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Zilpzalp (Phylloscopus collybita)

Zilpzalp

Nicht gefährdet (Least Concern)

Phylloscopus collybita

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Über den Vogel

Der Zilpzalp ist ein kleiner, unauffälliger Singvogel aus der Familie der Laubsänger. Er ist bekannt für seinen charakteristischen, namensgebenden Gesang und gehört zu den häufigsten Brutvögeln Mitteleuropas. Trotz seines unscheinbaren Äußeren ist er ein wichtiger Bestandteil vieler Ökosysteme, insbesondere als Insektenfresser.

Größe und Lebensdauer

Länge
10-12 cm
Flügelspannweite
15-21 cm
Gewicht
6-10 g
Lebensdauer
2-3 Jahre (maximal bis zu 8 Jahre)
Nahrung
Insektivor

Körperliche Merkmale

Gefieder
Oberseite olivgrün bis graugrün, Unterseite schmutzigweiß bis gelblichweiß. Die Flanken können leicht gelblich getönt sein. Der Bürzel ist oft etwas heller und gelblicher. Die Flügel sind dunkelbraun mit helleren Säumen.
Schnabelform
Fein, spitz und dunkelbraun bis schwarz, an der Basis des Unterschnabels oft heller oder gelblich.
Augenfarbe
Dunkelbraun
Beinfarbe
Dunkelbraun bis schwarz, manchmal auch heller oder fleischfarben, besonders bei Jungvögeln.
Erkennungsmerkmale
Unauffälliges Gefieder, oft mit einem angedeuteten, hellen Überaugenstreif. Die Beine sind meist dunkel. Der Schwanz ist kurz und wird oft leicht zitternd gehalten. Der Gesang ist das wichtigste Erkennungsmerkmal.
Jugendkleid
Jungvögel sind im ersten Herbst oft etwas gelblicher und haben eine frischere, weniger abgenutzte Federkleid als Altvögel. Die Beine können heller sein.
Saisonale Veränderungen
Geringe saisonale Veränderungen. Das Gefieder kann im Herbst nach der Mauser etwas frischer und farbiger wirken, verblasst aber bis zum Frühjahr.
Geschlechtsdimorphismus
Kein ausgeprägter Sexualdimorphismus; Männchen und Weibchen sehen gleich aus.

Bestimmung

  1. 1

    Gesang

    Der charakteristische 'zilp-zalp' Gesang ist das sicherste und einfachste Erkennungsmerkmal. Er ist rhythmisch und wiederholend.

  2. 2

    Beinfarbe

    Achten Sie auf die Beinfarbe. Zilpzalpe haben meist dunkle (schwarze bis dunkelbraune) Beine, während der sehr ähnliche Fitis oft hellere, fleischfarbene Beine hat. Dies ist jedoch nicht immer eindeutig.

  3. 3

    Flügelform und -länge

    Die Handschwingenprojektion (der Teil der Handschwingen, der über die tertiären Schwingen hinausragt) ist beim Zilpzalp kürzer als beim Fitis. Dies ist ein subtiles Merkmal, das bei guten Beobachtungsbedingungen hilfreich sein kann.

  4. 4

    Verhalten

    Zilpzalpe sind oft sehr aktiv, hüpfen und fliegen rastlos in den Baumkronen und im Unterholz auf der Suche nach Insekten.

  5. 5

    Gefieder

    Das Gefieder ist eher unauffällig olivgrün bis graugrün auf der Oberseite und schmutzigweiß bis gelblichweiß auf der Unterseite. Ein schwacher Überaugenstreif kann vorhanden sein.

Lebensraum und Verbreitung

Biome
Wälder, Parks, Gärten, Hecken, Gebüsche, Auwälder, Waldränder
Verbreitungsgebiet
Brutgebiet erstreckt sich über weite Teile Europas und Asiens. Überwinterungsgebiete liegen im Mittelmeerraum, in Nordafrika und Südasien.
Höhenverbreitung
Von Meereshöhe bis etwa 2000 Meter in Gebirgsregionen.
Bevorzugte Lebensräume
Bevorzugt offene Wälder mit Unterwuchs, Waldränder, Parks und Gärten mit altem Baumbestand und dichtem Gebüsch. Wichtig sind Laubbäume und Mischwälder, aber auch Nadelwälder werden besiedelt, wenn ausreichend Unterholz vorhanden ist.

Verhalten

Aktivitätszeit
Tagaktiv (diurnal).
Fressgewohnheiten
Ernährt sich hauptsächlich von Insekten und deren Larven, Spinnen und anderen kleinen Wirbellosen, die er von Blättern und Zweigen pickt oder im Flug fängt. Im Herbst werden auch kleine Beeren gefressen.
Sozialverhalten
Während der Brutzeit territorial und einzelgängerisch. Außerhalb der Brutzeit können sie sich zu kleinen Gruppen oder gemischten Schwärmen mit anderen Zugvögeln zusammenschließen.
Flugmuster
Kurze, hüpfende Flüge zwischen Ästen und Blättern. Der Flug ist oft wellenförmig und wirkt leicht und agil.
Zugverhalten
Langstreckenzieher. Die meisten europäischen Populationen ziehen im Herbst (August-Oktober) in den Mittelmeerraum und nach Nordafrika. Die Rückkehr in die Brutgebiete erfolgt im Frühjahr (März-April).
Territorialverhalten
Männchen verteidigen während der Brutzeit ein Territorium durch Gesang und Verfolgungsflüge.

