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Die Weidenmeise ist eine kleine, unauffällige Singvogelart aus der Familie der Meisen. Sie ist bekannt für ihr dunkles Kopfgefieder und ihren charakteristischen Ruf. Sie ist ein Standvogel und bewohnt bevorzugt feuchte Laub- und Mischwälder sowie Auwälder.
Größe und Lebensdauer
- Länge
- 11.5-13 cm
- Flügelspannweite
- 18-21 cm
- Gewicht
- 9-12 g
- Lebensdauer
- 2-5 Jahre (maximal bis zu 11 Jahre)
- Nahrung
- Omnivore (hauptsächlich Insekten und Spinnen im Sommer, Samen und Beeren im Winter)
Körperliche Merkmale
- Gefieder
- Oberseite graubraun, Unterseite schmutzigweiß bis hellgrau. Der Kopf ist glänzend schwarz mit einem kleinen schwarzen Kehlfleck. Die Wangen sind weiß. Die Flügel und der Schwanz sind dunkelbraun mit helleren Säumen.
- Schnabelform
- Kurzer, kräftiger, spitzer Schnabel, schwarz gefärbt.
- Augenfarbe
- Dunkelbraun
- Beinfarbe
- Dunkelgrau bis schwarz
- Erkennungsmerkmale
- Glänzend schwarze Kopfkappe, die bis in den Nacken reicht, und ein kleiner, scharf abgegrenzter schwarzer Kehlfleck. Keine hellen Flügelfelder oder Nackenstreifen. Die Wangen sind reinweiß.
- Jugendkleid
- Jungvögel ähneln den Altvögeln, haben aber oft ein matteres, weniger glänzendes schwarzes Kopfgefieder und einen weniger scharf abgegrenzten Kehlfleck. Die Unterseite kann leicht gelblich getönt sein.
- Saisonale Veränderungen
- Keine signifikanten saisonalen Gefiederänderungen.
- Geschlechtsdimorphismus
- Kein ausgeprägter Sexualdimorphismus; Männchen und Weibchen sehen identisch aus.
Bestimmung
- 1
Kopfkappe
Achten Sie auf die glänzend schwarze Kopfkappe, die bis in den Nacken reicht. Dies ist ein Schlüsselmerkmal zur Unterscheidung von der Sumpfmeise (matte Kappe).
- 2
Kehlfleck
Der schwarze Kehlfleck ist klein und scharf abgegrenzt, nicht diffus oder großflächig.
- 3
Wangen
Die Wangen sind reinweiß und kontrastieren stark mit der schwarzen Kopfkappe und dem Kehlfleck.
- 4
Flügel
Es gibt keine hellen Flügelfelder oder einen hellen Flügelfleck, wie er manchmal bei der Sumpfmeise zu sehen ist.
- 5
Ruf
Der charakteristische, nasale 'pitschu'-Ruf oder das 'tschä-tschä-tschä' ist ein sehr gutes Erkennungsmerkmal. Der Gesang ist ein klares, pfeifendes 'ti-tü-tü-tü'.
- 6
Habitat
Bevorzugt feuchte Laub- und Mischwälder, Auwälder und Parks mit dichtem Unterwuchs.
Lebensraum und Verbreitung
- Biome
- Gemäßigte Wälder, Auwälder, Bruchwälder, Parks und Gärten
- Verbreitungsgebiet
- Weite Teile Europas (von Großbritannien und Frankreich im Westen bis zum Ural im Osten) und Asiens (bis nach Japan und China). Fehlt in Skandinavien nördlich des 60. Breitengrades, in Irland, Island und im südlichen Mittelmeerraum.
- Höhenverbreitung
- Von Meereshöhe bis etwa 1800 Meter in Gebirgsregionen.
