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Dorngrasmücke (Curruca communis)

Dorngrasmücke

Nicht gefährdet (Least Concern)

Curruca communis

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Über den Vogel

Die Dorngrasmücke ist eine kleine, schlanke Grasmückenart, die für ihren charakteristischen, rauen und kratzigen Gesang bekannt ist. Sie ist ein häufiger Brutvogel in weiten Teilen Europas und Westasiens und ist ein Zugvogel, der südlich der Sahara überwintert. Ihr Gefieder ist eher unauffällig gefärbt, was eine gute Tarnung in ihrem bevorzugten Lebensraum, dichtem Gebüsch und Dornenhecken, ermöglicht.

Größe und Lebensdauer

Länge
13-15 cm
Flügelspannweite
18-23 cm
Gewicht
11-18 g
Lebensdauer
2-3 Jahre, maximal bis zu 8-9 Jahre
Nahrung
Insekten und andere Wirbellose, Beeren im Spätsommer und Herbst

Körperliche Merkmale

Gefieder
Männchen haben einen graubraunen Kopf mit einem weißlichen Kehl- und Brustbereich, der oft leicht rosa getönt ist. Der Rücken ist braun und die Flügel sind rostbraun mit helleren Säumen. Der Bauch ist weißlich. Weibchen und Jungvögel sind matter gefärbt, mit einem eher einheitlichen braun-grauen Obergefieder und einem cremefarbenen oder grauen Untergefieder, ohne die deutliche Rosatönung der Männchen. Alle haben einen deutlichen weißen Augenring und blasse Beine.
Schnabelform
Kurz, dünn und spitz, typisch für Insektenfresser, dunkel gefärbt mit heller Basis des Unterschnabels.
Augenfarbe
Dunkelbraun mit einem auffälligen weißen Augenring.
Beinfarbe
Blass braun bis gelblich-braun.
Erkennungsmerkmale
Der markante weiße Kehlbereich, der weiße Augenring, die rostroten Flügelfelder und der kratzige Gesang sind gute Erkennungsmerkmale. Der Schwanz ist relativ lang mit weißen Außenfedern, die im Flug sichtbar werden.
Jugendkleid
Ähnlich den Weibchen, mit einem eher uniformen braunen Gefieder und kaum sichtbarem Rosa auf der Brust. Der Augenring ist oft weniger ausgeprägt.
Saisonale Veränderungen
Das Brutkleid ist das auffälligste. Nach der Brutzeit erfolgt eine Mauser ins Schlichtkleid, das dem Brutkleid meist sehr ähnlich ist, aber etwas matter wirken kann. Die Rosttöne an den Flügeln können ausgeprägter sein. Die Unterschiede zwischen Brut- und Schlichtkleid sind jedoch gering und fallen im Feld kaum auf.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen sind durch den deutlich graubraunen Kopf und die oft rosa getönte Brust besser zu erkennen. Weibchen und Jungvögel sind insgesamt matter und einheitlicher braungrau gefärbt, ohne die spezifischen Farbakzente der Männchen.

Bestimmung

  1. 1

    Gesang

    Der raue, kratzende und oft etwas chaotisch wirkende Gesang, der schnell endet, ist das charakteristischste Erkennungsmerkmal.

  2. 2

    Rostbraune Flügel

    Achten Sie auf die auffälligen rostbraunen Federn auf den Flügeln, besonders bei Männchen, die in der Sonne oft glänzen.

  3. 3

    Weißer Kehlfleck

    Ein deutlicher weißer Kehlbereich hebt sich oft gut vom grauen Kopf und der leicht rosa getönten Brust ab.

  4. 4

    Grauer Kopf (Männchen)

    Männchen haben einen klar abgegrenzten grauen Kopf, der bei den Weibchen eher braun ist.

  5. 5

    Weißer Augenring

    Alle Dorngrasmücken besitzen einen mehr oder weniger deutlichen weißen Augenring.

  6. 6

    Verhalten

    Sie verhält sich oft scheu und hält sich tief im Gebüsch auf, kann aber beim Gesang in erhöhten Positionen sichtbar werden.

Lebensraum und Verbreitung

Biome
Gemäßigte Zonen, Dornen- und Heidelandschaften, Kulturland, Waldränder
Verbreitungsgebiet
Brütet in fast ganz Europa (außer dem äußersten Norden), Westasien bis nach Mittelasien. Überwintert südlich der Sahara in Afrika.
Höhenverbreitung
Meereshöhe bis ca. 1.000 Meter, lokal auch höher in geeigneten Habitaten.
Bevorzugte Lebensräume
Dornenreiche Hecken, strukturreiche Feldraine, Gebüsche, junge Forsten, Waldränder, Gärten mit dichter Vegetation, offene Landschaft mit einzelnen Gehölzen.

Verhalten

Aktivitätszeit
Tagaktiv, vor allem morgens und am späten Nachmittag sehr aktiv bei der Nahrungssuche und beim Gesang.
Fressgewohnheiten
Sucht Insekten und deren Larven, Spinnen und andere kleine Wirbellose aktiv in der Vegetation. Im Spätsommer und Herbst werden auch Beeren und Früchte gefressen, um Energiereserven für den Vogelzug anzulegen.
Sozialverhalten
Brutzeitlich territorial und einzelgängerisch. Außerhalb der Brutzeit können sie in locker verstreuten Gruppen auftreten, insbesondere vor dem Zug.
Flugmuster
Fliegt meist niedrig und hüpfend zwischen den Büschen. Der Singflug des Männchens ist ein auffälliges, tanzendes Hochsteigen und Herabgleiten über dem Buschwerk, begleitet von intensivem Gesang.
Zugverhalten
Langstreckenzieher. Die Populationen in Europa ziehen im Spätsommer und Herbst über die Iberische Halbinsel oder Italien nach Afrika südlich der Sahara. Sie kehren im April und Mai in ihre Brutgebiete zurück.
Territorialverhalten
Stark territorial während der Brutzeit. Männchen verteidigen ihr Revier mit Gesang und aggressiven Verfolgungsflügen gegen Artgenossen.

