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Die Bachstelze (Motacilla alba) ist ein schlanker, langschwänziger Singvogel, der für sein charakteristisches Wippen des Schwanzes bekannt ist. Sie ist in weiten Teilen Eurasiens und Nordafrikas verbreitet und bewohnt offene Landschaften in der Nähe von Wasser und menschlichen Siedlungen. Ihre auffällige schwarz-weiß-graue Färbung macht sie leicht erkennbar.
Größe und Lebensdauer
- Länge
- 16-19 cm (inkl. Schwanz)
- Flügelspannweite
- 25-30 cm
- Gewicht
- 17-25 g
- Lebensdauer
- Durchschnittlich 2-5 Jahre in freier Wildbahn, maximal bis zu 10 Jahre
- Nahrung
- Insektivor
Körperliche Merkmale
- Gefieder
- Das Gefieder ist überwiegend schwarz, weiß und grau. Der Rücken ist grau, der Bauch weiß. Kopf und Nacken sind schwarz mit einer weißen Stirn und weißen Wangen. Die Flügel sind dunkel mit hellen Flügelbinden. Der lange Schwanz ist schwarz mit weißen Außenfedern.
- Schnabelform
- Schlanker, spitzer, dunkler Schnabel, gut angepasst an das Fangen von Insekten.
- Augenfarbe
- Dunkelbraun.
- Beinfarbe
- Dunkelgrau bis schwarz.
- Erkennungsmerkmale
- Der auffällig lange Schwanz, der ständig auf und ab wippt, ist das markanteste Merkmal. Die kontrastreiche schwarz-weiß-graue Färbung ist ebenfalls sehr charakteristisch.
- Jugendkleid
- Jungvögel sind insgesamt matter gefärbt, mit einem bräunlich-grauen Rücken und einem weniger ausgeprägten schwarzen Brustband. Die Kopfzeichnung ist weniger kontrastreich, oft mit einem gelblichen Anflug im Gesicht.
- Saisonale Veränderungen
- Im Brutkleid (Frühling/Sommer) sind die schwarzen Partien (Kappe, Nacken, Brustlatz) intensiver und schärfer abgegrenzt. Im Schlichtkleid (Herbst/Winter) sind die schwarzen Bereiche oft etwas matter und können graue oder weiße Einsprengsel aufweisen, insbesondere am Brustlatz, der dann oft unvollständig ist.
- Geschlechtsdimorphismus
- Gering. Männchen haben im Brutkleid oft ein intensiveres Schwarz an Kopf und Brust als Weibchen. Außerhalb der Brutzeit sind die Geschlechter kaum zu unterscheiden.
Bestimmung
- 1
Schwanzwippen
Achten Sie auf das charakteristische, ständige Auf- und Abwippen des langen Schwanzes, das für alle Stelzenarten typisch ist, aber bei der Bachstelze besonders auffällig.
- 2
Gefiederfärbung
Suchen Sie nach der klaren schwarz-weiß-grauen Zeichnung: grauer Rücken, weißer Bauch, schwarze Kappe und Nacken, weiße Stirn und Wangen, schwarzer Brustlatz (im Brutkleid). Die Flügel sind dunkel mit hellen Binden.
- 3
Bewegung am Boden
Beobachten Sie den schnellen, trippelnden Lauf am Boden, oft mit abrupten Stopps, um Insekten aufzupicken.
- 4
Lebensraum
Suchen Sie in offenen, kurzrasigen Bereichen in der Nähe von Wasser oder menschlichen Siedlungen. Sie ist oft auf Wegen, Parkplätzen oder Rasenflächen zu finden.
- 5
Rufe
Hören Sie auf das scharfe 'tschilp' oder 'tschi-wit', das oft im Flug oder bei der Nahrungssuche zu hören ist.
Lebensraum und Verbreitung
- Biome
- Offene Landschaften, Kulturland, Feuchtgebiete, urbane Gebiete.
