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Gouldamadine

Near Threatened (Potenziell gefährdet)

Erythrura gouldiae

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Über den Vogel

Die Gouldamadine ist ein kleiner, farbenprächtiger Prachtfink, der für sein auffälliges Gefieder bekannt ist. Sie ist endemisch in Nordaustralien und wird oft als eine der schönsten Vogelarten der Welt bezeichnet. Ihre leuchtenden Farben und ihr geselliges Verhalten machen sie zu einem beliebten Ziervogel, obwohl sie in freier Wildbahn als gefährdet gilt.

Größe und Lebensdauer

Länge
13-15 cm
Flügelspannweite
ca. 20-22 cm
Gewicht
12-16 g
Lebensdauer
5-7 Jahre (in freier Wildbahn), bis zu 8 Jahre (in Gefangenschaft)
Nahrung
Granivor (Samenfresser), ergänzt durch Insekten

Körperliche Merkmale

Gefieder
Das Gefieder ist extrem farbenfroh und variiert je nach Kopfmaske. Die häufigsten Farbvarianten sind Rotköpfe, Schwarzköpfe und Gelbköpfe. Der Rücken ist leuchtend grün, die Brust violett, der Bauch gelb und die Bürzelregion hellblau. Ein schwarzes Band trennt die Kopfmaske vom grünen Rücken und ein weiteres schwarzes Band trennt die violette Brust vom gelben Bauch. Die Schwanzfedern sind schwarz und spitz zulaufend.
Schnabelform
Der Schnabel ist kegelförmig und kräftig, typisch für Samenfresser. Die Farbe variiert: bei Rotköpfen ist er rötlich mit gelber Spitze, bei Schwarzköpfen hellgrau bis elfenbeinfarben mit gelber Spitze, und bei Gelbköpfen ebenfalls hellgrau bis elfenbeinfarben mit gelber Spitze.
Augenfarbe
Dunkelbraun
Beinfarbe
Fleischfarben bis hellrosa
Erkennungsmerkmale
Die einzigartige Kombination aus leuchtenden Farben (grüner Rücken, violette Brust, gelber Bauch) und den drei verschiedenen Kopfmasken (rot, schwarz, gelb) macht die Gouldamadine unverwechselbar. Die spitzen, verlängerten mittleren Schwanzfedern sind ebenfalls ein gutes Erkennungsmerkmal.
Jugendkleid
Jungvögel sind zunächst unscheinbar olivgrün gefärbt mit einem grauen Kopf und einem dunklen Schnabel, der an der Basis gelb ist. Die charakteristischen leuchtenden Farben entwickeln sich erst nach der ersten Mauser, die im Alter von etwa 3-4 Monaten beginnt und bis zu 9 Monate dauern kann.
Saisonale Veränderungen
Es gibt keine signifikanten saisonalen Gefiederänderungen bei erwachsenen Gouldamadinen. Die Farben bleiben das ganze Jahr über konstant.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen sind in der Regel farbintensiver und haben eine größere, leuchtendere Kopfmaske. Die violette Brust des Männchens ist kräftiger gefärbt als die des Weibchens. Die mittleren Schwanzfedern der Männchen sind länger und spitzer als die der Weibchen.

Bestimmung

  1. 1

    Kopfmaske

    Achten Sie auf die Farbe des Kopfes: rot, schwarz oder gelb. Dies ist das auffälligste Merkmal.

  2. 2

    Körperfarben

    Suchen Sie nach der Kombination aus leuchtend grünem Rücken, violetter Brust und gelbem Bauch. Diese Farbkombination ist einzigartig.

  3. 3

    Schwanzfedern

    Beachten Sie die langen, spitzen mittleren Schwanzfedern, besonders bei Männchen.

  4. 4

    Größe und Form

    Es ist ein kleiner, gedrungener Fink mit einem kräftigen Schnabel.

  5. 5

    Verhalten

    Suchen Sie nach kleinen Schwärmen, die in Graslandschaften nach Samen suchen oder an Wasserstellen trinken.

Lebensraum und Verbreitung

Biome
Trockene Savannen, tropische Grasländer, offene Waldgebiete mit Eukalyptusbäumen und Akazien
Verbreitungsgebiet
Endemisch in Nordaustralien, hauptsächlich in den Regionen Kimberley (Western Australia), Top End (Northern Territory) und Cape York Peninsula (Queensland).
Höhenverbreitung
Meist in niedrigen Höhenlagen, typischerweise unter 400 Metern über dem Meeresspiegel.
Bevorzugte Lebensräume
Bevorzugt Gebiete mit hohem Grasbestand (insbesondere Sorghum), der sowohl Nahrung als auch Deckung bietet, sowie Zugang zu Wasserstellen und Bäumen zum Schlafen und Nisten.

Verhalten

Aktivitätszeit
Tagaktiv (diurnal).
Fressgewohnheiten
Hauptsächlich Samenfresser, ernährt sich von reifen und halbreifen Grassamen, die direkt von den Grashalmen gepickt werden. Während der Brutzeit werden auch kleine Insekten (z.B. Termiten) gefressen, um den Proteinbedarf zu decken.
Sozialverhalten
Sehr gesellig, lebt außerhalb der Brutzeit in großen Schwärmen von bis zu mehreren hundert Individuen. Während der Brutzeit bilden sie Paare, bleiben aber oft in lockeren Kolonien.
Flugmuster
Der Flug ist schnell und wellenförmig, oft in kleinen Gruppen. Sie fliegen typischerweise niedrig über dem Grasland.
Zugverhalten
Teilweise nomadisch oder lokal wandernd, abhängig von der Verfügbarkeit von Nahrung und Wasser. Sie folgen den Regenfällen, um frische Grassamen zu finden. Keine ausgeprägten Langstreckenmigrationen.
Territorialverhalten
Während der Brutzeit verteidigen Paare ein kleines Territorium um ihr Nest, sind aber im Allgemeinen nicht stark territorial außerhalb dieser Phase.