Gesang und Rufe

Gesang
Der Gesang ist charakteristisch, laut und schnell, eine Mischung aus rauen, kratzenden Rufen ('tscheck-tscheck-tscheck') und schneller, sprudelnder Strophen mit einigen klaren Pfeiftönen. Oft abrupt endend.
Ruf
Ein scharfes 'tack' oder 'tscheck', besonders bei Erregung oder als Kontaktruf. Manchmal auch ein weiches 'witsch'.
Wann er ruft
Vor allem während der Brutzeit von April bis Juli sehr gesangsaktiv, oft auch während des Singflugs gut zu hören.

Brutverhalten

Brutzeit
Mai bis Juli, oft zwei Bruten pro Jahr.
Nistgewohnheiten
Das Nest wird meist tief in dichten Hecken oder jungen Büschen gebaut, gut versteckt vor Fressfeinden. Es ist ein kleines, napfförmiges Nest aus Gräsern, Halmen, Wurzeln und Spinnweben, ausgekleidet mit feinem Material und Haaren. Beide Elternteile beteiligen sich am Nestbau.
Gelegegröße
3-5 Eier
Eibeschreibung
3-5 Eier pro Gelege, blassweiß bis gelblich-grünlich, mit dunklen Flecken und Sprenkeln, oft einer dunkleren Zeichnung am stumpfen Pol.
Brutdauer
11-13 Tage
Nestlingsdauer
10-12 Tage nach dem Schlüpfen verlassen die Jungvögel das Nest, sind aber noch nicht vollständig flugfähig und werden weiter von den Eltern gefüttert.
Elterliche Fürsorge
Beide Elternteile brüten und versorgen die Jungvögel. Nach dem Verlassen des Nestes werden die Jungen noch einige Tage geführt und gefüttert.

Wo zu finden

Hecken und Gebüsche

Suche in dichten Hecken, Dornensträuchern und Brombeergestrüpp in offenen Landschaften.

Feldraine und Wegränder

Entlang von Feldrainen mit dichter Vegetation und an Waldrändern, wo sich Gebüsche finden.

Junge Aufforstungen

In jungen Baumanpflanzungen und Dickichten, die noch reich an Unterwuchs sind.

Gärten

In Gärten mit dichten, naturnahen Büschen und Hecken kann sie ebenfalls vorkommen.

Feldtipps

  1. Hören Sie auf den Gesang. Der Gesang ist das zuverlässigste Erkennungsmerkmal. Lernen Sie ihn zu erkennen, dann werden Sie die Dorngrasmücke oft hören, bevor Sie sie sehen.
  2. Seien Sie geduldig. Sie ist oft scheu und versteckt sich. Beobachten Sie geduldig eine Hecke, in der Sie den Gesang gehört haben. Früher oder später wird sie sich zeigen.
  3. Morgenstunden. Am aktivsten sind sie oft in den frühen Morgenstunden, wenn sie am intensivsten singen und Nahrung suchen.
  4. Scannen Sie das Gebüsch. Suchen Sie mit dem Fernglas nach Bewegung in dichten Büschen, besonders an der Oberkante, wenn die Männchen singen.

Ähnliche Arten

Gartengrasmücke

Curruca borin

Die Gartengrasmücke ist größer und hat ein einheitlicher mattbraunes Gefieder ohne Rosttöne oder grauen Kopf. Ihr Gesang ist flüssiger und melodiöser, ohne die kratzigen Elemente der Dorngrasmücke.

Klappergrasmücke

Curruca curruca

Die Klappergrasmücke ist kleiner, hat einen dunkleren Kopf mit undeutlichem Augenring und ist insgesamt grauer gefärbt. Ihr Gesang ist ein namensgebendes, mechanisch klingendes 'klappern'.

Mönchsgrasmücke

Sylvia atricapilla

Männliche Mönchsgrasmücken haben eine schwarze Kappe, weibliche eine rostbraune. Ihr Gesang ist reiner und flötender, ohne die kratzenden Elemente der Dorngrasmücke.

Kurzinfos

Zugvogel:
Ja, Langstreckenzieher
Brutzeit:
Mai bis Juli
Bevorzugte Nahrung:
Insekten, Spinnen, Beeren
Lebensraum:
Dichte Hecken, Gebüsche, Feldraine
Gesang:
Rau, kratzig, schnell

Wissenswertes

  • Der wissenschaftliche Gattungsname 'Curruca' leitet sich vom lateinischen 'currūca' ab, was 'ein kleiner Vogel, der Eier in fremde Nester legt' bedeutet, obwohl die Dorngrasmücke selbst keine Brutparasit ist.
  • Die Dorngrasmücke ist bekannt für ihre Fähigkeit, kurze Singflüge durchzuführen, bei denen das Männchen hoch aufsteigt und dann mit schmetterlingsartigem Flug wieder herabgleitet, während es singt.
  • Ihre Nester sind oft so gut in dichten Hecken versteckt, dass sie selbst für geübte Beobachter schwer zu finden sind.
  • Obwohl sie unauffällig gefärbt ist, ist sie in ihrem bevorzugten Lebensraum ein oft gehörter Vogel, da ihr Gesang weit trägt.

Systematik

Reich
Tiere
Stamm
Chordatiere
Klasse
Vögel
Ordnung
Sperlingsvögel
Familie
Grasmückenartige
Gattung
Curruca
Art
Curruca communis

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