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Sterntaucher (Gavia stellata)

Sterntaucher

Least Concern (nicht gefährdet)

Gavia stellata

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Über den Vogel

Der Sterntaucher ist der kleinste und leichteste Vertreter der Seetaucher. Er ist ein Zugvogel, der in arktischen und subarktischen Regionen brütet und in gemäßigteren Küstengewässern überwintert. Er ist bekannt für seinen schlanken Hals, den oft nach oben gerichteten Schnabel und seine Fähigkeit, tief und lange zu tauchen. Im Brutkleid ist er durch einen roten Kehlfleck und eine gestreifte Nackenpartie gekennzeichnet.

Größe und Lebensdauer

Länge
53-69 cm
Flügelspannweite
105-120 cm
Gewicht
1000-2500 g
Lebensdauer
Bis zu 20 Jahre
Nahrung
Fischfresser (piscivor)

Körperliche Merkmale

Gefieder
Brutkleid: Kopf und Hals grau, mit feinen schwarzen Streifen am Hinterhals. Auffälliger rotbrauner Kehlfleck. Oberseite dunkelbraun bis schwarz mit feinen weißen Sprenkeln, die im Flug als helle Bänder erscheinen können. Unterseite weiß. Ruhekleid: Oberseite dunkelgrau bis braun, Unterseite weiß. Kopf und Hals weißlich mit dunklem Scheitel und Nacken. Keine roten Kehlfleck. Jungvögel ähneln dem Ruhekleid der Erwachsenen, sind aber insgesamt bräunlicher und haben eine weniger ausgeprägte Zeichnung.
Schnabelform
Schlank, dolchartig und oft leicht nach oben gebogen. Im Brutkleid dunkelgrau bis schwarz, im Ruhekleid heller, oft mit heller Basis.
Augenfarbe
Dunkelrot bis braun bei Erwachsenen, bei Jungvögeln eher braun.
Beinfarbe
Dunkelgrau bis schwarz, Schwimmhäute zwischen den Zehen.
Erkennungsmerkmale
Kleiner als andere Seetaucher, schlanker Hals, oft nach oben gerichteter Schnabel, im Brutkleid roter Kehlfleck. Im Flug sind die Füße nicht weit über den Schwanz hinausgestreckt, was ihn von anderen Seetauchern unterscheidet. Der Kopf wird im Flug oft leicht nach unten gehalten, was ihm ein 'buckliges' Aussehen verleiht.
Jugendkleid
Jungvögel ähneln dem Ruhekleid der Erwachsenen, sind aber insgesamt bräunlicher auf der Oberseite mit weniger deutlichen hellen Sprenkeln. Der Schnabel ist oft heller und weniger stark nach oben gebogen. Der Hals ist weniger gestreift.
Saisonale Veränderungen
Deutlicher Wechsel zwischen Brutkleid (Sommer) und Ruhekleid (Winter). Das Brutkleid ist durch den roten Kehlfleck und die gestreifte Nackenpartie gekennzeichnet, während im Ruhekleid diese Merkmale fehlen und der Vogel eine eher schlichte, graubraune Oberseite und weiße Unterseite aufweist.
Geschlechtsdimorphismus
Kein ausgeprägter Sexualdimorphismus in Größe oder Gefiederfärbung. Männchen sind tendenziell geringfügig größer und schwerer als Weibchen.

Bestimmung

  1. 1

    Größe und Gestalt

    Der kleinste Seetaucher. Wirkt schlank mit einem dünnen Hals und einem oft leicht nach oben gerichteten Schnabel. Im Flug ist der Kopf oft leicht nach unten geneigt.

  2. 2

    Brutkleid (Sommer)

    Achten Sie auf den charakteristischen rotbraunen Kehlfleck und die feine schwarz-weiße Streifung am Hinterhals. Der Kopf ist grau.

  3. 3

    Ruhekleid (Winter)

    Oberseite dunkelgrau/braun, Unterseite weiß. Kopf und Hals weißlich mit dunklem Scheitel und Nacken. Der Schnabel ist oft heller als im Brutkleid.

  4. 4

    Schnabelform

    Schlank, dolchartig und oft leicht nach oben gebogen, besonders im Vergleich zu den geraderen Schnäbeln anderer Seetaucher.

