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Schneeammer

Least Concern (nicht gefährdet)

Plectrophenax nivalis

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Über den Vogel

Die Schneeammer ist ein kleiner, robuster Singvogel, der für seine Anpassung an kalte, arktische und alpine Umgebungen bekannt ist. Sie ist ein Zugvogel, der in den nördlichsten Regionen der Welt brütet und im Winter in südlichere, aber immer noch kalte Gebiete zieht. Ihr Gefieder ist saisonal sehr variabel, wobei Männchen im Brutkleid auffallend schwarz-weiß sind.

Größe und Lebensdauer

Länge
15-17 cm
Flügelspannweite
30-32 cm
Gewicht
26-42 g
Lebensdauer
Durchschnittlich 2-3 Jahre, maximal bis zu 9 Jahre in freier Wildbahn
Nahrung
Omnivore, hauptsächlich Samen und Insekten

Körperliche Merkmale

Gefieder
Das Gefieder variiert stark saisonal und geschlechtsspezifisch. Im Brutkleid sind Männchen überwiegend weiß mit schwarzen Flügelspitzen, Rücken und mittleren Schwanzfedern. Weibchen und Männchen im Schlichtkleid sind bräunlicher gefärbt, mit viel Weiß an den Flügeln und einem gestreiften Rücken.
Schnabelform
Kleiner, konischer Schnabel, im Brutkleid schwarz bei Männchen, sonst gelblich mit dunkler Spitze.
Augenfarbe
Dunkelbraun
Beinfarbe
Schwarz
Erkennungsmerkmale
Auffälliges Weiß im Gefieder, besonders an den Flügeln, und die Anpassung an extreme Kälte. Im Flug sind die großen weißen Flügelfelder sehr markant.
Jugendkleid
Jungvögel ähneln den Weibchen im Schlichtkleid, sind aber insgesamt matter und stärker gestreift, mit einem bräunlicheren Kopf und Rücken.
Saisonale Veränderungen
Männchen wechseln vom auffälligen schwarz-weißen Brutkleid (durch Abnutzung der braunen Federspitzen) zu einem bräunlicheren Schlichtkleid im Herbst. Weibchen sind ganzjährig bräunlicher, aber auch bei ihnen wird das Gefieder im Frühjahr durch Abnutzung der Federspitzen kontrastreicher.
Geschlechtsdimorphismus
Sehr ausgeprägt im Brutkleid: Männchen sind fast reinweiß mit schwarzen Partien, während Weibchen deutlich bräunlicher und gestreifter sind. Im Schlichtkleid sind die Unterschiede geringer, aber Männchen behalten oft mehr Weiß.

Bestimmung

  1. 1

    Gefieder (Brutkleid Männchen)

    Auffallend reinweiß mit schwarzen Flügelspitzen, schwarzem Rücken und schwarzen mittleren Schwanzfedern. Einzigartig in der Arktis.

  2. 2

    Gefieder (Weibchen und Schlichtkleid)

    Bräunlicher und gestreifter als Männchen im Brutkleid, aber immer noch mit viel Weiß an den Flügeln, besonders im Flug sichtbar.

  3. 3

    Flugbild

    Welliger Flug mit sehr auffälligen, großen weißen Flügelfeldern, die im Kontrast zu den schwarzen Flügelspitzen stehen.

  4. 4

    Habitat

    Bevorzugt offene, karge, felsige oder tundrenartige Landschaften, besonders im Winter oft an Küsten oder auf Feldern.

  5. 5

    Verhalten

    Oft in Schwärmen am Boden nach Nahrung suchend, kann bei Störung auffliegen und sich dann wieder niederlassen.

  6. 6

    Rufe

    Achten Sie auf das charakteristische rollende 'tirrr' oder 'tü-tü-tü'.

Lebensraum und Verbreitung

Biome
Arktische Tundra, alpine Regionen, offene, karge Landschaften
Verbreitungsgebiet
Zirkumpolar. Brütet in der Arktis (Grönland, Island, Skandinavien, Sibirien, Alaska, Kanada). Überwintert in südlicheren, aber immer noch kalten Regionen, einschließlich Nordeuropa, Zentralasien, Nordamerika und gelegentlich Mitteleuropa.
Höhenverbreitung
Brütet von Meereshöhe bis über 2000 m in alpinen Regionen. Im Winter meist in tieferen Lagen.
Bevorzugte Lebensräume
Felsige Hänge, Geröllfelder, offene Tundra, Küstenlinien, Strände, Felder und offene Flächen im Winter.

Verhalten

Aktivitätszeit
Tagaktiv
Fressgewohnheiten
Sucht Nahrung am Boden, oft in kleinen Trupps. Ernährt sich im Sommer hauptsächlich von Insekten und Spinnen, im Winter von Samen von Gräsern und Kräutern. Kann auch Beeren fressen.
Sozialverhalten
Außerhalb der Brutzeit sehr gesellig, bildet oft große Schwärme, manchmal gemischt mit anderen Ammern oder Lerchen. Während der Brutzeit territorial und paarweise.
Flugmuster
Welliger, schneller Flug mit kräftigen Flügelschlägen. Im Flug sind die großen weißen Flügelfelder sehr auffällig.
Zugverhalten
Langstreckenzieher. Brütet in der Hocharktis und zieht im Herbst in südlichere, aber immer noch kalte Regionen. Die Zugwege sind oft breit gefächert und können je nach Nahrungsangebot variieren.
Territorialverhalten
Während der Brutzeit verteidigen Männchen ein Brutrevier, das sie mit Gesang markieren. Außerhalb der Brutzeit nicht territorial.