- Verbreitungsgebiet
- Weite Teile Eurasiens von Westeuropa bis Ostasien, Nordafrika und Teile Alaskas. In Europa weit verbreitet, fehlt nur in den nördlichsten Regionen Skandinaviens und den südlichsten Teilen der Iberischen Halbinsel.
- Höhenverbreitung
- Von Meereshöhe bis etwa 2000 m, in einigen Gebieten auch höher.
- Bevorzugte Lebensräume
- Bevorzugt offene, kurzrasige Flächen in der Nähe von Wasser (Flüsse, Seen, Teiche, Uferzonen), aber auch Parks, Gärten, Felder, Höfe und Siedlungen. Wichtig sind freie Flächen zur Nahrungssuche und erhöhte Sitzwarten.
Verhalten
- Aktivitätszeit
- Tagaktiv (diurnal).
- Fressgewohnheiten
- Die Bachstelze ist ein opportunistischer Insektenfresser. Sie sucht ihre Nahrung hauptsächlich am Boden, indem sie schnell läuft, kurz innehält und Insekten aufpickt. Sie fängt auch Insekten im Flug oder von erhöhten Warten aus. Ihre Nahrung umfasst Fliegen, Mücken, Käfer, Spinnen und andere kleine Wirbellose.
- Sozialverhalten
- Außerhalb der Brutzeit oft in kleinen Gruppen oder größeren Schwärmen, besonders an Schlafplätzen. Während der Brutzeit territorial und paarweise lebend.
- Flugmuster
- Der Flug ist wellenförmig mit schnellen Flügelschlägen und kurzen Gleitphasen. Am Boden bewegt sie sich mit schnellen, trippelnden Schritten und dem charakteristischen Schwanzwippen.
- Zugverhalten
- Teilzieher bis Kurzstreckenzieher. Die Populationen in West- und Südeuropa sind oft Standvögel oder Kurzstreckenzieher. Die nördlichen und östlichen Populationen sind Zugvögel, die in den Mittelmeerraum, nach Nordafrika und in den Nahen Osten ziehen. Der Zug findet tagsüber statt.
- Territorialverhalten
- Während der Brutzeit verteidigen Paare ein Brutrevier. Außerhalb der Brutzeit können sie sich in größeren Gruppen versammeln, insbesondere an Schlafplätzen.
Gesang und Rufe
- Gesang
- Der Gesang ist eine zwitschernde, oft etwas unzusammenhängende Abfolge von kurzen, variablen Tönen, die oft 'tschilp-tschilp-tschilp' oder 'tschi-wit-tschi-wit' beinhalten. Er ist nicht besonders melodiös, aber charakteristisch.
- Ruf
- Der häufigste Ruf ist ein kurzes, scharfes 'tschilp' oder 'tschi-wit', oft wiederholt. Auch ein weicheres 'ziss' oder 'psit' ist zu hören. Bei Erregung kann es zu einer schnelleren Abfolge dieser Rufe kommen.
- Wann er ruft
- Hauptsächlich während der Brutzeit, aber auch außerhalb der Brutzeit sind Rufe zu hören, besonders bei der Nahrungssuche oder im Flug.
Brutverhalten
- Brutzeit
- April bis Juli, oft zwei Bruten pro Jahr.
- Nistgewohnheiten
- Das Nest ist ein offener Napf aus Grashalmen, Moos, Wurzeln und Haaren, oft gut versteckt in Nischen, Spalten oder Hohlräumen. Beliebte Brutplätze sind Mauerspalten, unter Dachziegeln, in Holzstapeln, aber auch in Baumhöhlen oder alten Krähennestern. Sie brüten oft in der Nähe menschlicher Siedlungen.
- Gelegegröße
- 4-6 Eier.
- Eibeschreibung
- 4-6 Eier, cremefarben bis hellgrau, dicht gesprenkelt mit grauen oder bräunlichen Flecken, besonders am stumpfen Ende. Größe ca. 20 x 15 mm.
