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Blauer Pfau (Pavo cristatus)

Blauer Pfau

Least Concern (Nicht gefährdet)

Pavo cristatus

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Über den Vogel

Der Blaue Pfau ist eine große, farbenprächtige Vogelart, die für das beeindruckende Rad des Männchens bekannt ist. Ursprünglich aus Südasien stammend, wurde er weltweit als Ziergeflügel eingeführt und ist in vielen Parks und Gärten zu finden. Er ist ein Bodenbewohner, der sich von einer Vielzahl von Pflanzen und Kleintieren ernährt.

Größe und Lebensdauer

Länge
Männchen: 180-230 cm (inkl. Schleppe), Weibchen: 90-100 cm
Flügelspannweite
Männchen: 130-160 cm, Weibchen: 100-120 cm
Gewicht
Männchen: 4-6 kg, Weibchen: 2.75-4 kg
Lebensdauer
10-25 Jahre (in Gefangenschaft bis zu 30 Jahre)
Nahrung
Omnivor (Allesfresser)

Körperliche Merkmale

Gefieder
Männchen: Schillernd blaues Gefieder an Kopf, Hals und Brust. Der Rücken ist grünlich-bronze. Die auffälligste Eigenschaft ist die extrem verlängerte Oberschwanzdecken, die das 'Rad' bildet. Diese Federn sind grünlich-golden mit großen, irisierenden 'Augen'. Die eigentlichen Schwanzfedern sind kurz und braun. Weibchen: Weniger farbenprächtig. Kopf und Hals sind grünlich-braun, die Brust ist bräunlich-grün. Der Rücken ist braun-grau und die Unterseite heller. Sie besitzen keine lange Schleppe, aber einen kurzen, braunen Schwanz.
Schnabelform
Kurz, kräftig und konisch, gräulich-hornfarben.
Augenfarbe
Dunkelbraun, umgeben von einem hellen, unbefiederten Hautring.
Beinfarbe
Grau-rosa bis gräulich-braun, kräftig mit vier Zehen (drei nach vorne, eine nach hinten). Männchen haben Sporen an den Beinen.
Erkennungsmerkmale
Männchen: Das riesige, farbenprächtige Rad mit den 'Augen'-Flecken. Der Federbusch auf dem Kopf. Weibchen: Der Federbusch auf dem Kopf, die insgesamt gedämpftere Färbung und das Fehlen der langen Schleppe.
Jugendkleid
Jungvögel ähneln den Weibchen, sind aber insgesamt kleiner und matter gefärbt. Männliche Jungvögel entwickeln ihre volle Schleppe erst im Alter von 3-4 Jahren.
Saisonale Veränderungen
Männchen werfen ihre lange Schleppe nach der Brutzeit (ca. August/September) ab und entwickeln sie im Frühjahr wieder neu. Das restliche Gefieder bleibt weitgehend konstant.
Geschlechtsdimorphismus
Sehr ausgeprägt. Männchen sind deutlich größer, farbenprächtiger und besitzen die charakteristische lange Schleppe. Weibchen sind kleiner, unauffälliger gefärbt und haben keine Schleppe.

Bestimmung

  1. 1

    Größe und Form

    Achten Sie auf die beeindruckende Größe, besonders des Männchens mit seiner langen Schleppe. Die Silhouette ist unverwechselbar.

  2. 2

    Gefiederfarbe (Männchen)

    Das schillernde Blau von Kopf und Hals, kombiniert mit dem grün-goldenen 'Rad' der Oberschwanzdecken, ist einzigartig.

  3. 3

    Gefiederfarbe (Weibchen)

    Obwohl weniger auffällig, ist die grünlich-braune Färbung von Kopf und Hals sowie der braun-graue Körper und das Fehlen der Schleppe charakteristisch.

  4. 4

    Federbusch

    Beide Geschlechter haben einen charakteristischen Federbusch auf dem Kopf, der beim Blauen Pfau fächerförmig ist.

  5. 5

    Rufe

    Die lauten, durchdringenden 'mee-OW'-Rufe des Männchens sind ein sicheres Erkennungsmerkmal, auch wenn der Vogel nicht sichtbar ist.

  6. 6

    Verhalten

    Das Balzverhalten des Männchens mit dem Aufstellen des Rades ist unverkennbar.

Lebensraum und Verbreitung

Biome
Offene Wälder, Waldränder, Buschland, landwirtschaftliche Flächen, Parks und Gärten.
Verbreitungsgebiet
Ursprünglich Indien, Sri Lanka und Pakistan. Weit verbreitet als eingeführte Art in vielen Teilen der Welt, darunter Europa, Nordamerika, Australien und Afrika.
Höhenverbreitung
Von Meereshöhe bis etwa 1800 Meter.
Bevorzugte Lebensräume
Bevorzugt Gebiete mit einer Mischung aus offenem Gelände zum Fressen und dichtem Unterholz oder Bäumen zum Schutz und Schlafen. Oft in der Nähe von Wasserquellen.

Verhalten

Aktivitätszeit
Tagaktiv (diurnal).
Fressgewohnheiten
Sucht am Boden nach Nahrung. Die Nahrung besteht aus Samen, Getreide, Früchten, Beeren, Insekten, kleinen Reptilien, Amphibien und Nagetieren. Scharrt mit den Füßen im Boden, um Nahrung freizulegen.
Sozialverhalten
In der Regel gesellig, lebt in kleinen Gruppen von einem Männchen mit mehreren Weibchen oder in reinen Männchengruppen außerhalb der Brutzeit. Männchen sind polygyn.
Flugmuster
Fliegt selten und ungern, meist nur über kurze Distanzen, um auf Bäume zu gelangen oder vor Fressfeinden zu fliehen. Der Flug ist schwerfällig und geräuschvoll mit schnellen Flügelschlägen.
Zugverhalten
Standvogel, nicht wandernd.
Territorialverhalten
Männchen verteidigen während der Brutzeit ein Territorium, in dem sie ihre Balzplätze einrichten. Weibchen sind weniger territorial.

