Vogel gesehen? Bestimme ihn sofort mit der Birdby-App
App öffnenÜber den Vogel
Der Schmucktinamu ist ein mittelgroßer, bodenbewohnender Vogel, der in den trockenen und halbtrockenen Regionen Südamerikas beheimatet ist. Er gehört zur Familie der Tinamus, die als die ältesten noch lebenden Vogellinien Amerikas gelten. Charakteristisch ist seine aufrechte Haltung, der kurze Schwanz und der auffällige, nach vorne gebogene Schopf. Trotz seiner Flugfähigkeit bevorzugt er es, bei Gefahr zu rennen oder sich zu verstecken.
Größe und Lebensdauer
- Länge
- 37-41 cm
- Flügelspannweite
- ca. 55-65 cm
- Gewicht
- 400-800 g
- Lebensdauer
- Ungefähr 5-8 Jahre in freier Wildbahn, bis zu 10 Jahre in Gefangenschaft.
- Nahrung
- Omnivore
Körperliche Merkmale
- Gefieder
- Das Gefieder ist überwiegend braun bis graubraun mit feinen schwarzen und weißen Flecken und Streifen, die eine hervorragende Tarnung im Grasland bieten. Die Unterseite ist heller, oft cremefarben bis weißlich. Auffällig sind die weißen Längsstreifen an den Kopfseiten, die von einem schwarzen Streifen begrenzt werden. Der namensgebende Schopf ist schwarz und nach vorne gebogen.
- Schnabelform
- Kurz, schlank und leicht gebogen, dunkelgrau bis schwarz.
- Augenfarbe
- Dunkelbraun.
- Beinfarbe
- Gelblich-grau bis bräunlich-grau, kräftig mit drei nach vorne gerichteten Zehen.
- Erkennungsmerkmale
- Der markante, nach vorne gebogene schwarze Schopf, die weißen Gesichtsstreifen und die getarnte, gesprenkelte Gefiederfärbung sind die Hauptmerkmale. Der Körperbau ist gedrungen, mit einem kurzen Schwanz, der oft unter den Deckfedern verborgen ist.
- Jugendkleid
- Jungvögel ähneln den Erwachsenen, haben aber oft ein matteres Gefieder und einen kürzeren, weniger ausgeprägten Schopf. Die Musterung kann weniger scharf sein.
- Saisonale Veränderungen
- Es gibt keine signifikanten saisonalen Gefiederänderungen. Das Gefieder bleibt das ganze Jahr über gleich.
- Geschlechtsdimorphismus
- Geringfügig; Männchen und Weibchen sind äußerlich sehr ähnlich. Weibchen können im Durchschnitt etwas größer und schwerer sein, aber dies ist im Feld kaum zu erkennen.
Bestimmung
- 1
Schopf
Achten Sie auf den markanten, nach vorne gebogenen schwarzen Schopf, der einzigartig für diese Art ist.
- 2
Gesichtszeichnung
Die weißen Längsstreifen an den Kopfseiten, die von schwarzen Streifen begrenzt werden, sind ein gutes Erkennungsmerkmal.
- 3
Gefieder
Die feine, gesprenkelte und gestreifte Musterung des braunen bis graubraunen Gefieders bietet eine hervorragende Tarnung, ist aber bei näherer Betrachtung charakteristisch.
- 4
Verhalten
Beobachten Sie das Verhalten: Bei Gefahr rennt er schnell weg oder duckt sich, anstatt sofort zu fliegen. Der Flug ist kurz und geradlinig.
- 5
Ruf
Lernen Sie den klaren, flötenden und melancholischen Ruf kennen, der oft in der Dämmerung zu hören ist.
Lebensraum und Verbreitung
- Biome
- Trockene und halbtrockene Grasländer, Steppen, offene Buschlandschaften, Savannen und landwirtschaftlich genutzte Flächen.
- Verbreitungsgebiet
- Südamerika, hauptsächlich in Argentinien, aber auch in Teilen Chiles und Boliviens. Die Verbreitung erstreckt sich von Patagonien im Süden bis in die nördlichen Provinzen Argentiniens.