- Brutdauer
- 12-14 Tage, hauptsächlich vom Weibchen bebrütet.
- Nestlingsdauer
- 12-15 Tage nach dem Schlüpfen verlassen die Jungvögel das Nest.
- Elterliche Fürsorge
- Beide Elternteile beteiligen sich am Nestbau, der Bebrütung (Weibchen mehr) und der Fütterung der Jungvögel.
Wo zu finden
Urbane und ländliche Siedlungen
Parks, Gärten, Höfe, Dorfplätze, Straßenränder, Parkplätze – überall dort, wo offene Flächen und Gebäude vorhanden sind.
Gewässerränder
Ufer von Flüssen, Seen, Teichen, Bächen und Kanälen, wo sie Insekten am Wasser fängt.
Offene Felder und Wiesen
Besonders kurzgemähte Wiesen, Weiden und Ackerland, wo sie nach Insekten sucht.
Feldtipps
- Beobachten Sie offene Flächen. Bachstelzen bevorzugen offene, kurzrasige Bereiche, um Insekten zu jagen. Halten Sie Ausschau auf Rasenflächen, Wegen und Uferbereichen.
- Achten Sie auf das Schwanzwippen. Das ständige Wippen des Schwanzes ist ein unverkennbares Merkmal und hilft, die Bachstelze auch aus der Ferne oder bei schlechten Lichtverhältnissen zu identifizieren.
- Hören Sie auf ihre Rufe. Ihr charakteristisches 'tschilp' ist oft zu hören, bevor man den Vogel sieht, besonders wenn er fliegt oder auf Nahrungssuche ist.
- Suchen Sie in der Nähe von Wasser. Obwohl sie auch in trockeneren Gebieten vorkommt, ist die Wahrscheinlichkeit, eine Bachstelze zu finden, in der Nähe von Gewässern höher.
Ähnliche Arten
Gebirgsstelze
Motacilla cinerea
Die Gebirgsstelze hat einen gelben Bauch und Bürzel, einen grauen Rücken und einen längeren Schwanz als die Bachstelze. Ihr Kopf ist grauer mit einem weißen Überaugenstreif. Die Bachstelze hat einen weißen Bauch und einen grauen Bürzel.
Schafstelze
Motacilla flava
Die Schafstelze hat einen gelben Bauch und einen olivgrünen Rücken. Ihr Kopf ist je nach Unterart gelb, grünlich oder grau, aber nie so kontrastreich schwarz-weiß wie bei der Bachstelze. Die Bachstelze ist deutlich schwarz-weiß-grau gefärbt.
Kurzinfos
- Charakteristisches Merkmal:
- Ständiges Schwanzwippen
- Nahrung:
- Insekten und andere kleine Wirbellose
- Lebensraum:
- Offene Landschaften, Gewässerränder, Siedlungen
- Zugverhalten:
- Teilzieher bis Kurzstreckenzieher
- Bruten pro Jahr:
- Oft 2
Wissenswertes
- Die Bachstelze wurde in Deutschland zum 'Vogel des Jahres' 1959 und 2017 gewählt.
- Ihr wissenschaftlicher Name 'Motacilla' leitet sich vom lateinischen 'motare' (bewegen) und 'cilla' (Schwanz) ab und bezieht sich auf das Schwanzwippen.
- In einigen Kulturen gilt die Bachstelze als Frühlingsbote.
- Es gibt mehrere Unterarten der Bachstelze, die sich hauptsächlich in der Kopfzeichnung unterscheiden, wie z.B. die britische Unterart 'yarrellii' (Trauerbachstelze) mit schwarzem Rücken.
Systematik
- Reich
- Animalia
- Stamm
- Chordata
- Klasse
- Aves
- Ordnung
- Passeriformes
- Familie
- Motacillidae
- Gattung
- Motacilla
- Art
- Motacilla alba
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