haben zusätzlich einen roten Nackenfleck, der bei Weibchen und Rotschaftflimmern beiderlei Geschlechts fehlt.

Bestimmung

  1. 1

    Gefiederfärbung

    Achten Sie auf die braun gebänderte Oberseite, die gesprenkelte Unterseite und den schwarzen Brustfleck. Die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale für Unterarten sind die Farbe der Unterflügel und des Unterschwanzes (gelb oder rot) und das Vorhandensein eines roten Nackenflecks (nur bei männlichen Gelbschaftflimmern).

  2. 2

    Flugbild

    Der wellenförmige Flug mit dem auffälligen weißen Bürzel ist ein sehr gutes Erkennungsmerkmal im Flug.

  3. 3

    Verhalten

    Wenn Sie einen Specht am Boden Ameisen suchen sehen, ist es mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Nordflimmer. Sein 'Aufstöbern' im Gras ist typisch. Auch das Trommeln auf verschiedenen Untergründen ist charakteristisch.

  4. 4

    Rufe

    Die lauten 'wicka-wicka-wicka'-Rufe und die klaren 'kii-kii-kii-kii'-Rufe sind einzigartig und verraten die Anwesenheit des Vogels oft bevor man ihn sieht.

  5. 5

    Kopfzeichnung

    Der schwarze Bartstreifen beim Männchen ist markant. Bei männlichen Gelbschaftflimmern der zusätzliche rote Nackenfleck.

Lebensraum und Verbreitung

Biome
Offene Wälder, Waldränder, Savannen, Parks, Gärten, Obstplantagen und Vorstädte.
Verbreitungsgebiet
Weit verbreitet in ganz Nordamerika, von Alaska und Kanada im Norden bis nach Mittelamerika im Süden. Die östliche Unterart, der Gelbschaftflimmer (Colaptes auratus auratus), dominiert im östlichen Nordamerika, während der Rotschaftflimmer (Colaptes auratus cafer) im Westen vorkommt. Hybridisierungszonen existieren in der Mitte des Kontinents.
Höhenverbreitung
Meereshöhe bis etwa 3.000 Meter in Bergregionen.
Bevorzugte Lebensräume
Benötigt offenes Gelände mit zerstreuten Bäumen, gerne mit weichem Holz für die Nisthöhlen. Findet man oft in der Nähe von Ameisennestern.

Verhalten

Aktivitätszeit
Tagaktiv.
Fressgewohnheiten
Der Nordflimmer verbringt einen Großteil seiner Zeit am Boden, wo er mit seinem Schnabel im Gras und Laub nach Ameisen und Käfern sucht. Er kann auch Insekten von Baumrinde sammeln oder Früchte von Sträuchern picken. Er stochert oder gräbt im Boden, anstatt wie andere Spechte ausschließlich zu hämmern. Er nutzt seine lange, klebrige Zunge, um große Mengen an Ameisen zu fangen.
Sozialverhalten
Meist einzeln oder paarweise anzutreffen. Außerhalb der Brutzeit können sie in kleinen Gruppen an Nahrungsquellen gesichtet werden, sind aber nicht ausgesprochen gesellig.
Flugmuster
Wellenförmiger Flug mit schnellen Flügelschlägen, gefolgt von einem kurzen Gleiten mit angelegten Flügeln. Der weiße Bürzel ist im Flug sehr auffällig.
Zugverhalten
Nördliche Populationen migrieren im Herbst in südlichere Gebiete der USA und Mexikos, während südlichere Populationen standorttreu sind. Die Migration ist in der Regel kurz- bis mittelstreckig.
Territorialverhalten
Verteidigen während der Brutzeit ein Territorium um ihre Nisthöhle. Männchen kommunizieren Territoriumsgrenzen durch Trommeln an Bäumen oder anderen resonant klingenden Oberflächen.

Gesang und Rufe

Gesang
Der Hauptruf ist eine laute, flötende Reihe von 'wicka-wicka-wicka'-Rufen, die oft aus der Ferne zu hören sind. Es gibt auch einen langen, rollenden 'kii-kii-kii-kii' Ruf, während der Brutzeit oder als Alarmruf.
Ruf
Ein lauter, pfeifender Ruf 'klar' oder 'kyer' wird als Kommunikationsruf verwendet. Bei Bedrohungen geben sie ein schnelles, aufgeregtes Gekreische ab.
Wann er ruft
Am aktivsten während der Brutzeit im Frühling und Frühsommer, können aber das ganze Jahr über gehört werden.

