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Rebhuhn (Perdix perdix)

Rebhuhn

Least Concern (IUCN), jedoch in vielen europäischen Ländern stark rückläufig und lokal gefährdet.

Perdix perdix

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Über den Vogel

Das Rebhuhn ist ein mittelgroßer, bodenbewohnender Vogel aus der Familie der Fasanenartigen. Es ist bekannt für sein unauffälliges, braun-graues Gefieder und seinen charakteristischen kastanienbraunen Hufeisenfleck auf der Brust bei den Männchen. Rebhühner sind typische Bewohner offener Agrarlandschaften und leben gesellig in sogenannten Ketten, besonders außerhalb der Brutzeit. Ihre Populationen sind in vielen Teilen Europas rückläufig, was sie zu einer Art mit besonderem Schutzbedarf macht.

Größe und Lebensdauer

Länge
28-32 cm
Flügelspannweite
45-48 cm
Gewicht
300-450 g
Lebensdauer
2-4 Jahre in freier Wildbahn, maximal bis zu 7 Jahre
Nahrung
Omnivore, hauptsächlich pflanzliche Nahrung (Samen, Getreide, Gräser, Kräuter), ergänzt durch Insekten und deren Larven, besonders für Küken.

Körperliche Merkmale

Gefieder
Das Gefieder ist überwiegend braun-grau mit feiner schwarzer Wellenzeichnung und helleren Längsstreifen. Die Flanken sind rostbraun gebändert. Der Kopf ist rostbraun gefärbt, mit einem hellgrauen bis weißlichen Kehlfleck. Die Brust ist hellgrau mit einem charakteristischen, oft dunklen, kastanienbraunen Hufeisenfleck (bei Männchen ausgeprägter).
Schnabelform
Kurz, kräftig und kegelförmig, typisch für Samenfresser. Farbe: blaugrau.
Augenfarbe
Dunkelbraun.
Beinfarbe
Grau bis blaugrau.
Erkennungsmerkmale
Der rostbraune Kopf und der kastanienbraune Hufeisenfleck auf der Brust (besonders bei Männchen) sind die markantesten Merkmale. Im Flug fallen die rostbraunen äußeren Schwanzfedern auf.
Jugendkleid
Jungvögel sind insgesamt matter und weniger kontrastreich gefärbt als Altvögel. Ihnen fehlt der Hufeisenfleck auf der Brust, und ihr Gefieder ist feiner gebändert und gestreift, oft mit einer eher gelblich-braunen Grundfarbe. Die rostbraunen Kopfpartien sind weniger ausgeprägt.
Saisonale Veränderungen
Es gibt keine ausgeprägten saisonalen Gefiederwechsel. Das Gefieder bleibt das ganze Jahr über weitgehend gleich, kann aber durch Abnutzung im Laufe des Jahres etwas matter wirken.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen (Hahn) haben in der Regel einen deutlich ausgeprägteren und dunkleren kastanienbraunen Hufeisenfleck auf der Brust als Weibchen (Henne). Bei Weibchen ist dieser Fleck oft kleiner, blasser oder kann ganz fehlen. Auch die rostbraune Färbung des Kopfes ist beim Männchen intensiver. Ansonsten sind die Geschlechter schwer zu unterscheiden.

Bestimmung

  1. 1

    Größe und Gestalt

    Mittelgroßer, rundlicher, bodenbewohnender Vogel mit kurzem Hals und Schwanz. Wirkt gedrungen.

  2. 2

    Gefiederfarbe

    Gesamteindruck braun-grau mit feiner Wellenzeichnung. Rostbrauner Kopf und hellgraue Brust.

  3. 3

    Hufeisenfleck

    Achten Sie auf den kastanienbraunen, oft dunklen Hufeisenfleck auf der Brust, der bei Männchen ausgeprägter ist.

  4. 4

    Flankenzeichnung

    Die rostbraune Bänderung an den Flanken ist ein gutes Erkennungsmerkmal.

  5. 5

    Flugbild

    Schneller, geradliniger, tiefer Flug mit schwirrenden Flügeln. Rostbraune äußere Schwanzfedern sind im Flug gut sichtbar.

  6. 6

    Ruf

    Das ratternde 'kirr-rik-rik' ist sehr charakteristisch und oft der erste Hinweis auf die Anwesenheit von Rebhühnern.

  7. 7

    Verhalten

    Rebhühner sind oft in kleinen Gruppen (Ketten) am Boden zu sehen, die bei Störung gemeinsam auffliegen.

