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Aaskrähe (Corvus corone)

Aaskrähe

Least Concern (nicht gefährdet)

Corvus corone

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Über den Vogel

Die Aaskrähe ist ein mittelgroßer, vollständig schwarzer Singvogel aus der Familie der Rabenvögel. Sie ist bekannt für ihre Intelligenz, Anpassungsfähigkeit und ihr opportunistisches Verhalten. In Mitteleuropa ist sie eine häufige und weit verbreitete Art, die oft in der Nähe menschlicher Siedlungen anzutreffen ist. Es gibt zwei Hauptunterarten, die sich in ihrem Verbreitungsgebiet und teilweise in der Gefiederfärbung unterscheiden: die Rabenkrähe (Corvus corone corone) mit rein schwarzem Gefieder und die Nebelkrähe (Corvus corone cornix) mit grauem Rumpf und schwarzem Kopf, Flügeln und Schwanz. Taxonomisch werden diese oft als Unterarten der Aaskrähe betrachtet, können aber auch als eigenständige Arten angesehen werden, wo sich ihre Verbreitungsgebiete überlappen und Hybriden auftreten.

Größe und Lebensdauer

Länge
48-53 cm
Flügelspannweite
90-100 cm
Gewicht
390-600 g
Lebensdauer
Bis zu 15 Jahre in freier Wildbahn, in Ausnahmefällen auch über 20 Jahre
Nahrung
Omnivore

Körperliche Merkmale

Gefieder
Das Gefieder der Rabenkrähe (Corvus corone corone) ist vollständig glänzend schwarz mit einem leichten metallischen Schimmer, der bei gutem Licht grünlich oder violett erscheinen kann. Die Nebelkrähe (Corvus corone cornix) hat einen grauen Rumpf, während Kopf, Kehle, Flügel und Schwanz schwarz sind.
Schnabelform
Der Schnabel ist kräftig, konisch und vollständig schwarz. Er ist proportional zur Kopfgröße und robust gebaut, um eine Vielzahl von Nahrungsmitteln verarbeiten zu können.
Augenfarbe
Dunkelbraun
Beinfarbe
Schwarz
Erkennungsmerkmale
Die Rabenkrähe ist durch ihr einheitlich schwarzes Gefieder und ihre Größe gekennzeichnet. Im Flug sind die breiten, abgerundeten Flügelenden und der keilförmige Schwanz auffällig. Die Nebelkrähe ist durch die kontrastreiche Schwarz-Grau-Färbung unverwechselbar. Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zu anderen Rabenvögeln ist der kräftige Schnabel und die fehlende Befiederung an der Schnabelbasis (im Gegensatz zum Kolkraben).
Jugendkleid
Jungvögel ähneln den Altvögeln, haben aber ein matteres, weniger glänzendes schwarzes Gefieder. Ihre Augen sind oft bläulich-grau und werden erst später dunkelbraun. Der Schnabel kann anfangs eine leicht rötliche Basis aufweisen.
Saisonale Veränderungen
Es gibt keine saisonalen Gefiederwechsel. Das Gefieder bleibt das ganze Jahr über gleich.
Geschlechtsdimorphismus
Es gibt keinen ausgeprägten sexuellen Dimorphismus in Größe oder Gefiederfärbung. Männchen sind tendenziell geringfügig größer und schwerer als Weibchen, dies ist jedoch im Feld nicht zuverlässig erkennbar.

Bestimmung

  1. 1

    Gefiederfarbe

    Achten Sie auf die Gefiederfarbe: Rabenkrähen sind vollständig glänzend schwarz. Nebelkrähen haben einen grauen Rumpf mit schwarzem Kopf, Flügeln und Schwanz.

  2. 2

    Größe und Statur

    Die Aaskrähe ist ein mittelgroßer Rabenvogel, kleiner als ein Kolkrabe, aber größer als eine Dohle. Sie wirkt kräftig und robust.

  3. 3

    Schnabel

    Der Schnabel ist kräftig, vollständig schwarz und an der Basis befiedert (im Gegensatz zur adulten Saatkrähe).

  4. 4

    Ruf

    Der charakteristische, raue und krächzende Ruf 'kraa-kraa' ist ein gutes Erkennungsmerkmal.

  5. 5

    Flugbild

    Der Flug ist kräftig und geradlinig mit regelmäßigen Flügelschlägen. Der Schwanz ist im Flug leicht keilförmig.