Gesang und Rufe

Gesang
Der namensgebende Gesang ist ein einfaches, aber charakteristisches 'zilp-zalp, zilp-zalp, zilp-zalp' oder 'chip-chap, chip-chap', das rhythmisch wiederholt wird. Es klingt oft etwas monoton, aber sehr markant.
Ruf
Der häufigste Ruf ist ein weiches, kurzes 'huit' oder 'hüid'. Bei Erregung kann es auch ein schärferes 'tüit' sein.
Wann er ruft
Der Gesang ist besonders im Frühjahr und Frühsommer von der Ankunft aus den Winterquartieren bis in den Juli hinein häufig zu hören. Auch im Spätsommer und Herbst kann man ihn gelegentlich hören.

Brutverhalten

Brutzeit
April bis Juli, oft zwei Bruten pro Jahr.
Nistgewohnheiten
Das Nest wird vom Weibchen bodennah oder in niedrigem Gebüsch (bis ca. 1 Meter Höhe) gebaut. Es ist ein kugelförmiges oder kuppelförmiges Gebilde mit seitlichem Eingang, kunstvoll aus Gräsern, Moos, Blättern und Halmen geflochten und innen mit feinen Pflanzenfasern, Haaren und Federn ausgepolstert.
Gelegegröße
4-7 Eier
Eibeschreibung
4-7 Eier, weiß mit feinen rotbraunen oder violettgrauen Sprenkeln, besonders am stumpfen Pol verdichtet. Größe ca. 15 x 12 mm.
Brutdauer
13-15 Tage, hauptsächlich vom Weibchen bebrütet.
Nestlingsdauer
12-15 Tage nach dem Schlüpfen verlassen die Jungvögel das Nest. Sie werden danach noch einige Zeit von beiden Eltern gefüttert.
Elterliche Fürsorge
Beide Elternteile füttern die Jungvögel, das Weibchen brütet und baut das Nest.

Wo zu finden

Wälder

Besonders in Laub- und Mischwäldern mit dichtem Unterwuchs.

Parks und Gärten

In städtischen und ländlichen Parks sowie größeren Gärten mit Bäumen und Sträuchern.

Hecken und Gebüsche

Entlang von Hecken, Feldrainen und in dichtem Gebüsch.

Auwälder und Flussufer

In feuchten Gebieten entlang von Flüssen und Bächen mit Weiden und Erlen.

Feldtipps

  1. Hören Sie auf den Gesang. Der Gesang ist das beste Erkennungsmerkmal. Lernen Sie ihn gut kennen, um den Zilpzalp auch ohne Sichtung zu identifizieren.
  2. Suchen Sie in Baumkronen und Unterholz. Zilpzalpe sind oft in den oberen Bereichen von Bäumen oder im dichten Unterholz auf Nahrungssuche. Geduld und ein Fernglas sind hilfreich.
  3. Beobachten Sie die Bewegung. Achten Sie auf die typischen, rastlosen Bewegungen und das schnelle Hüpfen zwischen Ästen.
  4. Früher Morgen. Am frühen Morgen sind Zilpzalpe am aktivsten und singen am häufigsten.

Ähnliche Arten

Fitis

Phylloscopus trochilus

Der Fitis ist dem Zilpzalp sehr ähnlich. Hauptunterschiede sind der Gesang (Fitis: weiche, abfallende Strophe), die Beinfarbe (Fitis: meist hellere, fleischfarbene Beine, Zilpzalp: meist dunkle Beine), die Flügelform (Fitis: längere Handschwingenprojektion, Zilpzalp: kürzere) und die Kopfform (Fitis: oft runderer Kopf, Zilpzalp: oft etwas flacherer Kopf). Der Überaugenstreif ist beim Fitis oft deutlicher.

Waldlaubsänger

Phylloscopus sibilatrix

Der Waldlaubsänger ist größer und kräftiger gebaut. Er hat eine leuchtend gelbe Kehle und Brust, einen sehr deutlichen gelben Überaugenstreif und rein weiße Unterseite. Seine Beine sind hell. Der Gesang ist ein schnelles, zitterndes 'sip-sip-sip-sip-sirrrrrr'.

Berglaubsänger

Phylloscopus bonelli

Der Berglaubsänger ist grauer auf der Oberseite, hat eine rein weiße Unterseite und gelbliche Bürzel- und Flügelränder. Die Beine sind hell. Der Gesang ist ein schnelles, trockenes 'tschirp-tschirp-tschirp'.

Kurzinfos

Gesang:
'zilp-zalp, zilp-zalp'
Größe:
Kleiner Singvogel (10-12 cm)
Beine:
Meist dunkel
Ernährung:
Insekten
Zugvogel:
Ja

Wissenswertes

  • Der Zilpzalp ist einer der ersten Zugvögel, die im Frühjahr nach Mitteleuropa zurückkehren und oft schon im März zu hören sind.
  • Sein deutscher Name ist eine Onomatopoesie, die seinen Gesang nachahmt.
  • Trotz seines unscheinbaren Aussehens ist der Zilpzalp einer der häufigsten Brutvögel in vielen Teilen Europas.
  • Es gibt mehrere Unterarten des Zilpzalps, die sich in Gefieder und Gesang leicht unterscheiden können, z.B. der Iberische Zilpzalp (Phylloscopus ibericus), der früher als Unterart galt und heute als eigene Art anerkannt ist.

Systematik

Reich
Animalia (Tiere)
Stamm
Chordata (Chordatiere)
Klasse
Aves (Vögel)
Ordnung
Passeriformes (Sperlingsvögel)
Familie
Phylloscopidae (Laubsänger)
Gattung
Phylloscopus
Art
Phylloscopus collybita

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