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Trottellumme (Uria aalge)

Trottellumme

Nicht gefährdet (Least Concern)

Uria aalge

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Über den Vogel

Die Trottellumme ist ein mittelgroßer Seevogel der Familie der Alkenvögel, bekannt für ihre hervorragenden Tauchfähigkeiten. Sie verbringt den Großteil ihres Lebens auf offener See und kommt nur zum Brüten an steile Felsküsten. Ihr Aussehen mit dunklem Rücken und hellem Bauch erinnert an einen kleinen Pinguin, obwohl sie nicht verwandt sind.

Größe und Lebensdauer

Länge
38-46 cm
Flügelspannweite
61-73 cm
Gewicht
800-1200 g
Lebensdauer
Bis zu 30 Jahre
Nahrung
Fische (insbesondere Sandaale, Heringe, Dorsche), Krustentiere und Weichtiere

Körperliche Merkmale

Gefieder
Erwachsene Vögel im Brutkleid haben einen tiefschwarzen bis dunkelbraunen Kopf, Hals, Rücken und Flügel. Die Unterseite ist reinweiß. Im Winterkleid ist die Kehle und ein Teil der Wangen weiß, mit einem dunklen Streifen, der sich hinter dem Auge ausbreitet. Einige Individuen (sogenannte 'Brillenlummens') haben einen weißen Augenring, der sich als Linie nach hinten erstreckt.
Schnabelform
Spitz und schlank, schwarz gefärbt.
Augenfarbe
Dunkelbraun, fast schwarz
Beinfarbe
Dunkelgrau bis schwarz
Erkennungsmerkmale
Ihre aufrechte Haltung zu Lande, die fehlenden Schwimmhäute an den Zehen (obwohl sie hervorragende Taucher sind), und die dreieckige Schwanzform. Der weiße Bereich um die Augen bei der 'Brillenlumme' ist ein markantes Merkmal bei einem Teil der Populationen.
Jugendkleid
Jungvögel ähneln den Erwachsenen im Winterkleid, sind aber oft etwas kleiner und haben einen weniger ausgeprägten Kontrast zwischen dunkler Oberseite und heller Unterseite. Ihr Schnabel ist kürzer und stumpfer.
Saisonale Veränderungen
Im Brutkleid (Sommer) ist der Kopf, Hals und Rücken durchgehend dunkel. Im Winterkleid wird die Kehle und ein Teil der Wangen hellweiß mit einem dunklen Streifen hinter dem Auge.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen und Weibchen sind äußerlich identisch, es gibt keinen signifikanten Sexualdimorphismus im Gefieder oder in der Größe.

Bestimmung

  1. 1

    Größe und Form

    Mittelgroßer Alkenvogel mit schlankem Körper und schlankem Schnabel. Aufrechte Haltung an Land.

  2. 2

    Gefieder (Brutkleid)

    Schwarzbrauner Kopf, Hals, Rücken und Flügel; reinweiße Unterseite. Keine weißen Linien am Schnabel oder zwischen Schnabel und Auge (außer 'Brillenlumme').

  3. 3

    Gefieder (Winterkleid)

    Weiße Kehle und Wangen, mit einem dunklen Streifen, der sich hinter dem Auge erstreckt.

  4. 4

    Schnabel

    Schwarz, schlank und spitz zulaufend, ohne hellen Streifen an der Basis (Unterschied zur Dickschnabellumme).

  5. 5

    Verhalten im Wasser

    Schwimmt tief im Wasser und verschwindet plötzlich beim Tauchen, um Fische zu jagen.

Lebensraum und Verbreitung

Biome
Marine Umgebungen, gemäßigte und arktische Küstenregionen
Verbreitungsgebiet
Inseln und Küstenregionen des Nordatlantiks und Nordpazifiks. Brütet in Europa (Island, Großbritannien, Irland, Norwegen, Färöer, Frankreich, Deutschland, Russland), Nordamerika (Alaska, Kanada, USA) und Asien (Sibirien, Japan, Koreanische Halbinsel).
Höhenverbreitung
Meereshöhe; brütet auf Klippen bis zu mehreren hundert Metern Höhe
Bevorzugte Lebensräume
Steile, felsige Klippen für Brutkolonien; offene Meeresgewässer außerhalb der Brutzeit.

Verhalten

Aktivitätszeit
Tagaktiv
Fressgewohnheiten
Sie ernähren sich hauptsächlich durch Tauchen, wobei sie ihre Flügel als Flossen zum Antrieb unter Wasser einsetzen. Sie jagen einzeln oder in kleinen Gruppen und können Tiefen von über 100 Metern erreichen und bis zu mehreren Minuten unter Wasser bleiben.
Sozialverhalten
Sehr gesellig, besonders während der Brutzeit, wo sie dichte Kolonien an Felsklippen bilden. Außerhalb der Brutzeit leben sie eher einzelgängerisch oder in kleinen Gruppen auf See.
Flugmuster
Sie haben einen schnellen, direkten Flug mit schnellen Flügelschlägen. Ihre Flügel sind relativ kurz, was einen hohen Energieaufwand für den Flug erfordert.
Zugverhalten
Teilzieher und Standvögel. Nördliche Populationen ziehen im Winter in südlichere Gewässer, während südlichere Populationen standorttreu bleiben oder kürzere Wanderungen unternehmen. Sie überwintern oft in der Nähe ihrer Brutgebiete, aber auf offener See.
Territorialverhalten
Innerhalb der Brutkolonien besetzen Paare kleine Brutplätze auf den Klippenvorsprüngen, die aggressiv gegen Eindringlinge verteidigt werden.

