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Girlitz

Least Concern (nicht gefährdet)

Serinus serinus

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Über den Vogel

Der Girlitz ist der kleinste europäische Fink und bekannt für seinen lebhaften, trillernden Gesang. Er ist ein charakteristischer Bewohner offener, sonniger Landschaften mit einzelnen Bäumen und Sträuchern und hat sich in den letzten Jahrzehnten erfolgreich in städtischen und suburbanen Gebieten ausgebreitet. Seine leuchtend gelbe Färbung, besonders beim Männchen, macht ihn unverwechselbar.

Größe und Lebensdauer

Länge
11-12 cm
Flügelspannweite
18-20 cm
Gewicht
11-14 g
Lebensdauer
2-5 Jahre (in Ausnahmefällen bis zu 8 Jahre)
Nahrung
Samenfresser (granivor), gelegentlich Insekten

Körperliche Merkmale

Gefieder
Männchen: Leuchtend gelbe Stirn, Überaugenstreif, Kehle und Brust. Der Rücken ist olivgrün mit dunklen Streifen. Die Flanken sind gelblich-weiß mit dunklen Streifen. Der Bürzel ist leuchtend gelb. Weibchen: Deutlich matter gefärbt, weniger Gelbanteile, stärker gestreift, besonders auf der Brust und den Flanken. Der Bürzel ist gelblich-grün. Beide Geschlechter haben zwei gelbliche Flügelbinden und einen kurzen, kegelförmigen Schnabel.
Schnabelform
Kurz, kräftig, kegelförmig und spitz zulaufend, typisch für Samenfresser. Farbe: hellbraun bis hornfarben.
Augenfarbe
Dunkelbraun.
Beinfarbe
Hellbraun bis fleischfarben.
Erkennungsmerkmale
Kleiner, gedrungener Körperbau, leuchtend gelber Bürzel (auch beim Weibchen erkennbar, wenn auch matter), stark gestreifte Flanken, kurzer Schwanz, und der charakteristische, trillernde Gesang.
Jugendkleid
Jungvögel sind insgesamt matter und bräunlicher gefärbt als adulte Weibchen, mit einer stärkeren und diffuseren Streifung am ganzen Körper. Die gelben Partien sind kaum oder gar nicht ausgeprägt. Der Bürzel ist blass gelblich-grün und gestreift.
Saisonale Veränderungen
Geringfügige saisonale Änderungen. Das Prachtkleid der Männchen ist im Frühjahr am intensivsten gelb. Im Herbst und Winter kann das Gefieder durch Abnutzung und Mauser etwas matter wirken, aber die Grundfärbung bleibt erhalten. Es gibt keine ausgeprägte Schlichtkleid-Färbung wie bei manchen anderen Arten.
Geschlechtsdimorphismus
Deutlich ausgeprägt. Männchen sind wesentlich leuchtender gelb gefärbt, insbesondere an Kopf und Brust, während Weibchen matter und stärker gestreift sind.

Bestimmung

  1. 1

    Größe und Gestalt

    Achten Sie auf die geringe Größe (kaum größer als ein Zaunkönig) und den gedrungenen Körperbau mit kurzem Schwanz.

  2. 2

    Gefiederfärbung (Männchen)

    Suchen Sie nach dem leuchtenden Gelb an Stirn, Überaugenstreif, Kehle und Brust. Der leuchtend gelbe Bürzel ist ein Schlüsselmerkmal, auch im Flug gut sichtbar.

  3. 3

    Gefiederfärbung (Weibchen)

    Weibchen sind matter gelblich-grün und stärker gestreift, aber der gelbliche Bürzel ist immer noch ein gutes Indiz. Achten Sie auf die deutliche Streifung an den Flanken.

  4. 4

    Gesang

    Der schnelle, hochfrequente, klirrende Trillergesang ist unverwechselbar und oft das erste, was man von einem Girlitz wahrnimmt. Er wird oft von einer exponierten Warte aus vorgetragen.

  5. 5

    Flug

    Der wellenförmige Flug ist typisch für Finken, aber in Kombination mit der Größe und dem Gesang ein gutes Merkmal.

  6. 6

    Habitat

    Suchen Sie in offenen, sonnigen Habitaten mit einzelnen Bäumen und Sträuchern, Parks, Gärten und Weinbergen.

