Birdby LogoBirdby
Eichelhäher (Garrulus glandarius)

Eichelhäher

Least Concern (nicht gefährdet)

Garrulus glandarius

Vogel gesehen? Bestimme ihn sofort mit der Birdby-App

App öffnen

Über den Vogel

Der Eichelhäher ist ein mittelgroßer Singvogel aus der Familie der Rabenvögel, bekannt für sein auffälliges Gefieder und seine Fähigkeit, Eicheln als Wintervorrat zu vergraben. Er spielt eine wichtige Rolle bei der Verbreitung von Eichen.

Größe und Lebensdauer

Länge
32-35 cm
Flügelspannweite
52-58 cm
Gewicht
150-190 g
Lebensdauer
Durchschnittlich 5-7 Jahre, maximal bis zu 16 Jahre in freier Wildbahn
Nahrung
Omnivor (Allesfresser), mit einem Schwerpunkt auf Eicheln, Bucheckern und Haselnüssen im Herbst und Winter. Im Frühjahr und Sommer ernährt er sich von Insekten, Spinnen, kleinen Wirbeltieren (Mäuse, Eidechsen, junge Vögel), Vogeleiern und Beeren.

Körperliche Merkmale

Gefieder
Das Gefieder ist überwiegend rosa-braun gefärbt. Auffällig sind die leuchtend blauen, schwarz gebänderten Flügelfedern (Spiegel), die schwarzen Schwungfedern und der schwarze Schwanz. Der Bürzel ist weiß. Der Kopf zeigt eine helle, oft gestrichelte oder gestreifte Haube und einen markanten schwarzen Bartstreif.
Schnabelform
Der Schnabel ist kräftig, kegelförmig und dunkelgrau bis schwarz gefärbt, gut geeignet zum Knacken von Nüssen und Eicheln.
Augenfarbe
Hellblau bis weißlich, mit einem dunklen Pupillenring
Beinfarbe
Dunkelgrau bis schwarz
Erkennungsmerkmale
Die leuchtend blauen Flügelfedern mit schwarzer Bänderung sind das markanteste Merkmal. Der weiße Bürzel ist im Flug gut sichtbar. Der schwarze Bartstreif und die gestrichelte Kopfzeichnung sind ebenfalls charakteristisch.
Jugendkleid
Jungvögel ähneln den Altvögeln, haben aber oft ein etwas matteres Gefieder, eine weniger ausgeprägte Kopfzeichnung und eine bräunlichere Iris.
Saisonale Veränderungen
Es gibt keine signifikanten saisonalen Gefiederwechsel. Das Gefieder kann im Laufe des Jahres durch Abnutzung etwas matter wirken.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen und Weibchen sind äußerlich nicht zu unterscheiden (monomorph).

Bestimmung

  1. 1

    Gefiederfarbe

    Achten Sie auf das charakteristische rosa-braune Körpergefieder.

  2. 2

    Blauer Flügelfleck

    Das auffälligste Merkmal sind die leuchtend blauen, schwarz gebänderten Flügelfedern (Spiegel), die besonders im Flug gut sichtbar sind.

  3. 3

    Weißer Bürzel

    Im Flug ist der weiße Bürzel oberhalb des Schwanzes ein gutes Erkennungsmerkmal.

  4. 4

    Kopfzeichnung

    Beachten Sie den schwarzen Bartstreif und die helle, oft gestrichelte oder gestreifte Haube.

  5. 5

    Ruf

    Sein lautes, krächzendes "Rätsch" ist unverwechselbar und oft der erste Hinweis auf seine Anwesenheit.

