Vogel gesehen? Bestimme ihn sofort mit der Birdby-App
App öffnenÜber den Vogel
Der Schwarzmilan ist ein mittelgroßer Greifvogel mit einem leicht gegabelten Schwanz, der im Flug oft gespreizt wird. Er zeichnet sich durch seine überwiegend dunkelbraune Färbung aus und ist in weiten Teilen der Alten Welt verbreitet. Er ist ein opportunistischer Jäger und Aasfresser, oft in der Nähe von Wasser und menschlichen Siedlungen zu finden.
Größe und Lebensdauer
- Länge
- 48-58 cm
- Flügelspannweite
- 130-155 cm
- Gewicht
- 630-940 g (Männchen), 750-1050 g (Weibchen)
- Lebensdauer
- Bis zu 25 Jahre in Gefangenschaft, in freier Wildbahn etwa 10-15 Jahre
- Nahrung
- Vielfältig, hauptsächlich Aas, Fisch, kleine Säugetiere, Vögel, Reptilien, Amphibien und große Insekten. Er jagt oft an Wasserläufen und Mülldeponien.
Körperliche Merkmale
- Gefieder
- Der Schwarzmilan hat ein überwiegend dunkelbraunes Gefieder mit leicht helleren Federn an der Unterseite. Die Flügel sind breit und leicht gewinkelt, die Handschwingen haben hellere Basen, die im Flug einen hellen Fleck bilden können. Der Schwanz ist nur leicht gegabelt und kann im Flug fast gerade wirken. Männchen und Weibchen haben ein ähnliches Gefieder.
- Schnabelform
- Der Schnabel ist hakenförmig und kräftig, typisch für Greifvögel, meist dunkelgrau bis schwarz.
- Augenfarbe
- Die Iris ist dunkelbraun.
- Beinfarbe
- Die Beine und Füße sind gelb.
- Erkennungsmerkmale
- Neben der Gesamtgröße und der dunkelbraunen Färbung ist das Erkennungsmerkmal im Flug der leicht gegabelte Schwanz und die helleren Felder an den Handschwingen. Er fliegt oft mit langsamen Flügelschlägen und gleitet kreisend, wobei er die Flügel leicht V-förmig hält.
- Jugendkleid
- Jungvögel sind insgesamt fleckiger und heller gefärbt als Altvögel. Ihr Gefieder hat oft helle Säume, wodurch sie ein schuppigeres Aussehen erhalten. Ihr Schwanz ist oft weniger stark gegabelt oder fast gerade.
- Saisonale Veränderungen
- Keine markanten saisonalen Änderungen im Gefieder. Lediglich eine leichte Abnutzung des Gefieders vor der Mauser kann das Aussehen beeinflussen.
- Geschlechtsdimorphismus
- Gering, Weibchen sind im Durchschnitt etwas größer und schwerer als Männchen, aber in der Gefiederfärbung kaum zu unterscheiden.
Bestimmung
- 1
Schwanzform
Achten Sie auf den leicht gegabelten Schwanz, der im Flug oft gespreizt und gedreht wird. Beim Rotmilan ist die Gabelung deutlich tiefer.
- 2
Gefiederfarbe
Das überwiegend dunkelbraune Gefieder ohne auffällige Rottöne ist charakteristisch, im Gegensatz zum rostbraunen Rotmilan.
- 3
Flügelunterseite
Suchen Sie nach den helleren Flecken an den Basen der Handschwingen, die im Flug oft sichtbar sind, aber nicht so deutlich weiß wie beim Rotmilan.
- 4
Flugbild
Er gleitet und kreist oft mit leicht angewinkelten Flügeln, die leicht V-förmig gehalten werden. Dies ist ein wichtiger Hinweis auf den Schwarzmilan.
- 5
Rufe
Das trillernde, pfeifende 'wiieh-i-iih' ist ein unverwechselbares Merkmal und unterscheidet sich deutlich von den Rufen anderer Greifvögel.
Lebensraum und Verbreitung
- Biome
- Umfasst gemäßigte Zonen, tropische und subtropische Gebiete, von Wäldern und Savannen bis zu Wüstenrandgebieten.
- Verbreitungsgebiet
- Weit verbreitet in Eurasien, Afrika, Australien und Ozeanien. In Europa ein Brutvogel in weiten Teilen Mittel- und Südeuropas, kommt aber auch in Osteuropa vor. Im Winter ziehen die europäischen Populationen nach Afrika.
