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Das Rotkehlchen ist ein kleiner, gedrungener Singvogel, bekannt für seine auffällige orange-rote Brust und Kehle. Es ist in Europa weit verbreitet und ein häufiger Gast in Gärten und Parks. Es ist bekannt für sein zutrauliches Verhalten gegenüber Menschen und seinen melodischen Gesang.
Größe und Lebensdauer
- Länge
- 12.5-14 cm
- Flügelspannweite
- 20-22 cm
- Gewicht
- 16-22 g
- Lebensdauer
- Durchschnittlich 1-2 Jahre in freier Wildbahn, maximal bis zu 11 Jahre
- Nahrung
- Insektivor, Omnivor (im Winter)
Körperliche Merkmale
- Gefieder
- Erwachsene Vögel haben eine leuchtend orange-rote Brust, Kehle und Stirn, die von einer grauen Linie begrenzt wird. Der Rücken und die Flügel sind olivbraun, der Bauch ist weißlich. Die Flanken sind bräunlich getönt.
- Schnabelform
- Feiner, spitzer Schnabel, dunkelbraun bis schwarz
- Augenfarbe
- Dunkelbraun
- Beinfarbe
- Dünne, bräunlich-rosa Beine und Füße
- Erkennungsmerkmale
- Die auffällige orange-rote Brust und Kehle ist das markanteste Merkmal. Die graue Begrenzung der roten Färbung ist ebenfalls charakteristisch.
- Jugendkleid
- Jungvögel sind zunächst braun gefärbt mit feinen hellen Flecken am Kopf und Rücken. Die orange-rote Brust entwickelt sich erst nach der ersten Mauser, etwa im Spätsommer.
- Saisonale Veränderungen
- Es gibt keine signifikanten saisonalen Gefiederänderungen. Das Gefieder ist ganzjährig gleich, abgesehen von der Mauser, die zu einem frischeren Federkleid führt.
- Geschlechtsdimorphismus
- Männchen und Weibchen sind äußerlich nicht zu unterscheiden (monomorph).
Bestimmung
- 1
Gefieder
Achten Sie auf die leuchtend orange-rote Brust, Kehle und Stirn, die scharf von der grauen Seitenlinie und dem olivbraunen Rücken abgegrenzt ist. Der Bauch ist weißlich.
- 2
Größe und Form
Kleiner, gedrungener Vogel mit relativ großem Kopf und großen, dunklen Augen.
- 3
Verhalten
Oft zutraulich und neugierig, hüpft am Boden oder auf niedrigen Ästen. Kippt oft den Kopf zur Seite, um Insekten zu erspähen. Zittert manchmal mit den Flügeln.
- 4
Gesang und Rufe
Der perlenartige, flötende Gesang ist unverwechselbar. Die 'tick-ick-ick'-Rufe sind ebenfalls sehr charakteristisch.
- 5
Jungvögel
Jungvögel sind braun gesprenkelt und haben noch keine rote Brust. Dies ist ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zu erwachsenen Vögeln.
Lebensraum und Verbreitung
- Biome
- Wälder (Laub-, Nadel- und Mischwälder), Parks, Gärten, Hecken, Friedhöfe, Gebüsche
- Verbreitungsgebiet
- Weite Teile Europas, Westsibirien, Nordafrika und Kleinasien. In Europa von Skandinavien bis zum Mittelmeer und von Irland bis zum Ural.
- Höhenverbreitung
- Von Meereshöhe bis etwa 2000 m in Gebirgsregionen.
- Bevorzugte Lebensräume
- Bevorzugt dichte Unterholzvegetation, feuchte Standorte und Bereiche mit viel Deckung. Oft in der Nähe menschlicher Siedlungen zu finden.
Verhalten
- Aktivitätszeit
- Tagaktiv (diurnal). Beginnt oft schon vor Sonnenaufgang mit dem Gesang und singt bis in die Dämmerung.
- Fressgewohnheiten
- Sucht am Boden nach Insekten, Spinnen, Würmern und Schnecken. Im Herbst und Winter frisst es auch Beeren und Früchte. Es ist bekannt dafür, Menschen bei der Gartenarbeit zu folgen, um aufgewühlte Beute zu fangen.
- Sozialverhalten
- Außerhalb der Brutzeit meist Einzelgänger. Während der Brutzeit leben sie paarweise. Im Winter können sie sich an Futterstellen versammeln, bleiben aber territorial.
- Flugmuster
- Kurze, schnelle Flüge zwischen Deckungen. Oft mit zitternden Flügeln und kurzen Gleitphasen.
- Zugverhalten
- Teilzieher. In West- und Südeuropa sind Rotkehlchen Standvögel. Populationen aus Nord- und Osteuropa ziehen im Herbst in wärmere Gebiete im Süden und Westen Europas und kehren im Frühjahr zurück.
- Territorialverhalten
- Sehr territorial, besonders Männchen verteidigen ihr Brutrevier aggressiv gegenüber Artgenossen. Auch im Winter verteidigen sie Futterreviere.