Lebensraum und Verbreitung

Biome
Wälder, offene Landschaften, Agrarflächen, Parks, Gärten, städtische Gebiete
Verbreitungsgebiet
Die Rabenkrähe (Corvus corone corone) ist in Westeuropa und Ostasien verbreitet. Die Nebelkrähe (Corvus corone cornix) kommt in Nord-, Ost- und Südosteuropa sowie in Teilen des Nahen Ostens vor. In Mitteleuropa, insbesondere in Deutschland, gibt es eine Überlappungszone, in der beide Unterarten vorkommen und hybridisieren.
Höhenverbreitung
Von Meereshöhe bis in mittlere Gebirgslagen, typischerweise unterhalb der Baumgrenze.
Bevorzugte Lebensräume
Aaskrähen sind sehr anpassungsfähig und besiedeln eine Vielzahl von Lebensräumen, solange Bäume zum Nisten und Schlafen sowie offene Flächen zur Nahrungssuche vorhanden sind. Sie bevorzugen Kulturlandschaften, Parks, Gärten und Stadtränder, sind aber auch in lichten Wäldern und an Küsten zu finden.

Verhalten

Aktivitätszeit
Tagaktiv (diurnal)
Fressgewohnheiten
Aaskrähen sind opportunistische Allesfresser. Ihre Nahrung umfasst Insekten, Würmer, Schnecken, kleine Wirbeltiere (Mäuse, junge Vögel), Eier, Aas, Früchte, Samen, Getreide und menschliche Abfälle. Sie suchen ihre Nahrung oft am Boden, können aber auch in Bäumen oder Sträuchern fressen. Sie sind bekannt dafür, Nahrung zu verstecken (vergraben oder in Spalten stecken) und später wiederzufinden.
Sozialverhalten
Außerhalb der Brutzeit bilden Aaskrähen oft größere Schwärme, die gemeinsam auf Nahrungssuche gehen und an gemeinsamen Schlafplätzen übernachten. Während der Brutzeit leben sie paarweise und verteidigen ihr Territorium. Sie sind sehr soziale Vögel innerhalb ihrer Art und zeigen komplexe soziale Strukturen.
Flugmuster
Der Flug ist kräftig und geradlinig mit regelmäßigen Flügelschlägen. Sie können auch gleiten und segeln, insbesondere bei aufsteigender Thermik. Im Flug wirken sie sehr wendig und geschickt.
Zugverhalten
In West- und Mitteleuropa sind Aaskrähen überwiegend Standvögel. Populationen in Nord- und Osteuropa sind Teilzieher oder Zugvögel, die im Winter in südlichere Gebiete ziehen. Die Zugbewegungen sind jedoch oft unregelmäßig und von der Verfügbarkeit von Nahrung und den Wetterbedingungen abhängig.
Territorialverhalten
Während der Brutzeit sind Aaskrähen territorial und verteidigen ihr Nest und das umliegende Gebiet aggressiv gegen Artgenossen und potenzielle Prädatoren. Außerhalb der Brutzeit sind sie weniger territorial und bilden oft größere Gruppen.

Gesang und Rufe

Gesang
Aaskrähen haben keinen melodischen Gesang im eigentlichen Sinne. Ihr Repertoire besteht hauptsächlich aus verschiedenen Rufen.
Ruf
Der häufigste Ruf ist ein lautes, krächzendes 'kraa-kraa' oder 'karr-karr', das oft wiederholt wird. Sie haben auch eine Vielzahl anderer Rufe, darunter Warnrufe, Kontaktrufe und Bettelrufe der Jungvögel. Ihre Rufe können je nach Situation variieren und sind oft rau und guttural.
Wann er ruft
Aaskrähen rufen das ganze Jahr über, besonders aber während der Brutzeit zur Revierverteidigung und zur Kommunikation mit dem Partner. Auch bei der Nahrungssuche oder bei der Anwesenheit von Feinden sind sie sehr ruffreudig.

Brutverhalten

Brutzeit
März bis Juni, mit dem Höhepunkt im April und Mai.
Nistgewohnheiten
Das Nest wird meist hoch in Bäumen gebaut, oft in Astgabeln oder an der Spitze von Nadelbäumen. Es ist ein großer, unordentlicher Bau aus Ästen, Zweigen, Wurzeln und Erde, der innen mit feinerem Material wie Gras, Haaren, Wolle oder Federn ausgekleidet wird. Beide Partner beteiligen sich am Nestbau.
Gelegegröße
3-6 Eier, meist 4-5.
Eibeschreibung
Die Eier sind oval, glatt und glänzend, meist bläulich-grün oder olivgrün gefärbt mit dunklen Flecken und Kritzeln. Die Größe beträgt etwa 40 x 30 mm.
Brutdauer
18-20 Tage, hauptsächlich vom Weibchen bebrütet, während das Männchen Nahrung herbeischafft.
Nestlingsdauer
28-35 Tage nach dem Schlüpfen verlassen die Jungvögel das Nest. Sie werden danach noch einige Wochen von den Eltern gefüttert und betreut.
Elterliche Fürsorge
Beide Elternteile kümmern sich um die Aufzucht der Jungen. Das Weibchen brütet, während das Männchen Nahrung bringt. Nach dem Schlüpfen füttern beide Eltern die Nestlinge und verteidigen das Nest aggressiv.

