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Weidenmeise (Poecile montanus)

Weidenmeise

Nicht gefährdet (LC) gemäß IUCN Roter Liste, jedoch regional in einigen Gebieten rückläufig.

Poecile montanus

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Über den Vogel

Die Weidenmeise ist eine kleine, gedrungene Meisenart, die in weiten Teilen Eurasiens verbreitet ist. Sie zeichnet sich durch eine unauffällige, aber charakteristische Gefiederfärbung und einen großen, mattschwarzen Scheitel aus. Sie ist oft in feuchten Wäldern, Bruchwäldern und Mooren anzutreffen und ernährt sich hauptsächlich von Insekten und Samen. Ihre Fähigkeit, in weichem Totholz Nisthöhlen zu zimmern, ist ein wichtiges Merkmal.

Größe und Lebensdauer

Länge
11-13 cm
Flügelspannweite
17-21 cm
Gewicht
9-12 g
Lebensdauer
2-3 Jahre, maximal bis zu 11 Jahre
Nahrung
Überwiegend Insekten und deren Larven, Spinnen, Sämereien, Beeren und Knospen. Im Winter häufig an Futterstellen anzutreffen.

Körperliche Merkmale

Gefieder
Oberseite graubraun, Unterseite hellgrau bis schmutzigweiß. Deutlicher, großer, mattschwarzer Scheitel, der bis in den Nacken reicht. Die Wangen sind weiß, der Kinnfleck ist klein und mattschwarz. Die Flügel sind dunkelbraun mit helleren Rändern der Armschwingen, die ein helles Feld auf dem geschlossenen Flügel bilden können. Es gibt keine ausgeprägten Flügelbinden. Der Schwanz ist ebenfalls dunkelbraun.
Schnabelform
Kurz, spitz und kegelförmig, schwarz gefärbt, typisch für samenfressende und insektenjagende Vögel.
Augenfarbe
Dunkelbraun.
Beinfarbe
Dunkelgrau bis schwarz.
Erkennungsmerkmale
Der große, matte, schwarze Scheitel und der kleine, matte schwarze Kinnfleck sind charakteristisch. Im Vergleich zur Sumpfmeise ist der Scheitel der Weidenmeise größer und der Kinnfleck kleiner und weniger ausgeprägt. Auch die hellere Flügelzeichnung, insbesondere die hellen Kanten der Armschwingen, kann ein Unterscheidungsmerkmal sein. Die Kopfform wirkt oft 'bulliger' als bei der Sumpfmeise.
Jugendkleid
Jungvögel ähneln den Altvögeln, ihr Gefieder ist jedoch oft etwas bräunlicher und matter, und der schwarze Scheitel kann weniger intensiv gefärbt sein.
Saisonale Veränderungen
Das Gefieder zeigt keine saisonalen Veränderungen. Das ganze Jahr über gleichbleibende Färbung.
Geschlechtsdimorphismus
Kein äußerlich erkennbarer Sexualdimorphismus; Männchen und Weibchen sehen gleich aus.

Bestimmung

  1. 1

    Scheitel

    Großer, mattschwarzer Scheitel, der bis in den Nacken reicht (im Gegensatz zum kleineren, glänzenden Scheitel der Sumpfmeise).

  2. 2

    Kinnfleck

    Kleiner, matter schwarzer Kinnfleck (im Gegensatz zum größeren, glänzenden Kinnfleck der Sumpfmeise).

  3. 3

    Flügel

    Helle Ränder der Armschwingen, die ein helles Feld auf dem geschlossenen Flügel bilden können (fehlt bei der Sumpfmeise).

  4. 4

    Rufe

    Charakteristisches raues 'tschääh' oder 'zische-tschäh' und ein tiefes 'dzee-dzee-dzee' ('Ziege-Ziege'). Der Gesang ist ein pfeifendes 'piüh-piüh-piüh'.

  5. 5

    Verhalten

    Oft im feuchten, toten Holz zu finden, wo sie ihre Höhlen zimmert. Wirkt robuster als die Sumpfmeise.

