Vogel gesehen? Bestimme ihn sofort mit der Birdby-App
App öffnenÜber den Vogel
Die Dohle ist eine mittelgroße Rabenart, bekannt für ihre Intelligenz, ihr soziales Verhalten und ihre markante schwarz-graue Gefiederfärbung mit hellen Augen. Sie ist oft in der Nähe menschlicher Siedlungen zu finden und bildet große Schwärme.
Größe und Lebensdauer
- Länge
- 33-39 cm
- Flügelspannweite
- 67-74 cm
- Gewicht
- 175-280 g
- Lebensdauer
- Typischerweise 5-10 Jahre in freier Wildbahn, maximal bis zu 20 Jahre in Ausnahmefällen.
- Nahrung
- Allesfresser, mit einem Spektrum von Insekten, Würmern, Schnecken, Spinnen, Sämereien, Früchten, Beeren, Nüssen, Aas, menschlichen Abfällen und Eiern oder Nestlingen anderer Vögel.
Körperliche Merkmale
- Gefieder
- Das Gefieder ist überwiegend glänzend schwarz mit einem charakteristischen silbergrauen bis grauschwarzen Nacken, Hinterkopf und Halsseiten. Die Unterseite ist meist schwärzlich. Das Schwarz kann je nach Lichteinfall einen bläulichen oder violetten Glanz aufweisen.
- Schnabelform
- Kurz, kräftig und konisch zulaufend, schwarz gefärbt.
- Augenfarbe
- Auffällig hellgrau bis weißlich, was ein wichtiges Erkennungsmerkmal ist.
- Beinfarbe
- Schwarz.
- Erkennungsmerkmale
- Die Kombination aus der grauen Nackenpartie und den hellen Augen auf dem dunklen Kopf ist einzigartig unter den europäischen Rabenvögeln. Ihr Gang ist eher ein Watscheln als ein Schreiten.
- Jugendkleid
- Jungvögel ähneln den Erwachsenen, haben aber ein matteres, weniger glänzendes Gefieder. Die grauen Partien am Kopf sind weniger ausgeprägt und dunkler, die Augen sind blaugrau und dunkler als die der Altvögel und werden erst mit der Zeit heller.
- Saisonale Veränderungen
- Keine wesentlichen saisonalen Gefiederänderungen. Das Gefieder kann nach der Mauser im Spätsommer frischer und glänzender wirken, nutzt sich aber über den Winter ab.
- Geschlechtsdimorphismus
- Geringfügig, Männchen sind tendenziell etwas größer als Weibchen, ansonsten äußerlich kaum zu unterscheiden. Das Gefieder beider Geschlechter ist identisch.
Bestimmung
- 1
Größe und Proportionen
Sie ist die kleinste europäische Krähenart, deutlich kleiner als Raben- oder Saatkrähen. Wirkt gedrungener und wendiger.
- 2
Gefiederfarbe
Achten Sie auf den silbergrauen Kopf- und Nackenbereich, der sich vom sonst glänzend schwarzen Gefieder absetzt. Dies ist das wichtigste Erkennungsmerkmal.
- 3
Augenfarbe
Die hellgrauen bis weißlichen Augen sind auffällig und kontrastieren stark mit dem dunklen Kopf. Ein sehr gutes Merkmal zur Unterscheidung von anderen Krähenarten.
- 4
Flug
Der Flug ist direkter und oft schneller als der größerer Krähen. In der Luft sind sie agiler und zeigen oft schnelle Drehungen und Richtungswechsel.
- 5
Rufe
Das charakteristische 'kjäk' ist unverkennbar und unterscheidet sich deutlich von den Rufen anderer Rabenvögel.
- 6
Verhalten
Ihr geselliges Verhalten und die Vorliebe für den Aufenthalt in der Nähe von Gebäuden und Menschen sind gute Hinweise.
Lebensraum und Verbreitung
- Biome
- Gemäßigte Zonen, offene Landschaften mit vereinzelten Bäumen, Kulturlandschaften, Parklandschaften, Städte und Dörfer.
- Verbreitungsgebiet
- Weite Teile Europas, Nordafrikas und Westasiens bis nach Zentralasien. In Westeuropa von Großbritannien und Südirland ostwärts über Skandinavien bis zum Ural, südlich bis zum Mittelmeer und Nordafrika.
