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Die Flussseeschwalbe ist eine mittelgroße Seeschwalbenart, bekannt für ihren eleganten und wendigen Flug. Sie hat einen schlanken Körper, lange, spitze Flügel und einen gegabelten Schwanz. Ihr Gefieder ist überwiegend weiß mit einem schwarzen Kopf und einem kontrastierenden Schnabel und Füßen. Sie ist ein Zugvogel, der weite Distanzen zwischen ihren Brut- und Überwinterungsgebieten zurücklegt. Sie ist eine weit verbreitete Art, die in Kolonien brütet und sich hauptsächlich von kleinen Fischen ernährt.
Größe und Lebensdauer
- Länge
- 31 cm - 35 cm
- Flügelspannweite
- 75 cm - 85 cm
- Gewicht
- 90 g - 150 g
- Lebensdauer
- Bis zu 23 Jahre in freier Wildbahn
- Nahrung
- Die Flussseeschwalbe ernährt sich hauptsächlich von kleinen Fischen (wie Sandaale, Sprotten, Heringe), die sie durch Sturztauchen aus der Luft fängt. Gelegentlich frisst sie auch Wirbellose wie Krebstiere und Insekten.
Körperliche Merkmale
- Gefieder
- Adulte Vögel im Brutkleid haben eine weiße Unterseite, einen grauen Rücken und Oberflügel, schwarze Handschwingenspitzen und eine schwarze Kopfkappe bis in den Nacken. Der Schwanz ist gegabelt und weiß mit dunkleren äußeren Steuerfedern. Im Ruhekleid ist die schwarze Kopfkappe nicht durchgehend, sondern an der Stirn und den Zügeln weiß, und die graue Färbung ist matter. Juvenile Vögel haben im ersten Jahr noch dunkle Schuppenmuster auf dem Rücken und den Flügeldecken, einen dunklen Schnabel und eine unvollständige schwarze Kappe.
- Schnabelform
- Schlank, spitz und relativ lang. Im Brutkleid leuchtend rot mit schwarzer Spitze; im Winterkleid und bei Jungvögeln dunkler, oft ganz schwarz oder schwärzlich mit roter Basis.
- Augenfarbe
- Dunkelbraun, fast schwarz.
- Beinfarbe
- Leuchtend rot im Brutkleid, im Winterkleid und bei Jungvögeln dunkler rot bis schwärzlich-rot.
- Erkennungsmerkmale
- Roter Schnabel mit schwarzer Spitze (Brutkleid), roter Schnabel (Sumpfseeschwalbe hat oft ganz roten Schnabel ohne schwarze Spitze, Küstenseeschwalbe hat meist roten Schnabel ohne Schwarz), tief gegabelter Schwanz, graue Oberseite, schwarze Kopfkappe. Im Flug sind die äußeren Handschwingen schwarz gefärbt, was einen dunklen Keil auf der Flügelunterseite bildet.
- Jugendkleid
- Jungvögel haben ein charakteristisches Schuppenmuster auf dem Rücken und den Flügeldecken. Die Kopfkappe ist noch nicht vollständig schwarz, oft fleckig und an der Stirn weißlich. Der Schnabel ist dunkel, oft gelblich bis orange an der Basis mit dunkler Spitze. Die Beine sind dunkler rot bis schwärzlich.
- Saisonale Veränderungen
- Im Brutkleid (Frühling/Sommer auf der Nordhalbkugel) ist der Schnabel leuchtend rot mit schwarzer Spitze und die Beine sind leuchtend rot. Im Ruhekleid (Herbst/Winter) wird der Schnabel dunkler, oft schwärzlich mit nur einer Spur von Rot an der Basis, und die Beine sind ebenfalls dunkler. Die schwarze Kopfkappe ist im Ruhekleid an der Stirn und den Zügeln weißlich.
- Geschlechtsdimorphismus
- Männchen und Weibchen sind äußerlich identisch.
Bestimmung
- 1
Schnabel- und Beinfarbe
Im Brutkleid ist der leuchtend rote Schnabel mit schwarzer Spitze und die roten Beine (im Gegensatz zum meist ganzroten Schnabel der Küstenseeschwalbe) ein wichtiges Identifizierungsmerkmal.
- 2
Flugsilhouette
Achten Sie auf die proportional längeren Beine im Vergleich zur Küstenseeschwalbe und den kräftigeren Flug. Die dunklen äußeren Handschwingen, die als Keil von unten sichtbar sind, helfen ebenfalls bei der Unterscheidung.