Lebensraum und Verbreitung

Biome
Nördliche boreale Nadelwälder, gemäßigte Laub- und Mischwälder, Bruchwälder, Auenwälder, Moorgebiete.
Verbreitungsgebiet
Weite Teile Eurasiens, von Westeuropa bis Ostasien, inklusive Skandinavien, Mitteleuropa, Russland und Japan.
Höhenverbreitung
Von Meereshöhe bis in subalpine Lagen von etwa 2000 m, regional auch höher.
Bevorzugte Lebensräume
Feuchte Wälder mit reichlich Totholz und weichem Holz (z.B. Weiden, Erlen, Birken), Moorbirkenbestände, Waldränder, Parks und Gärten in ländlichen Gebieten, oft in Wassernähe. Sie bevorzugt Orte, wo sie ihre Nisthöhlen selbst in morsches Holz zimmern kann.

Verhalten

Aktivitätszeit
Tagaktiv.
Fressgewohnheiten
Sucht aktiv in Bäumen und Sträuchern nach Nahrung, insbesondere an Rinde und Blättern. Sie kann auch an Zweigen kopfüber hängen. Hortet Nahrung, insbesondere Samen, für den Winter. Besucht im Winter regelmäßig Vogelfutterhäuser.
Sozialverhalten
Außerhalb der Brutzeit oft in kleinen, lockeren Trupps oder als Teil von gemischten Meisen- und Kleibergesellschaften zu beobachten. Während der Brutzeit territorial und paarweise.
Flugmuster
Wellenförmiger, hüpfender Flug über kurze Distanzen zwischen Bäumen und Sträuchern. Wirkt im Flug oft etwas schwerfälliger als andere Meisenarten.
Zugverhalten
Standvogel, der in seinem Brutgebiet verbleibt. Nur in strengen Wintern oder bei Nahrungsknappheit können kurze Wanderbewegungen oder Einflüge in benachbarte Gebiete stattfinden (invasives Verhalten).
Territorialverhalten
Reviertreu während der Brutzeit. Das Revier wird mit Gesang und Rufen verteidigt.

Gesang und Rufe

Gesang
Der Gesang ist relativ einfach und melodiös, oft ein wiederholtes 'tsee-tsee-tsee-tsee' oder ein pfeifendes 'piüh-piüh-piüh'. Er ist klarer und melodiöser als der der Sumpfmeise.
Ruf
Der häufigste Ruf ist ein raues, schnarrendes 'tschääh' oder 'zische-tschäh'. Ein weiterer charakteristischer Ruf ist ein tiefes, rauhes 'dzee-dzee-dzee', das auch als 'Ziege-Ziege' beschrieben wird und ein gutes Unterscheidungsmerkmal zur Sumpfmeise ist. Auch feine 'sit-sit'-Rufe.
Wann er ruft
Das ganze Jahr über zu hören, besonders aber während der Brutzeit im Frühjahr und Frühsommer.

Brutverhalten

Brutzeit
April bis Juli, mit dem Hauptgeschehen im Mai und Juni.
Nistgewohnheiten
Nistet in selbst gezimmerten Höhlen in morschem Holz, oft in Baumstümpfen oder hohlen Bäumen. Selten werden auch natürliche Höhlen oder alte Spechthöhlen genutzt. Beide Elternteile beteiligen sich am Bau der Höhle und am Auskleiden mit Moos, Haaren und Federn.
Gelegegröße
5-11 Eier.
Eibeschreibung
5-11 (meist 6-9) Eier, weiß mit feinen rotbraunen Sprenkeln, die sich am stumpfen Pol konzentrieren können. Glatte, leicht glänzende Oberfläche.
Brutdauer
13-15 Tage, hauptsächlich durch das Weibchen.
Nestlingsdauer
17-20 Tage nach dem Schlüpfen.
Elterliche Fürsorge
Beide Eltern füttern die Jungvögel. Nach dem Ausfliegen bleiben die Jungen noch einige Zeit bei den Eltern und werden weiter gefüttert.