Gesang und Rufe

Gesang
Der Gesang ist eine schnelle, melodische und zwitschernde Strophe, oft von einem erhöhten Punkt oder im Singflug vorgetragen. Er klingt klar und flötend, mit variablen Phrasen.
Ruf
Der häufigste Ruf ist ein klares, rollendes 'tirrr' oder 'tü-tü-tü'. Im Flug oft ein weiches 'tschirp' oder 'tschip'.
Wann er ruft
Hauptsächlich während der Brutzeit, um Reviere zu markieren und Partner anzulocken. Rufe sind ganzjährig zu hören, besonders im Flug und bei der Nahrungssuche in Schwärmen.

Brutverhalten

Brutzeit
Mai bis Juli
Nistgewohnheiten
Das Nest wird vom Weibchen gebaut, oft gut versteckt in Felsspalten, unter Steinen oder in Erdlöchern. Es ist eine lose Tasse aus Gräsern, Moos und Flechten, ausgekleidet mit feineren Materialien wie Federn und Tierhaaren.
Gelegegröße
4-7 Eier
Eibeschreibung
4-7 Eier pro Gelege, weißlich bis bläulich-grünlich, mit feinen braunen oder violetten Flecken und Kritzeln, besonders am stumpfen Ende.
Brutdauer
10-15 Tage, hauptsächlich vom Weibchen bebrütet.
Nestlingsdauer
10-14 Tage nach dem Schlüpfen verlassen die Jungvögel das Nest.
Elterliche Fürsorge
Beide Eltern füttern die Nestlinge. Das Weibchen brütet, während das Männchen Nahrung herbeischafft und das Revier verteidigt.

Wo zu finden

Arktische Tundra

In den Sommermonaten in den Brutgebieten Grönlands, Islands, Skandinaviens, Sibiriens, Alaskas und Kanadas.

Küsten und offene Felder

Im Winter in Nordeuropa (z.B. Norddeutschland, Niederlande, Großbritannien), an Küsten, auf Stränden, Dünen und großen, offenen Ackerflächen.

Alpine Regionen

In einigen Gebirgsregionen (z.B. Schottland) auch als Brutvogel in höheren Lagen zu finden.

Feldtipps

  1. Winterbeobachtung. Die beste Zeit, Schneeammern in Mitteleuropa zu sehen, ist im Winter. Suchen Sie an Küsten, auf großen Feldern oder in Hafengebieten, oft in Gesellschaft von Bergfinken oder anderen Ammern.
  2. Schwärme suchen. Schneeammern sind außerhalb der Brutzeit sehr gesellig. Halten Sie Ausschau nach Gruppen von Vögeln, die am Boden nach Nahrung suchen.
  3. Flugbild beachten. Das auffällige Weiß in den Flügeln ist ein hervorragendes Erkennungsmerkmal im Flug, selbst auf größere Entfernung.
  4. Geduld und Fernglas. Sie können scheu sein, daher ist Geduld und ein gutes Fernglas unerlässlich, um die feinen Gefiedermerkmale zu erkennen.

Ähnliche Arten

Spornammer

Calcarius lapponicus

Die Spornammer ist insgesamt dunkler und stärker gestreift, mit einem auffälligen schwarzen Kehlfleck und einem kastanienbraunen Nackenband (Männchen im Brutkleid). Ihr Flug ist weniger 'weiß' als der der Schneeammer.

Ohrenlerche

Eremophila alpestris

Die Ohrenlerche hat auffällige schwarze 'Hörner' und eine schwarze Gesichtsmaske. Ihr Gefieder ist eher sandfarben-braun und sie hat nicht die ausgeprägten weißen Flügelfelder der Schneeammer.

Kurzinfos

Lebensraum:
Arktische Tundra und alpine Regionen
Zugverhalten:
Langstreckenzieher
Nahrung:
Samen und Insekten
Besonderheit:
Auffälliges weißes Gefieder, besonders im Flug
Wintergast:
Regelmäßiger Wintergast in Nord- und Mitteleuropa

Wissenswertes

  • Die Schneeammer ist einer der nördlichsten brütenden Singvögel der Welt und kann Temperaturen von bis zu -40°C standhalten.
  • Ihr wissenschaftlicher Name 'Plectrophenax nivalis' bedeutet 'Sporn-König des Schnees', was auf ihre langen Hinterkrallen und ihren Lebensraum anspielt.
  • Männliche Schneeammern kommen oft schon Wochen vor den Weibchen in den Brutgebieten an, um die besten Reviere zu sichern.
  • Das weiße Gefieder dient nicht nur der Tarnung im Schnee, sondern hilft auch, die Körpertemperatur zu regulieren, indem es Sonnenlicht reflektiert.

Systematik

Reich
Animalia
Stamm
Chordata
Klasse
Aves
Ordnung
Passeriformes
Familie
Calcariidae
Gattung
Plectrophenax
Art
Plectrophenax nivalis

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