- Höhenverbreitung
- Meist im Tiefland und in Mittelgebirgen, selten über 1.000 Meter. In einigen Regionen jedoch auch in Höhenlagen bis über 2.000 Meter gefunden, abhängig von der Verfügbarkeit von Nistplätzen.
- Bevorzugte Lebensräume
- Parks, Gärten, landwirtschaftlich genutzte Flächen, Ruinen, alte Gebäude, Felswände und Stadtzentren. Sie bevorzugen Gebiete mit alten Baumbeständen oder Bauwerken, die Nistplätze bieten.
Verhalten
- Aktivitätszeit
- Tagaktiv.
- Fressgewohnheiten
- Sucht Nahrung oft am Boden, läuft dabei aktiv umher und stochert mit dem Schnabel. Sie kann auch Insekten im Flug fangen oder von Pflanzen picken. Deponiert gelegentlich Futtervorräte. Nutzt Werkzeuge.
- Sozialverhalten
- Hochsozial und lebt in großen, oft dauerhaften Kolonien. Bildet monogame Paare, die lebenslang zusammenbleiben können. Innerhalb der Kolonie gibt es eine komplexe Sozialstruktur und Hierarchie.
- Flugmuster
- Der Flug ist kräftig und geradlinig mit schnellen Flügelschlägen. Im sozialen Kontext zeigen sie oft akrobatische Flüge und spielen in der Luft.
- Zugverhalten
- In West- und Südeuropa Standvogel. Populationen in Nord- und Osteuropa sind Teilzieher oder Kurzstreckenzieher und verbringen den Winter in südlicheren oder westlicheren Gebieten. Die Zugbewegung findet im Herbst statt.
- Territorialverhalten
- Das Brutgebiet um das Nest wird verteidigt, aber die Nahrungssuche findet oft in großen, gemeinschaftlichen Trupps statt. Nicht-brütende Vögel bilden oft separate Schwärme.
Gesang und Rufe
- Gesang
- Dohlen haben keinen eigentlichen Gesang, sondern ein breites Repertoire an Rufen.
- Ruf
- Der häufigste Ruf ist ein metallisches, nasales 'kjäk' oder 'tschäck'. Auch ein schrilles 'kiew' oder 'kja' sowie ein raues 'charr' sind zu hören. Sie imitieren gelegentlich auch andere Vögel oder Geräusche.
- Wann er ruft
- Das ganze Jahr über zu hören, besonders laut und intensiv während der Brutzeit in Nistkolonien und in großen Schwärmen an Schlafplätzen.
Brutverhalten
- Brutzeit
- Beginnt im April und reicht bis in den Juni, mit dem Höhepunkt der Eiablage im April und Mai.
- Nistgewohnheiten
- Nisten meist in Kolonien in Baumhöhlen, Felsspalten, Schornsteinen, alten Gebäuden, Nistkästen oder auch in großen Nisthöhlen von Schwarzspechten. Das Nest besteht aus Ästen, Zweigen, Wurzeln und wird mit Wolle, Haaren, Federn und Lappen ausgepolstert.
- Gelegegröße
- 3-8 Eier, üblicherweise 4-6 Eier pro Gelege.
- Eibeschreibung
- Typischerweise 3-8 Eier, meist 4-6. Die Eier sind glatt, glänzend, bläulich-grün oder hellblau gefärbt mit dunklen braunen oder schwarzen Flecken und Pünktchen, die oft am stumpfen Ende konzentriert sind.
- Brutdauer
- 17-18 Tage, hauptsächlich vom Weibchen bebrütet.
- Nestlingsdauer
- 28-35 Tage nach dem Schlüpfen verlassen die Jungvögel das Nest. Sie werden danach noch einige Zeit von den Eltern gefüttert.
- Elterliche Fürsorge
- Beide Elternteile füttern die Nestlinge und betreuen die Jungvögel nach dem Ausfliegen. Dohlen zeigen oft kooperatives Brutverhalten innerhalb der Kolonie.
Wo zu finden
Städte und Dörfer
Suchen Sie an alten Gebäuden, Kirchen, Türmen, in Parks und auf Grünflächen. Dort nisten sie und suchen Nahrung.
Kulturlandschaften
Felder, Wiesen und Obstplantagen, besonders wenn alte Bäume oder Baumgruppen vorhanden sind.
