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Grünschenkel (Tringa nebularia)

Grünschenkel

Least Concern (nicht gefährdet)

Tringa nebularia

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Über den Vogel

Der Grünschenkel ist ein mittelgroßer Watvogel aus der Familie der Schnepfenvögel, bekannt für seine langen, grünlichen Beine und seinen leicht aufwärts gebogenen Schnabel. Er ist ein Zugvogel, der in borealen und subarktischen Regionen Eurasiens brütet und in wärmeren Klimazonen überwintert.

Größe und Lebensdauer

Länge
30-35 cm
Flügelspannweite
68-70 cm
Gewicht
150-280 g
Lebensdauer
Bis zu 17 Jahre
Nahrung
Carnivore (Wirbellose, kleine Fische)

Körperliche Merkmale

Gefieder
Im Brutkleid ist die Oberseite dunkelgrau mit feiner schwarzer Sprenkelung und weißen Flecken, die Unterseite ist weiß mit dunklen Streifen an Brust und Flanken. Im Schlichtkleid ist die Oberseite einheitlicher grau, die Unterseite weiß und weniger gestreift. Der Bürzel ist weiß und reicht keilförmig bis auf den Rücken.
Schnabelform
Lang, schlank, leicht aufwärts gebogen, dunkelgrau bis schwarz, an der Basis oft heller.
Augenfarbe
Dunkelbraun
Beinfarbe
Auffällig grünlich-grau bis olivgrün, im Flug gut sichtbar.
Erkennungsmerkmale
Lange, grünliche Beine, leicht aufwärts gebogener Schnabel, weißer Bürzelkeil, der weit auf den Rücken reicht, und ein charakteristischer Ruf.
Jugendkleid
Jungvögel ähneln den Altvögeln im Schlichtkleid, haben aber eine stärker gebänderte und bräunlichere Oberseite mit helleren Federsäumen, was ihnen ein schuppiges Aussehen verleiht. Die Bruststreifung ist oft feiner.
Saisonale Veränderungen
Das Brutkleid ist kontrastreicher mit stärkerer Zeichnung auf der Oberseite und deutlicherer Streifung an Brust und Flanken. Das Schlichtkleid ist insgesamt grauer und weniger gemustert.
Geschlechtsdimorphismus
Kein ausgeprägter Sexualdimorphismus; Männchen und Weibchen sehen sich sehr ähnlich. Weibchen können im Durchschnitt geringfügig größer sein.

Bestimmung

  1. 1

    Beine

    Achten Sie auf die langen, auffällig grünlich-grauen bis olivgrünen Beine, die im Flug weit über den Schwanz hinausragen.

  2. 2

    Schnabel

    Der Schnabel ist lang, schlank und charakteristisch leicht aufwärts gebogen. Die Basis ist oft heller als die Spitze.

  3. 3

    Bürzel

    Im Flug ist der reinweiße Bürzelkeil, der weit auf den Rücken reicht, ein sehr gutes Erkennungsmerkmal.

  4. 4

    Flugbild

    Der Grünschenkel fliegt kräftig und direkt. Die langen Beine sind im Flug deutlich sichtbar.

  5. 5

    Ruf

    Der flötende, dreisilbige Ruf 'tü-lü-it' ist sehr charakteristisch und oft das erste, was man von einem Grünschenkel hört.

  6. 6

    Größe und Gestalt

    Ein mittelgroßer, schlanker Watvogel mit aufrechter Haltung.

Lebensraum und Verbreitung

Biome
Feuchtgebiete, Moore, Tundra, Taiga, Küsten, Flussmündungen, Schlammflächen.
Verbreitungsgebiet
Brütet in Nordeuropa und Nordasien (von Skandinavien bis Ostsibirien). Überwintert in West- und Südeuropa, Afrika, Südasien und Australien.
Höhenverbreitung
Meist in niedrigen Lagen, von Meereshöhe bis etwa 500 m.
Bevorzugte Lebensräume
Flache, offene Feuchtgebiete mit Schlamm- oder Sandflächen, Sümpfe, Moore, Überschwemmungsgebiete, Flussufer, Küstenlagunen und Ästuare. Bevorzugt zur Brutzeit offene Nadelwälder oder Birkenhaine in Moorenähe.

Verhalten

Aktivitätszeit
Tagaktiv, besonders aktiv während der Ebbe bei der Nahrungssuche.
Fressgewohnheiten
Sucht Nahrung in flachem Wasser oder auf Schlammflächen, indem er mit dem Schnabel im Schlamm stochert oder kleine Beutetiere von der Oberfläche aufnimmt. Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Insekten und deren Larven, Krebstieren, Würmern, Weichtieren und kleinen Fischen. Gelegentlich werden auch Kaulquappen oder kleine Frösche gefressen.
Sozialverhalten
Außerhalb der Brutzeit gesellig, bildet oft kleine bis große Schwärme, manchmal gemischt mit anderen Watvögeln. Während der Brutzeit territorial und paarweise lebend.
Flugmuster
Kraftvoller, direkter Flug mit schnellen Flügelschlägen. Im Flug sind die langen Beine und der weiße Bürzelkeil gut sichtbar. Oft gleitet er kurze Strecken.
Zugverhalten
Langstreckenzieher. Die Brutgebiete werden im Juli und August verlassen, der Zug in die Überwinterungsgebiete erfolgt im Herbst. Die Rückkehr in die Brutgebiete findet im April und Mai statt. Zieht oft in breiter Front über Land und Meer.
Territorialverhalten
Während der Brutzeit verteidigen Paare ein Brutrevier, das sie mit Rufen und Drohgebärden gegen Artgenossen und andere Watvögel verteidigen.

