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Der Buchfink ist eine der häufigsten und bekanntesten Singvogelarten Mitteleuropas. Er ist bekannt für sein farbenprächtiges Männchen und seinen lauten, charakteristischen Gesang. Er ist ein mittelgroßer Fink mit einem kräftigen, kegelförmigen Schnabel.
Größe und Lebensdauer
- Länge
- 14-16 cm
- Flügelspannweite
- 24-29 cm
- Gewicht
- 19-24 g
- Lebensdauer
- Durchschnittlich 2-3 Jahre, maximal bis zu 12 Jahre
- Nahrung
- Hauptsächlich pflanzliche Nahrung wie Samen, Knospen und Beeren. Insbesondere während der Brutzeit auch Insekten und deren Larven zur Fütterung der Jungen.
Körperliche Merkmale
- Gefieder
- Männchen im Prachtkleid: Blaugraue Kopfplatte und Nacken, rotbraun-pinke Wangen und Brust, bräunlicher Rücken, grünlicher Bürzel. Schwarze Stirn und Zügel. Zwei ausgeprägte weiße Flügelbinden. Weibchen und Jungvögel: Deutlich unauffälliger, eher bräunlich-grau mit hellerer Unterseite und nur angedeuteten weißen Flügelbändern. Der grünliche Bürzel ist auch beim Weibchen erkennbar. Im Schlichtkleid (Herbst/Winter) wirken die Farben des Männchens durch helle Federsäume matter.
- Schnabelform
- Kurz, kegelförmig und kräftig, ideal zum Knacken von Samen. Beim Männchen im Prachtkleid bläulich-grau, im Schlichtkleid und bei Weibchen/Jungvögeln eher hornfarben.
- Augenfarbe
- Dunkelbraun
- Beinfarbe
- Blassbraun bis grau-pink
- Erkennungsmerkmale
- Beim Männchen die leuchtende Färbung (blaugrauer Kopf, rotbraune Brust) in Kombination mit den weißen Flügelbinden und dem grünlichen Bürzel. Das Weibchen ist durch den grünlichen Bürzel und die zwei weißen Flügelbinden von anderen weiblichen Finkenvögeln zu unterscheiden.
- Jugendkleid
- Den Weibchen sehr ähnlich, jedoch oft mit undeutlicheren Zeichnungen, speziell im Bereich der Flügelbinden und einem fleckigeren Brustbereich. Der Schnabel ist meist noch weicher und weniger kräftig gefärbt.
- Saisonale Veränderungen
- Das Männchen zeigt im Winterkleid mattere Farben durch abgewetzte Federsäume, die im Frühjahr die leuchtenden Prachtfarben freigeben. Das Weibchen bleibt saisonal weitgehend gleich gefärbt, kann aber im Winter ebenfalls matter wirken.
- Geschlechtsdimorphismus
- Sehr ausgeprägt, insbesondere im Brutkleid. Männchen sind deutlich bunter und kontrastreicher gefärbt als Weibchen.
Bestimmung
- 1
Gesang
Der laute, energische und abfallende Gesang mit dem charakteristischen "Schlussstrich" ist unverkennbar.
- 2
Männchen-Färbung
Blaugrauer Scheitel, rotbraune Unterseite, grüner Bürzel und die auffälligen zwei weißen Flügelbinden sind die besten Merkmale.
- 3
Weibchen-Färbung
Unauffällig braun-grau, aber der grünliche Bürzel und die zwei weißen Flügelbinden sind auch hier gute Unterscheidungsmerkmale zu anderen Finkendamen.
- 4
Flug
Der wellenförmige Flug und das Aufblitzen des weißen Bürzels und der Flügelbinden sind typisch.
Lebensraum und Verbreitung
- Biome
- Gemäßigte Wälder, Waldränder, Parks und Gärten, Heckenlandschaften, Kulturland
- Verbreitungsgebiet
- Weite Teile Europas (von Skandinavien bis zum Mittelmeer), Nordwestafrika und Teile Vorderasiens. Eingeführt in Neuseeland.
- Höhenverbreitung
- Von Meereshöhe bis etwa 2000 m in Gebirgsregionen.
- Bevorzugte Lebensräume
- Laub- und Mischwälder, lichtes Gehölz, Baumgruppen in offener Landschaft, Parks, Gärten, Alleen mit reichem Unterwuchs und Baumbestand. Er bevorzugt eine Mischung aus Bäumen und offenem Boden, wo er nach Nahrung suchen kann.
Verhalten
- Aktivitätszeit
- Tagaktiv
- Fressgewohnheiten
- Sucht hauptsächlich am Boden nach Nahrung, pickt Samen, Knospen und Insekten auf. Klettert aber auch in Bäumen, um dort Nahrung zu suchen. Zerkleinert harte Samen mit seinem kräftigen Schnabel. Im Winter oft an Futterhäuschen zu finden.
- Sozialverhalten
- Außerhalb der Brutzeit gesellig, bildet oft größere Schwärme, manchmal auch mit anderen Finkenarten gemischt. Während der Brutzeit territorial und paarweise anzutreffen.
