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Fasan (Phasianus colchicus)

Fasan

Least Concern (Nicht gefährdet)

Phasianus colchicus

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Über den Vogel

Der Fasan ist ein großer, bodenbewohnender Vogel aus der Familie der Fasanenartigen. Er ist bekannt für den ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus, wobei die Männchen (Hähne) ein auffälliges, farbenprächtiges Gefieder besitzen, während die Weibchen (Hennen) unauffälliger gefärbt sind. Ursprünglich aus Asien stammend, wurde der Fasan weltweit als Jagdwild eingeführt und ist heute in vielen Regionen Europas und Nordamerikas etabliert.

Größe und Lebensdauer

Länge
Männchen: 75-89 cm (davon Schwanz 35-50 cm), Weibchen: 53-62 cm (davon Schwanz 20-25 cm)
Flügelspannweite
Männchen: 70-90 cm, Weibchen: 60-70 cm
Gewicht
Männchen: 0,9-1,5 kg, Weibchen: 0,7-1,1 kg
Lebensdauer
In freier Wildbahn 1-3 Jahre, in Gefangenschaft bis zu 10 Jahre
Nahrung
Omnivore (Allesfresser), hauptsächlich Samen, Getreide, Beeren, Wurzeln, Insekten, Würmer und kleine Wirbeltiere

Körperliche Merkmale

Gefieder
Männchen: Schillernder Kopf und Hals, oft dunkelgrün bis violett, mit roten, fleischigen Kehllappen und einem weißen Halsring (nicht bei allen Unterarten). Der Körper ist kupferrot bis goldbraun mit dunklen Flecken und Schuppenmustern. Der lange, keilförmige Schwanz ist gebändert. Weibchen: Unauffällig braun-beige gefärbt mit dunkleren Flecken und Streifen, was eine hervorragende Tarnung bietet. Der Schwanz ist kürzer und weniger auffällig als beim Männchen.
Schnabelform
Kurzer, kräftiger, leicht gebogener Schnabel, hornfarben bis gräulich.
Augenfarbe
Braun, umgeben von den roten, unbefiederten Hautlappen bei Männchen.
Beinfarbe
Grau bis graubraun, bei Männchen oft mit einem Sporn am Tarsus.
Erkennungsmerkmale
Männchen: Auffälliges, farbenprächtiges Gefieder, lange Schwanzfedern, rote Gesichtslappen. Weibchen: Tarnfarbenes Gefieder, kleinerer Körperbau, kürzerer Schwanz.
Jugendkleid
Jungvögel ähneln den Weibchen, sind aber insgesamt matter gefärbt und haben einen kürzeren Schwanz. Junge Hähne entwickeln allmählich ihr prächtiges Gefieder und die roten Gesichtslappen.
Saisonale Veränderungen
Keine signifikanten saisonalen Gefiederwechsel. Das Gefieder bleibt das ganze Jahr über gleich, lediglich die Intensität der Farben kann durch Mauser und Abnutzung variieren.
Geschlechtsdimorphismus
Sehr ausgeprägt. Männchen sind deutlich größer, farbenprächtiger und besitzen einen langen Schwanz sowie rote Gesichtslappen. Weibchen sind kleiner, unauffällig braun gefärbt und haben einen kürzeren Schwanz.

Bestimmung

  1. 1

    Größe und Form

    Achten Sie auf die große, hühnerähnliche Gestalt mit dem langen, keilförmigen Schwanz, besonders beim Männchen.

  2. 2

    Gefieder des Männchens

    Das schillernde, bunte Gefieder mit dem metallisch glänzenden Kopf, den roten Gesichtslappen und dem oft weißen Halsring ist unverkennbar.

  3. 3

    Gefieder des Weibchens

    Das unauffällige, braun-beige Tarngefieder mit dunklen Flecken und Streifen hilft, die Henne zu identifizieren, die oft in Deckung bleibt.

  4. 4

    Ruf

    Der laute, raue 'kock-kock'-Ruf des Hahns, oft gefolgt von Flügelschlagen, ist ein gutes akustisches Merkmal.