- 3
Kopfkappe
Die durchgehende schwarze Kopfkappe im Brutkleid, die sich bis in den Nacken zieht, ist charakteristisch.
- 4
Rufe
Ein klangvolles 'kierr-re' oder 'kirr-rick' unterscheidet sie von den schärferen Rufen der Küstenseeschwalbe.
- 5
Schwanzform
Der tiefer gegabelte Schwanz als bei der Brandseeschwalbe, aber weniger tief als bei der Sumpfseeschwalbe.
Lebensraum und Verbreitung
- Biome
- Küsten, Flüsse, Seen, Feuchtgebiete, Sümpfe
- Verbreitungsgebiet
- Brütet in weiten Teilen der Holarktis (Nordamerika, Europa, Asien). Überwintert an den Küsten Südamerikas, Afrikas und Asiens.
- Höhenverbreitung
- Meist von Meereshöhe bis zu niedrigen Höhenlagen an Binnengewässern.
- Bevorzugte Lebensräume
- Fischreiche Küstengewässer, Mündungsgebiete, Ästuare, Salz- und Süßwasserseen, große Flüsse, Inseln, Sand- und Kiesbänke.
Verhalten
- Aktivitätszeit
- Tagaktiv, vor allem morgens und abends sind sie beim Fischen sehr aktiv.
- Fressgewohnheiten
- Fischt, indem sie in der Luft rüttelt und dann mit einem schnellen Tauchflug ins Wasser stößt, um kleine Fische oder Wirbellose zu fangen. Sie jagt oft in Gruppen und kann fliegende Insekten auch im Flug fangen.
- Sozialverhalten
- Brütet in Kolonien, die von wenigen Paaren bis zu Tausenden von Vögeln umfassen können. Außerhalb der Brutzeit sind sie ebenfalls gesellig und sammeln sich in großen Schwärmen an Rastplätzen.
- Flugmuster
- Elegant und wendig, mit kräftigen Flügelschlägen. Im Flug gleitet sie oft kurz und rüttelt dann über dem Wasser, bevor sie stürzt. Ihr Flug ist direkter als der der Küstenseeschwalbe.
- Zugverhalten
- Ein ausgeprägter Langstreckenzieher. Europäische Populationen ziehen entlang der Küsten Westeuropas und Nordafrikas nach West- und Südafrika. Nordamerikanische Vögel ziehen an die Küsten Mittel- und Südamerikas. Sie legt beim Zug oft riesige Distanzen zurück.
- Territorialverhalten
- Verteidigt aggressiv ihre Nistplätze und die unmittelbare Umgebung der Kolonie gegen Eindringlinge, einschließlich Fressfeinde und andere Vögel.
Gesang und Rufe
- Gesang
- Kein eigentlicher 'Gesang'. Die Vokalisationen dienen hauptsächlich der Kommunikation innerhalb der Kolonie und der Warnung.
- Ruf
- Der häufigste Ruf ist ein scharfes, klangvolles 'kierr-re' oder 'kirr-rick'. Bei Erregung oder als Warnruf ist ein harsches 'kett' oder 'kack' zu hören. Bei der Abwehr von Bedrohungen geben sie eine Reihe von 'krä'-Rufen von sich.
- Wann er ruft
- Vokalisationen sind besonders häufig während der Brutzeit in den Kolonien und bei der Nahrungssuche.
Brutverhalten
- Brutzeit
- Mai bis Juli in den Nördlichen Breiten.
- Nistgewohnheiten
- Nistet in dichten Kolonien auf offenen Flächen an Küsten, Inseln, Sand- und Kiesbänken oder auch auf Flößen in Binnengewässern. Das Nest ist eine flache Mulde im Boden, oft mit etwas Pflanzenmaterial oder Muschelstücken ausgekleidet.
- Gelegegröße
- 1-4 Eier, meist 2-3.
- Eibeschreibung
- 2-3 Eier, seltener 1 oder 4. Die Eier sind oval, blassgelb, grünlich oder bräunlich gefärbt mit variabler brauner bis schwarzer Fleckung und Kritzelung.
- Brutdauer
- 21-26 Tage, beide Elternteile brüten abwechselnd.
- Nestlingsdauer
- Die Jungvögel sind nach etwa 22-28 Tagen flügge, werden aber danach noch einige Wochen von den Eltern gefüttert.
- Elterliche Fürsorge
- Beide Elternteile wechseln sich beim Brüten ab und versorgen die Jungvögel mit Nahrung. Die Jungvögel werden auch nach dem Flüggewerden noch längere Zeit von den Eltern gefüttert und lernen von ihnen das Jagen.
