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Amsel (Turdus merula)

Amsel

Nicht gefährdet (Least Concern)

Turdus merula

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Über den Vogel

Die Amsel, auch Schwarzdrossel genannt, ist eine weit verbreitete Singvogelart aus der Familie der Drosseln. Männchen sind durch ihr tiefschwarzes Gefieder und den leuchtend gelben Schnabel unverwechselbar, während Weibchen und Jungvögel eher unauffällig braun gefärbt sind. Sie ist bekannt für ihren melodischen Gesang und ihre Anpassungsfähigkeit an verschiedene Lebensräume, insbesondere an menschliche Siedlungen.

Größe und Lebensdauer

Länge
23-29 cm
Flügelspannweite
34-38 cm
Gewicht
80-125 g
Lebensdauer
Durchschnittlich 2-5 Jahre in freier Wildbahn, maximal bis zu 20 Jahre
Nahrung
Omnivore (Allesfresser), hauptsächlich Insekten, Regenwürmer, Schnecken, Beeren und Früchte

Körperliche Merkmale

Gefieder
Männchen: Glänzend tiefschwarz am gesamten Körper. Weibchen: Oberseite dunkelbraun, Unterseite heller braun, oft mit undeutlicher Fleckung oder Streifung auf der Brust. Jungvögel: Gefieder braun mit helleren Flecken und Streifen, besonders auf der Brust und den Flügeldecken.
Schnabelform
Spitzer, leicht gebogener Schnabel. Männchen: Leuchtend gelb bis orange-gelb. Weibchen und Jungvögel: Dunkler, oft bräunlich-gelb oder dunkelbraun mit gelblicher Basis.
Augenfarbe
Dunkelbraun, Männchen mit einem auffälligen gelben Augenring
Beinfarbe
Dunkelbraun bis schwarzbraun
Erkennungsmerkmale
Männchen: Tiefschwarzes Gefieder, leuchtend gelber Schnabel und gelber Augenring. Weibchen: Braunes Gefieder, oft mit heller Kehle und leicht gefleckter Brust, dunklerer Schnabel als Männchen. Charakteristische Hüpf- und Laufbewegungen am Boden.
Jugendkleid
Jungvögel sind braun gefärbt, oft mit hellen Flecken und Streifen auf dem Rücken und der Brust. Ihr Schnabel ist dunkelbraun. Sie ähneln den Weibchen, sind aber insgesamt fleckiger und haben noch nicht die einheitliche Färbung der Altvögel.
Saisonale Veränderungen
Keine signifikanten saisonalen Gefiederwechsel bei adulten Vögeln. Der Schnabel der Männchen kann außerhalb der Brutzeit etwas dunkler erscheinen, behält aber seine gelbe Farbe.
Geschlechtsdimorphismus
Sehr ausgeprägt. Männchen sind einheitlich schwarz mit gelbem Schnabel und Augenring. Weibchen sind braun gefärbt mit dunklerem Schnabel und ohne gelben Augenring.

Bestimmung

  1. 1

    Gefieder (Männchen)

    Achten Sie auf das einheitlich tiefschwarze Gefieder ohne jegliche Flecken oder Muster.

  2. 2

    Schnabel und Augenring (Männchen)

    Der leuchtend gelbe bis orange-gelbe Schnabel und der gelbe Augenring sind bei Männchen unverwechselbare Merkmale.

  3. 3

    Gefieder (Weibchen)

    Weibchen sind braun gefärbt, oft mit einer helleren Kehle und einer leicht gefleckten oder gestreiften Brust. Ihr Schnabel ist dunkler als der der Männchen.

  4. 4

    Verhalten am Boden

    Amseln bewegen sich am Boden oft mit einer charakteristischen Kombination aus schnellem Laufen und abruptem Anhalten, wobei sie den Kopf schief legen, um nach Regenwürmern zu lauschen.

  5. 5

    Gesang

    Der melodische, flötende und variable Gesang, oft von einer erhöhten Warte vorgetragen, ist ein sehr gutes Erkennungsmerkmal.

