Birdby LogoBirdby
Felsentaube (Columba livia)

Felsentaube

Nicht gefährdet (Least Concern)

Columba livia

Vogel gesehen? Bestimme ihn sofort mit der Birdby-App

App öffnen

Über den Vogel

Die Felsentaube ist die Stammform der Haustaube und daher weltweit in menschlichen Siedlungen verbreitet. Ihr ursprünglicher Lebensraum sind Felsküsten und Gebirgsregionen. Sie zeichnet sich durch ihren kräftigen Körperbau, einen kleinen Kopf und relativ kurze Beine aus. Das Gefieder der Wildform ist überwiegend grau mit einem schillernden Hals und zwei dunklen Flügelbinden. Domestizierte Formen zeigen eine enorme Farb- und Mustervielfalt.

Größe und Lebensdauer

Länge
31-35 cm
Flügelspannweite
62-68 cm
Gewicht
230-380 g
Lebensdauer
3-5 Jahre in städtischen Gebieten, bis zu 15 Jahre unter günstigeren Bedingungen
Nahrung
Allesfresser, hauptsächlich Samen, Getreide, Früchte und menschliche Abfälle

Körperliche Merkmale

Gefieder
Die Wildform der Felsentaube ist überwiegend blaugrau. Sie besitzt zwei deutliche schwarze Flügelbinden, eine weiße Bürzelregion und eine schillernde, metallisch grüne und purpurrote Färbung an Hals und Brust. Der Schwanz ist am Ende dunkel. Die Haustauben zeigen eine immense Vielfalt an Farben und Mustern, einschließlich Weiß, Schwarz, Braun, Rot und Scheckungen.
Schnabelform
Kurz und schlank mit einer fleischigen, hellen Wachshaut an der Basis.
Augenfarbe
Orange bis Rot-Orange, bei einigen Formen auch dunkler
Beinfarbe
Rot-rosa bis rötlich-braun
Erkennungsmerkmale
Die zwei dunklen Flügelbinden und der weiße Bürzel sind die charakteristischsten Merkmale der Wildform und vieler verwilderter Haustauben. Der kräftige, schnelle Flug und das typische Taubengurren sind ebenfalls eindeutig.
Jugendkleid
Jungvögel haben ein matteres Gefieder mit weniger Glanz an Hals und Brust. Die Flügelbinden sind weniger scharf abgegrenzt und die Wachshaut an der Schnabelbasis ist noch nicht so ausgeprägt.
Saisonale Veränderungen
Keine ausgeprägten saisonalen Gefiederänderungen. Das Gefieder wird durch Mauser kontinuierlich erneuert.
Geschlechtsdimorphismus
Gering ausgeprägt. Männchen sind tendenziell etwas größer und kräftiger gebaut, und ihre Hals- und Brustschillerung kann intensiver sein. Eine sichere Unterscheidung ist jedoch schwierig.

Bestimmung

  1. 1

    Gefieder

    Achten Sie auf das blaugraue Grundgefieder, die zwei schwarzen Flügelbinden und den weißen Bürzel (besonders im Flug sichtbar) bei der Wildform und vielen verwilderten Haustauben. Schillernde Farben an Hals und Brust.

  2. 2

    Flug

    Schneller, geradliniger Flug mit kräftigen Flügelschlägen. Oft ist ein Flügelklatschen beim Start oder bei der Landung zu hören.

  3. 3

    Rufe

    Das charakteristische, tiefe, melodische Gurren ("gu-ruh-gu-ruh") ist ein eindeutiges Erkennungsmerkmal.

  4. 4

    Verhalten

    Häufig in Schwärmen auf dem Boden nach Nahrung suchend oder auf Gebäuden sitzend.

Lebensraum und Verbreitung

Biome
Urbane Gebiete, Agrarlandschaften, Küsten, Gebirgsregionen
Verbreitungsgebiet
Ursprünglich Südeuropa, Nordafrika und Asien. Durch Domestikation und Verwilderung weltweit verbreitet, mit Ausnahme der Polargebiete.
Höhenverbreitung
Von Meereshöhe bis über 4.000 Meter in Gebirgsregionen.
Bevorzugte Lebensräume
Die ursprüngliche Felsentaube bewohnt Felswände und Klippen, oft in Küstennähe oder in Gebirgen. Die verwilderte Haustaube hat sich perfekt an menschliche Siedlungen angepasst und brütet an Gebäuden, Brücken und anderen künstlichen Strukturen, die Felswände nachahmen.

Verhalten

Aktivitätszeit
Tagaktiv
Fressgewohnheiten
Felsentauben sind opportunistische Allesfresser. Sie ernähren sich hauptsächlich von Samen (insbesondere Getreide), jungen Trieben, Knospen, Beeren und Früchten. In städtischen Gebieten fressen sie auch Brot, Essensreste und andere menschliche Abfälle. Sie suchen ihre Nahrung überwiegend am Boden.
Sozialverhalten
Sehr gesellig, bildet oft große Schwärme, besonders an Futterplätzen oder Schlafplätzen. Sie sind monogam, aber Paare können sich innerhalb der großen Schwärme aufhalten.
Flugmuster
Der Flug ist schnell und direkt mit kräftigen Flügelschlägen. Im Schwebeflug oder bei der Landung zeigen sie oft ein typisches "Klappen" der Flügel. Im Schwarm fliegen sie synchron und wendig.
Zugverhalten
Standvogel. Felsentauben unternehmen keine ausgeprägten saisonalen Wanderungen. Lokale Bewegungen können zur Nahrungssuche stattfinden.
Territorialverhalten
Brutpaare verteidigen eine kleine Zone um ihr Nest. Innerhalb großer Schwärme gibt es jedoch eine hohe Toleranz untereinander.