Brutverhalten

Brutzeit
April bis Juli, mit dem Höhepunkt im Mai und Juni.
Nistgewohnheiten
Brütet in selbst gehackten Baumhöhlen in abgestorbenen oder weichen Bäumen, oft in Pappeln, Weiden oder Birken. Sie können auch Nistkästen oder alte Spechthöhlen nutzen. Beide Geschlechter sind am Bau der Höhle beteiligt.
Gelegegröße
Normalerweise 6-8 Eier.
Eibeschreibung
4-9 glänzende, reinweiße, ovale Eier.
Brutdauer
11-12 Tage, beide Eltern brüten abwechselnd.
Nestlingsdauer
25-28 Tage nach dem Schlüpfen verlassen die Jungvögel das Nest. Beide Eltern füttern die Jungvögel.
Elterliche Fürsorge
Beide Elternteile wechseln sich beim Ausbrüten der Eier ab und füttern die geschlüpften Jungvögel mit hervor gewürgten Insekten. Nach dem Ausfliegen werden die Jungvögel noch einige Zeit von den Eltern betreut.

Wo zu finden

Parks und Gärten

Suchen Sie in städtischen und vorstädtischen Gebieten mit alten Bäumen und offenem Rasen. Sie sind oft am Boden auf Ameisensuche.

Wälder und Waldränder

In offenen Laub- und Nadelwäldern, insbesondere dort, wo es tote oder absterbende Bäume mit weichem Holz gibt.

Obstplantagen und Felder

In landwirtschaftlich genutzten Gebieten mit Baumbeständen, da sie hier gute Nahrungs- und Nistmöglichkeiten finden.

Feldtipps

  1. Achten Sie auf Bodenaktivität. Im Gegensatz zu den meisten Spechten sucht der Nordflimmer einen Großteil seiner Nahrung am Boden. Scannen Sie den Rasen oder offene Flächen unter Bäumen nach Bewegungen.
  2. Lauschen. Seine lauten und charakteristischen Rufe sind oft der erste Hinweis auf seine Anwesenheit. Erlernen Sie die 'wicka-wicka-wicka'- und 'kii-kii-kii-kii'-Rufe.
  3. Suchen Sie nach Nisthöhlen. In der Brutzeit können Sie Paare beobachten, die Höhlen in abgestorbenen Bäumen oder großen Ästen anlegen oder nutzen.
  4. Beobachten Sie Bäume. Obwohl sie viel am Boden sind, rasten sie in Bäumen und trommeln zur Kommunikation oder um Insekten zu vertreiben. Die Trommelgeräusche sind oft rhythmisch.

Ähnliche Arten

Goldspecht

Colaptes chrysoides

Der Goldspecht kommt hauptsächlich in den Wüstenregionen des Südwestens der USA und Mexikos vor. Er hat im Allgemeinen eine hellere, sandigere Färbung und die roten Federschäfte sind deutlicher als beim Nordflimmer. Der Goldspecht hat auch einen kleineren Schnabel und eine ausgeprägtere Gesichtszeichnung.

Eichelspecht

Melanerpes formicivorus

Der Eichelspecht hat ein deutlich anderes Gefieder mit einem schwarzen Rücken, einem kremfarbenen Bauch, einer roten Kappe und einem auffälligen weißen Augenring. Er ist zudem kleiner und hat ein anderes Nahrungsverhalten, das stark auf Eichelanlagen abzielt.

Kurzinfos

Hauptnahrung:
Ameisen
Brutplatz:
Baumhöhlen
Auffälligstes Merkmal:
Gelbe/rote Unterflügel und weißer Bürzel im Flug
Verhalten:
Viel Bodenaktivität
Artenstatus:
Nicht gefährdet

Wissenswertes

  • Der Nordflimmer ist einer der wenigen Spechte, die einen Großteil ihrer Nahrung am Boden suchen, oft im Stile einer Amsel.
  • Manchmal trommelt der Nordflimmer nicht nur auf Bäumen, sondern auch auf Regenrinnen, Schornsteinen oder anderen resonanten Oberflächen, um sein Territorium zu markieren oder Partner anzulocken.
  • Der wissenschaftliche Name 'Colaptes auratus' bedeutet 'Verputzer' (von colaptes) und 'golden' (von auratus), was auf seine goldfarbenen Unterflügel und sein Bodenverhalten anspielt.
  • Die Hybridisierungszone zwischen dem Gelbschaftflimmer und dem Rotschaftflimmer ist bekannt dafür, Vögel mit einer Mischung aus gelben und roten Federeigenschaften hervorzubringen.
  • Sie können mit ihrer 5-7 cm langen, klebrigen Zunge Ameisen tief aus deren Gängen holen.

Systematik

Reich
Animalia (Tiere)
Stamm
Chordata (Chordatiere)
Klasse
Aves (Vögel)
Ordnung
Piciformes (Spechtvögel)
Familie
Picidae (Spechte)
Gattung
Colaptes (Flimmer)
Art
Colaptes auratus (Nordflimmer)

Den Nordflimmer entdecken

Vögel überall bestimmen

Kostenlos auf iOS, Android und Web. Foto- und Tonbestimmung, vollständige Artendatenbank und deine persönliche Liste.

In der App öffnen