Lebensraum und Verbreitung

Biome
Wälder (Laub-, Nadel- und Mischwälder), Parks, große Gärten, Obstplantagen
Verbreitungsgebiet
Weite Teile Europas, Nordwestafrikas und Asiens bis nach Japan. In Europa ist er weit verbreitet, fehlt aber in Island und Teilen Skandinaviens.
Höhenverbreitung
Von Meereshöhe bis etwa 2000 Meter, in einigen Regionen Asiens auch höher.
Bevorzugte Lebensräume
Bevorzugt Wälder mit einem hohen Anteil an Eichen, da Eicheln eine Hauptnahrungsquelle darstellen. Er ist jedoch sehr anpassungsfähig und kommt auch in anderen Waldtypen und Kulturlandschaften vor, solange ausreichend Bäume und Versteckmöglichkeiten vorhanden sind.

Verhalten

Aktivitätszeit
Tagaktiv (diurnal).
Fressgewohnheiten
Der Eichelhäher ist ein opportunistischer Allesfresser. Im Herbst sammelt er große Mengen an Eicheln, Bucheckern und Haselnüssen, die er einzeln im Boden vergräbt, um Wintervorräte anzulegen. Er erinnert sich an viele dieser Verstecke, aber nicht an alle, was ihn zu einem wichtigen Samenverbreiter macht. Er frisst auch Insekten, Larven, Würmer, Beeren, Früchte, Vogeleier und Nestlinge. Gelegentlich erbeutet er auch kleine Nagetiere oder Reptilien.
Sozialverhalten
Außerhalb der Brutzeit oft in kleinen Gruppen oder Familienverbänden unterwegs, kann aber auch einzeln beobachtet werden. Während der Brutzeit leben sie paarweise und sind territorial.
Flugmuster
Der Flug ist meist wellenförmig und wirkt etwas schwerfällig, mit schnellen Flügelschlägen und kurzen Gleitphasen. Im Wald fliegt er geschickt zwischen den Bäumen hindurch. Bei längeren Strecken ist der Flug direkter.
Zugverhalten
In den meisten Teilen seines Verbreitungsgebietes ist der Eichelhäher ein Standvogel. In Nord- und Osteuropa können Populationen jedoch zu Teilziehern werden, die bei Nahrungsknappheit (insbesondere bei schlechten Eicheljahren) in südlichere oder westlichere Gebiete ziehen (Invasionen).
Territorialverhalten
Während der Brutzeit verteidigt das Brutpaar ein Territorium um das Nest. Außerhalb der Brutzeit sind sie weniger territorial, können aber Futterquellen verteidigen.

Gesang und Rufe

Gesang
Der Eichelhäher hat keinen eigentlichen Gesang im herkömmlichen Sinne. Er ist jedoch ein begabter Imitator und kann die Rufe anderer Vögel (z.B. Mäusebussard, Waldkauz) und sogar andere Geräusche nachahmen.
Ruf
Sein häufigster und bekanntester Ruf ist ein lautes, krächzendes "Rätsch" oder "Schraak", das oft als Warnruf dient. Er hat auch eine Reihe von weicheren, melodischeren Rufen, wie ein pfeifendes "Pjüüh" oder ein gurrendes "Krrruu".
Wann er ruft
Das ganze Jahr über zu hören, besonders aber während der Brutzeit und wenn er sich gestört fühlt.

Brutverhalten

Brutzeit
April bis Juni
Nistgewohnheiten
Das Nest wird von beiden Partnern gebaut, meist hoch in Bäumen oder dichten Büschen, gut versteckt. Es ist eine flache, schalenförmige Konstruktion aus Zweigen, Wurzeln, Moos und Erde, ausgekleidet mit feineren Materialien wie Haaren und Grashalmen.
Gelegegröße
3-7 Eier
Eibeschreibung
3-7 Eier, meist 5-6. Die Eier sind blassgrünlich oder bläulich-grün gefärbt, oft mit feinen braunen oder olivfarbenen Sprenkeln, die am stumpfen Ende dichter sein können. Größe: ca. 31 x 23 mm.
Brutdauer
16-19 Tage, hauptsächlich vom Weibchen bebrütet, während das Männchen Futter bringt.
Nestlingsdauer
19-23 Tage nach dem Schlüpfen verlassen die Jungvögel das Nest, werden aber noch einige Wochen von den Eltern gefüttert.
Elterliche Fürsorge
Beide Elternteile kümmern sich um den Nestbau, die Brut und die Aufzucht der Jungvögel. Das Männchen versorgt das brütende Weibchen mit Nahrung.