Wo zu finden
Brutkolonien
Suchen Sie an weiten, ungestörten Sand- und Kiesstränden, Flussinseln, künstlichen Brutinseln und Flößen, insbesondere in Küstennähe und an großen Binnengewässern.
Nahrungssuche
Beobachten Sie sie beim Jagdflug über flachen Küstengewässern, Flussmündungen, Seen und größeren Flüssen. Sie tauchen oft in Gruppen.
Zugrouten
Während des Zuges können sie entlang der Küstenlinien und über größeren Binnengewässern beobachtet werden, oft in großen Scharen an Rastplätzen.
Feldtipps
- Fernglas erforderlich. Ein gutes Fernglas ist unerlässlich, um die feinen Unterschiede in Schnabelfarbe, Beinlänge und Flügelfärbung zu erkennen, insbesondere bei der Unterscheidung von ähnlichen Seeschwalbenarten.
- Beobachtung des Verhaltens. Achten Sie auf den Jagdflug und die Rufe. Der kräftigere, direktere Flug und das charakteristische 'kierr-re' sind gute Hinweise auf die Flussseeschwalbe.
- Wetterbedingungen. Bei ruhigem Wetter sind Seeschwalben oft aktiver und leichter zu beobachten, da sie effizienter fischen können.
- Besuch von Vogelschutzgebieten. Speziell ausgewiesene Vogelschutzgebiete mit Brutkolonien bieten die besten Möglichkeiten zur Beobachtung, wobei auf den nötigen Abstand geachtet werden sollte, um die Tiere nicht zu stören.
Ähnliche Arten
Küstenseeschwalbe
Sterna paradisaea
Die Küstenseeschwalbe hat einen kürzeren Schnabel, der im Brutkleid meist ganz rot und ohne schwarze Spitze ist (obwohl gelegentlich eine winzige Spitze vorkommen kann). Ihre Beine sind proportional kürzer. Im Flug ist die Küstenseeschwalbe schlanker und hat längere Schwanzspieße. Die Unterflügel sind bei der Küstenseeschwalbe eher einheitlich weißlich, während die Flussseeschwalbe einen dunkleren Keil an den äußeren Handschwingen zeigt. Die Flügelschläge sind bei der Küstenseeschwalbe leichter und eleganter. Ihr Ruf ist schärfer und höher ('kriirr' statt 'kierr-re').
Sumpfseeschwalbe
Sternula albifrons
Die Sumpfseeschwalbe ist deutlich kleiner als die Flussseeschwalbe. Sie hat einen gelben Schnabel mit schwarzer Spitze (im Brutkleid) und einen weißen Stirnfleck in der schwarzen Kappe. Der Schwanz ist deutlich kürzer und weniger gegabelt. Ihr Flug wirkt schneller und 'zappeliger'.
Brandseeschwalbe
Thalasseus sandvicensis
Die Brandseeschwalbe ist größer und kräftiger gebaut, hat einen längeren, prominenten schwarzen Schnabel mit gelber Spitze (Brutkleid) und einen buschig aussehenden schwarzen Schopf am Hinterkopf. Ihr Rücken ist dunkler grau, und der Flug ist kräftiger.
Kurzinfos
- Maximale Alter:
- Über 25 Jahre
- Brutzeit:
- Mai bis Juli
- Eier pro Gelege:
- 2-3
- Fischfangmethode:
- Sturztauchen
- Migration:
- Langstreckenzieher
Wissenswertes
- Die Flussseeschwalbe ist eine der am weitesten verbreiteten Seeschwalbenarten der Welt und kommt auf beinahe allen Kontinenten vor (außer der Antarktis).
- Sie ist manchmal schwierig von der Küstenseeschwalbe zu unterscheiden, was sie zu einer Herausforderung für viele Vogelbeobachter macht.
- Flussseeschwalben sind als Altvögel hochgradig ortstreu und kehren oft zum selben Brutplatz zurück.
- Sie gehört zu den wenigen Vogelarten, die in Nordamerika als 'Common Tern' und in Europa als 'Common Tern' bezeichnet werden, jedoch mit leicht unterschiedlichen regionalen Namenskonventionen (z.B. Seeschwalbe in Deutschland).
Systematik
- Reich
- Animalia
- Stamm
- Chordata
- Klasse
- Aves
- Ordnung
- Charadriiformes
- Familie
- Laridae
- Gattung
- Sterna
- Art
- Sterna hirundo
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