- Bevorzugte Lebensräume
- Bevorzugt feuchte Laub- und Mischwälder mit dichtem Unterwuchs, insbesondere mit Weiden, Erlen und Eschen. Auch in Parks, größeren Gärten und Friedhöfen mit altem Baumbestand zu finden. Wichtig sind morsches Holz und Baumhöhlen für die Brut.
Verhalten
- Aktivitätszeit
- Tagaktiv (diurnal).
- Fressgewohnheiten
- Nahrungssuche erfolgt meist in den unteren und mittleren Baumschichten sowie im Unterholz. Sie klettert geschickt an Ästen und Zweigen. Im Sommer ernährt sie sich hauptsächlich von Insekten und Spinnen, deren Larven und Eiern. Im Herbst und Winter werden Samen, Beeren und Nüsse gefressen. Sie legt Nahrungsvorräte an, indem sie Samen und Insekten in Rindenspalten oder unter Moos versteckt.
- Sozialverhalten
- Außerhalb der Brutzeit oft in kleinen Trupps oder gemischten Schwärmen mit anderen Meisenarten unterwegs. Während der Brutzeit territorial und paarweise lebend.
- Flugmuster
- Welliger, schneller Flug mit kurzen Gleitphasen. Wirkt im Flug agil und wendig.
- Zugverhalten
- Standvogel, der sein Brutgebiet in der Regel nicht verlässt. Nur bei extremen Witterungsbedingungen oder Nahrungsknappheit kann es zu lokalen Wanderungen kommen.
- Territorialverhalten
- Während der Brutzeit verteidigen Paare ein Revier. Außerhalb der Brutzeit weniger territorial, aber die Paare bleiben oft zusammen.
Gesang und Rufe
- Gesang
- Der Gesang ist eine Reihe von klaren, pfeifenden Tönen, oft als 'ti-tü-tü-tü' oder 'zizibeh-zizibeh' beschrieben, die rhythmisch wiederholt werden. Er ist melodischer und weniger rau als der der Sumpfmeise.
- Ruf
- Der häufigste Ruf ist ein explosives, nasales 'pitschu' oder 'tschä-tschä-tschä', das oft als 'Niesen' beschrieben wird. Auch ein scharfes 'zick-a-dee' oder 'tschick-a-dee' ist zu hören. Ein weiteres charakteristisches Merkmal ist ein 'pi-tü' oder 'pi-tü-tü' als Kontaktruf.
- Wann er ruft
- Ganzjährig zu hören, besonders aber während der Brutzeit im Frühling und Frühsommer.
Brutverhalten
- Brutzeit
- April bis Juli, meist eine, selten zwei Bruten pro Jahr.
- Nistgewohnheiten
- Nistet in Baumhöhlen, die sie oft selbst in morsches Holz hackt oder erweitert. Auch in Spechthöhlen, Nistkästen oder Rindenspalten. Das Nest wird aus Moos, Flechten, Haaren und Spinnweben gebaut und mit feinen Pflanzenfasern und Tierhaaren ausgekleidet.
- Gelegegröße
- 5-9 Eier
- Eibeschreibung
- 5-9 Eier, weiß mit feinen rotbraunen Sprenkeln, besonders am stumpfen Ende. Größe ca. 16 x 12 mm.
- Brutdauer
- 13-15 Tage, hauptsächlich vom Weibchen bebrütet.
- Nestlingsdauer
- 17-20 Tage nach dem Schlüpfen verlassen die Jungvögel das Nest. Sie werden noch einige Zeit von den Eltern gefüttert.
- Elterliche Fürsorge
- Beide Elternteile füttern die Jungvögel. Das Weibchen brütet, während das Männchen Nahrung herbeischafft.
Wo zu finden
Auwälder
Entlang von Flüssen und Bächen mit feuchten Böden und dichtem Baumbestand.
Feuchte Laubwälder
Wälder mit einem hohen Anteil an Weiden, Erlen und Eschen.
Parks und Gärten
Größere städtische Parks und Gärten mit altem Baumbestand und Unterholz.