Wo zu finden

Eichenwälder

Besonders gute Chancen haben Sie in Wäldern mit einem hohen Anteil an Eichen, da diese seine Hauptnahrungsquelle darstellen.

Mischwälder und Parks

Auch in anderen Waldtypen, größeren Parks und Gärten mit altem Baumbestand ist er häufig anzutreffen.

Waldränder

Oft an Waldrändern oder in der Nähe von Hecken und Gebüschen, wo er Deckung findet und nach Nahrung sucht.

Feldtipps

  1. Achten Sie auf Geräusche. Der Eichelhäher ist oft eher zu hören als zu sehen. Sein lauter, krächzender Ruf ist ein guter Indikator für seine Anwesenheit.
  2. Beobachten Sie sein Verhalten. Im Herbst können Sie ihn dabei beobachten, wie er Eicheln sammelt und vergräbt. Er ist oft scheu, aber neugierig.
  3. Suchen Sie nach blauen Federn. Manchmal findet man die charakteristischen blauen Flügelfedern am Boden, was ein Hinweis auf seine Anwesenheit ist.
  4. Geduld und Tarnung. Da er oft scheu ist, hilft es, sich ruhig zu verhalten und gegebenenfalls eine Tarnung zu nutzen, um ihn aus der Nähe zu beobachten.

Ähnliche Arten

Tannenhäher

Nucifraga caryocatactes

Der Tannenhäher ist dunkler braun, stark weiß gefleckt und hat keinen blauen Flügelfleck. Sein Schnabel ist länger und spitzer. Er ist stärker an Nadelwälder gebunden und ernährt sich hauptsächlich von Zirbelnüssen und Haselnüssen.

Elster

Pica pica

Die Elster ist deutlich schwarz-weiß gefärbt mit einem sehr langen Schwanz und metallisch glänzenden Partien im Gefieder. Sie hat keine blauen Flügelflecken und ist schlanker gebaut.

Kurzinfos

Nahrungsspezialist:
Im Herbst spezialisiert auf Eicheln, Bucheckern und Haselnüsse.
Samenverbreiter:
Spielt eine entscheidende Rolle bei der Verbreitung von Eichen durch das Vergraben von Eicheln.
Stimme:
Lautes, krächzendes "Rätsch" und Fähigkeit zur Imitation anderer Vogelrufe.
Auffälliges Merkmal:
Leuchtend blaue, schwarz gebänderte Flügelfedern.
Verhalten:
Scheu, aber neugierig und intelligent.

Wissenswertes

  • Ein einziger Eichelhäher kann im Herbst Tausende von Eicheln vergraben und so einen wichtigen Beitrag zur Waldverjüngung leisten.
  • Er ist bekannt für seine Fähigkeit, die Rufe anderer Vögel und sogar menschliche Geräusche zu imitieren, was ihn zu einem Meister der Tarnung macht.
  • Der Eichelhäher kann bis zu neun Eicheln gleichzeitig transportieren: eine im Schnabel, eine im Kehlsack und bis zu sieben weitere im Ösophagus.
  • Sein wissenschaftlicher Name 'Garrulus glandarius' bedeutet wörtlich 'schwatzhafter Eichelsammler', was seine beiden bekanntesten Eigenschaften treffend beschreibt.

Systematik

Reich
Animalia
Stamm
Chordata
Klasse
Aves
Ordnung
Passeriformes
Familie
Corvidae
Gattung
Garrulus
Art
Garrulus glandarius

Den Eichelhäher entdecken

Vögel überall bestimmen

Kostenlos auf iOS, Android und Web. Foto- und Tonbestimmung, vollständige Artendatenbank und deine persönliche Liste.

In der App öffnen