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Waldkauz (Strix aluco)

Waldkauz

Least Concern (nicht gefährdet)

Strix aluco

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Über den Vogel

Der Waldkauz ist eine mittelgroße, kräftig gebaute Eule mit einem runden Kopf und großen, dunklen Augen. Er ist die häufigste Eulenart in Mitteleuropa und bekannt für seinen charakteristischen Ruf. Er ist ein nachtaktiver Jäger, der sich hauptsächlich von Kleinsäugern und Vögeln ernährt.

Größe und Lebensdauer

Länge
37-43 cm
Flügelspannweite
81-96 cm
Gewicht
Männchen: 330-500 g, Weibchen: 380-660 g
Lebensdauer
Bis zu 18 Jahre in freier Wildbahn, in Ausnahmefällen bis zu 27 Jahre in Gefangenschaft.
Nahrung
Carnivore (Fleischfresser)

Körperliche Merkmale

Gefieder
Das Gefieder ist variabel, meist graubraun oder rotbraun gefärbt, mit dunklen Längsstreifen und feiner Querbänderung. Die Unterseite ist heller mit deutlichen dunklen Streifen. Es gibt zwei Hauptfarbmorphen: eine graue und eine rotbraune, die regional unterschiedlich häufig sind. Die Gesichtsschleier sind deutlich ausgeprägt und umrahmen die Augen.
Schnabelform
Kurz, kräftig und stark gekrümmt, gelblich-hornfarben.
Augenfarbe
Große, tiefschwarze Augen, die ihm ein 'freundliches' Aussehen verleihen.
Beinfarbe
Befiederte Beine und Zehen, die Krallen sind dunkel.
Erkennungsmerkmale
Runder Kopf ohne Federohren, große schwarze Augen, kräftiger Körperbau, variabler Gefiederfarbmorph (grau oder rotbraun).
Jugendkleid
Jungvögel ähneln den Altvögeln, sind aber insgesamt flaumiger und haben ein weniger strukturiertes Gefieder. Ihre Zeichnung ist oft weniger scharf abgegrenzt.
Saisonale Veränderungen
Keine saisonalen Gefiederwechsel. Das Gefieder bleibt das ganze Jahr über gleich.
Geschlechtsdimorphismus
Weibchen sind im Durchschnitt etwas größer und schwerer als Männchen, ansonsten gibt es keine auffälligen Unterschiede im Gefieder.

Bestimmung

  1. 1

    Größe und Statur

    Mittelgroße, kräftige Eule mit rundem Kopf und gedrungenem Körperbau.

  2. 2

    Kopfmerkmale

    Keine Federohren. Große, tiefschwarze Augen, die ihm ein 'freundliches' Aussehen verleihen. Deutlicher Gesichtsschleier.

  3. 3

    Gefiederfarbe

    Variabel graubraun oder rotbraun gefärbt, mit dunklen Längsstreifen und feiner Querbänderung. Die Unterseite ist heller mit deutlichen dunklen Streifen.

  4. 4

    Ruf

    Der charakteristische, heulende Balzruf des Männchens ('huu-hu-huhuhuhuuu') ist unverkennbar und oft der erste Hinweis auf seine Anwesenheit.

  5. 5

    Verhalten

    Nachtaktiv, tagsüber oft gut getarnt in Baumhöhlen oder dichtem Geäst ruhend. Bei Störung kann er sich aufrichten und schlank machen.

Lebensraum und Verbreitung

Biome
Wälder, Parks, Gärten, städtische Gebiete
Verbreitungsgebiet
Weite Teile Europas (außer Irland, Nordskandinavien und Teilen Russlands), Nordwestafrika und große Teile Asiens bis nach Korea.
Höhenverbreitung
Von Meereshöhe bis etwa 2000 Meter, in einigen Regionen bis 2500 Meter.
Bevorzugte Lebensräume
Alte Laub- und Mischwälder mit Höhlenbäumen, Parks, große Gärten, Friedhöfe und städtische Gebiete mit altem Baumbestand. Wichtig sind Versteckmöglichkeiten und ein ausreichendes Nahrungsangebot.

Verhalten

Aktivitätszeit
Nachtaktiv, beginnt seine Jagd in der Dämmerung und ist bis zum Morgengrauen aktiv. Tagsüber ruht er gut getarnt in Baumhöhlen oder dichtem Geäst.
Fressgewohnheiten
Nachtaktiver Ansitzjäger. Erbeutet hauptsächlich Kleinsäuger (Mäuse, Wühlmäuse, Ratten), aber auch Vögel (bis zur Größe einer Taube), Amphibien, Reptilien und große Insekten. Die Beute wird im Ganzen verschluckt und unverdauliche Teile als Gewölle wieder ausgewürgt.
Sozialverhalten
Lebt monogam in Dauerehen. Reviere werden das ganze Jahr über verteidigt. Außerhalb der Brutzeit meist einzelgängerisch, Paare bleiben jedoch im Revier.
Flugmuster
Geräuschloser, direkter und kräftiger Flug mit langsamen Flügelschlägen. Gleitet oft über kurze Distanzen.
Zugverhalten
Standvogel, der sein Brutgebiet in der Regel nicht verlässt. Jungvögel können im Herbst und Winter auf der Suche nach eigenen Revieren umherstreifen.
Territorialverhalten
Sehr territorial, verteidigt sein Revier energisch gegenüber Artgenossen und anderen Eulenarten, insbesondere während der Brutzeit. Reviergrenzen werden durch Rufe markiert.