  5. 5

    Flugbild

    Im Flug sind die Füße nicht weit über den Schwanz hinausgestreckt. Der Kopf wird oft leicht nach unten gehalten, was ihm ein 'buckliges' Aussehen verleiht. Kräftiger, geradliniger Flug.

  6. 6

    Rufe

    Das klagende, heulende 'Wolfsgeheul' ist ein sehr charakteristisches Merkmal, besonders in den Brutgebieten.

Lebensraum und Verbreitung

Biome
Arktische und subarktische Tundra, boreale Wälder, Küstengewässer, offenes Meer.
Verbreitungsgebiet
Brütet in der Arktis und Subarktis Eurasiens und Nordamerikas. Überwintert an den Küsten Europas (einschließlich Nord- und Ostsee), Nordamerikas und Asiens, südlich bis zu den gemäßigten Zonen.
Höhenverbreitung
Meereshöhe bis zu niedrigen Höhen in der Tundra.
Bevorzugte Lebensräume
Brutgebiete: Flache Süßwasserseen, Teiche und Tümpel in der Tundra, oft mit dichter Ufervegetation. Überwinterungsgebiete: Küstengewässer, Ästuare, Buchten, seltener auf größeren Binnenseen.

Verhalten

Aktivitätszeit
Tagaktiv.
Fressgewohnheiten
Taucht nach Fischen, die er unter Wasser jagt. Hauptsächlich kleine Schwarmfische wie Heringe, Dorsche, Sandaale. Gelegentlich auch Krebstiere und Weichtiere. Tauchgänge dauern typischerweise 30-60 Sekunden, können aber auch länger sein.
Sozialverhalten
Brütet einzeln oder in lockeren Kolonien. Außerhalb der Brutzeit oft einzeln oder in kleinen Gruppen auf dem Meer zu sehen. Bildet während des Zugs und in den Überwinterungsgebieten manchmal größere Ansammlungen.
Flugmuster
Im Flug kräftig und geradlinig mit schnellen Flügelschlägen. Benötigt eine lange Anlaufstrecke auf dem Wasser zum Starten. Im Flug sind die Füße nicht weit über den Schwanz hinausgestreckt, der Kopf wird oft leicht nach unten gehalten. Wirkt im Flug schlanker als andere Seetaucher.
Zugverhalten
Langstreckenzieher. Zieht im Herbst von den arktischen Brutgebieten in südlichere Überwinterungsgebiete an den Küsten. Der Frühjahrszug erfolgt im März/April, der Herbstzug von September bis November.
Territorialverhalten
Verteidigt ein Brutrevier um den Nistplatz, insbesondere gegenüber Artgenossen und Prädatoren.

Gesang und Rufe

Gesang
Der Gesang ist eine Reihe von klagenden, heulenden Rufen, die oft als 'klagendes Heulen' oder 'Wolfsgeheul' beschrieben werden. Er wird hauptsächlich während der Brutzeit geäußert und dient der Revierabgrenzung und Partnerfindung.
Ruf
Verschiedene Rufe: Ein kurzes, gackerndes 'karr-arr-arr' bei Erregung oder als Warnruf. Ein hohes, pfeifendes 'kuii' oder 'kui-kui' im Flug oder bei der Kommunikation zwischen Partnern. Ein tiefes, gutturales Knurren bei Bedrohung.
Wann er ruft
Hauptsächlich während der Brutzeit, aber auch während des Zugs und in den Überwinterungsgebieten können Rufe gehört werden, insbesondere bei Störung oder zur Kommunikation.

Brutverhalten

Brutzeit
Mai bis August, abhängig von der geografischen Lage und dem Schmelzen des Eises.
Nistgewohnheiten
Nistet einzeln oder in lockeren Kolonien. Das Nest ist eine flache Mulde, oft nur eine Vertiefung im Boden, die mit Pflanzenmaterial ausgekleidet ist. Es wird meist sehr nah am Wasser auf kleinen Inseln, Halbinseln oder am Ufer von Süßwasserseen und Teichen gebaut, um einen schnellen Zugang zum Wasser zu ermöglichen.
Gelegegröße
1-3 Eier (durchschnittlich 2)
Eibeschreibung
1-3 (meist 2) Eier, oval, olivbraun bis dunkelbraun mit dunklen Flecken und Kritzeln.
Brutdauer
24-29 Tage, beide Eltern brüten.
Nestlingsdauer
38-48 Tage. Die Küken sind Nestflüchter und verlassen das Nest kurz nach dem Schlüpfen, werden aber noch lange von den Eltern gefüttert und betreut.
Elterliche Fürsorge
Beide Elternteile beteiligen sich am Brutgeschäft, der Aufzucht und Fütterung der Küken. Die Küken werden oft auf dem Rücken der Eltern transportiert, um sie vor Kälte und Prädatoren zu schützen.