  6. 6

    Warnruf

    Das scharfe, laute "tix-tix-tix" bei Gefahr ist ein häufig zu hörender Ruf, der oft auf die Anwesenheit einer Amsel hinweist.

Lebensraum und Verbreitung

Biome
Wälder (Laub- und Mischwälder), Parks, Gärten, Hecken, Kulturlandschaften, städtische Gebiete
Verbreitungsgebiet
Weit verbreitet in Europa, Nordafrika, dem Nahen Osten und Teilen Asiens. Eingeführt in Australien und Neuseeland.
Höhenverbreitung
Von Meereshöhe bis etwa 2500 Meter in Gebirgsregionen
Bevorzugte Lebensräume
Bevorzugt halboffene Landschaften mit dichtem Unterholz, Bäumen und Sträuchern. Hat sich hervorragend an menschliche Siedlungen angepasst und ist in Gärten und Parks sehr häufig.

Verhalten

Aktivitätszeit
Tagaktiv (diurnal), besonders aktiv in den frühen Morgenstunden und am späten Nachmittag.
Fressgewohnheiten
Sucht Nahrung hauptsächlich am Boden, indem sie Blätter und Erde mit dem Schnabel durchwühlt oder Regenwürmer aus dem Boden zieht. Frisst auch Insekten, Larven, Schnecken, Spinnen, Beeren und Fallobst. Im Winter auch Samen und Brot.
Sozialverhalten
Außerhalb der Brutzeit oft einzeln oder in kleinen, lockeren Gruppen. Während der Brutzeit territorial. Im Winter können sich an Futterstellen größere Ansammlungen bilden.
Flugmuster
Geradliniger, oft wellenförmiger Flug über kurze Distanzen. Beim Start oft mit schnellen Flügelschlägen, dann gleitend. Fliegt meist niedrig zwischen Bäumen und Sträuchern.
Zugverhalten
Teilzieher. In West- und Südeuropa sind Amseln Standvögel. Populationen aus Nord- und Osteuropa ziehen im Herbst in wärmere Gebiete West- und Südeuropas. Die Zugdistanzen sind meist kurz bis mittellang.
Territorialverhalten
Männchen verteidigen während der Brutzeit ein Revier, das sie mit Gesang markieren. Weibchen können ebenfalls aggressiv gegenüber Artgenossen sein, die dem Nest zu nahe kommen.

Gesang und Rufe

Gesang
Melodischer, flötender und variabler Gesang, oft mit tiefen, vollen Tönen und improvisierten Phrasen. Wird oft von erhöhten Warten wie Baumspitzen oder Dächern vorgetragen. Beginnt oft schon vor Sonnenaufgang und dauert bis in die Dämmerung an.
Ruf
Vielfältige Rufe: Ein scharfes, lautes "tix-tix-tix" als Warnruf bei Gefahr, ein weiches "chuck-chuck" oder "tschip" als Kontaktruf, und ein aufgeregtes, rasselndes "sriiih" bei starker Erregung oder zur Vertreibung von Feinden.
Wann er ruft
Der Gesang ist am intensivsten während der Brutzeit von Februar/März bis Juli. Warnrufe und Kontaktrufe sind das ganze Jahr über zu hören.

Brutverhalten

Brutzeit
März bis Juli, oft 2-3 Bruten pro Jahr
Nistgewohnheiten
Das Nest wird hauptsächlich vom Weibchen gebaut, meist in dichten Sträuchern, Hecken, Bäumen oder an Gebäuden (z.B. in Efeuranken). Es ist ein stabiler Napf aus Grashalmen, Moos, kleinen Zweigen und Blättern, innen mit feiner Erde und Lehm ausgekleidet.
Gelegegröße
3-6 Eier
Eibeschreibung
3-6 Eier pro Gelege, meist 4-5. Die Eier sind bläulich-grün bis olivgrün gefärbt und haben rötlich-braune Flecken, die oft dichter am stumpfen Pol sind.
Brutdauer
12-14 Tage, hauptsächlich vom Weibchen bebrütet
Nestlingsdauer
12-15 Tage nach dem Schlüpfen verlassen die Jungvögel das Nest, werden aber noch einige Zeit von den Eltern gefüttert.
Elterliche Fürsorge
Beide Elternteile füttern die Jungvögel. Das Weibchen brütet und hudert die Küken, während das Männchen oft Nahrung herbeischafft und das Revier verteidigt.