Gesang und Rufe

Gesang
Der charakteristische Balzruf des Männchens ist ein langgezogenes, heulendes 'huu-hu-huhuhuhuuu', das oft als 'Komm mit, komm mit, komm mit' interpretiert wird. Er ist weithin hörbar und dient der Revierabgrenzung und Partnerwerbung.
Ruf
Das Weibchen antwortet oft mit einem scharfen, kurzen 'kewick' oder 'kewitt'. Daneben gibt es eine Vielzahl von Kontaktlauten, Warnrufen und Bettellauten der Jungvögel (ein zischendes 'psiiih').
Wann er ruft
Hauptsächlich in der Dämmerung und nachts, besonders intensiv während der Balzzeit von Spätherbst bis Frühjahr.

Brutverhalten

Brutzeit
Beginnt oft schon im Spätwinter (Februar/März), kann sich aber bis in den April ziehen. Zweitbruten sind selten, aber möglich, wenn die erste Brut früh verloren geht.
Nistgewohnheiten
Brütet hauptsächlich in Baumhöhlen, aber auch in Felsnischen, alten Krähennestern, verlassenen Greifvogelhorsten oder speziellen Nistkästen. Es wird kein eigenes Nest gebaut, sondern eine Mulde im vorhandenen Material genutzt.
Gelegegröße
2-5 Eier
Eibeschreibung
2-5 (selten 1 oder bis zu 7) reinweiße, runde Eier. Die Eier sind glatt und glanzlos.
Brutdauer
28-30 Tage, ausschließlich vom Weibchen bebrütet.
Nestlingsdauer
Die Jungvögel verlassen das Nest als Ästlinge nach etwa 30-35 Tagen, bevor sie flugfähig sind. Sie klettern in den umliegenden Bäumen umher und werden noch 2-3 Monate von den Eltern gefüttert.
Elterliche Fürsorge
Beide Elternteile kümmern sich um die Aufzucht. Das Weibchen brütet und hudert, während das Männchen die Nahrung herbeischafft. Später jagen beide Elternteile für die Jungvögel.

Wo zu finden

Alte Laub- und Mischwälder

Bevorzugt Wälder mit alten Bäumen, die Baumhöhlen für die Brut und Verstecke bieten.

Parks und große Gärten

In städtischen und vorstädtischen Gebieten findet man ihn in Parks, auf Friedhöfen und in großen Gärten mit altem Baumbestand.

Städtische Gebiete

Hat sich gut an menschliche Siedlungen angepasst und brütet auch in Städten, solange ausreichend alte Bäume vorhanden sind.

Feldtipps

  1. Achten Sie auf Rufe. Der Waldkauz ist oft leichter zu hören als zu sehen. Lauschen Sie in der Dämmerung und nachts, besonders im Spätwinter und Frühjahr, nach seinem charakteristischen 'huu-hu-huhuhuhuuu'-Ruf.
  2. Suchen Sie nach Gewöllen. Unter Schlaf- oder Brutbäumen können Gewölle (ausgewürgte unverdauliche Nahrungsreste) gefunden werden, die auf die Anwesenheit eines Waldkauzes hinweisen.
  3. Nutzen Sie die Dämmerung. In der Dämmerung, wenn er aktiv wird, kann man ihn manchmal beim Verlassen seines Tagesverstecks oder beim Anflug auf einen Ansitzast beobachten.
  4. Suchen Sie nach Tagesverstecken. Tagsüber ruht er oft in Baumhöhlen, Astgabeln oder dichtem Efeu. Eine vorsichtige Suche kann erfolgreich sein, aber stören Sie das Tier nicht.

Ähnliche Arten

Uhu

Bubo bubo

Der Uhu ist deutlich größer und kräftiger als der Waldkauz, hat auffällige Federohren und orangefarbene Augen. Sein Ruf ist ein tiefer, dumpfer 'buho'.

Sperlingskauz

Glaucidium passerinum

Der Sperlingskauz ist viel kleiner (spatzengroß), hat einen kürzeren Schwanz und ist tagaktiv. Er hat keine Federohren und einen schnellen, wellenförmigen Flug.

Raufußkauz

Aegolius funereus

Der Raufußkauz ist kleiner als der Waldkauz, hat einen größeren Kopf und gelbe Augen. Er bewohnt eher Nadelwälder und sein Ruf ist ein schnelles, flötendes 'pu-pu-pu-pu'.

Kurzinfos

Häufigkeit:
Häufigste Eulenart in Mitteleuropa
Aktivität:
Nachtaktiv
Besonderheit:
Keine Federohren, große schwarze Augen
Ruf:
Charakteristisches 'huu-hu-huhuhuhuuu'
Nahrung:
Kleinsäuger und Vögel

Wissenswertes

  • Der Waldkauz ist ein Kulturfolger und hat sich erfolgreich an das Leben in menschlichen Siedlungen angepasst.
  • Sein geräuschloser Flug wird durch spezielle Federn ermöglicht, die Luftverwirbelungen minimieren.
  • Waldkäuze können ihren Kopf um bis zu 270 Grad drehen, um ihre Umgebung zu überblicken, ohne den Körper bewegen zu müssen.
  • Die Augen des Waldkauzes sind unbeweglich in den Augenhöhlen fixiert, daher muss er den ganzen Kopf drehen, um zu sehen.

Systematik

Reich
Animalia
Stamm
Chordata
Klasse
Aves
Ordnung
Strigiformes
Familie
Strigidae
Gattung
Strix
Art
Strix aluco

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