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Mittelsäger (Mergus serrator)

Mittelsäger

Nicht gefährdet (LC) – Status laut IUCN Roter Liste

Mergus serrator

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Über den Vogel

Der Mittelsäger ist eine mittelgroße Entenart und gehört zur Unterfamilie der Meerenten und Säger. Er ist bekannt für seinen dünnen, gezackten Schnabel, der ihm beim Fangen von Fischen hilft. Die Männchen sind im Prachtkleid sehr auffällig gefärbt, während Weibchen und Jungvögel matter sind. Sie sind Zugvögel und kommen hauptsächlich in nördlichen Breiten vor, brüten in Süßwassergebieten und überwintern an Küsten.

Größe und Lebensdauer

Länge
52-62 cm
Flügelspannweite
70-86 cm
Gewicht
800-1350 g (Männchen), 750-1200 g (Weibchen)
Lebensdauer
Bis zu 10-14 Jahre
Nahrung
Vorwiegend kleine Fische (z.B. Stichlinge, Aale, junge Heringe), Krebstiere, Insektenlarven

Körperliche Merkmale

Gefieder
Männchen im Prachtkleid: Grünlich-schwarzer Kopf mit Schopf, weißer Halsring und Brust mit schwarz-roter Sprenkelung, dunkler Rücken, weiße Flanken mit feiner dunkler Strichelung, roter Schnabel und rote Füße. Weibchen und Jungvögel: Rostbrauner Kopf mit zerzaustem Schopf, weißer Kehlfleck, grauer Körper, rote Schnabel- und Beinfarbe weniger intensiv als bei Männchen. Im Schlichtkleid ähnelt das Männchen dem Weibchen, behält aber oft einen dunkleren Rücken und Reste des Brustbands.
Schnabelform
Schmal, lang, spitz zulaufend mit sägeartigen Lamellen entlang der Kanten zur Sicherung der Beute.
Augenfarbe
Rot bis rotorange bei adulten Vögeln, dunkler bei Jungvögeln.
Beinfarbe
Leuchtend rot bis orangerot bei adulten Vögeln, matter bei Jungvögeln.
Erkennungsmerkmale
Zerzauster Schopf am Hinterkopf bei beiden Geschlechtern, gezackter Schnabel, im Flug sichtbare weiße Flügelfelder (zwei bei Männchen, eines bei Weibchen).
Jugendkleid
Ähnlich dem Weibchen, aber generell matter gefärbt, mit einem weniger ausgeprägten Schopf und blasseren Schnabel- und Beinfarben. Die Augen sind dunkler.
Saisonale Veränderungen
Männchen durchlaufen nach der Brutzeit eine Mauser ins Schlichtkleid (Juli-September), das dem Weibchen ähnelt. Im Herbst entwickeln sie wieder das Prachtkleid für die Balz im Winter und Frühjahr.
Geschlechtsdimorphismus
Deutlich ausgeprägt im Prachtkleid der Männchen durch die kontrastreiche Färbung von Kopf, Brust und Flanken. Im Schlichtkleid und bei Jungvögeln ist der Unterschied weniger markant.

Bestimmung

  1. 1

    Schopf

    Auffälliger zerzauster Schopf am Hinterkopf bei beiden Geschlechtern, besonders ausgeprägt beim Weibchen.

  2. 2

    Schnabelform

    Charakteristischer dünner, nadelförmiger, rotbrauner Schnabel mit sägeartigen Lamellen.

  3. 3

    Männchen im Prachtkleid

    Grünlich-schwarzer Kopf mit Schopf, rostbraun gesprenkelte Brust, weißer Halsring, weiße Flanken mit feiner dunkler Strichelung.

  4. 4

    Weibchen

    Rostbrauner Kopf mit zerzaustem Schopf, weißer Kehlfleck, grauer Körper.

  5. 5

    Flugbild

    Schneller Flügelschlag, langgestreckter Körper; Männchen mit zwei großen weißen Flügelfeldern, Weibchen und Jungvögel mit einem weißen Flügelfeld.

Lebensraum und Verbreitung

Biome
Brütet in borealen Wäldern und Tundren, überwintert an Meeresküsten, Ästuaren und großen Binnengewässern.
Verbreitungsgebiet
Holarktisch verbreitet. Brütet in Nordamerika, Grönland, Island, Skandinavien, Sibirien. Überwintert südlich davon an den Küsten Europas, Nordafrikas, des Nahen Ostens, Asiens und Nordamerikas.
Höhenverbreitung
Meist auf Meereshöhe bis zu niedrigen Höhenlagen in Küstennähe oder an größeren Flüssen und Seen.
Bevorzugte Lebensräume
Brutgebiete: Süßwasserseen, Flüsse, Moore, Tundra mit Baumbestand in der Nähe von Wasser. Überwinterungsgebiete: Salzwasser wie Küsten, Buchten, Ästuare, aber auch große, fischreiche Süßwasserseen.