  5. 5

    Verhalten

    Fasane sind oft am Boden in der Nähe von Deckung zu finden. Bei Störung rennen sie meist weg oder fliegen mit lautem Flügelschlag kurz auf.

Lebensraum und Verbreitung

Biome
Offene Landschaften mit Deckung, wie Felder, Wiesen, Waldränder, Hecken, Gebüsche, Schilfgürtel und lichte Wälder. Sie bevorzugen mosaikartige Landschaften.
Verbreitungsgebiet
Ursprünglich Asien (Kaukasus bis Ostasien). Weit verbreitet als Neozoon in Europa (einschließlich Deutschland), Nordamerika, Australien und Neuseeland. In Deutschland ist er ein häufiger Brutvogel, der durch Aussetzungen und Jagd gefördert wird.
Höhenverbreitung
Meist in Tiefland- und Hügellandschaften, selten in höheren Gebirgslagen.
Bevorzugte Lebensräume
Agrarlandschaften mit Feldrainen, Brachflächen, Hecken und kleinen Waldstücken. Auch in Parks und größeren Gärten zu finden, solange ausreichend Deckung und Nahrung vorhanden sind.

Verhalten

Aktivitätszeit
Tagaktiv, besonders in den Morgen- und Abendstunden aktiv bei der Nahrungssuche.
Fressgewohnheiten
Sucht Nahrung hauptsächlich am Boden, scharrt mit den Füßen. Frisst eine Vielzahl von pflanzlicher Nahrung wie Samen, Getreide, Beeren, Knospen und Wurzeln. Ergänzt dies mit tierischer Nahrung wie Insekten, Spinnen, Würmern und gelegentlich kleinen Wirbeltieren.
Sozialverhalten
Außerhalb der Brutzeit leben Fasane oft in kleinen Gruppen, insbesondere Hennen mit ihren Jungvögeln. Hähne sind während der Brutzeit territorial und polygyn, verteidigen ein Revier und paaren sich mit mehreren Hennen.
Flugmuster
Kurze, explosive Flüge mit schnellem Flügelschlag, oft geräuschvoll. Fliegt meist niedrig über dem Boden und gleitet dann zu einem sicheren Versteck. Bevorzugt es, bei Gefahr zu rennen statt zu fliegen.
Zugverhalten
Standvogel, unternimmt keine saisonalen Wanderungen. Bleibt das ganze Jahr über im Brutgebiet.
Territorialverhalten
Männliche Fasane sind während der Brutzeit territorial und verteidigen ihr Revier aggressiv gegen andere Hähne. Sie zeigen Balzverhalten und versuchen, Hennen anzulocken.

Gesang und Rufe

Gesang
Der Hahn hat keinen eigentlichen Gesang, sondern ein charakteristisches, lautes, raues 'kock-kock' oder 'krr-krr', oft gefolgt von einem Flügelschlagen. Dies dient der Revierabgrenzung und der Anlockung von Hennen.
Ruf
Neben dem Revierruf des Hahns gibt es verschiedene Warnrufe, die oft ein scharfes 'gick-gick' oder 'kek-kek' sind. Hennen geben leisere, gackernde Laute von sich, besonders wenn sie mit Küken unterwegs sind.
Wann er ruft
Hähne rufen besonders häufig in der Balzzeit im Frühling, aber auch das ganze Jahr über, um ihr Revier zu markieren. Warnrufe sind situationsbedingt.