Parks und Gärten
Wo alte, höhlenreiche Bäume stehen und Futterquellen wie Rasenflächen mit Insekten oder Beerensträucher vorhanden sind.
Felswände und Steinbrüche
In natürlichen Habitaten, wo sie Spalten und Höhlen als Nistplätze nutzen können.
Schlafplätze
Im Spätherbst und Winter versammeln sich Dohlen oft zu Tausenden an großen gemeinschaftlichen Schlafplätzen, oft in Wäldern oder Parks am Stadtrand.
Feldtipps
- Achten Sie auf die Größe. Die Dohle ist die kleinste Krähenart. Ihre Proportionen sind gedrungener und ihr Flug wirkt wendiger.
- Suchen Sie nach dem grauen Nacken und den hellen Augen. Diese Kombination ist das charakteristischste Merkmal der Dohle und erleichtert die Unterscheidung von anderen Rabenvögeln.
- Hören Sie auf ihre Rufe. Das markante 'kjäk' oder 'tschäck' ist leicht zu erkennen und oft der erste Hinweis auf ihre Anwesenheit.
- Beobachten Sie ihr Sozialverhalten. Dohlen sind sehr gesellig und treten fast immer in Gruppen auf. Große Schwärme sind oft ein klares Zeichen.
- Suchen Sie in menschlichen Siedlungen. Sie sind Kulturfolger und häufig in Städten und Dörfern zu finden, wo sie Gebäude für Nistplätze nutzen.
- Beachten Sie die Flugweise. Ihr direkter und agiler Flug unterscheidet sich von dem der größeren, majestätischer fliegenden Krähenarten.
Ähnliche Arten
Saatkrähe
Corvus frugilegus
Die Saatkrähe ist deutlich größer als die Dohle, hat ein blau-schwarz glänzendes Gefieder ohne grauen Nacken und einen hellgrauen, fast nackten Bereich an der Schnabelbasis bei adulten Vögeln. Ihre Augen sind dunkel, nicht hell.
Rabenkrähe
Corvus corone
Die Rabenkrähe ist ebenfalls größer als die Dohle und komplett glänzend schwarz gefärbt, ohne graue Nackenzeichnung. Ihre Augen sind dunkel. Sie hat einen kräftigeren Schnabel.
Alpenkrähe
Pyrrhocorax graculus
Die Alpenkrähe ist etwas kleiner als die Dohle, hat aber einen dünneren, gelben Schnabel und rote Beine. Das Gefieder ist ebenfalls glänzend schwarz, aber ohne die charakteristische graue Nackenpartie der Dohle.
Kurzinfos
- Sozialstruktur:
- Hochsozial, lebt in großen Kolonien, bildet monogame Paare.
- Intelligenz:
- Als Rabenvogel sehr intelligent, löst Probleme, nutzt Werkzeuge.
- Kulturfolger:
- Häufig in Städten und Dörfern anzutreffen, nutzt menschliche Strukturen.
- Markantes Merkmal:
- Grauer Nacken und hellgraue Augen.
- Ernährung:
- Allesfresser, opportunistisch.
- Nestbau:
- Nistet in Höhlen und Spalten, oft in Gebäuden.
Wissenswertes
- Dohlen sind bekannt für ihr 'Grabverhalten', bei dem sie kleine Steine, Äste oder andere Gegenstände in Höhlen oder Spalten fallen lassen, um den Boden für das Nest zu ebenen.
- Sie zeigen ein ausgeprägtes 'Todesritual', bei dem sich Artgenossen um einen toten Vogel versammeln und rufen.
- Dohlen können individuelle menschliche Gesichter erkennen und sich über längere Zeiträume merken.
- Jungdohlen zeigen spielerisches Verhalten, zum Beispiel indem sie im Flug mit Gegenständen spielen oder 'Fangen' spielen.
- Man hat beobachtet, wie Dohlen Werkzeuge benutzen, um an Nahrung zu gelangen, zum Beispiel Steine auf Nüsse fallen lassen.
Systematik
- Reich
- Animalia
- Stamm
- Chordata
- Klasse
- Aves
- Ordnung
- Passeriformes
- Familie
- Corvidae
- Gattung
- Coloeus
- Art
- Coloeus monedula
Den Dohle entdecken
Vögel überall bestimmen
Kostenlos auf iOS, Android und Web. Foto- und Tonbestimmung, vollständige Artendatenbank und deine persönliche Liste.
