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Der Weißbauch-Glanzastrild ist ein kleiner, zierlicher Prachtfink, der in Zentralafrika beheimatet ist. Er zeichnet sich durch sein überwiegend graues Gefieder mit feiner Bänderung, einen roten Schnabel und einen auffallend weißen Bauch aus. Er ist ein geselliger Vogel, der sich oft in kleinen Schwärmen aufhält und sich hauptsächlich von Grassamen ernährt.
Größe und Lebensdauer
- Länge
- 9-10 cm
- Flügelspannweite
- ca. 12-14 cm
- Gewicht
- 6-8 g
- Lebensdauer
- 3-5 Jahre in freier Wildbahn, bis zu 7 Jahre in menschlicher Obhut
- Nahrung
- Granivor (Samenfresser), hauptsächlich Grassamen, gelegentlich kleine Insekten
Körperliche Merkmale
- Gefieder
- Das Gefieder ist überwiegend grau, mit einer feinen, dunklen Bänderung auf dem Rücken, den Flügeln und der Brust. Der Bauch ist auffallend reinweiß. Die Bürzelregion ist rot, was ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal ist. Die Schwanzfedern sind dunkelbraun bis schwarz.
- Schnabelform
- Der Schnabel ist kegelförmig und kräftig, leuchtend rot gefärbt, mit einer dunkleren Spitze.
- Augenfarbe
- Die Augen sind dunkelbraun, umgeben von einem schmalen, dunklen Augenring.
- Beinfarbe
- Die Beine und Füße sind dunkelgrau bis schwarz.
- Erkennungsmerkmale
- Der leuchtend rote Schnabel, der reinweiße Bauch und der rote Bürzel sind die markantesten Merkmale. Die feine, dunkle Bänderung auf dem grauen Oberkörper ist ebenfalls charakteristisch.
- Jugendkleid
- Jungvögel ähneln den Altvögeln, sind aber insgesamt matter gefärbt. Ihr Schnabel ist zunächst dunkelgrau bis schwarz und färbt sich erst mit zunehmendem Alter rot. Die Bänderung ist weniger ausgeprägt.
- Saisonale Veränderungen
- Es gibt keine signifikanten saisonalen Gefiederveränderungen.
- Geschlechtsdimorphismus
- Es gibt keinen ausgeprägten Sexualdimorphismus. Männchen und Weibchen sehen sich sehr ähnlich. Gelegentlich können Männchen eine etwas intensivere Rotfärbung am Bürzel aufweisen, dies ist jedoch kein zuverlässiges Unterscheidungsmerkmal.
Bestimmung
- 1
Größe und Gestalt
Kleiner, schlanker Prachtfink mit typischer Prachtfinken-Silhouette.
- 2
Schnabel
Achten Sie auf den leuchtend roten, kegelförmigen Schnabel mit dunkler Spitze – ein sehr auffälliges Merkmal.
- 3
Bauchfarbe
Der reinweiße Bauch ist das namensgebende und wichtigste Unterscheidungsmerkmal zu ähnlichen Arten.
- 4
Bürzel
Der rote Bürzel kontrastiert schön mit dem grauen Rücken und dem weißen Bauch.
- 5
Gefiederfärbung
Das überwiegend graue Gefieder mit feiner, dunkler Bänderung auf Rücken und Flanken ist charakteristisch.
- 6
Verhalten
Beobachten Sie das gesellige Verhalten in kleinen Schwärmen, die oft in hohem Gras nach Samen suchen.
- 7
Rufe
Hören Sie auf die feinen, hohen 'tsip'-Rufe, die oft im Flug oder bei der Nahrungssuche zu hören sind.
Lebensraum und Verbreitung
- Biome
- Savannen, Grasländer, Waldränder, Lichtungen, Kulturland, Gärten
- Verbreitungsgebiet
- Zentralafrika, von Nigeria und Kamerun ostwärts durch die Zentralafrikanische Republik, den Südsudan, Uganda, Ruanda, Burundi bis in den Westen Kenias und Tansanias, sowie südlich bis in den Norden Angolas und die Demokratische Republik Kongo.