Brutverhalten

Brutzeit
April bis Juli
Nistgewohnheiten
Die Henne baut ein einfaches Bodennest, meist eine flache Mulde, die mit Grashalmen, Blättern und Federn ausgepolstert wird. Das Nest ist gut versteckt in dichter Vegetation, unter Hecken oder in hohem Gras.
Gelegegröße
Typischerweise 8-15 Eier, in Ausnahmefällen auch mehr (bis zu 20), besonders bei Zweitgelegen oder wenn mehrere Hennen in ein Nest legen.
Eibeschreibung
8-15 Eier, olivgrün bis bräunlich-oliv, manchmal bläulich-grün, ohne Flecken. Die Eier sind oval und glatt.
Brutdauer
23-26 Tage, ausschließlich durch die Henne.
Nestlingsdauer
Die Küken sind Nestflüchter und verlassen das Nest kurz nach dem Schlüpfen. Sie sind nach etwa 70-80 Tagen flügge und selbstständig, bleiben aber oft noch einige Zeit bei der Mutter.
Elterliche Fürsorge
Ausschließlich die Henne kümmert sich um die Brut und die Aufzucht der Küken. Der Hahn beteiligt sich nicht an der Brutpflege.

Wo zu finden

Agrarlandschaften

Felder, Wiesen, Brachflächen mit angrenzenden Hecken und Büschen sind ideale Orte, um Fasane zu beobachten.

Waldränder und lichte Wälder

Besonders an den Übergängen von Wald zu offenem Gelände, wo sie sowohl Deckung als auch Nahrung finden.

Parks und Gärten

In größeren städtischen Parks oder ländlichen Gärten mit ausreichend Vegetation und Ruhezonen können Fasane ebenfalls vorkommen.

Schilfgürtel und Feuchtgebiete

Dichte Schilfbestände bieten gute Deckung und sind oft Rückzugsorte für Fasane.

Feldtipps

  1. Früher Morgen oder später Nachmittag. Dies sind die aktivsten Zeiten für die Nahrungssuche, in denen Fasane am ehesten am Boden zu sehen sind.
  2. Auf Rufe achten. Der charakteristische Ruf des Hahns kann helfen, Fasane zu lokalisieren, auch wenn sie nicht direkt sichtbar sind.
  3. Geduld und Tarnung. Fasane sind scheu. Bleiben Sie ruhig und unauffällig, um sie nicht zu verschrecken. Fernglas ist empfehlenswert.
  4. Spurensuche. Achten Sie auf Fußspuren im Schnee oder auf weichem Boden, die auf die Anwesenheit von Fasanen hindeuten können.

Ähnliche Arten

Rebhuhn

Perdix perdix

Rebhühner sind deutlich kleiner und kompakter als Fasane, haben einen kürzeren Schwanz und ein rundlicheres Erscheinungsbild. Ihr Gefieder ist grauer und feiner gemustert, und ihnen fehlen die auffälligen roten Gesichtslappen und der lange Schwanz des Fasanenhahns.

Auerhuhn

Tetrao urogallus

Auerhühner sind größer und kräftiger gebaut als Fasane, leben in Wäldern und haben einen fächerförmigen Schwanz. Die Männchen sind dunkel, fast schwarz, mit einem roten Überaugenstreif und einem Bart. Sie sind in ihrem Lebensraum und Verhalten deutlich anders als Fasane.

Kurzinfos

Lebensraum:
Offene Landschaften mit Deckung
Nahrung:
Samen, Getreide, Insekten
Brutzeit:
April - Juli
Eier pro Gelege:
8-15
Status:
Nicht gefährdet (Least Concern)

Wissenswertes

  • Der Fasan wurde ursprünglich aus Asien nach Europa gebracht und ist heute einer der am weitesten verbreiteten Jagdvögel weltweit.
  • Es gibt zahlreiche Unterarten des Fasans, die sich in der Färbung und dem Vorhandensein eines weißen Halsrings unterscheiden können. Viele der heute in Europa vorkommenden Fasane sind Hybriden dieser Unterarten.
  • Fasanenhähne sind polygyn, das heißt, ein Hahn paart sich mit mehreren Hennen in seinem Revier.
  • Obwohl Fasane fliegen können, bevorzugen sie es, bei Gefahr zu rennen und sich in dichter Vegetation zu verstecken.

Systematik

Reich
Animalia
Stamm
Chordata
Klasse
Aves
Ordnung
Galliformes
Familie
Phasianidae
Gattung
Phasianus
Art
Phasianus colchicus

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