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Ringeltaube (Columba palumbus)

Ringeltaube

Least Concern (Nicht gefährdet)

Columba palumbus

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Über den Vogel

Die Ringeltaube ist die größte und häufigste Taubenart in Europa. Sie ist bekannt für ihren kräftigen Körperbau, den langen Schwanz und die charakteristischen weißen Flecken an Hals und Flügeln. Ursprünglich ein scheuer Waldvogel, hat sie sich hervorragend an urbane Umgebungen angepasst und ist heute ein vertrauter Anblick in Städten und Gärten.

Größe und Lebensdauer

Länge
38-43 cm
Flügelspannweite
68-80 cm
Gewicht
300-600 g (Männchen tendenziell schwerer)
Lebensdauer
Durchschnittlich 3-5 Jahre in freier Wildbahn, maximal bis zu 17 Jahre
Nahrung
Herbivore (Pflanzenfresser)

Körperliche Merkmale

Gefieder
Das Gefieder ist überwiegend blaugrau. Der Rücken und die Flügeldecken sind dunkler blaugrau, der Kopf und der Nacken sind heller blaugrau mit einem grünlich-violetten Metallglanz an den Seiten des Halses. Auffällig sind die großen weißen Flecken an den Halsseiten, die bei adulten Vögeln von einem grünlich-violetten Schimmer umgeben sind. Die Brust ist rosa-grau, der Bauch heller. Die Flügel weisen einen deutlichen weißen Querstreifen auf, der im Flug gut sichtbar ist. Der Schwanz ist lang und hat eine breite, dunkle Endbinde.
Schnabelform
Kurz, kräftig, gelblich-rosa an der Basis, zur Spitze hin heller und mit einer weißen Wachshaut bedeckt.
Augenfarbe
Hellgelb bis blassgelb
Beinfarbe
Rot bis rosa-rot
Erkennungsmerkmale
Die weißen Halsflecken und der weiße Flügelstreifen sind die markantesten Merkmale. Die Größe unterscheidet sie von anderen heimischen Taubenarten.
Jugendkleid
Jungvögel sind insgesamt matter gefärbt, haben noch keine weißen Halsflecken (diese entwickeln sich im ersten Lebensjahr) und der metallische Glanz am Hals fehlt. Ihre Augen sind eher bräunlich-grau und die Beine blasser rosa.
Saisonale Veränderungen
Keine signifikanten saisonalen Gefiederwechsel. Der metallische Glanz am Hals kann während der Brutzeit intensiver wirken.
Geschlechtsdimorphismus
Geringfügig. Männchen sind tendenziell etwas größer und kräftiger gebaut, und die Halsflecken sowie der metallische Glanz können intensiver ausgeprägt sein. Eine sichere Geschlechtsbestimmung ist jedoch nur durch Verhaltensbeobachtung oder genetische Analyse möglich.

Bestimmung

  1. 1

    Größe und Statur

    Achten Sie auf die große, kräftige Erscheinung. Sie ist die größte heimische Taubenart.

  2. 2

    Halsflecken

    Suchen Sie nach den auffälligen weißen Flecken an den Seiten des Halses bei adulten Vögeln. Diese fehlen bei Jungvögeln.

  3. 3

    Flügelstreifen

    Beachten Sie den deutlichen weißen Querstreifen auf den Flügeln, der besonders im Flug gut sichtbar ist.

  4. 4

    Gefiederfarbe

    Das überwiegend blaugraue Gefieder mit rosa Brust und dem grünlich-violetten Glanz am Hals ist charakteristisch.

  5. 5

    Ruf

    Lernen Sie den tiefen, fünf-silbigen Gurrruf "ruu-kuu-kuh-kuu-kuu" kennen, der oft von erhöhten Positionen zu hören ist.

  6. 6

    Flugbild

    Achten Sie auf den kräftigen, schnellen Flug und das charakteristische Flügelklatschen beim Start und bei der Landung.