Wo zu finden

Gärten und Parks

Amseln sind in städtischen und vorstädtischen Gärten und Parks sehr häufig anzutreffen, oft auf Rasenflächen bei der Nahrungssuche.

Wälder und Waldränder

In ländlichen Gebieten findet man sie in Laub- und Mischwäldern, besonders an Waldrändern und Lichtungen mit dichtem Unterholz.

Hecken und Sträucher

Dichte Hecken und Sträucher bieten ihnen Schutz und Nistmöglichkeiten.

Feldtipps

  1. Achten Sie auf den Gesang. Besonders in den frühen Morgenstunden und am Abend ist der melodische Gesang der Amsel weithin zu hören und verrät ihre Anwesenheit.
  2. Beobachten Sie den Boden. Amseln suchen ihre Nahrung hauptsächlich am Boden. Halten Sie Ausschau nach Vögeln, die auf Rasenflächen oder unter Bäumen nach Regenwürmern und Insekten suchen.
  3. Suchen Sie in dichtem Grün. Nester und Schlafplätze befinden sich oft in dichten Sträuchern, Hecken oder Efeuranken. Ein aufgeregter Warnruf kann auf ein verstecktes Nest hinweisen.
  4. Futterstellen. Im Winter besuchen Amseln gerne Futterhäuschen, besonders wenn dort Fallobst, Beeren oder Haferflocken angeboten werden.

Ähnliche Arten

Ringdrossel

Turdus torquatus

Die Ringdrossel ist ebenfalls dunkel gefärbt, hat aber ein auffälliges weißes Brustband und helle Flügelfelder. Sie ist zudem ein Gebirgsvogel und kommt selten in Gärten vor.

Star

Sturnus vulgaris

Der Star ist kleiner, hat ein metallisch glänzendes, im Prachtkleid geflecktes Gefieder und einen kürzeren Schwanz. Sein Gang ist eher trippelnd als hüpfend. Der Schnabel ist im Sommer gelb, im Winter dunkel.

Misteldrossel

Turdus viscivorus

Die Misteldrossel ist deutlich größer und heller gefärbt als die Amsel, mit einer stark gefleckten Unterseite und einem aufrechteren Gang. Ihr Gesang ist rauer und weniger melodisch.

Kurzinfos

Status:
Sehr häufiger Brutvogel und Teilzieher
Nahrung:
Regenwürmer, Insekten, Beeren, Früchte
Gesang:
Melodisch, flötend, variabel
Lebensraum:
Gärten, Parks, Wälder, Siedlungen
Besonderheit:
Starker Sexualdimorphismus

Wissenswertes

  • Die Amsel ist in vielen europäischen Ländern einer der häufigsten und bekanntesten Gartenvögel.
  • Männliche Amseln können im Laufe ihres Lebens ein sehr komplexes Repertoire an Gesangsstrophen entwickeln und sogar Geräusche aus ihrer Umgebung imitieren.
  • Amseln sind sehr anpassungsfähig und haben sich in den letzten Jahrhunderten erfolgreich von Waldvögeln zu Kulturfolgern entwickelt, die auch in Großstädten leben.
  • Der gelbe Schnabel der Männchen wird während der Brutzeit intensiver gefärbt und dient als Signal für Fitness und Attraktivität gegenüber Weibchen.
  • Amseln können bis zu 20 Jahre alt werden, obwohl die meisten in freier Wildbahn nur wenige Jahre überleben.

Systematik

Reich
Animalia (Tiere)
Stamm
Chordata (Chordatiere)
Klasse
Aves (Vögel)
Ordnung
Passeriformes (Sperlingsvögel)
Familie
Turdidae (Drosseln)
Gattung
Turdus
Art
Turdus merula

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