Bruchwälder
Feuchte Waldgebiete, oft mit stehendem Wasser und viel Totholz.
Feldtipps
- Achten Sie auf den Ruf. Der nasale 'pitschu'-Ruf ist oft das erste, was man von einer Weidenmeise hört. Lernen Sie diesen Ruf gut kennen.
- Beobachten Sie das Verhalten. Weidenmeisen sind oft in den unteren und mittleren Baumschichten sowie im Unterholz auf Nahrungssuche. Sie sind geschickte Kletterer.
- Suchen Sie in geeigneten Habitaten. Konzentrieren Sie Ihre Suche auf feuchte Laubwälder, Auwälder und Parks mit dichtem Unterwuchs und morschem Holz.
- Geduld und Fernglas. Weidenmeisen können unauffällig sein. Ein gutes Fernglas und Geduld sind entscheidend, um die feinen Gefiedermerkmale zu erkennen.
Ähnliche Arten
Sumpfmeise
Poecile montanus
Die Sumpfmeise (Poecile montanus) ist der Weidenmeise (Poecile palustris) zum Verwechseln ähnlich. Hauptunterschiede: Die Weidenmeise hat eine glänzend schwarze Kopfkappe, die Sumpfmeise eine matte. Der Kehlfleck der Weidenmeise ist kleiner und schärfer abgegrenzt. Die Sumpfmeise hat oft einen hellen Flügelfleck (hellere Armschwingenränder), der bei der Weidenmeise fehlt. Der Ruf der Sumpfmeise ist ein raues, explosives 'zizibäh' oder 'tschä-tschä-tschä', während der Gesang der Weidenmeise melodischer ist ('ti-tü-tü-tü'). Die Sumpfmeise bevorzugt eher Nadel- und Bergwälder, die Weidenmeise feuchte Laubwälder.
Kohlmeise
Parus major
Die Kohlmeise ist deutlich größer, hat einen gelben Bauch mit einem schwarzen Längsstreifen und einen auffälligen weißen Wangenfleck, der von der schwarzen Kopfkappe und dem schwarzen Kehlfleck umrahmt wird. Ihr Gesang ist ein lautes 'zizibeh-zizibeh'.
Blaumeise
Cyanistes caeruleus
Die Blaumeise ist kleiner und hat ein auffälliges blaues und gelbes Gefieder mit einer blauen Kopfkappe und einem schwarzen Augenstreif.
Kurzinfos
- Größe:
- Klein (11.5-13 cm)
- Kopfkappe:
- Glänzend schwarz
- Kehlfleck:
- Klein, scharf abgegrenzt
- Flügel:
- Keine hellen Flecken
- Ruf:
- Nasales 'pitschu' oder 'tschä-tschä-tschä'
- Habitat:
- Feuchte Laubwälder, Auwälder
- Migration:
- Standvogel
Wissenswertes
- Die Weidenmeise ist eine der wenigen Meisenarten, die ihre Bruthöhlen oft selbst in morsches Holz hackt oder erweitert, anstatt nur vorhandene Höhlen zu nutzen.
- Sie ist ein Meister im Anlegen von Nahrungsvorräten. Eine einzelne Weidenmeise kann Tausende von Samen und Insekten an verschiedenen Orten verstecken und sich später daran erinnern, wo sie diese deponiert hat.
- Trotz ihrer Ähnlichkeit zur Sumpfmeise sind die beiden Arten genetisch und ökologisch gut voneinander getrennt, auch wenn sie in manchen Gebieten sympatrisch vorkommen.
- Der wissenschaftliche Name 'palustris' bedeutet 'sumpfig' oder 'im Sumpf lebend', was auf ihren bevorzugten feuchten Lebensraum hinweist.
Systematik
- Reich
- Animalia
- Stamm
- Chordata
- Klasse
- Aves
- Ordnung
- Passeriformes
- Familie
- Paridae
- Gattung
- Poecile
- Art
- Poecile palustris
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