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Feldsperling (Passer montanus)

Feldsperling

Least Concern (nicht gefährdet)

Passer montanus

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Über den Vogel

Der Feldsperling ist ein kleiner, gedrungener Singvogel aus der Familie der Sperlinge. Er ist in weiten Teilen Eurasiens verbreitet und zeichnet sich durch seine braune Kopfplatte und den schwarzen Wangenfleck aus, die ihn vom Haussperling unterscheiden. Er ist ein geselliger Vogel, der oft in kleinen Gruppen oder Kolonien lebt und sich an menschliche Siedlungen anpasst, aber auch in ländlicheren Gebieten vorkommt.

Größe und Lebensdauer

Länge
12.5-14 cm
Flügelspannweite
20-22 cm
Gewicht
19-24 g
Lebensdauer
2-5 Jahre (maximal bis zu 13 Jahre in Ausnahmefällen)
Nahrung
Omnivore (überwiegend Sämereien, Getreide, Insekten und deren Larven)

Körperliche Merkmale

Gefieder
Oberseite rostbraun gestreift, Unterseite schmutzigweiß bis hellgrau. Auffällig sind die kastanienbraune Kopfplatte, der schwarze Wangenfleck auf weißer Wange und der schwarze Kehlfleck. Er besitzt zwei deutliche weiße Flügelbinden.
Schnabelform
Kurzer, kräftiger, konischer Schnabel, typisch für Samenfresser. Im Sommer dunkelgrau bis schwarz, im Winter heller, hornfarben.
Augenfarbe
Dunkelbraun.
Beinfarbe
Hellbraun bis fleischfarben.
Erkennungsmerkmale
Kastanienbraune Kopfplatte, schwarzer Wangenfleck auf weißer Wange, zwei weiße Flügelbinden.
Jugendkleid
Jungvögel ähneln den Altvögeln, sind aber insgesamt matter gefärbt, mit weniger ausgeprägter Kopfplatte und blasserem Wangenfleck. Die Schnabelbasis ist oft gelblich.
Saisonale Veränderungen
Keine signifikanten saisonalen Gefiederwechsel. Das Gefieder kann im Laufe des Jahres durch Abnutzung etwas matter wirken.
Geschlechtsdimorphismus
Kein ausgeprägter Sexualdimorphismus; Männchen und Weibchen sehen nahezu identisch aus.

Bestimmung

  1. 1

    Kopfzeichnung

    Achten Sie auf die durchgehend kastanienbraune Kopfplatte und den markanten schwarzen Fleck auf der weißen Wange. Dies sind die sichersten Unterscheidungsmerkmale zum Haussperling.

  2. 2

    Flügelbinden

    Suchen Sie nach zwei deutlichen weißen Flügelbinden auf den dunklen Flügeln. Der Haussperling hat nur eine oder keine deutliche Binde.

  3. 3

    Gefiederfarbe

    Die Oberseite ist rostbraun gestreift, die Unterseite hellgrau. Der schwarze Kehlfleck ist kleiner als beim Haussperling-Männchen.

  4. 4

    Größe und Statur

    Etwas kleiner und schlanker als der Haussperling, aber immer noch gedrungen.

  5. 5

    Verhalten

    Oft in kleineren Gruppen unterwegs, auch abseits direkter menschlicher Bebauung in ländlichen Gebieten. Weniger zutraulich als der Haussperling.

  6. 6

    Gesang und Rufe

    Der Gesang ist ein schnelles, hohes 'tschilp-tschilp-tschilp', oft schneller und weniger rau als der Haussperling. Der häufigste Ruf ist ein kurzes, hartes 'tschilp'.

Lebensraum und Verbreitung

Biome
Gemäßigte Zonen, Kulturlandschaften, Waldränder, Parks, Gärten, Dörfer, Städte.
Verbreitungsgebiet
Weite Teile Eurasiens, von Westeuropa bis Ostasien. Eingeführt in Nordamerika (Missouri) und Australien.
Höhenverbreitung
Von Meereshöhe bis etwa 2000 Meter, lokal auch höher.
Bevorzugte Lebensräume
Offene Landschaften mit Hecken, Feldrainen, Einzelbäumen und menschlichen Siedlungen. Bevorzugt ländliche Gebiete und Ortschaften mit Gärten und Parks, aber auch in Stadtrandlagen zu finden. Meidet dichte Wälder und reine Agrarsteppen.