Lebensraum und Verbreitung

Biome
Offene Agrarlandschaften, Steppen, Heiden, Brachflächen.
Verbreitungsgebiet
Ursprünglich in weiten Teilen Europas und Westasiens verbreitet. Eingeführt in Nordamerika (Kanada, USA). In Europa von Großbritannien und Skandinavien im Norden bis zur Iberischen Halbinsel und dem Balkan im Süden, östlich bis nach Russland und Zentralasien.
Höhenverbreitung
Hauptsächlich in Tiefland- und Hügellandschaften bis etwa 1000 m, selten höher.
Bevorzugte Lebensräume
Bevorzugt kleinstrukturierte Agrarlandschaften mit Hecken, Feldrainen, Brachflächen, Getreidefeldern und Luzernefeldern. Benötigt Deckung durch Vegetation und offene Flächen zur Nahrungssuche. Meidet dichte Wälder und reine Monokulturen.

Verhalten

Aktivitätszeit
Tagaktiv (diurnal). Sie sind am aktivsten in den frühen Morgenstunden und am späten Nachmittag.
Fressgewohnheiten
Rebhühner suchen ihre Nahrung hauptsächlich am Boden. Sie fressen Samen von Wildkräutern und Kulturpflanzen (z.B. Getreide, Raps), grüne Pflanzenteile, Knospen und Beeren. Besonders im Frühjahr und Sommer, sowie für die Aufzucht der Küken, sind Insekten (Heuschrecken, Käfer, Ameisen, Raupen) und deren Larven eine wichtige Proteinquelle. Sie scharren und picken am Boden.
Sozialverhalten
Außerhalb der Brutzeit leben Rebhühner in Familienverbänden, sogenannten 'Ketten', die aus den Eltern und ihren Jungen bestehen. Im Winter können sich mehrere Ketten zu größeren Verbänden zusammenschließen. Während der Brutzeit leben sie paarweise und sind territorial.
Flugmuster
Der Flug ist schnell, geradlinig und tief über dem Boden, oft mit schnellen Flügelschlägen und kurzen Gleitphasen. Beim Auffliegen erzeugen sie ein lautes, schwirrendes Geräusch. Sie fliegen meist nur kurze Strecken, um sich in Deckung zu bringen.
Zugverhalten
Rebhühner sind Standvögel und bleiben das ganze Jahr über in ihrem Brutgebiet. Sie unternehmen keine saisonalen Wanderungen, können aber im Winter auf der Suche nach Nahrung und Deckung lokal umherstreifen.
Territorialverhalten
Während der Brutzeit verteidigen die Paare ein Territorium, das sie gegen Artgenossen verteidigen. Außerhalb der Brutzeit sind sie weniger territorial und leben gesellig.

Gesang und Rufe

Gesang
Der 'Gesang' des Rebhuhns ist ein charakteristisches, raues, ratterndes 'kirr-rik-rik' oder 'tschirrr-ick-ick', das oft in der Dämmerung oder am frühen Morgen zu hören ist. Es dient der Revierabgrenzung und der Kommunikation zwischen den Partnern.
Ruf
Neben dem 'Gesang' gibt es verschiedene Kontaktrufe, wie ein weiches 'pi-pi-pi' oder ein aufgeregtes 'wick-wick-wick' bei Störung. Beim Auffliegen ist ein lautes, schwirrendes Geräusch der Flügel zu hören.
Wann er ruft
Am häufigsten in der Brutzeit (Frühjahr) und in den frühen Morgen- und späten Abendstunden. Auch bei Störung oder zur Kontaktaufnahme innerhalb der Kette.

Brutverhalten

Brutzeit
April bis Juli, mit dem Höhepunkt der Eiablage im Mai.
Nistgewohnheiten
Das Nest ist eine einfache Bodenmulde, die vom Weibchen meist gut versteckt unter dichter Vegetation (Hecken, Grasbüschel, Getreidefelder) angelegt wird. Es wird mit Grashalmen, Blättern und Federn ausgepolstert.
Gelegegröße
Sehr große Gelege von 10-20 Eiern, durchschnittlich 12-16 Eier. Rebhühner haben die größten Gelege aller europäischen Vogelarten.
Eibeschreibung
Die Eier sind einfarbig olivbraun bis graugrün, manchmal leicht glänzend. Sie sind relativ klein und oval.
Brutdauer
23-25 Tage. Das Weibchen brütet allein.
Nestlingsdauer
Die Küken sind Nestflüchter und verlassen das Nest kurz nach dem Schlüpfen. Sie sind nach etwa 10-14 Tagen flugfähig und nach 3-4 Wochen selbstständig, bleiben aber noch lange im Familienverband.
Elterliche Fürsorge
Beide Elternteile kümmern sich um die Aufzucht der Küken. Das Männchen bewacht das Nest und die Küken, während das Weibchen brütet und die Küken führt. Bei Gefahr versuchen die Altvögel, Fressfeinde abzulenken.