Lebensraum und Verbreitung

Biome
Gemäßigte Zonen, mediterrane Regionen.
Verbreitungsgebiet
Ursprünglich Südeuropa, Nordafrika und Kleinasien. Hat sich seit dem 19. Jahrhundert nach Norden und Osten ausgebreitet und ist heute in weiten Teilen Mittel- und Westeuropas verbreitet. Die nördliche Verbreitungsgrenze liegt in Südschweden und dem Baltikum.
Höhenverbreitung
Von Meereshöhe bis etwa 2000 Meter in Gebirgsregionen.
Bevorzugte Lebensräume
Offene, sonnige Landschaften mit einzelnen Bäumen und Sträuchern, Obstgärten, Weinberge, Parks, Gärten, Friedhöfe, Alleen, Waldränder, Heckenlandschaften. Bevorzugt warme, trockene Standorte.

Verhalten

Aktivitätszeit
Tagaktiv (diurnal).
Fressgewohnheiten
Ernährt sich hauptsächlich von kleinen Samen verschiedener Pflanzen, darunter Löwenzahn, Disteln, Korbblütler, Gräser und Bäume (z.B. Birken, Erlen). Sucht Nahrung oft am Boden oder in niedriger Vegetation. Gelegentlich werden auch kleine Insekten, insbesondere zur Brutzeit, gefressen.
Sozialverhalten
Außerhalb der Brutzeit oft in kleinen Schwärmen oder gemischten Trupps mit anderen Finkenarten. Während der Brutzeit leben sie paarweise, können aber in geeigneten Habitaten auch in lockeren Kolonien brüten.
Flugmuster
Schneller, wellenförmiger Flug mit kurzen Flügelschlägen und Gleitphasen. Oft in kleinen Gruppen unterwegs.
Zugverhalten
Teilzieher. Populationen in Südeuropa sind Standvögel. Die nördlicheren Populationen ziehen im Herbst in südlichere Überwinterungsgebiete in Südeuropa und Nordafrika. Der Zug findet meist in kleinen Gruppen statt.
Territorialverhalten
Männchen verteidigen ein kleines Brutrevier, das hauptsächlich den Nestbereich und die unmittelbare Umgebung umfasst. Der Gesang dient der Revierabgrenzung und Partnerwerbung.

Gesang und Rufe

Gesang
Ein sehr charakteristischer, schneller, lebhafter und hochfrequenter Trillergesang, der oft als 'klirrend' oder 'rasselnd' beschrieben wird. Er besteht aus einer Aneinanderreihung von schnellen 'zizizizizizizizizizi'-Lauten, oft mit eingestreuten 'tschip'-Rufen. Wird oft von einer exponierten Warte aus vorgetragen, manchmal auch im Singflug.
Ruf
Der häufigste Ruf ist ein kurzes, trockenes 'tschip' oder 'tschilp'. Im Flug ist oft ein weiches 'tü-lipp' oder 'tü-lü-lü' zu hören.
Wann er ruft
Hauptsächlich während der Brutzeit von März bis Juli, aber auch außerhalb der Brutzeit kann man gelegentlich Gesang hören, besonders an sonnigen Wintertagen.

Brutverhalten

Brutzeit
April bis August, oft zwei bis drei Bruten pro Jahr.
Nistgewohnheiten
Das Nest wird vom Weibchen gebaut, meist in einer Astgabel oder an einem Seitenast eines Baumes oder Busches, oft in 2-10 Metern Höhe. Es ist ein kleines, kompaktes Napfnest aus feinen Wurzeln, Grashalmen, Moos, Flechten und Spinnweben, innen mit Pflanzenwolle und Federn ausgekleidet.
Gelegegröße
3-5 Eier.
Eibeschreibung
3-5 Eier pro Gelege. Die Eier sind bläulich-weiß bis grünlich-weiß, oft mit feinen rötlich-braunen oder violetten Sprenkeln und Kritzeln, die sich am stumpfen Pol verdichten können. Größe: ca. 16 x 12 mm.
Brutdauer
11-13 Tage, hauptsächlich vom Weibchen bebrütet.
Nestlingsdauer
13-16 Tage nach dem Schlüpfen verlassen die Jungvögel das Nest. Sie werden danach noch einige Zeit von beiden Eltern gefüttert.
Elterliche Fürsorge
Beide Eltern füttern die Nestlinge. Das Männchen versorgt das brütende Weibchen mit Nahrung.

Wo zu finden

Parks und Gärten

In städtischen und suburbanen Gebieten sind Parks, Gärten und Friedhöfe mit alten Bäumen und Sträuchern hervorragende Orte, um Girlitze zu finden.

Obstgärten und Weinberge

In ländlichen Gebieten bevorzugen sie Obstplantagen, Weinberge und andere landwirtschaftlich genutzte Flächen mit Gehölzstrukturen.