- Höhenverbreitung
- Von Meereshöhe bis etwa 2.500 Meter.
- Bevorzugte Lebensräume
- Bevorzugt Gebiete mit dichter Gras- und Buschvegetation, die Deckung bieten, aber auch offene Flächen zum Laufen und zur Nahrungssuche. Oft in der Nähe von landwirtschaftlichen Feldern zu finden.
Verhalten
- Aktivitätszeit
- Tagaktiv (diurnal), besonders aktiv in den frühen Morgenstunden und am späten Nachmittag.
- Fressgewohnheiten
- Der Schmucktinamu ist ein Allesfresser. Er ernährt sich hauptsächlich von Samen, Früchten, Blättern, Knospen und Insekten (Käfer, Ameisen, Heuschrecken). Die Nahrung wird meist vom Boden aufgelesen, oft durch Scharren mit den Füßen.
- Sozialverhalten
- Lebt meist einzeln oder in kleinen Gruppen, insbesondere außerhalb der Brutzeit. Während der Brutzeit sind sie oft paarweise oder in Familiengruppen zu sehen. Sie sind scheu und versteckt lebend.
- Flugmuster
- Fliegt selten und ungern. Wenn er fliegt, dann meist nur über kurze Distanzen mit schnellen Flügelschlägen und gleitet dann zu Boden. Der Flug ist geradlinig und wirkt schwerfällig. Bei Gefahr bevorzugt er es, zu rennen oder sich zu ducken.
- Zugverhalten
- Standvogel; es gibt keine bekannten saisonalen Wanderungen. Lokale Bewegungen können jedoch in Abhängigkeit von Nahrungsverfügbarkeit oder Wetterbedingungen auftreten.
- Territorialverhalten
- Männchen verteidigen während der Brutzeit ein Territorium, das sie mit Rufen markieren. Die Verteidigung ist jedoch nicht so aggressiv wie bei vielen anderen Vogelarten.
Gesang und Rufe
- Gesang
- Der Gesang ist eine Reihe von klaren, flötenden Pfiffen, die in der Tonhöhe ansteigen und dann abfallen können. Oft als 'hoo-hoo-hoo-hooo' oder 'whee-whee-whee-wheeeu' beschrieben, mit einer melancholischen Qualität. Er wird oft in der Dämmerung oder am frühen Morgen vorgetragen.
- Ruf
- Neben dem Gesang gibt es verschiedene Kontaktrufe, die oft aus kurzen, weichen Pfiffen oder gurrenden Lauten bestehen. Bei Störung kann ein scharfes 'tschirp' oder 'krrrk' ausgestoßen werden.
- Wann er ruft
- Am häufigsten in der Dämmerung (Morgen und Abend) und während der Brutzeit zu hören. Auch tagsüber können Kontaktrufe vernommen werden.
Brutverhalten
- Brutzeit
- Variiert je nach geografischer Lage, liegt aber typischerweise zwischen September und März, mit einem Höhepunkt im Frühling und Frühsommer der südlichen Hemisphäre.
- Nistgewohnheiten
- Das Nest ist eine einfache Mulde am Boden, oft versteckt unter einem Busch oder in dichter Vegetation. Es wird spärlich mit Gras, Blättern oder Zweigen ausgekleidet. Männchen sind für den Nestbau und die Brutpflege verantwortlich.
- Gelegegröße
- 3-12 Eier, wobei größere Gelege oft von mehreren Weibchen in dasselbe Nest gelegt werden (Polyandrie).
- Eibeschreibung
- Die Eier sind glänzend, oft leuchtend gefärbt in Türkis, Grün oder Blau, manchmal mit einem violetten Schimmer. Sie sind relativ groß für die Körpergröße des Vogels und haben eine ovale Form.
- Brutdauer
- Ungefähr 19-21 Tage.
- Nestlingsdauer
- Die Küken sind Nestflüchter und verlassen das Nest kurz nach dem Schlüpfen. Sie werden vom Männchen geführt und sind nach etwa 2-3 Wochen weitgehend selbstständig, bleiben aber oft länger in der Familiengruppe.