Gesang und Rufe

Gesang
Der Gesang ist leise, melodisch und zwitschernd, oft als eine Reihe von hohen, dünnen Tönen beschrieben, die in einer kurzen Strophe wiederholt werden. Er ist nicht sehr auffällig und wird oft von anderen Geräuschen überdeckt.
Ruf
Die Rufe sind ebenfalls leise und bestehen aus kurzen, hohen 'sit'- oder 'tsit'-Lauten, die zur Kontaktaufnahme innerhalb des Schwarms dienen. Ein leises 'tet-tet' kann bei Erregung oder als Warnruf zu hören sein.
Wann er ruft
Sie rufen und singen hauptsächlich während der Futtersuche und der Brutzeit, oft am Morgen und späten Nachmittag.

Brutverhalten

Brutzeit
Beginnt nach der Regenzeit, typischerweise von Dezember bis April, wenn die Grassamen reichlich vorhanden sind.
Nistgewohnheiten
Nistet in Baumhöhlen, Termitenhügeln oder in den Hohlräumen von Bäumen, oft in Eukalyptusbäumen. Das Nest ist eine unordentliche, kugelförmige Struktur aus Grashalmen und feinen Wurzeln, ausgekleidet mit weicherem Material wie Federn.
Gelegegröße
3-8 Eier
Eibeschreibung
3-8 Eier pro Gelege, typischerweise 4-6. Die Eier sind reinweiß, oval und glatt.
Brutdauer
14-16 Tage, beide Elternteile brüten abwechselnd.
Nestlingsdauer
21-23 Tage nach dem Schlüpfen verlassen die Jungvögel das Nest. Sie werden danach noch einige Wochen von den Eltern gefüttert.
Elterliche Fürsorge
Beide Elternteile beteiligen sich am Nestbau, Brüten und der Aufzucht der Jungvögel.

Wo zu finden

Nationalparks und Schutzgebiete

Kakadu Nationalpark, Litchfield Nationalpark und andere Schutzgebiete im Northern Territory und Kimberley Region in Western Australia bieten gute Beobachtungsmöglichkeiten.

Wasserstellen

Während der Trockenzeit versammeln sich Gouldamadinen oft an Wasserlöchern und Flüssen, um zu trinken.

Graslandschaften

Suchen Sie in offenen Savannen und Grasländern mit hohem Grasbestand, insbesondere in der Nähe von Eukalyptuswäldern.

Feldtipps

  1. Beste Zeit. Die beste Zeit für die Beobachtung ist die Trockenzeit (Mai bis Oktober), wenn die Vögel sich an den verbleibenden Wasserstellen konzentrieren. Am frühen Morgen und späten Nachmittag sind sie am aktivsten.
  2. Geduld und Fernglas. Gouldamadinen sind klein und können scheu sein. Ein gutes Fernglas ist unerlässlich. Bleiben Sie ruhig und geduldig.
  3. Achten Sie auf Schwärme. Sie sind gesellige Vögel, daher ist es wahrscheinlicher, einen Schwarm zu entdecken als ein einzelnes Individuum.
  4. Wasserquellen. Konzentrieren Sie Ihre Suche auf Gebiete in der Nähe von Wasserquellen, besonders in trockenen Perioden.

Ähnliche Arten

Spitzschwanzamadine

Poephila acuticauda

Die Spitzschwanzamadine hat einen längeren, spitzeren Schwanz und ist insgesamt weniger farbenprächtig. Ihr Gefieder ist überwiegend braun und grau mit einem schwarzen Latz und einem roten Schnabel. Ihr Kopf ist nicht so leuchtend gefärbt wie der der Gouldamadine.

Maskenamadine

Poephila personata

Die Maskenamadine hat eine schwarze Gesichtsmaske, die der schwarzen Kopfmaske der Gouldamadine ähnelt, aber ihr Körper ist überwiegend sandfarben bis braun mit einem weißen Bauch und einem gelben Schnabel. Ihr Gefieder ist deutlich weniger bunt als das der Gouldamadine.

Kurzinfos

Heimat:
Nordaustralien
Farbvarianten:
Rotkopf, Schwarzkopf, Gelbkopf
Nahrung:
Grassamen, Insekten
Sozialverhalten:
Gesellig, lebt in Schwärmen
Brutzeit:
Dezember bis April

Wissenswertes

  • Die Gouldamadine wurde nach Lady Elizabeth Gould benannt, der Frau des britischen Ornithologen John Gould.
  • In Gefangenschaft wurden durch Zucht viele weitere Farbmutationen entwickelt, die in der Wildnis nicht vorkommen.
  • Die verschiedenen Kopfmaskenfarben (rot, schwarz, gelb) sind genetisch bedingt und treten in der Wildnis in unterschiedlichen Häufigkeiten auf.
  • Sie sind sehr empfindlich gegenüber Veränderungen in ihrem Lebensraum, insbesondere dem Verlust von Grasland durch Überweidung und häufige Brände.

Systematik

Reich
Animalia
Stamm
Chordata
Klasse
Aves
Ordnung
Passeriformes
Familie
Estrildidae
Gattung
Erythrura
Art
Erythrura gouldiae

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