Waldränder und Hecken

Offene Waldränder, Heckenlandschaften und Alleen bieten ebenfalls geeignete Lebensräume.

Sonnige Hänge

In südlicheren Regionen sind sie oft an sonnigen, trockenen Hängen mit spärlicher Vegetation zu finden.

Feldtipps

  1. Achten Sie auf den Gesang. Der Gesang ist oft der beste Hinweis auf die Anwesenheit eines Girlitzes. Er ist laut und auffällig, auch wenn der Vogel selbst klein und manchmal schwer zu entdecken ist.
  2. Suchen Sie exponierte Warten ab. Männchen singen oft von der Spitze eines Baumes, einer Antenne oder einem anderen erhöhten Punkt. Scannen Sie solche Stellen mit einem Fernglas.
  3. Beobachten Sie die Nahrungssuche. Girlitze suchen oft am Boden oder in niedriger Vegetation nach Samen. Beobachten Sie offene Flächen unter Bäumen und Sträuchern.
  4. Besuchen Sie geeignete Habitate. Konzentrieren Sie Ihre Suche auf die bevorzugten Lebensräume wie Parks, Gärten und Obstplantagen, besonders an sonnigen Tagen.
  5. Geduld und Tarnung. Girlitze sind kleine, wendige Vögel. Geduld und eine ruhige Beobachtungsposition erhöhen die Chancen, sie gut zu sehen.

Ähnliche Arten

Zitronenzeisig

Carduelis citrinella

Der Zitronenzeisig ist größer und schlanker, hat einen längeren Schwanz und einen weniger gedrungenen Körperbau. Sein Gelb ist eher zitronengelb und weniger leuchtend als beim Girlitz. Er hat keine so ausgeprägte Streifung an den Flanken und der Bürzel ist nicht so leuchtend gelb. Der Gesang ist ebenfalls trillernd, aber weniger 'klirrend' und oft mit längeren, melodischeren Phrasen.

Grünfink

Chloris chloris

Der Grünfink ist deutlich größer und kräftiger gebaut als der Girlitz. Er hat eine olivgrüne Grundfärbung mit gelben Partien an Flügeln und Schwanz, aber nicht das leuchtende Gelb an Kopf und Brust wie das Girlitz-Männchen. Der Schnabel ist viel kräftiger. Sein Gesang ist ebenfalls trillernd, aber tiefer und rauer, oft mit einem charakteristischen 'dschüüüüüüüüüüüüüü'-Ruf.

Kanarienvogel (Wildform)

Serinus canaria

Der Kanarienvogel ist eng mit dem Girlitz verwandt und sieht ihm sehr ähnlich. Er ist jedoch etwas größer und hat einen längeren Schwanz. Die Wildform des Kanarienvogels ist insgesamt weniger intensiv gelb und stärker gestreift als das Girlitz-Männchen. Der Kanarienvogel kommt nur auf den Kanarischen Inseln, Madeira und den Azoren vor, während der Girlitz in Kontinentaleuropa verbreitet ist. Der Gesang des Kanarienvogels ist ebenfalls trillernd, aber oft komplexer und variabler.

Kurzinfos

Kleinster europäischer Fink:
Ja
Charakteristischer Gesang:
Schneller, klirrender Triller
Hauptnahrung:
Samen
Verbreitung:
Süd-, Mittel- und Westeuropa, Nordafrika
Bruten pro Jahr:
2-3
Männchen leuchtend gelb:
Ja

Wissenswertes

  • Der Girlitz ist der einzige europäische Vertreter der Gattung Serinus, der sich in Europa weit verbreitet hat. Sein nächster Verwandter ist der Kanarienvogel (Serinus canaria).
  • Sein Gesang wird oft mit dem Geräusch eines kleinen Glöckchens oder einer klirrenden Kette verglichen, was ihm auch den Namen 'Klirrfink' eingebracht hat.
  • Der Girlitz hat seine Verbreitungsgrenze in den letzten 150 Jahren erheblich nach Norden verschoben, was auf die Klimaerwärmung und die Schaffung geeigneter Habitate durch den Menschen (Gärten, Parks) zurückgeführt wird.
  • Trotz seiner geringen Größe ist der Girlitz ein sehr ausdauernder Sänger, der seinen Gesang über lange Zeiträume hinweg vortragen kann.

Systematik

Reich
Animalia
Stamm
Chordata
Klasse
Aves
Ordnung
Passeriformes
Familie
Fringillidae
Gattung
Serinus
Art
Serinus serinus

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