Gesang und Rufe

Gesang
Kein eigentlicher Gesang. Die Vokalisationen dienen der Kommunikation innerhalb der Kolonie.
Ruf
Eine Vielzahl von rauen, kehligen Rufen und Grummeln, oft als 'arrrr' oder 'groh-groh-groh' beschrieben. Werden hauptsächlich in der Brutkolonie zur Revierverteidigung und Partnerfindung eingesetzt.
Wann er ruft
Am häufigsten während der Brutzeit in den Kolonien zu hören.

Brutverhalten

Brutzeit
Mai bis Juli
Nistgewohnheiten
Brütet in riesigen, dichten Kolonien auf schmalen, ungeschützten Felsvorsprüngen an steilen Klippen. Es wird kein echtes Nest gebaut; das Ei wird direkt auf den Fels gelegt.
Gelegegröße
Ein einziges Ei pro Saison
Eibeschreibung
Ein einzelnes, großes, birnenförmiges Ei. Die Birnenform verhindert, dass das Ei von den Klippenvorsprüngen rollt. Die Farbe ist sehr variabel, von weiß über blaugrünlich bis braun, oft mit dunklen Flecken oder Kritzeleien.
Brutdauer
Ca. 28-35 Tage, von beiden Elternteilen abwechselnd bebrütet.
Nestlingsdauer
Die Jungvögel verlassen die Klippen nach etwa 18-25 Tagen, noch bevor sie flugfähig sind. Sie springen von den Klippen ins Meer und werden in der Regel vom männlichen Elter weiter auf See versorgt.
Elterliche Fürsorge
Beide Elternteile wechseln sich bei der Bebrütung ab und versorgen den Jungvogel mit Fisch. Nach dem Sprung ins Meer begleitet der Vater den Jungvogel noch mehrere Wochen und füttert ihn.

Wo zu finden

Brutkolonien

An steilen Felsklippen entlang der Nordatlantik- und Nordpazifikküsten (z.B. Helgoland in Deutschland, Bass Rock in Schottland, Witless Bay in Kanada).

Offenes Meer

Außerhalb der Brutzeit auf hoher See, oft in der Nähe von Fischschwärmen.

Küstennahe Gewässer

Während der Migration und im Winter auch in küstennahen Gewässern zu beobachten.

Feldtipps

  1. Fernglas/Spektiv. Unerlässlich, um Vögel in den oft weit entfernten Klippenkolonien oder auf offener See zu beobachten und feine Merkmale zu erkennen.
  2. Seegang. Bei ruhigem Seegang sind sie leichter auf dem Wasser zu entdecken.
  3. Brutzeit besuchen. Die beste Zeit, um große Ansammlungen zu sehen und das Brutverhalten zu beobachten, ist von Mai bis Juli in den Kolonien.
  4. Suchen nach 'Brillenlummens'. Achten Sie auf das seltene Merkmal des weißen Augenrings und des Streifens, der nur bei einem kleinen Prozentsatz der Population auftritt.

Ähnliche Arten

Dickschnabellumme

Uria lomvia

Die Dickschnabellumme hat einen kürzeren, kräftigeren Schnabel mit einem hellen Streifen an der Schnabelbasis (nicht immer gut sichtbar). Ihr Kopf ist im Brutkleid glänzender schwarz und sie hat einen kürzeren, kräftigeren Nacken. Ihr Brutgebiet liegt weiter nördlich in arktischen und subarktischen Regionen.

Tordalk

Alca torda

Der Tordalk ist gedrungener gebaut mit einem seitlich abgeflachten, hohen Schnabel, der einen charakteristischen weißen Querstreifen aufweist. Im Brutkleid hat der Tordalk auch einen weißen Streifen, der vom Auge zum Schnabel zieht, was bei der Trottellumme nicht vorkommt (außer 'Brillenlumme').

Kurzinfos

Name:
Trottellumme
Wissenschaftlicher Name:
Uria aalge
Familie:
Alkenvögel (Alcidae)
Lebensraum:
Marine Umgebungen, felsige Küsten
Nahrung:
Fische, Krustentiere
Brutplatz:
Steile Felsklippen
Ei pro Gelege:
1
Globaler Schutzstatus:
Nicht gefährdet (Least Concern)

Wissenswertes

  • Der Name 'Trottellumme' leitet sich vom 'trotteligen' Gang der Vögel an Land ab, da ihre Beine weit hinten am Körper angesetzt sind, was sie zu hervorragenden Tauchern macht, aber an Land ungeschickt aussehen lässt.
  • Ihre Eier sind birnenförmig, um zu verhindern, dass sie von den Klippen fallen und stattdessen im Kreis rollen, wenn sie angestoßen werden.
  • Jeder Jungvogel hat ein einzigartiges 'Passwort' im Ruf, das es den Eltern ermöglicht, ihn in der lauten Kolonie zu identifizieren.
  • Trottellummen können über 100 Meter tief tauchen und dabei ihre Flügel für den Antrieb verwenden, fast wie ein Flug unter Wasser.
  • Die Jungen springen von den Klippen ins Meer, noch bevor sie flugfähig sind, oft begleitet von einem Elterntier.

Systematik

Reich
Animalia
Stamm
Chordata
Klasse
Aves
Ordnung
Charadriiformes
Familie
Alcidae
Gattung
Uria
Art
Uria aalge

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