Birdby LogoBirdby
Kohlmeise (Parus major)

Kohlmeise

Nicht gefährdet (Least Concern)

Parus major

Vogel gesehen? Bestimme ihn sofort mit der Birdby-App

App öffnen

Über den Vogel

Die Kohlmeise (Parus major) ist die größte und häufigste Meisenart in Europa und weiten Teilen Asiens. Sie ist bekannt für ihr auffälliges Federkleid, ihren charakteristischen Gesang und ihre Anpassungsfähigkeit an verschiedene Lebensräume, einschließlich menschlicher Siedlungen. Sie ist ein aktiver und neugieriger Vogel, der oft an Futterhäuschen zu finden ist.

Größe und Lebensdauer

Länge
13.5-15 cm
Flügelspannweite
22-26 cm
Gewicht
14-22 g
Lebensdauer
Durchschnittlich 2-3 Jahre in freier Wildbahn, maximal bis zu 15 Jahre
Nahrung
Omnivore (Insektivor im Sommer, Samen und Nüsse im Winter)

Körperliche Merkmale

Gefieder
Der Kopf und der Nacken sind glänzend schwarz, mit großen weißen Wangenflecken. Die Oberseite ist olivgrün, die Unterseite leuchtend gelb mit einem breiten schwarzen Längsstreifen, der sich von der Kehle bis zum Bauch zieht. Die Flügel sind blaugrau mit einer weißen Flügelbinde, der Schwanz ist blaugrau mit weißen Außenfedern.
Schnabelform
Kurz, kräftig und spitz, schwarz gefärbt, typisch für Insektenfresser und Samenfresser.
Augenfarbe
Dunkelbraun
Beinfarbe
Blaugrau
Erkennungsmerkmale
Der markante schwarze Längsstreifen auf der gelben Unterseite, die weißen Wangen und der schwarze Kopf sind eindeutige Merkmale. Die Größe ist im Vergleich zu anderen Meisenarten auffällig.
Jugendkleid
Jungvögel ähneln den Weibchen, haben aber eine mattere Gefiederfärbung. Die gelbe Unterseite ist blasser, der schwarze Bauchstreifen ist weniger ausgeprägt und die weißen Wangenflecken sind oft gelblich getönt.
Saisonale Veränderungen
Es gibt keine signifikanten saisonalen Gefiederwechsel. Das Gefieder kann im Laufe des Jahres durch Abnutzung etwas matter wirken, aber die Grundfärbung bleibt erhalten.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen haben einen breiteren und durchgehenderen schwarzen Bauchstreifen, der sich bis zu den Beinen ausdehnt. Bei Weibchen ist dieser Streifen schmaler und oft unterbrochen oder verblasst am Bauch. Auch die Gelbfärbung der Unterseite ist bei Männchen oft intensiver.

Bestimmung

  1. 1

    Größe und Statur

    Achten Sie auf die relativ große Größe für eine Meise (ca. 14 cm) und ihre kräftige Erscheinung.

  2. 2

    Kopfzeichnung

    Der glänzend schwarze Kopf mit den auffälligen weißen Wangen ist ein Schlüsselmerkmal.

  3. 3

    Bauchstreifen

    Der breite, schwarze Längsstreifen auf der leuchtend gelben Unterseite ist unverkennbar. Bei Männchen ist er breiter und durchgehender.

  4. 4

    Rückenfarbe

    Die olivgrüne Oberseite kontrastiert mit dem schwarzen Kopf und den blaugrauen Flügeln.

  5. 5

    Gesang

    Der laute, rhythmische 'zizibe-zizibe' oder 'tii-tü-tii-tü' Gesang ist sehr charakteristisch und oft das erste, was man von ihr hört.

Lebensraum und Verbreitung

Biome
Wälder (Laub-, Misch- und Nadelwälder), Parks, Gärten, Obstplantagen, Alleen, städtische und vorstädtische Gebiete.
Verbreitungsgebiet
Weit verbreitet in der gesamten Paläarktis, von Westeuropa und Nordafrika über Zentralasien bis nach Ostasien (Japan, Korea).
Höhenverbreitung
Von Meereshöhe bis etwa 2000 Meter, in einigen Regionen auch höher.
Bevorzugte Lebensräume
Bevorzugt offene Wälder mit Unterholz, Parks und Gärten mit altem Baumbestand und Nistmöglichkeiten (Baumhöhlen, Nistkästen).

Verhalten

Aktivitätszeit
Tagaktiv (diurnal).
Fressgewohnheiten
Im Frühling und Sommer ernährt sie sich hauptsächlich von Insekten und deren Larven (Raupen, Blattläuse, Spinnen), die sie von Blättern und Ästen pickt. Im Herbst und Winter wechselt sie zu einer Ernährung aus Samen, Nüssen und Beeren. Sie ist bekannt dafür, Nahrung zu verstecken (Hamstern) und Nüsse mit ihrem Schnabel zu öffnen.
Sozialverhalten
Außerhalb der Brutzeit bilden Kohlmeisen oft kleine Trupps, manchmal auch gemischte Schwärme mit anderen Meisenarten. Während der Brutzeit sind sie territorial und leben paarweise.
Flugmuster
Der Flug ist wellenförmig mit schnellen Flügelschlägen, oft über kurze Distanzen zwischen Bäumen oder Sträuchern. Im offenen Gelände wirkt der Flug direkter.
Zugverhalten
Die Kohlmeise ist in den meisten Teilen ihres Verbreitungsgebietes ein Standvogel. In nördlicheren oder höher gelegenen Regionen kann es zu Teilzügen oder Wanderbewegungen kommen, insbesondere bei Jungvögeln oder bei Nahrungsknappheit.
Territorialverhalten
Während der Brutzeit verteidigen Männchen ihr Brutrevier aggressiv gegenüber Artgenossen und anderen Höhlenbrütern. Außerhalb der Brutzeit sind sie weniger territorial.