- Höhenverbreitung
- Meist in tieferen Lagen und Hügelländern bis etwa 1000 Meter, kann aber auch höher in Gebirgsregionen vorkommen.
- Bevorzugte Lebensräume
- Bevorzugt offene Landschaften mit Gewässern wie Flüssen, Seen oder Stauseen. Er ist oft in der Nähe von Wäldern, Feldrainen, menschlichen Siedlungen und Aasfundstellen zu finden. Auch in Agrarlandschaften und an Mülldeponien.
Verhalten
- Aktivitätszeit
- Tagaktiv. Seine aktivste Zeit ist in den Morgenstunden und am späten Nachmittag.
- Fressgewohnheiten
- Der Schwarzmilan ist ein opportunistischer Jäger und Aasfresser. Er ernährt sich hauptsächlich von Aas, erbeutet aber auch Fische (oft kranke oder tote), kleine Säugetiere, Vögel, Reptilien, Amphibien und große Insekten. Er ist bekannt dafür, geschickt Aas und Abfälle zu finden, oft in der Nähe von Wasser oder menschlichen Aktivitäten. Er stürzt sich oft ins Wasser, um Fisch zu ergreifen, ohne ganz nass zu werden.
- Sozialverhalten
- Oft gesellig, besonders außerhalb der Brutzeit. Schwarzmilane können in großen Schwärmen an Aasfundstellen oder Schlafplätzen zusammenkommen. Während der Brutzeit verteidigen sie ein Territorium, sind aber nicht strikt einzelgängerisch.
- Flugmuster
- Der Flug ist oft langsam und kreisend, mit ruhigen Flügelschlägen und ausgedehnten Gleitphasen. Die Flügel werden im Gleitflug leicht V-förmig gehalten. Der leicht gegabelte Schwanz wird häufig zur Steuerung eingesetzt und kann im Flug gedreht und gespreizt werden.
- Zugverhalten
- Die europäischen Populationen sind ausgeprägte Zugvögel und überwintern hauptsächlich in Afrika südlich der Sahara. Sie ziehen in großen Gruppen. Asiatische und afrikanische Populationen können Standvögel oder Teilzieher sein.
- Territorialverhalten
- Während der Brutzeit verteidigt das Brutpaar ein spezifisches Territorium rund um das Nest, insbesondere gegen Artgenossen und andere Greifvögel.
Gesang und Rufe
- Gesang
- Der Schwarzmilan hat keinen eigentlichen Gesang. Seine Rufe sind die wichtigsten Lautäußerungen.
- Ruf
- Ein charakteristischer Ruf ist ein trillerndes, pfeifendes 'wiieh-i-iih' oder 'kre-kre-kre-krrriih', das oft abwärts gerichtet ist. Bei Gefahr oder Erregung kann er auch schrillere Rufe von sich geben. Die Rufe sind weniger kräftig und rauer als die des Rotmilans.
- Wann er ruft
- Am häufigsten während der Brutzeit im Frühjahr und Sommer, aber auch auf dem Zug und an Schlafplätzen sind Rufe zu hören.
Brutverhalten
- Brutzeit
- Beginnt in Europa meist im April und dauert bis Juli. Die Eiablage erfolgt in Mitteleuropa typischerweise von Ende April bis Mai.
- Nistgewohnheiten
- Das Nest wird meist hoch auf Bäumen gebaut, oft in Flussniederungen oder Waldrandbereichen. Es ist ein großer Bau aus Ästen und Zweigen, oft mit allerlei menschlichem Abfall wie Lumpen, Plastik oder Papier ausgekleidet und verziert.
- Gelegegröße
- Meist 2-3 Eier, selten 1 oder 4.
- Eibeschreibung
- 2-4 Eier pro Gelege. Die Eier sind mattweiß oder bläulich-weiß mit bräunlichen oder rötlich-braunen Flecken und Kritzeln.
- Brutdauer
- Etwa 30-32 Tage pro Ei, hauptsächlich vom Weibchen bebrütet.
- Nestlingsdauer
- Die Jungvögel sind nach etwa 42-45 Tagen flügge, bleiben aber noch für einige Zeit in der Nähe der Eltern und werden gefüttert.