- Höhenverbreitung
- Meist in niedrigen bis mittleren Höhenlagen, von Meereshöhe bis etwa 2000 Meter.
- Bevorzugte Lebensräume
- Bevorzugt offene oder halboffene Landschaften mit hohem Grasbewuchs, Büschen und vereinzelten Bäumen. Oft in der Nähe von Wasserstellen und menschlichen Siedlungen zu finden.
Verhalten
- Aktivitätszeit
- Tagaktiv (diurnal).
- Fressgewohnheiten
- Der Weißbauch-Glanzastrild ernährt sich hauptsächlich von kleinen Grassamen, die er direkt von den Ähren pickt oder vom Boden aufliest. Gelegentlich werden auch kleine Insekten, insbesondere während der Brutzeit, gefressen. Sie sind geschickte Kletterer an Grashalmen.
- Sozialverhalten
- Sehr gesellig, außerhalb der Brutzeit oft in Schwärmen von 10 bis 30 Individuen, manchmal auch in größeren Gruppen oder gemischten Schwärmen mit anderen Prachtfinkenarten. Während der Brutzeit leben sie paarweise, bleiben aber in der Nähe anderer Paare.
- Flugmuster
- Der Flug ist schnell, wellenförmig und direkt, typisch für kleine Prachtfinken. Sie fliegen oft in kleinen, dichten Schwärmen.
- Zugverhalten
- Standvogel, der keine ausgeprägten Wanderungen unternimmt. Lokale Bewegungen können in Abhängigkeit von Nahrungsverfügbarkeit und Wasserquellen auftreten.
- Territorialverhalten
- Während der Brutzeit verteidigen Paare ein kleines Territorium um ihr Nest, sind aber ansonsten nicht stark territorial.
Gesang und Rufe
- Gesang
- Der Gesang ist eine leise, melodische Abfolge von hohen, zirpenden und trillernden Tönen, oft mit einer Reihe von 'tsip-tsip-tsip'-Lauten, die in einen kurzen Triller übergehen können. Er ist eher unauffällig und wird oft nur aus nächster Nähe wahrgenommen.
- Ruf
- Die häufigsten Rufe sind ein hohes, feines 'tsip' oder 'sit', das oft im Flug oder bei der Nahrungssuche ausgestoßen wird. Bei Erregung kann es zu einer schnelleren Abfolge dieser Rufe kommen.
- Wann er ruft
- Sie rufen und singen das ganze Jahr über, besonders aber während der Brutzeit am Morgen und späten Nachmittag.
Brutverhalten
- Brutzeit
- Die Brutzeit variiert je nach geografischer Lage und Regenzeit, liegt aber typischerweise zwischen April und November in Westafrika und zwischen September und Mai in Ostafrika.
- Nistgewohnheiten
- Das Nest ist ein kugelförmiges Gebilde mit einem seitlichen Eingang, kunstvoll aus Grashalmen, feinen Wurzeln und Pflanzenfasern geflochten. Es wird oft gut versteckt in dichtem Gras, Büschen oder niedrigen Bäumen gebaut, manchmal auch in der Nähe menschlicher Behausungen.
- Gelegegröße
- 3-6 Eier, meist 4-5.
- Eibeschreibung
- Die Eier sind reinweiß, glatt und leicht glänzend. Sie sind oval geformt.
- Brutdauer
- 11-12 Tage.
- Nestlingsdauer
- Die Jungvögel verlassen das Nest nach etwa 17-21 Tagen. Sie werden danach noch einige Zeit von den Eltern gefüttert.
- Elterliche Fürsorge
- Beide Elternteile beteiligen sich am Nestbau, der Bebrütung der Eier und der Aufzucht der Jungvögel.