Gesang und Rufe

Gesang
Der sogenannte "Gesang" der Felsentaube ist ein weiches, melodisches Gurren, das oft als "ruh-ruh-ruh-kuuh" beschrieben wird. Es ist Teil des Balzrituals und wird vom Männchen vorgetragen.
Ruf
Ein tiefes, gurrendes "gu-ruh-gu-ruh" oder ein sanftes "woo-woo-woo". Beim Start oder im Flug kann ein lautes Flügelschlagen gehört werden. Bei Erregung oder in Konfliktsituationen können sie auch ein Schnauben oder Fauchen von sich geben.
Wann er ruft
Das Gurren ist das ganze Jahr über zu hören, besonders aber während der Balz- und Brutzeit. Rufe sind jederzeit zu hören, wenn die Vögel aktiv sind.

Brutverhalten

Brutzeit
Ganzjährig, mit Höhepunkten im Frühling und Sommer in gemäßigten Zonen. In urbanen Gebieten können sie bis zu 5-6 Bruten pro Jahr haben.
Nistgewohnheiten
Nester sind oft einfache, unordentliche Plattformen aus Zweigen, Grashalmen, Blättern und Federn. Sie werden in geschützten Nischen, auf Felsvorsprüngen, in Gebäuden (Dachböden, Fenstersimse, unter Brücken) oder in Höhlen gebaut. Beide Partner beteiligen sich am Nestbau.
Gelegegröße
Normalerweise 2 Eier
Eibeschreibung
Zwei weiße, glänzende, elliptische Eier pro Gelege.
Brutdauer
17-19 Tage
Nestlingsdauer
25-32 Tage, danach werden die Jungvögel noch einige Tage von den Eltern gefüttert.
Elterliche Fürsorge
Beide Elternteile brüten und füttern die Jungvögel mit Kropfmilch (eine nährstoffreiche Sekretion aus dem Kropf). Nach dem Ausfliegen werden die Jungvögel noch einige Zeit betreut und angeleitet.

Wo zu finden

Städte und Dörfer

Überall in menschlichen Siedlungen zu finden, besonders in Parks, auf Plätzen, Bahnhöfen und in der Nähe von Gebäuden mit geeigneten Brutnischen.

Felsküsten und Gebirge

In den ursprünglichen Verbreitungsgebieten sind sie an natürlichen Felsformationen und Klippen zu finden.

Agrarflächen

Auf Feldern, die mit Getreide oder anderen Saaten bestellt sind, auf der Suche nach Nahrung.

Feldtipps

  1. Beobachten Sie ihre Flugbewegungen. Der schnelle und direkte Flugstil ist ein gutes Erkennungsmerkmal. Achten Sie auf das Flügelklatschen beim Abflug oder bei der Landung.
  2. Hören Sie auf ihr Gurren. Das typische Gurren ist sehr charakteristisch und oft schon aus der Ferne zu hören, besonders in urbanen Umgebungen.
  3. Suchen Sie nach Schwärmen. Felsentauben sind sehr gesellig und oft in Gruppen anzutreffen. Große Ansammlungen deuten oft auf Futterquellen oder Schlafplätze hin.
  4. Achten Sie auf morphologische Details. Bei der Beobachtung aus der Nähe können die zwei Flügelbinden und der weiße Bürzel bei der Wildform und vielen verwilderten Tauben helfen, sie von anderen Taubenarten zu unterscheiden.

Ähnliche Arten

Hohltaube

Columba oenas

Die Hohltaube ist kleiner, besitzt keine weißen Bürzel und hat keine deutlichen Flügelbinden (eher einen einzelnen, unauffälligen Balken). Ihre Augen sind dunkel, nicht orange. Sie bevorzugt Wälder und brütet in Baumhöhlen.

Ringeltaube

Columba palumbus

Die Ringeltaube ist deutlich größer und kräftiger. Sie hat einen weißen Fleck am Hals (bei Altvögeln) und einen weißen Flügelstreifen, der im Flug gut sichtbar ist. Sie bewohnt Wälder, Parks und Gärten.

Türkentaube

Streptopelia decaocto

Die Türkentaube ist schlanker und kleiner als die Felsentaube. Sie ist hellbeige-grau gefärbt und hat ein charakteristisches schwarzes Nackenband. Ihr Ruf ist ein dreisilbiges "du-duu-du".

Kurzinfos

Domestikationsgeschichte:
Urvater der Haustaube, seit Tausenden von Jahren domestiziert.
Anpassungsfähigkeit:
Extrem anpassungsfähig an menschliche Umgebungen.
Navigationsfähigkeiten:
Bekannt für ihre ausgeprägten Navigationsfähigkeiten als Brieftauben.
Kropfmilch:
Ernähren ihre Jungen mit Kropfmilch, einer einzigartigen Substanz, die von beiden Elternteilen produziert wird.

Wissenswertes

  • Die Felsentaube war der erste Vogel, der 1999 von einem Roboter verfolgt und gefangen wurde.
  • Trotz ihrer Häufigkeit in Städten sind die Populationen der reinen Wildform der Felsentaube tatsächlich selten und lokal gefährdet.
  • Tauben können in der Lage sein, menschliche Gesichter zu erkennen und sich diese zu merken.
  • Sie können sowohl monochromes als auch farbiges Sehen kombinieren, was ihnen hilft, Nahrung zu finden und Raubtiere zu erkennen.

Systematik

Reich
Animalia
Stamm
Chordata
Klasse
Aves
Ordnung
Columbiformes
Familie
Columbidae
Gattung
Columba
Art
Columba livia

Den Felsentaube entdecken

Vögel überall bestimmen

Kostenlos auf iOS, Android und Web. Foto- und Tonbestimmung, vollständige Artendatenbank und deine persönliche Liste.

In der App öffnen