- Elterliche Fürsorge
- Beide Elternteile versorgen die Jungvögel. Das Männchen versorgt das Weibchen während der Brutzeit mit Nahrung, beide jagen nach dem Schlüpfen der Jungvögel.
Wo zu finden
Flusslandschaften
Entlang von Flüssen und größeren Bächen, meist in Altholzbeständen oder an Uferbereichen, wo sie nach Fisch oder Aas suchen.
Seen und Stauseen
An den Ufern von stehenden Gewässern, wo sie nach toten oder geschwächten Fischen suchen können.
Agrarlandschaften
In offenen Feldern und Wiesen mit Baumbeständen in der Nähe, besonders wenn dort auch Vieh gehalten wird und Aas anfällt.
Mülldeponien und Siedlungsränder
In wärmeren Regionen oder in der Nähe von größeren Städten nutzen sie oft Deponien als Nahrungsquelle, besonders wenn diese offen zugänglich sind.
Feldtipps
- Nach kreisenden Vögeln Ausschau halten. Schwarzmilane kreisen oft hoch am Himmel, besonders an warmen Tagen, um Thermik auszunutzen oder nach Nahrung Ausschau zu halten.
- Uferbereiche absuchen. Konzentrieren Sie sich auf Flüsse, Seen und Stauseen. Schwarzmilane sind häufig über dem Wasser zu sehen, wie sie Fische oder andere Nahrung von der Oberfläche aufnehmen.
- Auf Rufe achten. Lernen Sie den charakteristischen trillernden Ruf kennen. Oft sind die Vögel zuerst zu hören, bevor man sie sieht.
- Beobachten in der Nähe von Aas. Wo Tierkadaver oder Essensreste zu finden sind, können Schwarzmilane auftauchen, da sie opportunistische Aasfresser sind.
- Fernglas bereithalten. Aufgrund ihrer Größe und Gewohnheit, hoch zu kreisen, ist ein gutes Fernglas unerlässlich für die genaue Bestimmung und Beobachtung der Schwanzform und des Flugbilds.
Ähnliche Arten
Rotmilan
Milvus milvus
Der Rotmilan ist größer, hat einen tiefer gegabelten, rostbraunen Schwanz und ist insgesamt heller gefärbt mit rostbrauner Unterseite. Im Flug zeigt der Rotmilan einen auffälligen weißen Fleck auf der Unterseite der Handschwingen, der beim Schwarzmilan fehlt oder nur undeutlich zu sehen ist. Der Flug des Rotmilans ist eleganter.
Mäusebussard
Buteo buteo
Der Mäusebussard ist kompakter gebaut, hat einen breiteren, kürzeren und am Ende gerundeten Schwanz, der niemals gegabelt ist. Seine Flügel sind breiter und weniger gewinkelt. Die Färbung ist variabler, oft mit einer helleren Brustbinde. Der Flug wirkt kräftiger und weniger segelnd als beim Schwarzmilan.
Kurzinfos
- Greifvogelart:
- Milane
- Nahrung:
- Aas, Fisch, Kleinsäuger, Vögel, Insekten
- Lebensraum:
- Offene Landschaften mit Gewässern und Baumbestand
- Zugverhalten:
- Langstreckenzieher (in Europa)
Wissenswertes
- Der Schwarzmilan ist eine der weltweit am weitesten verbreiteten Greifvogelarten.
- In einigen Kulturen gilt der Schwarzmilan als Glücksbringer, in anderen als Zeichen des Todes, da er oft Aas frisst.
- Schwarzmilane sind geschickt darin, schwimmende Nahrung von der Wasseroberfläche aufzunehmen, ohne selbst nass zu werden, ähnlich wie Seeadler.
- Sie sind bekannt dafür, glitzernde Gegenstände oder Abfälle in ihren Nestern zu verbauen, was den Nestern ein einzigartiges Aussehen verleiht.
Systematik
- Reich
- Animalia
- Stamm
- Chordata
- Klasse
- Aves
- Ordnung
- Accipitriformes
- Familie
- Accipitridae
- Gattung
- Milvus
- Art
- Milvus migrans
Den Schwarzmilan entdecken
Vögel überall bestimmen
Kostenlos auf iOS, Android und Web. Foto- und Tonbestimmung, vollständige Artendatenbank und deine persönliche Liste.