- Elterliche Fürsorge
- Das Männchen übernimmt die gesamte Brutpflege, einschließlich des Brütens der Eier und der Aufzucht der Küken. Weibchen legen Eier in die Nester mehrerer Männchen.
Wo zu finden
Grasländer und Steppen
Suchen Sie in offenen Graslandschaften, insbesondere in Gebieten mit dichter Gras- und Buschvegetation, die Deckung bieten.
Landwirtschaftliche Flächen
Oft an den Rändern von Feldern oder in Brachland zu finden, wo sie Nahrung und Deckung finden.
Nationalparks und Schutzgebiete
In Argentinien gibt es mehrere Nationalparks und Schutzgebiete, in denen der Schmucktinamu vorkommt, z.B. der Nationalpark Lihué Calel.
Feldtipps
- Früher Morgen oder später Nachmittag. Dies sind die aktivsten Zeiten des Vogels, in denen er am ehesten zu sehen oder zu hören ist.
- Geduld und Tarnung. Schmucktinamus sind scheu und gut getarnt. Bleiben Sie ruhig und bewegen Sie sich langsam. Ein Fernglas ist unerlässlich.
- Achten Sie auf Bewegung. Oft werden sie zuerst durch eine schnelle Bewegung im Gras oder durch ihren Ruf entdeckt.
- Feldwege und Straßenränder. Manchmal überqueren sie Feldwege oder sind an Straßenrändern zu sehen, besonders in ländlichen Gebieten.
Ähnliche Arten
Darwin-Nandu
Rhea pennata
Obwohl beide bodenbewohnend sind, ist der Darwin-Nandu wesentlich größer (90-100 cm) und hat einen langen Hals und lange Beine. Er hat keine Haube und sein Gefieder ist eher einheitlich grau-braun mit weißen Flecken, aber ohne die feine Musterung und die Gesichtsstreifen des Schmucktinamus.
Anden-Tinamu
Nothoprocta pentlandii
Der Anden-Tinamu ist kleiner (ca. 26-32 cm) und hat einen kürzeren, weniger ausgeprägten Schopf. Seine Gefiederfärbung ist ebenfalls getarnt, aber die weißen Gesichtsstreifen und die charakteristische Schopfform des Schmucktinamus fehlen oder sind anders ausgeprägt.
Kurzinfos
- Familie:
- Tinamidae
- Ordnung:
- Tinamiformes
- Verbreitung:
- Argentinien, Teile Chiles und Boliviens
- Lebensraum:
- Trockene Grasländer und Steppen
- Nahrung:
- Samen, Früchte, Insekten
- Brutverhalten:
- Männchen brüten und ziehen Küken auf (Polyandrie)
- Besonderheit:
- Auffälliger, nach vorne gebogener Schopf
Wissenswertes
- Tinamiformes sind die Schwestergruppe der Laufvögel (Ratiten), zu denen Strauße und Emus gehören, obwohl Tinamus fliegen können.
- Die glänzenden, farbigen Eier des Schmucktinamus sind unter Vogeleiern einzigartig und sehen aus wie poliertes Porzellan.
- Der Schmucktinamu ist bekannt für seine Fähigkeit, sich bei Gefahr perfekt im Gras zu verstecken, indem er sich flach auf den Boden drückt und unbeweglich bleibt.
- Die Art ist polyandrisch, was bedeutet, dass ein Weibchen Eier in die Nester mehrerer Männchen legt, die dann jeweils die Brut und Aufzucht übernehmen.
Systematik
- Reich
- Animalia
- Stamm
- Chordata
- Klasse
- Aves
- Ordnung
- Tinamiformes
- Familie
- Tinamidae
- Gattung
- Eudromia
- Art
- Eudromia elegans
Den Schmucktinamu entdecken
Vögel überall bestimmen
Kostenlos auf iOS, Android und Web. Foto- und Tonbestimmung, vollständige Artendatenbank und deine persönliche Liste.