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Amselgrackel (Quiscalus quiscula)

Amselgrackel

Nicht gefährdet (Least Concern)

Quiscalus quiscula

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Über den Vogel

Die Amselgrackel ist ein großer, schlanker Singvogel mit einem langen Schwanz und einem kräftigen Schnabel. Das Gefieder der Männchen ist schillernd schwarz und scheint je nach Lichteinfall blau, violett oder grünlich zu sein. Weibchen sind in der Regel matter gefärbt. Sie sind oft in offenen Landschaften, landwirtschaftlichen Gebieten und städtischen Umgebungen zu finden.

Größe und Lebensdauer

Länge
28-34 cm
Flügelspannweite
36-46 cm
Gewicht
74-142 g
Lebensdauer
Durchschnittlich 6 Jahre, maximal bis zu 23 Jahre in Gefangenschaft
Nahrung
Allesfresser: Insekten (Heuschrecken, Larven, Käfer), Spinnen, kleine Fische, Frösche, Mäuse, Eier und Jungvögel anderer Arten, Samen, Getreide (Mais, Weizen), Beeren und Früchte, Abfälle von menschlichen Siedlungen.

Körperliche Merkmale

Gefieder
Männchen sind glänzend schwarz mit einem irisierenden Glanz, der je nach Licht von violett bis bronze, grün oder blau changiert. Der Kopf erscheint oft bläulich-violett, der Körper purpur-bronze. Weibchen sind ähnlich, aber oft matter gefärbt und weniger schillernd, manchmal mit einem bräunlichen Einschlag. Der Schwanz ist lang und keilförmig.
Schnabelform
Der Schnabel ist kräftig, konisch und spitz. Er ist schwarz.
Augenfarbe
Auffallend hellgelb
Beinfarbe
Schwarz
Erkennungsmerkmale
Der lange, keilförmige Schwanz (besonders im Flug auffällig gebogen), das irisierende schwarze Gefieder und die hellgelben Augen sind charakteristisch. Der Schnabel ist relativ lang und spitz.
Jugendkleid
Jungvögel sind mattbraun, ohne den metallischen Glanz der Erwachsenen, und haben dunkelbraune Augen. Sie entwickeln die hellgelben Augen und das schillernde Gefieder der Erwachsenen im ersten Winter. Ihr Schnabel ist oft rosa-braun oder hornfarben.
Saisonale Veränderungen
Es gibt keine signifikanten saisonalen Gefiederveränderungen bei Erwachsenen. Das Gefieder kann im Laufe des Jahres durch Abnutzung etwas matter wirken, gewinnt aber nach der Mauser wieder an Glanz.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen sind etwas größer und intensiver gefärbt, mit stärkerem Glanz und kräftigeren Farbschattierungen im Gefieder. Weibchen sind geringfügig kleiner und haben ein matteres, weniger schillerndes Gefieder, das manchmal bräunlicher wirkt.

Bestimmung

  1. 1

    Gefieder

    Glänzendes Schwarz mit wechselndem metallischem Glanz (Blau, Violett, Bronze, Grün), der je nach Lichteinfall variiert. Weibchen sind matter.

  2. 2

    Augen

    Auffallend hellgelbe oder goldene Augen, die einen starken Kontrast zum dunklen Kopf bilden.

  3. 3

    Schwanz

    Lang und keilförmig, oft im Flug leicht nach oben gebogen oder im 'V' gehalten.

  4. 4

    Schnabel

    Relativ lang, spitz und kräftig. Schwarz.

  5. 5

    Größe

    Einer der größeren Singvögel Nordamerikas, deutlich größer als eine gewöhnliche Amsel.

  6. 6

    Stimme

    Raue, knarrende, pfeifende und metallische Rufe und Gesänge, wie 'reep-eep' oder 'schluk-schluk'.