Wo zu finden
Grasländer und Savannen
Offene Gebiete mit hohem Grasbewuchs sind ideale Lebensräume.
Waldränder und Lichtungen
Übergangszonen zwischen Wald und offenem Land bieten Schutz und Nahrung.
Kulturland und Gärten
In ländlichen Gebieten und Gärten mit ausreichend Vegetation können sie ebenfalls gefunden werden.
In der Nähe von Wasserstellen
Oft in der Nähe von Flüssen, Seen oder Teichen, wo sie trinken und baden.
Feldtipps
- Früher Morgen oder später Nachmittag. Dies sind die aktivsten Zeiten für die Nahrungssuche und Gesangsaktivität.
- Geduld und Fernglas. Sie sind klein und können in dichtem Gras leicht übersehen werden. Ein Fernglas ist unerlässlich.
- Achten Sie auf Bewegung im Gras. Oft verraten sie sich durch raschelnde Bewegungen, wenn sie an Grashalmen klettern.
- Hören Sie auf Rufe. Ihre feinen 'tsip'-Rufe sind oft der erste Hinweis auf ihre Anwesenheit.
- Suchen Sie in Schwärmen. Da sie gesellig sind, ist die Wahrscheinlichkeit höher, eine Gruppe zu finden als ein Einzeltier.
Ähnliche Arten
Schwarzbauch-Glanzastrild
Estrilda erythronotos
Der Schwarzbauch-Glanzastrild hat einen schwarzen Bauch und einen roten Bürzel, aber der Weißbauch-Glanzastrild hat einen reinweißen Bauch. Die Bänderung ist beim Schwarzbauch-Glanzastrild oft deutlicher und er hat eine rote Gesichtsmaske, die dem Weißbauch-Glanzastrild fehlt.
Grauastrild
Estrilda troglodytes
Der Grauastrild ist insgesamt grauer und weniger gebändert. Er hat einen roten Überaugenstreif und einen roten Schnabel, aber keinen roten Bürzel. Sein Bauch ist ebenfalls heller, aber nicht so reinweiß wie beim Weißbauch-Glanzastrild.
Wellenaustrild
Estrilda astrild
Der Wellenaustrild ist größer und hat eine ausgeprägtere Wellenzeichnung auf dem gesamten Körper. Er besitzt ebenfalls einen roten Schnabel und einen roten Überaugenstreif, aber keinen reinweißen Bauch und der Bürzel ist nicht rot.
Kurzinfos
- Wissenschaftlicher Name:
- Estrilda nonnula
- Familie:
- Estrildidae (Prachtfinken)
- Größe:
- 9-10 cm
- Gewicht:
- 6-8 g
- Ernährung:
- Samenfresser (Granivor)
- Verbreitung:
- Zentralafrika
- Lebensraum:
- Grasländer, Savannen, Waldränder
- Brutzeit:
- Variiert je nach Region und Regenzeit
- Eier pro Gelege:
- 3-6
- Schutzstatus:
- Nicht gefährdet (Least Concern)
Wissenswertes
- Der Weißbauch-Glanzastrild ist ein beliebter Käfigvogel aufgrund seines attraktiven Aussehens und seines friedlichen Wesens.
- Trotz seines Namens 'Glanzastrild' zeigt er keinen metallischen Glanz im Gefieder, wie es bei einigen anderen Glanzastrilden der Fall ist.
- Er ist ein geschickter Nestbauer, der komplexe kugelförmige Nester aus feinen Grashalmen webt.
- Wie viele Prachtfinkenarten ist er ein wichtiger Samenverbreiter in seinem Ökosystem.
Systematik
- Reich
- Animalia
- Stamm
- Chordata
- Klasse
- Aves
- Ordnung
- Passeriformes
- Familie
- Estrildidae
- Gattung
- Estrilda
- Art
- Estrilda nonnula
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