Wo zu finden

Brutgebiete

Flache Süßwasserseen und Teiche in der arktischen und subarktischen Tundra, oft mit dichter Ufervegetation. Island, Skandinavien, Sibirien, Alaska, Kanada.

Überwinterungsgebiete

Küstengewässer, Ästuare und Buchten der Nord- und Ostsee, Atlantikküste Europas und Nordamerikas, Pazifikküste Asiens und Nordamerikas. Seltener auf großen Binnenseen.

Feldtipps

  1. Fernglas und Spektiv. Unerlässlich für die Beobachtung auf offener See oder großen Gewässern, da Sterntaucher oft weit draußen sind.
  2. Geduld. Seetaucher verbringen viel Zeit unter Wasser. Warten Sie, bis der Vogel wieder auftaucht, um ihn genau zu identifizieren.
  3. Achten Sie auf den Schnabel. Die leicht nach oben gerichtete Schnabelhaltung ist ein gutes Erkennungsmerkmal, besonders im Ruhekleid.
  4. Flugbild beobachten. Wenn der Vogel fliegt, achten Sie auf die Position der Füße und die Haltung des Kopfes, um ihn von anderen Seetauchern zu unterscheiden.
  5. Rufe kennenlernen. Besonders in den Brutgebieten können die charakteristischen Rufe eine wichtige Hilfe bei der Identifizierung sein.

Ähnliche Arten

Prachttaucher

Gavia arctica

Der Prachttaucher ist größer und kräftiger gebaut. Im Brutkleid hat er einen grauen Kopf und Nacken, aber keinen roten Kehlfleck. Stattdessen besitzt er ein auffälliges schwarz-weiß gestreiftes Muster an den Halsseiten und einen violett-grün glänzenden Kehlfleck. Sein Schnabel ist gerader und kräftiger. Im Flug sind die Füße weiter über den Schwanz hinausgestreckt.

Eistaucher

Gavia immer

Der Eistaucher ist deutlich größer und massiger als der Sterntaucher. Im Brutkleid hat er einen schwarzen Kopf und Hals mit einem auffälligen schwarz-weiß gestreiften Halsring und einem Schachbrettmuster auf dem Rücken. Sein Schnabel ist sehr kräftig und gerade. Im Flug sind die Füße weit über den Schwanz hinausgestreckt.

Gelbschnabeltaucher

Gavia adamsii

Der Gelbschnabeltaucher ist ebenfalls größer als der Sterntaucher und ähnelt dem Eistaucher im Brutkleid, unterscheidet sich aber durch seinen auffällig gelben, oft leicht nach oben gebogenen Schnabel. Er hat ebenfalls einen schwarzen Kopf und Hals mit einem gestreiften Halsring.

Kurzinfos

Größe:
Kleinster Seetaucher
Schnabel:
Schlank, oft leicht nach oben gebogen
Brutkleid:
Roter Kehlfleck
Lebensraum:
Arktische Tundra (Brut), Küstengewässer (Winter)
Nahrung:
Fisch
Flug:
Füße nicht weit über Schwanz hinausragend

Wissenswertes

  • Der Sterntaucher ist der einzige Seetaucher, der in der Lage ist, direkt vom Land aus zu starten, obwohl er dies selten tut. Andere Seetaucher benötigen eine Anlaufstrecke auf dem Wasser.
  • Sein wissenschaftlicher Name 'Gavia stellata' bedeutet 'Sternen-Seetaucher', was sich auf die feinen weißen Sprenkel auf seinem Rücken im Brutkleid beziehen könnte.
  • Sterntaucher sind hervorragende Taucher und können bis zu 90 Sekunden unter Wasser bleiben, um Fische zu jagen.
  • Die Küken werden oft auf dem Rücken der Eltern transportiert, um sie vor Kälte und Prädatoren wie Raubmöwen zu schützen.

Systematik

Reich
Animalia
Stamm
Chordata
Klasse
Aves
Ordnung
Gaviiformes
Familie
Gaviidae
Gattung
Gavia
Art
Gavia stellata

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