Lebensraum und Verbreitung

Biome
Gemäßigte Zonen, Prärien, Wälder, Agrarland
Verbreitungsgebiet
Östliches und mittleres Nordamerika, von Kanada bis zum Golf von Mexiko. Die westliche Grenze erstreckt sich ungefähr bis zu den Rocky Mountains.
Höhenverbreitung
Meereshöhe bis etwa 1000 Meter.
Bevorzugte Lebensräume
Offene Wälder, Waldränder, Parks, Gärten, Felder, Städte, Vororte, Feuchtgebiete und oft in der Nähe von Wasser. Sie bevorzugen Gebiete mit verstreuten Bäumen für Nistplätze und offenem Gelände zur Nahrungssuche.

Verhalten

Aktivitätszeit
Tagaktiv
Fressgewohnheiten
Suchen hauptsächlich am Boden nach Nahrung, oft im Gras oder unter Blättern. Sie können auch Insekten aus der Luft fangen oder Früchte von Bäumen und Sträuchern picken. Sie brechen oft hartschalige Samen oder Nüsse auf, indem sie diese gegen eine harte Oberfläche schlagen.
Sozialverhalten
Außerhalb der Brutzeit sehr gesellig, bilden oft große Schwärme von Hunderten bis Tausenden von Vögeln, oft gemischt mit anderen Amsel- und Starenarten. Brüten oft in Kolonien.
Flugmuster
Der Flug ist kräftig und direkt, mit schnellen Flügelschlägen. Im Flug ist der lange, oft leicht gekielte oder V-förmig gehaltene Schwanz auffällig.
Zugverhalten
Nördliche Populationen sind Zugvögel und ziehen im Herbst in den südlichen Teil des Verbreitungsgebiets, während südliche Populationen resident sind. Der Zug erfolgt tagsüber in großen Schwärmen.
Territorialverhalten
Während der Brutzeit verteidigen sie ein kleines Territorium um das Nest. Außerhalb der Brutzeit sind sie nicht territorial und bilden große Schwärme.

Gesang und Rufe

Gesang
Der Gesang ist eine Serie von rauen, pfeifenden und knarrenden Tönen, oft beschrieben als 'reep-eep' oder 'schluk-schluk'. Er klingt metallisch und nicht sehr melodiös. Manchmal ist ein hohes, quietschendes 'kshe-ee' zu hören.
Ruf
Ein scharfes, trockenes 'tcheck' oder 'chuck', oft auch ein raues 'raahk'. Bei Bedrohung geben sie eine Reihe von schreienden oder zischenden Noten ab.
Wann er ruft
Am häufigsten in der Brutzeit zu hören, aber auch während des ganzen Jahres in sozialen Interaktionen und beim Schwarmflug.

Brutverhalten

Brutzeit
April bis Juli
Nistgewohnheiten
Nisten in Kolonien in Bäumen, Sträuchern oder dichten Vegetationen, oft in der Nähe von Wasser. Das Nest ist eine voluminöse Schale aus Zweigen, Gräsern, Schlamm und manchmal menschlichen Materialien wie Plastik oder Schnüren, ausgekleidet mit feineren Gräsern oder Haaren. Sie können auch in Nistkästen brüten.
Gelegegröße
1 Gelege pro Jahr, selten 2, mit 3-7 Eiern (durchschnittlich 4-5).
Eibeschreibung
3-7 Eier, typischerweise hellblau bis grünlichblau, oft mit braunen, violetten oder schwarzen Flecken und Kritzeln, besonders am stumpfen Ende. Größe: ca. 2,9 x 2,1 cm.
Brutdauer
12-14 Tage, hauptsächlich vom Weibchen bebrütet.
Nestlingsdauer
12-17 Tage nach dem Schlüpfen verlassen die Jungvögel das Nest. Sie werden noch einige Zeit von den Eltern gefüttert.
Elterliche Fürsorge
Beide Elternteile füttern die Jungvögel. Das Weibchen brütet die Eier aus, das Männchen bewacht oft das Nest und trägt Nahrung bei.

Wo zu finden

Städtische und vorstädtische Gebiete

Parks, Gärten, Felder, Rasenflächen, Parkplätze und in der Nähe von menschlichen Siedlungen, wo sie leicht Futter finden können.

Landwirtschaftliche Gebiete

Felder, insbesondere Maisfelder, Scheunen und Silos.

