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Bekassine (Gallinago gallinago)

Bekassine

Least Concern (nicht gefährdet), jedoch regional in vielen Teilen Europas rückläufig.

Gallinago gallinago

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Über den Vogel

Die Bekassine ist ein mittelgroßer Watvogel, bekannt für ihren langen, geraden Schnabel und ihr kryptisches Gefieder, das eine hervorragende Tarnung in ihrem bevorzugten Feuchtlebensraum bietet. Sie ist berühmt für ihren Balzflug, bei dem das Männchen ein 'Meckern' oder 'Himmelsziegen'-Geräusch erzeugt, das durch vibrierende äußere Schwanzfedern entsteht.

Größe und Lebensdauer

Länge
23-28 cm
Flügelspannweite
39-45 cm
Gewicht
80-140 g (Männchen), 100-180 g (Weibchen)
Lebensdauer
Durchschnittlich 3-5 Jahre, maximal bis zu 12 Jahre in freier Wildbahn
Nahrung
Insekten und deren Larven (insbesondere Mückenlarven, Käfer), Würmer, Schnecken, Spinnen, gelegentlich auch pflanzliches Material wie Samen.

Körperliche Merkmale

Gefieder
Oberseite braun-schwarz gestreift und gefleckt, mit hellen Längsstreifen auf dem Rücken, die eine hervorragende Tarnung bieten. Unterseite weißlich mit brauner Streifung an Brust und Flanken. Der Kopf ist dunkelbraun mit einem hellen Mittelstreifen und zwei hellen Überaugenstreifen.
Schnabelform
Sehr lang (6-7 cm), gerade und dünn, dunkelbraun bis schwarz, an der Basis heller.
Augenfarbe
Dunkelbraun.
Beinfarbe
Grünlich-grau bis gelblich-grün.
Erkennungsmerkmale
Der lange Schnabel, die ausgeprägte Längsstreifung auf dem Kopf und Rücken, die kurzen Beine und die charakteristischen äußeren Schwanzfedern, die beim Balzflug das 'Meckern' erzeugen.
Jugendkleid
Jungvögel ähneln den Altvögeln, haben aber oft ein etwas matteres Gefieder und weniger ausgeprägte helle Streifen auf dem Rücken. Die Federn der Oberseite können schmaler hell gesäumt sein.
Saisonale Veränderungen
Keine signifikanten saisonalen Gefiederänderungen. Das Brutkleid und das Ruhekleid sind sehr ähnlich.
Geschlechtsdimorphismus
Kein ausgeprägter Sexualdimorphismus im Gefieder. Weibchen sind tendenziell geringfügig größer und schwerer als Männchen, was jedoch im Feld nicht erkennbar ist.

Bestimmung

  1. 1

    Größe und Gestalt

    Mittelgroßer Watvogel mit gedrungenem Körper, kurzen Beinen und einem auffallend langen, geraden Schnabel.

  2. 2

    Gefieder

    Kryptisches, braun-schwarz gestreiftes und geflecktes Gefieder auf der Oberseite mit deutlichen hellen Längsstreifen auf dem Rücken. Heller Bauch mit gestreifter Brust und Flanken.

  3. 3

    Kopfzeichnung

    Dunkler Kopf mit einem hellen Mittelstreifen und zwei hellen Überaugenstreifen, die sich bis zum Schnabelansatz ziehen.

  4. 4

    Schnabel

    Der sehr lange, dünne und gerade Schnabel ist ein Schlüsselmerkmal.

  5. 5

    Flugverhalten

    Bei Störung oft zickzackförmiger, schneller Aufstieg, gefolgt von einem geradlinigen Flug. Der Balzflug mit dem 'Meckern' ist unverkennbar.

  6. 6

    Stimme

    Das 'Meckern' im Balzflug und der scharfe 'tschick'-Ruf bei Störung sind charakteristisch.

Lebensraum und Verbreitung

Biome
Feuchtgebiete, Moore, Sümpfe, nasse Wiesen, Bruchwälder, Verlandungszonen von Seen und Flüssen.
Verbreitungsgebiet
Brütet in weiten Teilen der Paläarktis und Nearktis. Überwintert in West- und Südeuropa, Afrika südlich der Sahara, Südasien und im Süden der USA und Mittelamerika.
Höhenverbreitung
Typischerweise in niedrigen Lagen bis etwa 1000 m, kann aber in einigen Gebieten auch in höheren Feuchtgebieten vorkommen.
Bevorzugte Lebensräume
Offene oder halboffene Feuchtgebiete mit dichter, niedriger Vegetation und weichem, schlammigem Boden zum Sondieren mit dem Schnabel.

Verhalten

Aktivitätszeit
Vorwiegend dämmerungsaktiv, aber auch tagsüber und in mondhellen Nächten aktiv, insbesondere während der Balzzeit.
Fressgewohnheiten
Sondiert mit ihrem langen Schnabel im weichen Schlamm und Boden nach Wirbellosen. Der Schnabel ist an der Spitze flexibel und kann sich öffnen, um Beute zu greifen, während der Rest des Schnabels geschlossen bleibt (Rhynchokinese).
Sozialverhalten
Außerhalb der Brutzeit können Bekassinen in kleinen Gruppen oder größeren Schwärmen an geeigneten Rastplätzen auftreten. Während der Brutzeit sind sie eher einzelgängerisch oder paarweise anzutreffen.
Flugmuster
Im Normalflug schnell und geradlinig. Bei Störung fliegt sie oft zickzackförmig auf, um Fressfeinde zu verwirren, und steigt dann schnell in die Höhe. Der Balzflug ist spektakulär, mit hohen Aufstiegen und Sturzflügen, bei denen das 'Meckern' erzeugt wird.
Zugverhalten
Die meisten Populationen sind Zugvögel. Europäische Brutvögel ziehen im Herbst (September-November) in südlichere Überwinterungsgebiete und kehren im Frühjahr (März-April) zurück. Einige Populationen in Westeuropa sind Standvögel.
Territorialverhalten
Männchen verteidigen während der Brutzeit ein Balz- und Brutrevier, oft durch den charakteristischen Balzflug.