Wo zu finden

Bruchwälder

Besonders in feuchten Arealen mit Weiden, Erlen und Birken, wo viel Totholz vorhanden ist.

Auenwälder und Moorgebiete

Oft an Wasserläufen oder in Moornähe, die reich an Weichhölzern sind.

Bergwälder

In höheren Lagen Europas, in Nadel- und Mischwäldern, die ausreichend Totholz bieten.

Parks und Gärten

Gelegentlich auch in größeren, naturnahen Parks und Gärten in ländlichen Gebieten, insbesondere im Winter an Futterstellen.

Feldtipps

  1. Akustische Identifikation. Lernen Sie die charakteristischen Rufe 'tschääh' und 'dzee-dzee-dzee' kennen. Sie sind oft der erste Hinweis auf die Anwesenheit der Weidenmeise und helfen, sie von der ähnlichen Sumpfmeise zu unterscheiden.
  2. Habitatwahl. Suchen Sie gezielt in feuchten Waldgebieten mit hohem Totholzanteil, insbesondere an Weichhölzern wie Weiden und Birken. Dort ist die Wahrscheinlichkeit am höchsten, sie zu finden.
  3. Sichtbeobachtung. Achten Sie auf den matten Scheitel und den kleinen Kinnfleck, um sie von der Sumpfmeise zu unterscheiden. Auch die helleren Flügelfelder können hilfreich sein. Ihr Verhalten ist oft etwas robuster als das der Sumpfmeise.
  4. Winterfütterung. Im Winter können Weidenmeisen regelmäßig an Vogelfutterhäusern mit Sonnenblumenkernen, Erdnüssen oder Fettfutter beobachtet werden.

Ähnliche Arten

Sumpfmeise

Poecile palustris

Die Sumpfmeise hat einen glänzenden, kleineren Scheitel, der nicht so weit in den Nacken reicht, und einen größeren, glänzenden schwarzen Kinnfleck. Ihr Gefieder ist oft etwas dunkler und die Flügel haben keine hellen Felder. Ihr Ruf ist ein klares 'pit-schu', anders als das raue 'tschääh' der Weidenmeise. Die Kopfform der Sumpfmeise wirkt zierlicher.

Bartmeise

Panurus biarmicus

Die Bartmeise ist morphologisch sehr unterschiedlich und gehört zu einer anderen Familie. Männchen haben einen markanten schwarzen Bartstreif und eine blaugraue Kopffärbung. Sie ist deutlich schlanker und hat einen langen Schwanz. Ihr Lebensraum ist das Schilf, während die Weidenmeise im Wald lebt.

Kurzinfos

Brutreviertreue:
Sehr ausgeprägt, Standvogel
Nahrungsbevorratung:
Ja, für den Winter
Höhlenbauer:
Zimmert eigene Nisthöhlen in morschem Holz
Erkennungsmerkmal:
Mattes Schwarz auf dem Kopf, kleinerer Kinnfleck als Sumpfmeise

Wissenswertes

  • Die Weidenmeise ist eine der wenigen Meisenarten, die ihre Nisthöhlen aktiv selbst in weiches Holz zimmert, anstatt natürliche Spalten oder alte Spechthöhlen zu nutzen.
  • Der Name 'Weidenmeise' ist etwas irreführend, da sie nicht nur in Weiden, sondern in verschiedenen feuchten Waldtypen vorkommt und ihren Namen hauptsächlich von ihrem bevorzugten Lebensraum mit Weichhölzern ableitet.
  • Ihre Rufe 'dzee-dzee-dzee' haben ihr den volkstümlichen Namen 'Ziege-Ziege' eingebracht, aufgrund der Ähnlichkeit mit dem Ruf einer jungen Ziege.

Systematik

Reich
Tiere
Stamm
Chordatiere
Klasse
Vögel
Ordnung
Sperlingsvögel
Familie
Meisen
Gattung
Poecile
Art
Poecile montanus

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