Gesang und Rufe

Gesang
Das 'Lied' des Pfaus ist eher eine Reihe von lauten, durchdringenden Rufen. Das Männchen stößt während der Balzzeit ein charakteristisches, weithin hörbares 'mee-OW' oder 'kee-WOW' aus, das oft als klagend oder schreiend beschrieben wird.
Ruf
Neben dem Balzruf gibt es verschiedene Alarmrufe, die wie ein scharfes 'ka-ka-ka' klingen können, sowie leisere Kontaktrufe innerhalb der Gruppe.
Wann er ruft
Hauptsächlich während der Brutzeit am Morgen und Abend, aber auch tagsüber, besonders wenn sie aufgeregt sind oder Alarm schlagen.

Brutverhalten

Brutzeit
Hauptsächlich von März bis September, variiert je nach geografischer Lage.
Nistgewohnheiten
Das Weibchen baut ein einfaches Nest am Boden, oft in dichtem Gebüsch, unter einem Baum oder in einer Mulde. Es besteht aus Zweigen, Blättern und Gras.
Gelegegröße
3-6 Eier.
Eibeschreibung
3-6 (gelegentlich bis zu 10) Eier pro Gelege. Die Eier sind cremefarben bis hellbraun, oval und glatt.
Brutdauer
28-30 Tage.
Nestlingsdauer
Die Küken sind Nestflüchter und verlassen das Nest kurz nach dem Schlüpfen. Sie werden für mehrere Wochen von der Mutter geführt und lernen schnell, selbstständig Nahrung zu suchen. Flugfähig nach etwa 2-3 Wochen.
Elterliche Fürsorge
Nur das Weibchen brütet und kümmert sich um die Aufzucht der Küken.

Wo zu finden

Parks und Gärten

In vielen zoologischen Gärten, Schlossparks und großen privaten Gärten weltweit sind Blaue Pfaue als Ziergeflügel zu finden.

Heimatländer (Indien, Sri Lanka)

In ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet sind sie in offenen Wäldern, an Waldrändern und in der Nähe menschlicher Siedlungen zu finden.

Tempelanlagen

In Indien sind Pfaue oft in der Nähe von Tempeln anzutreffen, wo sie als heilig gelten und gefüttert werden.

Feldtipps

  1. Achten Sie auf Rufe. Die lauten Rufe des Pfaus sind oft der erste Hinweis auf seine Anwesenheit, besonders in der Brutzeit.
  2. Suchen Sie am Boden. Pfaue verbringen die meiste Zeit am Boden mit der Nahrungssuche. Halten Sie Ausschau in offenem Gelände oder unter Bäumen.
  3. Beobachten Sie Balzplätze. Während der Brutzeit suchen Männchen erhöhte, offene Plätze, um ihr Rad zu präsentieren. Diese Orte sind gute Beobachtungspunkte.
  4. Früher Morgen oder später Nachmittag. Pfaue sind oft in den kühleren Stunden des Tages am aktivsten.

Ähnliche Arten

Grüner Pfau

Pavo muticus

Der Grüne Pfau hat ein insgesamt grüneres Gefieder, insbesondere am Hals und der Brust. Sein Federbusch ist aufrecht und spitz, während der des Blauen Pfaus fächerförmig ist. Die unbefiederte Gesichtshaut des Grünen Pfaus ist gelb und blau, die des Blauen Pfaus ist weiß. Der Grüne Pfau ist auch schlanker und hat längere Beine.

Kongo-Pfau

Afropavo congensis

Der Kongo-Pfau ist deutlich kleiner und weniger farbenprächtig als der Blaue Pfau. Er hat keine lange Schleppe und sein Gefieder ist überwiegend dunkelblau mit metallischem Glanz. Er ist endemisch in den Regenwäldern Zentralafrikas und unterscheidet sich stark in Aussehen und Verbreitung.

Kurzinfos

Symbolik:
Nationalvogel Indiens; Symbol für Schönheit, Unsterblichkeit und Wiedergeburt.
Rad:
Das 'Rad' besteht aus verlängerten Oberschwanzdecken, nicht aus den eigentlichen Schwanzfedern.
Flug:
Kann fliegen, aber nur über kurze Distanzen und ungern.
Nahrung:
Allesfresser, von Samen bis zu kleinen Schlangen.

Wissenswertes

  • Die 'Augen' auf den Schwanzfedern des Pfaus sind nicht nur zur Schau da, sondern spielen eine wichtige Rolle bei der Partnerwahl. Weibchen bevorzugen Männchen mit mehr und größeren 'Augen'.
  • Obwohl Pfaue so groß sind, können sie erstaunlich gut in Bäumen schlafen, um sich vor Raubtieren zu schützen.
  • Der Pfauenschrei ist so laut, dass er über weite Entfernungen zu hören ist und oft als Warnung vor Raubtieren dient.
  • Weiße Pfaue sind keine Albinos, sondern eine Farbmutation des Blauen Pfaus, bei der das Pigment Melanin fehlt.

Systematik

Reich
Animalia
Stamm
Chordata
Klasse
Aves
Ordnung
Galliformes
Familie
Phasianidae
Gattung
Pavo
Art
Pavo cristatus

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