Lebensraum und Verbreitung

Biome
Wälder (Laub- und Nadelwälder), Parks, Gärten, Agrarlandschaften, städtische Gebiete
Verbreitungsgebiet
Weite Teile Europas, Nordwestafrika und Westasien. Im Osten bis nach Sibirien und Indien. In Europa ist sie weit verbreitet und häufig.
Höhenverbreitung
Von Meereshöhe bis etwa 2000 Meter in Gebirgsregionen, bevorzugt jedoch tiefere Lagen.
Bevorzugte Lebensräume
Sie bevorzugt halboffene Landschaften mit Baumbestand, wie Waldränder, Feldgehölze, Alleen, Parks und große Gärten. In den letzten Jahrzehnten hat sie sich stark an menschliche Siedlungen angepasst und brütet auch mitten in Städten.

Verhalten

Aktivitätszeit
Tagaktiv (diurnal)
Fressgewohnheiten
Die Ringeltaube ist ein reiner Pflanzenfresser. Sie ernährt sich hauptsächlich von Samen, Getreidekörnern, jungen Trieben, Knospen, Beeren und Früchten. Besonders beliebt sind Eicheln, Bucheckern, Erbsen, Raps und Getreide. Sie sucht ihre Nahrung überwiegend am Boden, kann aber auch in Bäumen und Sträuchern fressen. Sie trinkt regelmäßig Wasser.
Sozialverhalten
Außerhalb der Brutzeit sind Ringeltauben sehr gesellig und bilden oft große Schwärme, insbesondere bei der Nahrungssuche auf Feldern oder an Schlafplätzen. Während der Brutzeit leben sie paarweise, können aber auch in lockeren Kolonien brüten.
Flugmuster
Der Flug ist kräftig und schnell, mit schnellen Flügelschlägen. Beim Start und bei der Landung erzeugt sie ein charakteristisches, klatschendes Geräusch mit den Flügeln. Im Gleitflug hält sie die Flügel leicht V-förmig. Sie kann auch hoch am Himmel kreisen.
Zugverhalten
Teilzieher. In West- und Südeuropa sind die Populationen überwiegend Standvögel. In Nord- und Osteuropa sind sie Zugvögel, die im Herbst in südlichere Gebiete ziehen und im Frühjahr zurückkehren. Die Zugbewegungen sind oft wetterabhängig und können große Schwärme umfassen.
Territorialverhalten
Während der Brutzeit verteidigen Männchen ein kleines Brutrevier um das Nest. Außerhalb der Brutzeit sind sie weniger territorial.

Gesang und Rufe

Gesang
Der Gesang ist ein tiefes, gurrendes "ruu-kuu-kuh-kuu-kuu", das oft fünfsilbig klingt und leicht melancholisch wirkt. Es wird oft als "Ich-liebe-dich-so-sehr" interpretiert. Es wird meist von einem erhöhten Ansitz aus vorgetragen.
Ruf
Neben dem Gesang gibt es ein kurzes, heiseres "huh" oder "huu" als Kontaktruf. Bei Störung oder beim Auffliegen ist ein lautes, klatschendes Flügelgeräusch zu hören.
Wann er ruft
Hauptsächlich während der Brutzeit von Frühling bis Spätsommer, aber auch gelegentlich das ganze Jahr über zu hören.

Brutverhalten

Brutzeit
März/April bis September/Oktober, oft mit zwei bis drei Bruten pro Jahr.
Nistgewohnheiten
Das Nest ist eine sehr einfache, oft spärliche Plattform aus dünnen Zweigen, die so lose gebaut ist, dass die Eier manchmal von unten sichtbar sind. Es wird meist in Bäumen oder hohen Büschen gebaut, oft in einer Astgabel oder an einem dichten Geäst. In Städten auch auf Gebäudevorsprüngen oder in Blumenkästen.
Gelegegröße
1-2 Eier, meist 2.
Eibeschreibung
Meist 2 Eier pro Gelege, reinweiß, glatt und glänzend, oval geformt. Größe ca. 40 x 29 mm.
Brutdauer
16-17 Tage, beide Eltern brüten.
Nestlingsdauer
17-35 Tage. Die Jungvögel verlassen das Nest, bevor sie voll flugfähig sind, und werden noch einige Zeit von den Eltern gefüttert.
Elterliche Fürsorge
Beide Elternteile beteiligen sich am Nestbau, Brüten und der Aufzucht der Jungen. Sie füttern die Nestlinge mit Kropfmilch.