Gesang und Rufe
- Gesang
- Der Gesang ist eine klare, perlenartige Strophe, die oft mit einer Reihe hoher, dünner Töne beginnt und dann in eine flötende, trillernde und melancholische Melodie übergeht. Er ist sehr variabel und kann sowohl tagsüber als auch nachts (besonders bei Vollmond oder in beleuchteten Gebieten) gehört werden.
- Ruf
- Häufigster Ruf ist ein scharfes, tickendes 'tick-ick-ick' oder ein weiches 'zick'. Bei Erregung wird es zu einem schnellen, rasselnden 'zick-zick-zick'.
- Wann er ruft
- Ganzjährig zu hören, am intensivsten während der Brutzeit (Frühling und Frühsommer) und im Herbst, wenn Reviere etabliert werden. Singt oft in der Dämmerung und manchmal nachts.
Brutverhalten
- Brutzeit
- März bis Juli, oft zwei Bruten pro Jahr.
- Nistgewohnheiten
- Das Nest wird meist bodennah in dichter Vegetation, in Baumhöhlen, Nischen, Mauerspalten oder sogar in ungewöhnlichen Gegenständen wie Blumentöpfen oder alten Teekannen gebaut. Es ist ein napfförmiges Nest aus Moos, Blättern und Gras, ausgekleidet mit feineren Materialien wie Haaren und Federn.
- Gelegegröße
- 4-7 Eier
- Eibeschreibung
- 4-7 Eier pro Gelege, cremefarben bis hellbraun mit feinen rötlich-braunen Sprenkeln, besonders am stumpfen Ende. Größe ca. 20 x 15 mm.
- Brutdauer
- 12-15 Tage, hauptsächlich vom Weibchen bebrütet.
- Nestlingsdauer
- 12-15 Tage nach dem Schlüpfen verlassen die Jungvögel das Nest. Sie werden danach noch einige Zeit von den Eltern gefüttert.
- Elterliche Fürsorge
- Beide Elternteile füttern die Jungvögel, wobei das Weibchen die Hauptlast der Bebrütung trägt.
Wo zu finden
Gärten und Parks
Sehr häufig in städtischen und ländlichen Gärten, Parks und Friedhöfen, besonders in Bereichen mit dichtem Unterholz und Bäumen.
Wälder
In allen Waldtypen zu finden, bevorzugt aber Laub- und Mischwälder mit reichem Unterwuchs.
Hecken und Gebüsche
Dichte Hecken und Gebüsche bieten ideale Deckung und Nistplätze.
Feldtipps
- Auf den Gesang achten. Der melodische Gesang ist oft das erste Anzeichen für die Anwesenheit eines Rotkehlchens. Es singt auch in der Dämmerung und manchmal nachts.
- Geduld und Stille. Rotkehlchen sind neugierig und kommen oft näher, wenn man ruhig bleibt. Sie suchen oft am Boden nach Nahrung.
- Gartenarbeit. Beim Umgraben im Garten tauchen Rotkehlchen oft auf, um die aufgewühlten Insekten und Würmer zu fangen.
- Futterstellen. Im Winter besuchen sie gerne Futterhäuschen, besonders wenn Mehlwürmer oder Haferflocken angeboten werden.
Ähnliche Arten
Nachtigall
Luscinia megarhynchos
Die Nachtigall ist größer, hat ein einheitlicheres braunes Gefieder ohne rote Brust und einen längeren Schwanz. Ihr Gesang ist komplexer und lauter, aber sie ist scheuer und seltener zu sehen.
Blaukehlchen
Luscinia svecica
Das Blaukehlchen hat eine auffällige blaue Kehle mit einem roten oder weißen Fleck in der Mitte (Männchen). Es ist schlanker und bevorzugt feuchtere Lebensräume.
Gartenrotschwanz
Phoenicurus phoenicurus
Der Gartenrotschwanz-Männchen hat eine orange-rote Brust, aber auch einen schwarzen Kehlfleck und eine graue Oberseite. Der Schwanz ist rostrot und wird oft zitternd bewegt. Weibchen sind unauffälliger braun.
Kurzinfos
- Auffälligstes Merkmal:
- Orange-rote Brust und Kehle
- Verhalten gegenüber Menschen:
- Zutraulich und neugierig
- Gesang:
- Perlenartig, flötend, melancholisch
- Nahrung:
- Insekten, Würmer, Spinnen, Beeren
- Brutzeit:
- März bis Juli
Wissenswertes
- Das Rotkehlchen wurde 1960 zum Nationalvogel Großbritanniens gewählt.
- Es ist bekannt dafür, sein Spiegelbild als Rivalen anzusehen und aggressiv anzugreifen.
- Rotkehlchen können auch nachts singen, besonders in hell erleuchteten städtischen Gebieten oder bei Vollmond, da sie das Licht mit Tageslicht verwechseln.
- Im Winter verteidigen sowohl Männchen als auch Weibchen individuelle Futterreviere.
- Der Name 'Rotkehlchen' ist etwas irreführend, da die Farbe eher orange als rot ist.
Systematik
- Reich
- Animalia
- Stamm
- Chordata
- Klasse
- Aves
- Ordnung
- Passeriformes
- Familie
- Muscicapidae
- Gattung
- Erithacus
- Art
- Erithacus rubecula
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