Verhalten

Aktivitätszeit
Tagaktiv (diurnal).
Fressgewohnheiten
Sucht Nahrung hauptsächlich am Boden, aber auch in Büschen und Bäumen. Ernährt sich überwiegend von Sämereien (Getreide, Wildkräuter), besonders im Herbst und Winter. Im Frühjahr und Sommer, insbesondere zur Brutzeit, werden Insekten und deren Larven (z.B. Blattläuse, Käfer, Raupen) gefressen, um den erhöhten Proteinbedarf der Jungvögel zu decken. Besucht auch Futterhäuschen.
Sozialverhalten
Sehr gesellig, lebt oft in kleinen Gruppen oder größeren Schwärmen, besonders außerhalb der Brutzeit. Brütet oft in lockeren Kolonien. Bildet im Winter gemischte Schwärme mit anderen Finkenvögeln.
Flugmuster
Schneller, direkter Flug mit kräftigen Flügelschlägen, oft leicht wellenförmig über kurze Distanzen. In der Gruppe wirkt der Flug oft unkoordiniert.
Zugverhalten
In den meisten Teilen seines Verbreitungsgebietes Standvogel oder Kurzstreckenzieher. Nördliche Populationen können im Winter in südlichere Gebiete ziehen. In Mitteleuropa überwiegend Standvogel.
Territorialverhalten
Verteidigt zur Brutzeit ein kleines Revier um den Nistplatz, ist aber weniger territorial als viele andere Singvögel, da er oft in Kolonien brütet.

Gesang und Rufe

Gesang
Der Gesang ist eine schnelle, zwitschernde und trillernde Strophe, die aus einer Aneinanderreihung von 'tschilp'-Lauten und anderen kurzen, variablen Elementen besteht. Weniger melodiös und weniger komplex als der Haussperling, aber oft schneller und höher. Wird von erhöhten Warten vorgetragen.
Ruf
Häufigster Ruf ist ein kurzes, hartes 'tschilp' oder 'tschirp', oft in schneller Folge. Auch ein weicheres 'tjüpp' oder 'tüih' ist zu hören. Alarmruf ist ein schärferes 'tscherr'.
Wann er ruft
Ganzjährig zu hören, besonders aber während der Brutzeit im Frühjahr und Sommer. Am aktivsten am Morgen und späten Nachmittag.

Brutverhalten

Brutzeit
Hauptsächlich von April bis Juli, oft zwei bis drei Bruten pro Jahr.
Nistgewohnheiten
Nistet in Höhlen und Nischen aller Art: Baumhöhlen, Spechthöhlen, Mauerlöcher, Nistkästen, unter Dachziegeln. Das Nest ist ein unordentlicher Bau aus Grashalmen, Wurzeln, Federn, Haaren und Pflanzenfasern, oft mit einer engen Eingangsöffnung.
Gelegegröße
4-6 Eier
Eibeschreibung
4-6 (selten 3-8) Eier pro Gelege. Die Eier sind weißlich bis hellgrau oder bläulich-grünlich, dicht gesprenkelt mit grauen oder braunen Flecken, die am stumpfen Pol oft dichter sind.
Brutdauer
11-14 Tage, hauptsächlich vom Weibchen bebrütet, Männchen beteiligt sich gelegentlich.
Nestlingsdauer
15-18 Tage nach dem Schlüpfen verlassen die Jungvögel das Nest. Sie werden danach noch einige Tage von den Eltern gefüttert.
Elterliche Fürsorge
Beide Elternteile beteiligen sich am Nestbau, Brüten (hauptsächlich Weibchen) und der Fütterung der Jungvögel.