Gesang und Rufe

Gesang
Der Gesang ist sehr variabel und laut, oft als 'zizibe-zizibe' oder 'tii-tü-tii-tü' beschrieben, mit einer klaren, wiederholten zweisilbigen Strophe. Es gibt viele Dialekte und Variationen, die je nach Region und Individuum unterschiedlich klingen können. Er wird oft von erhöhten Warten aus vorgetragen.
Ruf
Die Kohlmeise hat ein breites Repertoire an Rufen. Häufig sind ein scharfes 'pink' oder 'tink' als Kontaktruf, ein lautes 'tschirr' oder 'tschirr-itt' als Alarmruf und ein zischendes 'siii-siii' bei Erregung.
Wann er ruft
Der Gesang ist besonders im Frühling und Frühsommer während der Brutzeit häufig zu hören, beginnt aber oft schon an milden Wintertagen. Rufe sind das ganze Jahr über zu hören.

Brutverhalten

Brutzeit
Hauptsächlich von April bis Juli, oft zwei Bruten pro Jahr.
Nistgewohnheiten
Kohlmeisen sind Höhlenbrüter. Sie nisten in Baumhöhlen, Spechthöhlen, Mauerlöchern, Nistkästen und manchmal auch in ungewöhnlichen Verstecken. Das Nest wird hauptsächlich vom Weibchen gebaut und besteht aus Moos, Haaren, Federn und Spinnweben.
Gelegegröße
5-12 Eier, durchschnittlich 7-9 Eier.
Eibeschreibung
5-12 Eier pro Gelege, weiß mit rötlich-braunen Flecken, besonders am stumpfen Ende. Größe ca. 18 x 13 mm.
Brutdauer
12-15 Tage, hauptsächlich vom Weibchen bebrütet.
Nestlingsdauer
18-22 Tage nach dem Schlüpfen verlassen die Jungvögel das Nest. Sie werden danach noch einige Tage von den Eltern gefüttert.
Elterliche Fürsorge
Beide Elternteile füttern die Jungvögel und kümmern sich um sie. Das Männchen versorgt das Weibchen während der Brutzeit mit Nahrung.

Wo zu finden

Gärten und Parks

Sehr häufig in städtischen und vorstädtischen Gärten, besonders wenn Futterhäuschen oder alte Bäume vorhanden sind.

Wälder

In allen Arten von Wäldern, von Laub- bis Nadelwäldern, besonders an Waldrändern und Lichtungen.

Obstplantagen und Alleen

Gerne in Obstplantagen und entlang von Alleen mit altem Baumbestand.

Feldtipps

  1. Achten Sie auf den Gesang. Der markante Gesang ist oft der erste Hinweis auf ihre Anwesenheit, besonders im Frühling.
  2. Besuchen Sie Futterhäuschen. Im Winter sind Kohlmeisen regelmäßige und oft dominante Besucher an Futterhäuschen, wo sie Sonnenblumenkerne und Nüsse bevorzugen.
  3. Beobachten Sie Baumstämme und Äste. Sie suchen aktiv nach Insekten an Rinde und Blättern. Ihre akrobatischen Bewegungen sind dabei auffällig.
  4. Suchen Sie nach Nistkästen. Kohlmeisen nehmen Nistkästen gerne an. Beobachten Sie die Aktivität an Nistkästen im Frühling.

Ähnliche Arten

Blaumeise

Cyanistes caeruleus

Die Blaumeise ist kleiner, hat einen blauen Scheitel, blaue Flügel und einen blauen Schwanz. Ihr Bauchstreifen ist schmaler und weniger ausgeprägt als bei der Kohlmeise. Die Wangen sind ebenfalls weiß, aber der Kopf ist nicht komplett schwarz.

Sumpfmeise

Poecile palustris

Die Sumpfmeise ist kleiner und hat einen schwarzen Scheitel und Nacken, aber keine weißen Wangen. Ihre Unterseite ist schmutzigweiß bis hellgrau, ohne den markanten schwarzen Bauchstreifen der Kohlmeise. Die Oberseite ist braungrau.

Weidenmeise

Poecile montanus

Sehr ähnlich der Sumpfmeise, aber mit einem matteren schwarzen Scheitel und einem helleren Flügelfeld. Unterscheidung oft nur durch Gesang oder subtile Gefiedermerkmale möglich. Auch hier fehlt der gelbe Bauch und der schwarze Streifen.

Kurzinfos

Größte Meise Europas:
Ja
Häufigkeit:
Sehr häufig
Ernährung im Winter:
Samen und Nüsse
Bruten pro Jahr:
Oft 2
Standvogel:
Meistens

Wissenswertes

  • Kohlmeisen können Nüsse mit ihrem Schnabel aufhämmern, indem sie sie zwischen ihre Füße klemmen.
  • Sie sind bekannt dafür, sehr anpassungsfähig zu sein und auch in städtischen Gebieten erfolgreich zu brüten.
  • Der Gesang der Kohlmeise kann je nach Region und Individuum stark variieren, was auf 'Dialekte' hindeutet.
  • Kohlmeisen können lernen, Milchflaschen zu öffnen, um an den Rahm zu gelangen, eine Verhaltensweise, die sich in Großbritannien verbreitete.

Systematik

Reich
Animalia
Stamm
Chordata
Klasse
Aves
Ordnung
Passeriformes
Familie
Paridae
Gattung
Parus
Art
Parus major

Den Kohlmeise entdecken

Vögel überall bestimmen

Kostenlos auf iOS, Android und Web. Foto- und Tonbestimmung, vollständige Artendatenbank und deine persönliche Liste.

In der App öffnen