Offene Wälder und Waldränder

Gebiete mit verstreuten Bäumen und viel offenem Boden zur Nahrungssuche.

Feuchtgebiete und Uferregionen

In der Nähe von Flüssen, Seen und Teichen, oft zum Nisten oder Trinken.

Feldtipps

  1. Achten Sie auf große Schwärme. Außerhalb der Brutzeit sammeln sich Amselgrackeln in großen Schwärmen, oft zusammen mit anderen Amsel- und Starenarten, besonders bei der Nahrungssuche oder auf dem Weg zu gemeinsamen Schlafplätzen.
  2. Beobachten Sie ihre Bewegung am Boden. Sie suchen oft im Kurzgräsern oder auf Äckern nach Insekten und Samen, wobei sie mit ihrem Schnabel den Boden durchwühlen.
  3. Achten Sie auf ihren Gesang und ihre Rufe. Ihre rauen, metallischen Rufe sind unverwechselbar und helfen oft, sie zu lokalisieren, auch wenn sie im Laub versteckt sind.
  4. Besuchen Sie Futterstellen. In städtischen Gebieten sind sie an Futterstellen häufig zu Gast und fressen eine Vielzahl von Samen und Körnern.

Ähnliche Arten

Bootsschwanzgrackel

Quiscalus major

Die Bootsschwanzgrackel ist größer, hat einen noch längeren, stärker gekielten Schwanz (besonders bei Männchen) und kommt hauptsächlich in Küstengebieten der südöstlichen USA vor. Männchen der Bootsschwanzgrackel haben einen bräunlichen Körper und einen bläulichen Kopf.

Großschwanzgrackel

Quiscalus mexicanus

Die Großschwanzgrackel ist ebenfalls größer als die Amselgrackel, mit einem extrem langen, stark gekielten Schwanz. Das Verbreitungsgebiet überlappt sich im südwestlichen Teil der USA und Mexiko. Die Augenfarbe ist oft ein dunkleres Gelb oder sogar braun, und die Rufe sind lauter und vielfältiger.

Staar

Sturnus vulgaris

Der Staar ist kleiner, hat einen kürzeren Schwanz und ein dunkelbraunes Auge. Im Schlichtkleid (Herbst/Winter) hat er weiße Flecken im Gefieder. Der Flug ist geradliniger, und der Gesang ist komplexer mit vielen Imitationen.

Kurzinfos

Verbreitung:
Östliches und mittleres Nordamerika
Nahrung:
Allesfresser (Insekten, Samen, Früchte, kleine Wirbeltiere, Abfälle)
Sozialverhalten:
Brüten in Kolonien, bilden außerhalb der Brutzeit große Schwärme
Fortpflanzung:
Monogam, 1 Gelege pro Jahr, 3-7 Eier
Besonderheit:
Irisierendes Gefieder und hellgelbe Augen

Wissenswertes

  • Amselgrackeln können ihren Schnabel an der Basis öffnen, während die Spitze geschlossen bleibt. Dies ermöglicht ihnen, Samen und andere Gegenstände mit dem kräftigen Schnabel effektiv zu manipulieren ('Gapping').
  • Manchmal betreiben Amselgrackeln 'Ameisenbaden' (Anting), indem sie sich auf Ameisenhügel setzen oder Ameisen bewusst durch ihr Gefieder streichen lassen. Es wird angenommen, dass die Ameisensäure dazu dient, Parasiten abzuwehren oder die Haut zu reinigen.
  • Wissenschaftler haben beobachtet, dass Amselgrackeln kleine Objekte wie Brotkrümel oder Nüsse in ein Wasserloch tauchen, bevor sie sie fressen, um sie aufzuweichen oder zu reinigen.
  • Der lange, keilförmige Schwanz der Männchen wird während der Balz und des Imponierens stark gespreizt und gekielt, was ihre Größe und ihren Glanz hervorhebt.

Systematik

Reich
Animalia
Stamm
Chordata
Klasse
Aves
Ordnung
Passeriformes
Familie
Icteridae
Gattung
Quiscalus
Art
Quiscalus quiscula

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