Wo zu finden

Ländliche Gärten und Parks

Besonders in Gärten mit alten Bäumen, Hecken und Nistkästen sowie in ländlichen Parkanlagen sind Feldsperlinge häufig anzutreffen.

Dörfer und Stadtränder

In Dörfern und an den Rändern von Städten, wo es noch Grünflächen, alte Gebäude und landwirtschaftliche Flächen gibt.

Obstplantagen und Feldraine

In Agrarlandschaften mit Obstbäumen, Hecken und Feldrainen, die Deckung und Nahrung bieten.

Alte Baumbestände

In Alleen und an Waldrändern mit alten Bäumen, die Baumhöhlen als Nistplätze bieten.

Feldtipps

  1. Achten Sie auf die Kopfzeichnung. Der schwarze Wangenfleck und die braune Kopfplatte sind die besten Merkmale zur Unterscheidung vom Haussperling. Ein Fernglas ist hierbei sehr hilfreich.
  2. Hören Sie auf den Gesang. Der schnellere, höhere und weniger raue Gesang des Feldsperlings kann ein guter Hinweis sein, auch wenn er dem Haussperling ähnelt.
  3. Beobachten Sie das Verhalten. Feldsperlinge sind oft in kleinen, agilen Gruppen unterwegs und wirken etwas scheuer als Haussperlinge. Sie suchen oft am Boden nach Nahrung.
  4. Suchen Sie nach Nistkästen. Feldsperlinge nehmen gerne Nistkästen an, insbesondere solche mit kleineren Einfluglöchern. Beobachten Sie diese in ländlichen Gärten.
  5. Besuchen Sie Futterstellen. Im Winter sind Feldsperlinge regelmäßige Gäste an Futterhäuschen, wo sie oft in Gruppen erscheinen.

Ähnliche Arten

Haussperling

Passer domesticus

Der Feldsperling unterscheidet sich vom Haussperling durch seine kastanienbraune Kopfplatte (Haussperling: grauer Scheitel), den schwarzen Wangenfleck auf weißer Wange (Haussperling: graue Wange ohne Fleck) und die zwei deutlichen weißen Flügelbinden (Haussperling: nur eine undeutliche Binde). Beim Haussperling gibt es zudem einen deutlichen Sexualdimorphismus, während Männchen und Weibchen des Feldsperlings identisch aussehen.

Weidensperling

Passer hispaniolensis

Der Weidensperling ist größer und kräftiger als der Feldsperling. Männchen des Weidensperlings haben eine schwarze Brust und Flankenstreifung, die beim Feldsperling fehlen. Weibchen sind schwerer zu unterscheiden, aber der Feldsperling hat immer die charakteristische braune Kopfplatte und den schwarzen Wangenfleck.

Kurzinfos

Charakteristisches Merkmal:
Kastanienbraune Kopfplatte und schwarzer Wangenfleck
Lebensraum:
Ländliche Gebiete, Gärten, Parks, Waldränder
Nahrung:
Samen, Getreide, Insekten
Sozialverhalten:
Gesellig, oft in Gruppen
Brutzeit:
April bis Juli, 2-3 Bruten

Wissenswertes

  • Der Feldsperling ist in vielen Teilen Asiens, insbesondere in Japan und Korea, ein Symbol für Glück und Wohlstand.
  • Im Gegensatz zum Haussperling, der stark an menschliche Siedlungen gebunden ist, kann der Feldsperling auch weitab von menschlicher Bebauung in geeigneten Habitaten überleben.
  • In einigen Regionen Europas sind die Bestände des Feldsperlings rückläufig, was auf Veränderungen in der Landwirtschaft und den Verlust von Lebensräumen zurückgeführt wird.
  • Feldsperlinge sind sehr anpassungsfähig und nutzen eine Vielzahl von Nistplätzen, von Baumhöhlen bis zu Spalten in Gebäuden.

Systematik

Reich
Animalia
Stamm
Chordata
Klasse
Aves
Ordnung
Passeriformes
Familie
Passeridae
Gattung
Passer
Art
Passer montanus

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