Wo zu finden

Städtische Parks und Gärten

Aufgrund ihrer Anpassungsfähigkeit sind Aaskrähen häufig in städtischen Gebieten zu finden, wo sie von menschlichen Nahrungsquellen profitieren.

Agrarlandschaften

Felder und Wiesen bieten reichlich Nahrung wie Insekten, Würmer und Getreide. Bäume am Feldrand dienen als Nist- und Ruheplätze.

Lichte Wälder und Waldränder

Sie bevorzugen offene Wälder oder Waldränder, die sowohl Deckung als auch Zugang zu offenen Flächen bieten.

Küstengebiete

An Küsten suchen sie oft nach Aas und anderen Nahrungsmitteln, die das Meer anspült.

Feldtipps

  1. Achten Sie auf Rufe. Der laute, krächzende Ruf ist oft das erste Anzeichen für die Anwesenheit einer Aaskrähe. Lernen Sie, ihn von den Rufen anderer Rabenvögel zu unterscheiden.
  2. Beobachten Sie das Verhalten. Aaskrähen sind sehr intelligent und zeigen interessante Verhaltensweisen bei der Nahrungssuche, beim Verstecken von Nahrung oder bei der Interaktion mit Artgenossen und anderen Tieren.
  3. Suchen Sie in offenen Landschaften mit Bäumen. Diese Vögel bevorzugen Gebiete, die eine Mischung aus offenen Flächen zur Nahrungssuche und hohen Bäumen zum Nisten und Schlafen bieten.
  4. Beobachten Sie Schwärme. Außerhalb der Brutzeit bilden Aaskrähen oft große Schwärme, die gemeinsam zu Schlafplätzen fliegen. Dies ist eine gute Gelegenheit, viele Individuen zu sehen.

Ähnliche Arten

Saatkrähe

Corvus frugilegus

Die Saatkrähe ist schlanker und hat einen spitzeren Schnabel. Erwachsene Saatkrähen haben eine unbefiederte, hellgraue Schnabelbasis, die bei der Aaskrähe befiedert und schwarz ist. Jungvögel der Saatkrähe haben zunächst eine befiederte Schnabelbasis, die aber im ersten Lebensjahr kahl wird. Im Flug ist der Schwanz der Saatkrähe oft weniger keilförmig und die Flügel sind etwas schmaler.

Kolkrabe

Corvus corax

Der Kolkrabe ist deutlich größer und kräftiger als die Aaskrähe (Länge bis zu 69 cm, Flügelspannweite bis zu 130 cm). Er hat einen massiveren Schnabel und einen längeren, keilförmigeren Schwanz, der im Flug deutlicher zu erkennen ist. Sein Ruf ist ein tieferes, resonanteres 'kroak' im Vergleich zum krächzenden Ruf der Aaskrähe. Im Flug zeigt der Kolkrabe oft längere Gleitphasen und wirkt majestätischer.

Dohle

Corvus monedula

Die Dohle ist wesentlich kleiner als die Aaskrähe (Länge ca. 33 cm). Sie hat ein graues Nackengefieder und helle Augen, was sie von der vollständig schwarzen Aaskrähe unterscheidet. Ihr Flug ist schneller und wendiger, und ihr Ruf ist ein charakteristisches 'tschak' oder 'kja'.

Kurzinfos

Intelligenz:
Sehr intelligent, bekannt für Problemlösungsfähigkeiten und Werkzeuggebrauch.
Anpassungsfähigkeit:
Besiedelt eine Vielzahl von Lebensräumen, auch stark anthropogen geprägte.
Nahrung:
Opportunistischer Allesfresser, von Insekten bis zu Aas und Abfällen.
Sozialverhalten:
Bildet außerhalb der Brutzeit oft große Schwärme.
Unterarten:
Rabenkrähe (Corvus corone corone) und Nebelkrähe (Corvus corone cornix).

Wissenswertes

  • Aaskrähen können menschliche Gesichter erkennen und sich an sie erinnern, insbesondere wenn sie negative Erfahrungen gemacht haben.
  • Sie sind in der Lage, Werkzeuge zu benutzen und sogar herzustellen, um an Nahrung zu gelangen.
  • Aaskrähen zeigen oft 'Beerdigungsverhalten', bei dem sie sich um einen toten Artgenossen versammeln und rufen.
  • Sie sind bekannt dafür, andere Vögel zu mobben und deren Nester zu plündern.
  • In einigen Kulturen gelten Krähen als Boten oder Symbole für Weisheit und Geheimnisse.

Systematik

Reich
Animalia
Stamm
Chordata
Klasse
Aves
Ordnung
Passeriformes
Familie
Corvidae
Gattung
Corvus
Art
Corvus corone

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