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Zitronenstelze

Least Concern

Motacilla citreola

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Über den Vogel

Die Zitronenstelze ist eine schlanke, langschwänzige Stelzenart, die für ihr auffälliges gelbes Gefieder, insbesondere beim Männchen, bekannt ist. Sie bewohnt feuchte Lebensräume in weiten Teilen Asiens und hat ihr Brutgebiet in den letzten Jahrzehnten nach Westen ausgedehnt, wodurch sie auch in Europa zunehmend anzutreffen ist. Ihr Verhalten ist typisch für Stelzen, mit charakteristischem Schwanzwippen und der Nahrungssuche am Boden oder im flachen Wasser.

Größe und Lebensdauer

Länge
15-17 cm
Flügelspannweite
24-27 cm
Gewicht
14-20 g
Lebensdauer
3-5 Jahre in freier Wildbahn
Nahrung
Insektivor

Körperliche Merkmale

Gefieder
Männchen im Brutkleid: Leuchtend zitronengelber Kopf und Unterseite, schwarzer Nackenstreif, grauer Rücken mit dunklen Streifen, zwei weiße Flügelbinden. Weibchen im Brutkleid: Blasseres Gelb an Kopf und Unterseite, oft mit grauen oder olivfarbenen Tönen, weniger ausgeprägter Nackenstreif, grauer Rücken. Nichtbrutkleid: Deutlich matter, gelbe Partien reduziert, oft mit grauen oder bräunlichen Tönen durchsetzt.
Schnabelform
Schlanker, spitzer, dunkler Schnabel, gut angepasst an das Fangen von Insekten.
Augenfarbe
Dunkelbraun
Beinfarbe
Dunkelgrau bis schwarz
Erkennungsmerkmale
Auffälligstes Merkmal ist der leuchtend gelbe Kopf und die Unterseite des Männchens im Brutkleid. Im Flug sind die zwei deutlichen weißen Flügelbinden und der weiße Schwanzrand sichtbar. Das charakteristische Schwanzwippen ist ein weiteres Erkennungsmerkmal aller Stelzenarten.
Jugendkleid
Jungvögel sind überwiegend graubraun gefärbt, mit einer helleren Unterseite und einem angedeuteten hellen Überaugenstreif. Sie zeigen oft einen gelblichen Anflug an der Kehle oder den Flanken, der mit zunehmendem Alter intensiver wird. Die Flügelbinden sind bereits erkennbar.
Saisonale Veränderungen
Das Brutkleid der Männchen ist leuchtend gelb mit schwarzem Nackenband. Im Herbst und Winter verblassen die Farben, und das Gelb wird durch graue oder bräunliche Töne ersetzt, wodurch sie den Weibchen ähnlicher werden. Weibchen zeigen ebenfalls eine Verblassung der Farben außerhalb der Brutzeit.
Geschlechtsdimorphismus
Stark ausgeprägt im Brutkleid. Männchen sind deutlich leuchtender gelb gefärbt mit einem klaren schwarzen Nackenband. Weibchen sind matter, mit weniger intensivem Gelb und oft grauen oder olivfarbenen Tönen am Kopf und Rücken. Im Winterkleid sind die Geschlechter schwerer zu unterscheiden.

Bestimmung

  1. 1

    Kopffärbung (Männchen)

    Achten Sie auf den leuchtend zitronengelben Kopf und die Unterseite, kombiniert mit einem schwarzen Nackenband. Dies ist das auffälligste Merkmal des Männchens im Brutkleid.

  2. 2

    Flügelbinden

    Suchen Sie nach zwei deutlichen weißen Flügelbinden auf dem grauen Rücken. Dies ist ein gutes Unterscheidungsmerkmal zu anderen gelben Stelzenarten.

  3. 3

    Habitat

    Beobachten Sie den Vogel in feuchten Lebensräumen wie Sümpfen, Mooren oder an Gewässerufern. Dies ist ihr bevorzugter Lebensraum.

  4. 4

    Schwanzwippen

    Wie alle Stelzen wippt die Zitronenstelze charakteristisch mit ihrem langen Schwanz auf und ab, während sie am Boden nach Nahrung sucht.

  5. 5

    Gesang und Rufe

    Lernen Sie die klaren, hohen Pfiffe und das scharfe 'tsip' des Rufs kennen, um die Art auch akustisch zu identifizieren.

Lebensraum und Verbreitung

Biome
Feuchtgebiete, Sümpfe, Moore, nasse Wiesen, Flussufer, Seeufer, Reisfelder
Verbreitungsgebiet
Brutgebiet erstreckt sich von Osteuropa (zunehmend westwärts) über Zentralasien bis nach Ostasien. Überwinterungsgebiete liegen hauptsächlich in Südasien und Südostasien.
Höhenverbreitung
Meist in tieferen Lagen, kann aber in Gebirgsregionen bis zu 4000 m vorkommen.
Bevorzugte Lebensräume
Offene, feuchte Landschaften mit niedriger Vegetation, oft in der Nähe von Wasser. Sie bevorzugt Gebiete mit Schilf, Seggen und anderen Uferpflanzen, die Deckung und Nistmöglichkeiten bieten.