Gesang und Rufe

Gesang
Der Balzgesang ist eine Reihe von flötenden, melodischen Tönen, die oft im Flug vorgetragen werden: 'tü-li-tü-li-tü-li'.
Ruf
Der häufigste Ruf ist ein charakteristisches, lautes und flötendes 'tü-lü-it' oder 'tü-lü-i', oft dreisilbig. Bei Beunruhigung ein schärferes 'tjück-tjück-tjück'.
Wann er ruft
Besonders ruffreudig während der Brutzeit und auf dem Zug. Auch in den Überwinterungsgebieten sind die Rufe häufig zu hören.

Brutverhalten

Brutzeit
Mai bis Juli.
Nistgewohnheiten
Das Nest ist eine flache Mulde am Boden, oft gut versteckt in dichter Vegetation (Gras, Moos, Zwergsträucher) in der Nähe von Wasser. Es wird spärlich mit Pflanzenmaterial ausgekleidet.
Gelegegröße
3-4 Eier
Eibeschreibung
Meist 4 Eier, birnenförmig, olivgrün bis bräunlich mit dunklen Flecken und Kritzeln, die am stumpfen Ende dichter sind. Größe ca. 50 x 35 mm.
Brutdauer
24-26 Tage
Nestlingsdauer
25-31 Tage nach dem Schlupf sind die Jungvögel flügge.
Elterliche Fürsorge
Beide Elternteile brüten und kümmern sich um die Küken. Die Küken sind Nestflüchter und werden von den Eltern geführt und bewacht, bis sie flügge sind.

Wo zu finden

Wattenmeer und Küsten

Während des Zugs und im Winter sind Grünschenkel häufig an den Küsten, im Wattenmeer, an Flussmündungen und in Lagunen zu finden.

Binnenland-Feuchtgebiete

Auch an größeren Binnenseen, Flüssen, Stauseen und Überschwemmungsgebieten mit flachen Ufern und Schlammflächen können sie beobachtet werden.

Moore und Tundra

In den Brutgebieten bevorzugen sie offene Moore, Sümpfe und die Ränder von Nadelwäldern in borealen und subarktischen Zonen.

Feldtipps

  1. Geduld und Fernglas. Watvögel sind oft scheu. Ein gutes Fernglas oder Spektiv ist unerlässlich, um Details wie Beinfarbe und Schnabelform zu erkennen. Bleiben Sie ruhig und beobachten Sie aus der Distanz.
  2. Gezeiten beachten. An Küsten und im Wattenmeer ist die Nahrungssuche bei Ebbe am intensivsten. Dies ist die beste Zeit, um Watvögel zu beobachten.
  3. Auf Rufe achten. Der charakteristische Ruf des Grünschenkels ist oft der erste Hinweis auf seine Anwesenheit, besonders wenn er sich versteckt hält.
  4. Bewegungsmuster. Beobachten Sie, wie der Vogel sich bewegt und Nahrung sucht. Grünschenkel stochern oft energisch im Schlamm.
  5. Vergleich mit anderen Arten. Da Grünschenkel oft in gemischten Schwärmen mit anderen Watvögeln vorkommen, ist es hilfreich, die Unterschiede zu ähnlichen Arten zu kennen.

Ähnliche Arten

Rotschenkel

Tringa totanus

Der Rotschenkel hat auffällig rote Beine und einen geraden, zweifarbigen Schnabel (rot an der Basis, schwarz an der Spitze). Im Flug zeigt er einen breiten weißen Flügelhinterrand, der beim Grünschenkel fehlt. Der Ruf des Rotschenkels ist ein lautes 'tjü-hü-hü'.

Dunkler Wasserläufer

Tringa erythropus

Der Dunkle Wasserläufer ist im Brutkleid fast vollständig schwarz mit feiner weißer Sprenkelung. Im Schlichtkleid ist er dem Grünschenkel ähnlicher, hat aber dunklere Beine (oft rötlich-schwarz) und einen geraderen, feineren Schnabel. Der weiße Bürzelkeil ist beim Dunklen Wasserläufer weniger ausgeprägt und reicht nicht so weit auf den Rücken. Sein Ruf ist ein schärferes 'tjüit'.

Bruchwasserläufer

Tringa glareola

Der Bruchwasserläufer ist deutlich kleiner als der Grünschenkel, hat kürzere, gelblich-grüne Beine und einen kürzeren, geraden Schnabel. Sein Überaugenstreif ist deutlicher und er hat eine feinere Fleckung auf der Oberseite. Der Ruf ist ein kurzes 'tschiff-tschiff-tschiff'.

Kurzinfos

Besonderes Merkmal:
Grünliche Beine und aufwärts gebogener Schnabel
Zugverhalten:
Langstreckenzieher
Brutgebiet:
Nordeuropa und Nordasien
Überwinterungsgebiet:
West- und Südeuropa, Afrika, Südasien, Australien
Nahrung:
Wirbellose, kleine Fische

Wissenswertes

  • Der Grünschenkel ist ein sehr weit verbreiteter Zugvogel, der fast die gesamte Alte Welt bereist.
  • Sein wissenschaftlicher Name 'nebularia' leitet sich vom lateinischen 'nebula' (Nebel) ab, was sich möglicherweise auf seine bevorzugten nebligen Feuchtgebiete bezieht.
  • Obwohl er in Europa brütet, überwintern einige Populationen bis nach Australien, was eine der längsten Zugrouten unter den Watvögeln darstellt.
  • Der Grünschenkel ist ein geschickter Jäger, der seine Beute oft durch schnelles Stochern im Schlamm oder durch visuelle Jagd in flachem Wasser fängt.

Systematik

Reich
Animalia
Stamm
Chordata
Klasse
Aves
Ordnung
Charadriiformes
Familie
Scolopacidae
Gattung
Tringa
Art
Tringa nebularia

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