Verhalten

Aktivitätszeit
Tagaktiv, insbesondere am Morgen und späten Nachmittag auf Nahrungssuche.
Fressgewohnheiten
Taucht nach Fischen, Krebstieren und aquatischen Insekten. Benutzt seinen gezackten Schnabel, um glitschige Beute sicher zu halten. Tauchgänge dauern meist 10-30 Sekunden. Jagen oft in kleinen Gruppen oder einzeln.
Sozialverhalten
Außerhalb der Brutzeit gesellig, bildet im Winterhalbjahr oft größere Schwärme, manchmal gemischt mit anderen Entenarten. Während der Brutzeit eher einzelgängerisch oder in Paaren.
Flugmuster
Schneller, direkter Flug mit schnellen Flügelschlägen. Im Flug ist der langgestreckte Hals und Körper sowie die weißen Flügelfelder (besonders bei Männchen) auffällig. Fliegen oft niedrig über dem Wasser
Zugverhalten
Ein obligater Langstreckenzieher. Die Populationen bewegen sich von ihren nördlichen Brutgebieten im Herbst in südlichere Überwinterungsgebiete und kehren im Frühjahr zurück.
Territorialverhalten
Während der Brutzeit verteidigen Paare ein Brutrevier, insbesondere das unmittelbare Umfeld des Nistplatzes. In den Winterquartieren gibt es keine ausgeprägte Territorialität.

Gesang und Rufe

Gesang
Das Männchen gibt während der Balz eine Serie weicher, rasselnder Laute von sich, gefolgt von einem Pfeifen. Es ist kein ausgeprägter Gesang im eigentlichen Sinne.
Ruf
Beide Geschlechter geben meist leise, hühnerartige Laute von sich. Ein charakteristisches, raues 'krrr krrr' oder 'karr-karr' ist zu hören, besonders bei Erregung oder als Kontaktruf. Weibchen haben einen krächzenden Alarmruf.
Wann er ruft
Am häufigsten während der Balzzeit (Winter/Frühjahr) und während der Brutzeit zur Kommunikation zwischen Partnern oder bei Störung.

Brutverhalten

Brutzeit
Mai bis Juli
Nistgewohnheiten
Nistet am Boden, oft gut versteckt in dichter Vegetation unter Büschen, zwischen Felsen, manchmal auch in Baumhöhlen oder verlassenen Bauten anderer Tiere. Das Nest ist eine flache Mulde, ausgekleidet mit Pflanzenmaterial und Daunen.
Gelegegröße
6-10 Eier, durchschnittlich 7-9.
Eibeschreibung
6-10 Eier, grünlich-oliv bis bräunlich-beige, ohne Flecken.
Brutdauer
28-35 Tage, nur das Weibchen brütet.
Nestlingsdauer
Die Jungvögel sind Nestflüchter und folgen der Mutter kurz nach dem Schlüpfen. Sie werden nach etwa 60-65 Tagen flügge, sind aber schon vorher selbstständig in der Nahrungssuche.
Elterliche Fürsorge
Nur das Weibchen kümmert sich um die Brut und führt die Küken. Männchen verlassen das Brutgebiet oft frühzeitig, um in geeigneten Gebieten die Mauser zu vollziehen.

Wo zu finden

Brutgebiete

Süßwasserseen und Flüsse in borealen Wald- und Tundrengebieten Nordamerikas, Skandinaviens, Sibiriens und auf Island/Grönland. Oft in der Nähe von dichter Ufervegetation.

Überwinterungsgebiete

Meeresküsten, Ästuare und große fischreiche Binnengewässer in milderen Klimazonen, einschließlich der Küsten Westeuropas, der Ostsee und des Mittelmeers.

Feldtipps

  1. Zeitpunkt. Am besten während der Migration (Frühjahr und Herbst) und im Winterhalbjahr an den Küsten zu beobachten. Im Sommer in den nördlichen Brutgebieten.
  2. Verhalten. Achten Sie auf Tauchgänge zum Fischfang. Sie sind oft in kleinen Gruppen oder einzeln unterwegs und tauchen synchron auf.
  3. Mischschwärme. Suchen Sie in Schwärmen anderer Entenarten, insbesondere Meerenten, entlang der Küsten, da Mittelsäger oft mit diesen assoziiert sind.
  4. Bestimmung des Geschlechts. Achten Sie auf die Kopfform, den Schopf und die Farbe der Brust. Männchen im Prachtkleid sind unverwechselbar.

Ähnliche Arten

Gänsesäger

Mergus merganser

Der Gänsesäger ist größer, hat einen kräftigeren, kürzeren und meist rein roten Schnabel (Männchen: rot, Weibchen: braun-rot mit dunkler Spitze). Das Männchen des Gänsesägers hat einen reinweißen Körper ohne Strichelung auf den Flanken und keinen Schopf (glatter Kopf), während das Weibchen einen schärfer abgegrenzten rostbraunen Kopf vom weißen Hals hat. Der Mittelsäger-Männchen hat immer einen Schopf, eine gestrichelte Brust und Flanken. Weibchen des Mittelsägers haben einen zerzausteren Schopf und sind insgesamt matter gefärbt als Gänsesäger-Weibchen.

Kurzinfos

Maximale Tauchtiefe:
Bekannt bis zu 10 Meter, gelegentlich tiefer
Durchschnittliche Fluggeschwindigkeit:
Bis zu 80 km/h
Anzahl an Unterarten:
Zwei anerkannte Unterarten (Mergus serrator serrator, Mergus serrator schicharevi)

Wissenswertes

  • Der wissenschaftliche Name 'serrator' bedeutet 'Säger' und bezieht sich auf die sägeartigen Lamellen des Schnabels, die zum Festhalten der Beute dienen.
  • Mittelsäger sind ausgezeichnete Taucher und Jäger unter Wasser, oft können sie ihre Beute unter Wasser über weite Strecken verfolgen.
  • Junge Mittelsäger sind Nestflüchter und können schon kurz nach dem Schlüpfen schwimmen und tauchen.

Systematik

Reich
Animalia
Stamm
Chordata
Klasse
Aves
Ordnung
Anseriformes
Familie
Anatidae
Gattung
Mergus
Art
Mergus serrator

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