Verhalten

Aktivitätszeit
Tagaktiv (diurnal)
Fressgewohnheiten
Die Zitronenstelze ist ein Insektenfresser. Sie sucht ihre Nahrung hauptsächlich am Boden oder im flachen Wasser, indem sie Insekten und andere kleine Wirbellose aufpickt. Charakteristisch ist das schnelle Laufen und plötzliche Anhalten, um Beute zu erspähen. Sie fängt auch Insekten im Flug.
Sozialverhalten
Außerhalb der Brutzeit oft in kleinen Gruppen oder größeren Schwärmen, manchmal auch mit anderen Stelzenarten vergesellschaftet. Während der Brutzeit territorial und paarweise lebend.
Flugmuster
Der Flug ist wellenförmig, mit schnellen Flügelschlägen und kurzen Gleitphasen. Sie fliegt oft niedrig über dem Boden oder Wasser.
Zugverhalten
Langstreckenzieher. Die europäischen Brutvögel ziehen im Herbst nach Südasien und Südostasien, um dort zu überwintern. Der Zug erfolgt meist in kleinen Gruppen oder einzeln.
Territorialverhalten
Während der Brutzeit verteidigen Männchen ihr Brutrevier aggressiv gegen Artgenossen und manchmal auch gegen andere Vogelarten.

Gesang und Rufe

Gesang
Der Gesang ist eine Reihe von klaren, hohen, oft wiederholten Pfiffen und Trillern, die melodisch klingen können. Er ist weniger komplex als der Gesang der Bachstelze, aber dennoch charakteristisch. Oft wird er als 'tsi-tsi-tsii-tsii' oder 'tschirp-tschirp-tschirp' beschrieben.
Ruf
Der häufigste Ruf ist ein scharfes, hohes 'tsip' oder 'psit', das oft im Flug oder bei der Nahrungssuche zu hören ist. Auch ein weicheres 'tschirp' oder 'tschilp' ist gebräuchlich.
Wann er ruft
Hauptsächlich während der Brutzeit, insbesondere am Morgen und Abend. Rufe sind das ganze Jahr über zu hören, besonders bei Störung oder im Flug.

Brutverhalten

Brutzeit
Mai bis Juli
Nistgewohnheiten
Das Nest wird gut versteckt am Boden, oft in einer Mulde oder unter einem Grasbüschel, in dichter Vegetation in der Nähe von Wasser gebaut. Es besteht aus Grashalmen, Moos und Wurzeln, ausgekleidet mit feineren Materialien wie Haaren oder Federn.
Gelegegröße
3-6 Eier, meist 4-5
Eibeschreibung
3-6 Eier, blassgrau bis gelblich-weiß, dicht gesprenkelt mit grauen oder bräunlichen Flecken, die oft am stumpfen Ende dichter sind.
Brutdauer
11-14 Tage
Nestlingsdauer
10-13 Tage nach dem Schlüpfen
Elterliche Fürsorge
Beide Elternteile brüten und füttern die Jungvögel. Nach dem Ausfliegen werden die Jungvögel noch einige Zeit von den Eltern betreut.

Wo zu finden

Feuchtgebiete

Sümpfe, Moore, nasse Wiesen und Feuchtniederungen sind ideale Orte, um Zitronenstelzen zu finden.

Gewässerufer

Entlang von Flüssen, Seen und Teichen, insbesondere an Ufern mit dichter Ufervegetation.

Reisfelder

In Asien sind Reisfelder ein häufiger Lebensraum für Zitronenstelzen, besonders während der Migration und im Winter.

Feldtipps

  1. Früher Morgen oder später Nachmittag. Dies sind die aktivsten Zeiten für die Nahrungssuche und Gesangsaktivität.
  2. Geduld und Fernglas. Zitronenstelzen sind oft scheu und können sich in der Vegetation verstecken. Ein gutes Fernglas ist unerlässlich.
  3. Achten Sie auf Bewegung. Das charakteristische Schwanzwippen ist oft das erste, was man bemerkt, bevor man den Vogel selbst sieht.
  4. Lernen Sie die Rufe. Oft hört man die Zitronenstelze, bevor man sie sieht. Die Kenntnis ihrer Rufe ist ein großer Vorteil.

Ähnliche Arten

Bachstelze

Motacilla alba

Die Bachstelze hat einen schwarz-weißen Kopf und Rücken, während die Zitronenstelze (insbesondere das Männchen) einen leuchtend gelben Kopf und eine gelbe Unterseite aufweist. Weibliche Zitronenstelzen können im Winterkleid grauer wirken, aber der gelbliche Anflug und die zwei deutlichen Flügelbinden helfen bei der Unterscheidung. Die Bachstelze hat nur eine weiße Flügelbinde.

Schafstelze

Motacilla flava

Die Schafstelze hat ebenfalls eine gelbe Unterseite, aber der Kopf ist grünlich-grau bis bläulich-grau, nicht leuchtend gelb wie bei der Zitronenstelze. Die Schafstelze hat auch nur eine undeutlichere Flügelbinde oder gar keine, während die Zitronenstelze zwei deutliche weiße Flügelbinden besitzt. Die Schafstelze bevorzugt trockenere Wiesen, während die Zitronenstelze feuchtere Lebensräume bevorzugt.

Kurzinfos

Familie:
Motacillidae (Stelzen und Pieper)
Nahrung:
Insekten und kleine Wirbellose
Brutzeit:
Mai - Juli
Zugverhalten:
Langstreckenzieher
Besonderheit:
Auffällig gelbes Gefieder, insbesondere beim Männchen

Wissenswertes

  • Die Zitronenstelze hat ihr Brutgebiet in den letzten Jahrzehnten stetig nach Westen ausgedehnt und ist daher in immer mehr Teilen Europas anzutreffen.
  • Ihr wissenschaftlicher Name 'citreola' leitet sich vom lateinischen 'citreolus' ab, was 'zitronengelb' bedeutet und sich auf die auffällige Färbung bezieht.
  • Obwohl sie eine Stelze ist, verbringt sie oft mehr Zeit im Wasser oder am Wasserrand als andere Stelzenarten.

Systematik

Reich
Animalia
Stamm
Chordata
Klasse
Aves
Ordnung
Passeriformes
Familie
Motacillidae
Gattung
Motacilla
Art
Motacilla citreola

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