Wo zu finden

Agrarlandschaften

Offene Felder mit Getreide, Raps, Luzerne, Zuckerrüben. Besonders in kleinstrukturierten Gebieten mit Hecken und Feldrainen.

Brachflächen und Ödland

Unbewirtschaftete Flächen bieten Deckung und Nahrung.

Feldraine und Wegränder

Hier finden sie oft Deckung und Insekten.

Feldtipps

  1. Früher Morgen oder später Nachmittag. Rebhühner sind zu diesen Zeiten am aktivsten bei der Nahrungssuche und eher zu sehen oder zu hören.
  2. Auf Rufe achten. Ihr charakteristischer Ruf ist oft der beste Weg, sie zu lokalisieren, besonders in der Brutzeit.
  3. Geduld und Fernglas. Rebhühner sind gut getarnt und können sich bei Gefahr schnell ducken. Ein Fernglas hilft, sie in der Vegetation zu entdecken.
  4. Respektvoller Abstand. Vermeiden Sie es, die Vögel zu stören, besonders während der Brutzeit. Beobachten Sie aus der Ferne.
  5. Achten Sie auf Spuren. Im Schnee oder auf weichem Boden können ihre Fußspuren Hinweise auf ihre Anwesenheit geben.

Ähnliche Arten

Wachtel

Coturnix coturnix

Die Wachtel ist deutlich kleiner als das Rebhuhn (ca. 17-20 cm). Ihr Gefieder ist stärker gestreift und sie hat keine Hufeisenzeichnung. Ihr Ruf ist ein charakteristisches 'pick-wer-wick'. Sie bevorzugt ebenfalls offene Landschaften, ist aber scheuer und seltener zu sehen.

Fasan

Phasianus colchicus

Der Fasan ist wesentlich größer (Männchen bis 90 cm mit Schwanz) und hat einen langen Schwanz. Männliche Fasane sind auffällig gefärbt mit metallisch glänzendem Gefieder. Weibliche Fasane sind brauner, aber immer noch größer und schlanker als Rebhühner und haben ebenfalls einen längeren Schwanz.

Steinhuhn

Alectoris graeca

Das Steinhuhn ist größer als das Rebhuhn und hat eine auffälligere Kopfzeichnung mit einem schwarzen Band, das sich vom Schnabel über die Augen bis zum Nacken zieht. Die Flanken sind stärker gebändert. Es bewohnt alpine und felsige Lebensräume, während das Rebhuhn offene Agrarlandschaften bevorzugt.

Kurzinfos

Lebensraum:
Offene Agrarlandschaften
Nahrung:
Samen, Gräser, Insekten
Sozialverhalten:
Außerhalb der Brutzeit in Ketten (Familienverbänden)
Brutzeit:
April - Juli
Gelegegröße:
10-20 Eier (größtes Gelege in Europa)
Flug:
Schnell, tief, schwirrend
Status:
In vielen Regionen rückläufig

Wissenswertes

  • Rebhühner sind bekannt für ihre großen Gelege, die zu den größten unter allen europäischen Vogelarten gehören können.
  • Bei Gefahr ducken sich Rebhühner oft flach auf den Boden und verlassen sich auf ihre Tarnung, bevor sie im letzten Moment mit lautem Flügelschlag auffliegen.
  • Die 'Ketten' der Rebhühner bleiben oft den ganzen Winter über zusammen und bieten sich gegenseitig Schutz und Wärme.
  • Der Rückgang der Rebhuhnpopulationen wird oft als Indikator für den Zustand der Agrarlandschaft und die Intensivierung der Landwirtschaft gesehen.

Systematik

Reich
Animalia
Stamm
Chordata
Klasse
Aves
Ordnung
Galliformes
Familie
Phasianidae
Gattung
Perdix
Art
Perdix perdix

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