Gesang und Rufe

Gesang
Der 'Gesang' der Bekassine ist das sogenannte 'Meckern' oder 'Himmelsziegen'-Geräusch, das während des Balzfluges erzeugt wird. Es ist ein vibratoartiges, summendes Geräusch ('wup-wup-wup-wup'), das durch die Vibration der äußeren Schwanzfedern im Sturzflug entsteht.
Ruf
Ein scharfes, trockenes 'tschick' oder 'ketsch' bei Störung, oft im Flug ausgestoßen. Auch ein wiederholtes 'tik-a-tik-a-tik' kann gehört werden.
Wann er ruft
Das 'Meckern' ist hauptsächlich während der Balzzeit (März bis Juli) zu hören, oft in der Dämmerung und nachts. Warnrufe sind das ganze Jahr über bei Störung zu hören.

Brutverhalten

Brutzeit
April bis Juli, mit einem Höhepunkt im Mai und Juni.
Nistgewohnheiten
Das Nest ist eine flache Mulde am Boden, gut versteckt in dichter Vegetation, oft am Rande von Wasser oder in feuchten Senken. Es wird mit Grashalmen und Pflanzenmaterial ausgekleidet.
Gelegegröße
Meist 4 Eier.
Eibeschreibung
Meist 4 Eier, olivgrün bis bräunlich, stark dunkelbraun bis schwarz gefleckt und gesprenkelt, oft am stumpfen Ende dichter. Größe ca. 39 x 28 mm.
Brutdauer
18-21 Tage, hauptsächlich vom Weibchen bebrütet.
Nestlingsdauer
Die Küken sind Nestflüchter und verlassen das Nest kurz nach dem Schlüpfen. Sie werden nach etwa 19-20 Tagen flügge, sind aber schon vorher selbstständig bei der Nahrungssuche.
Elterliche Fürsorge
Hauptsächlich das Weibchen kümmert sich um die Brut und die Aufzucht der Küken. Gelegentlich kann das Männchen eine zweite Brut betreuen, während das Weibchen die erste Brut führt.

Wo zu finden

Feuchtgebiete

Moore, Sümpfe, nasse Wiesen und Verlandungszonen von Seen und Flüssen sind die bevorzugten Lebensräume.

Brachflächen

Auch auf feuchten Brachflächen oder extensiv genutzten Weiden mit hohem Gras kann man sie finden.

Feldtipps

  1. Geduld und Tarnung. Bekassinen sind sehr gut getarnt und drücken sich bei Gefahr oft flach auf den Boden. Man muss oft sehr nah herangehen oder geduldig warten, bis sie auffliegen.
  2. Achten Sie auf den Balzflug. Während der Brutzeit ist der Balzflug mit dem 'Meckern' das auffälligste Zeichen ihrer Anwesenheit, besonders in der Dämmerung.
  3. Fernglas und Spektiv. Ein gutes Fernglas ist unerlässlich, um die feinen Gefiedermerkmale zu erkennen. Ein Spektiv kann helfen, scheue Vögel aus der Distanz zu beobachten.
  4. Frühe Morgenstunden oder Abenddämmerung. Zu diesen Zeiten sind sie oft am aktivsten und am ehesten zu beobachten.

Ähnliche Arten

Doppelschnepfe

Gallinago media

Die Doppelschnepfe ist größer und kräftiger gebaut, hat einen kürzeren Schnabel und weniger ausgeprägte helle Rückenstreifen. Ihr Balzflug ist weniger spektakulär und sie erzeugt kein 'Meckern'. Im Flug zeigt sie mehr Weiß an den äußeren Schwanzfedern.

Zwergschnepfe

Lymnocryptes minimus

Die Zwergschnepfe ist deutlich kleiner, hat einen kürzeren Schnabel und einen dunkleren Kopf ohne den hellen Mittelstreifen. Ihre Flugweise ist oft geduckter und sie fliegt bei Störung nicht so hoch auf wie die Bekassine. Die hellen Rückenstreifen sind bei der Zwergschnepfe eher gelblich.

Kurzinfos

Auffälligstes Merkmal:
Sehr langer Schnabel und kryptisches Gefieder
Balzruf:
'Meckern' oder 'Himmelsziege' durch Schwanzfedern
Lebensraum:
Feuchte Wiesen, Moore, Sümpfe
Nahrung:
Wirbellose aus dem Schlamm
Flug bei Störung:
Zickzackförmig und schnell

Wissenswertes

  • Der wissenschaftliche Name 'Gallinago' leitet sich vom lateinischen 'gallina' (Huhn) ab, was sich auf ihre gedrungene Körperform bezieht.
  • Die Bekassine kann mit ihrem Schnabel im Boden 'fühlen', wo sich Beute befindet, ohne sie direkt sehen zu müssen.
  • Das 'Meckern' der Bekassine ist eines der bekanntesten und faszinierendsten Geräusche der Vogelwelt in Feuchtgebieten.
  • In einigen Kulturen wurde das Geräusch der Bekassine als 'Geist der Moore' oder 'Stimme der Nacht' interpretiert.

Systematik

Reich
Animalia
Stamm
Chordata
Klasse
Aves
Ordnung
Charadriiformes
Familie
Scolopacidae
Gattung
Gallinago
Art
Gallinago gallinago

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