Wo zu finden

Parks und Gärten

In städtischen und vorstädtischen Gebieten sind sie häufig in Parks, großen Gärten und auf Friedhöfen zu finden, wo sie Nahrung und Nistplätze finden.

Wälder und Waldränder

In ländlichen Gebieten sind sie oft an Waldrändern, in Feldgehölzen und in lichten Wäldern anzutreffen.

Agrarlandschaften

Auf Feldern, insbesondere Getreide- und Rapsfeldern, suchen sie in großen Schwärmen nach Nahrung.

Städtische Zentren

Sie haben sich gut an Städte angepasst und brüten auch in Innenstädten auf Bäumen oder Gebäuden.

Feldtipps

  1. Achten Sie auf den Ruf. Der charakteristische Gurrruf ist oft der erste Hinweis auf ihre Anwesenheit, besonders in bewaldeten Gebieten oder Parks.
  2. Beobachten Sie Futterplätze. Ringeltauben suchen oft am Boden nach Nahrung. Beobachten Sie Felder, Rasenflächen in Parks oder unter Bäumen, die Früchte tragen.
  3. Suchen Sie nach Nestern. Die Nester sind oft hoch in Bäumen oder dichten Büschen zu finden, manchmal sind die Eier oder Jungvögel durch die spärliche Bauweise sichtbar.
  4. Beobachten Sie den Flug. Der kräftige Flug und das Flügelklatschen sind gute Indikatoren. Achten Sie auf den weißen Flügelstreifen im Flug.
  5. Frühe Morgenstunden. Wie viele Vögel sind sie in den frühen Morgenstunden am aktivsten bei der Nahrungssuche und beim Rufen.

Ähnliche Arten

Hohltaube

Columba oenas

Die Hohltaube ist kleiner, hat keine weißen Halsflecken und keinen weißen Flügelstreifen. Ihr Gefieder ist einheitlicher blaugrau, und die Augen sind dunkel. Ihr Ruf ist ein tieferes, zweisilbiges "huu-huu".

Straßentaube (Felsentaube)

Columba livia f. domestica

Die Straßentaube ist kleiner und variabler in der Färbung, hat aber typischerweise zwei dunkle Flügelbinden und oft einen weißen Bürzel. Sie hat keine weißen Halsflecken und keinen weißen Flügelstreifen. Ihr Ruf ist ein kürzeres, oft dreisilbiges Gurren.

Türkentaube

Streptopelia decaocto

Die Türkentaube ist deutlich kleiner und schlanker als die Ringeltaube. Ihr Gefieder ist hellbeige-grau, und sie hat einen charakteristischen schwarzen Nackenring. Ihr Ruf ist ein dreisilbiges "gu-guu-guh".

Kurzinfos

Größte Taube Europas:
Ja
Charakteristische Merkmale:
Weiße Halsflecken und weißer Flügelstreifen
Nahrung:
Samen, Getreide, Knospen, Beeren
Bruten pro Jahr:
2-3
Sozialverhalten:
Außerhalb der Brutzeit gesellig, bildet Schwärme
Anpassungsfähigkeit:
Sehr anpassungsfähig an urbane Lebensräume

Wissenswertes

  • Ringeltauben können bis zu 70 km/h schnell fliegen.
  • Sie sind in der Lage, Wasser zu trinken, indem sie es saugen, anstatt es wie die meisten Vögel zu schöpfen und den Kopf zu heben.
  • Die Ringeltaube ist in vielen europäischen Ländern ein häufiger Jagdvogel.
  • Ihre Anpassung an städtische Gebiete ist ein relativ neues Phänomen, das erst im 20. Jahrhundert verstärkt auftrat.
  • Der Name 'Ringeltaube' leitet sich von den weißen Halsflecken ab, die wie ein Ring wirken.

Systematik

Reich
Animalia
Stamm
Chordata
Klasse
Aves
Ordnung
Columbiformes
Familie
Columbidae
Gattung
Columba
Art
Columba palumbus

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