- Flugmuster
- Wellenförmiger Flug, der durch abwechselndes Flügelschlagen und Gleiten gekennzeichnet ist. Im Flug sind die weißen Flügelbinden und der hellgrüne Bürzel gut sichtbar.
- Zugverhalten
- Teilzieher. In Mittel- und Westeuropa sind viele Buchfinken Standvögel. Populationen aus Nord- und Osteuropa ziehen im Herbst in südlichere und westlichere Gefilde.
- Territorialverhalten
- Männchen verteidigen ihr Brutrevier energisch mit Gesang und Verfolgungsflügen gegen Artgenossen.
Gesang und Rufe
- Gesang
- Der Gesang ist sehr markant und weithin hörbar: Eine schnelle, abfallende Strophenfolge, die mit einem charakteristischen "Schlussstrich" oder "Wirbel" endet: "zwipp-zwipp-zwipp-tschrrrüü-tschütschü-tschüwich!". Erscheint oft als energisch und fröhlich. Es gibt regionale Variationen im Gesang, sogenannte "Dialekte".
- Ruf
- Der Ruf ist ein klares, lautes "pink" oder "fink", das oft im Flug oder bei der Nahrungssuche zu hören ist. Auch ein erregtes "huit" oder "hüitt" ist verbreitet.
- Wann er ruft
- Der Gesang ist von den frühen Morgenstunden bis zum späten Vormittag am intensivsten, besonders während der Brutzeit vom Frühjahr bis in den Frühsommer. Rufäußerungen sind das ganze Jahr über zu hören.
Brutverhalten
- Brutzeit
- April bis Juli, meist zwei Bruten pro Jahr.
- Nistgewohnheiten
- Das Weibchen baut ein kunstvolles, napfförmiges Nest aus Gräsern, Moos, Flechten, Halmen und Spinnweben. Außen oft mit Flechten und Rindenstücken getarnt und innen mit feinen Wurzelfasern und Haaren ausgekleidet. Das Nest wird meist in Astgabeln von Bäumen oder Sträuchern gebaut, gut versteckt.
- Gelegegröße
- 4-6 Eier
- Eibeschreibung
- 4-6 Eier, hellblau bis grünlich mit rötlich-braunen Flecken und Kritzeln, oft am stumpfen Pol stärker konzentriert.
- Brutdauer
- 11-13 Tage, hauptsächlich durch das Weibchen.
- Nestlingsdauer
- 12-14 Tage nach dem Schlüpfen verlassen die Jungvögel das Nest.
- Elterliche Fürsorge
- Beide Altvögel füttern die Nestlinge, hauptsächlich mit Insekten. Nach dem Ausfliegen werden die jungen Vögel noch einige Zeit von den Eltern betreut.
Wo zu finden
Wälder
Besonders in Laub- und Mischwäldern mit lichten Stellen und Unterholz.
Parks und Gärten
Häufig in städtischen und ländlichen Parks sowie Gärten mit altem Baumbestand.
Hecken und Feldraine
In ländlichen Gebieten entlang von Hecken und Feldrändern mit Baumgruppen.
Feldtipps
- Gesang erkennen. Lernen Sie den markanten Gesang des Buchfinken, er ist oft der erste Hinweis auf seine Anwesenheit.
- Bewegung am Boden beobachten. Suchen Sie am Waldboden oder unter Bäumen nach Vögeln, die nach Nahrung picken.
- Futterhäuschen. Im Winter sind Buchfinken regelmäßige Besucher an Futterhäuschen, wo sie Samen fressen.
Ähnliche Arten
Bergfink
Fringilla montifringilla
Der Bergfink hat einen orangefarbenen Schulterfleck, einen weißen Bürzel und einen gespaltenen Schwanz. Das Männchen hat im Prachtkleid einen schwarzen Kopf und Rücken. Buchfink-Männchen haben einen blaugrauen Kopf und einen grünlichen Bürzel. Bergfinken sind auch etwas kräftiger gebaut.
Grünfink
Chloris chloris
Der Grünfink ist insgesamt kräftiger und grüner gefärbt, hat ausgeprägte gelbe Flügel- und Schwanzpartien und einen dickeren, konischeren Schnabel. Der Buchfink hat einen brauneren Körper und die charakteristischen weißen Flügelbinden.
Kurzinfos
- Verbreitung:
- Große Teile Europas, Nordwestafrika, Westasien
- Nahrung:
- Samen, Knospen, Insekten
- Brutzeit:
- April - Juli
- Gesang:
- Typischer, abfallender Finkenschlag mit Wirbel
- Merkmale (Männchen):
- Blaugrauer Kopf, rotbraune Brust, grüner Bürzel, weiße Flügelbinden
Wissenswertes
- Der Name "Buchfink" leitet sich von seiner Vorliebe für Buchenwälder und Bucheckern ab.
- Buchfinken können regional unterschiedliche Gesangsdialekte entwickeln.
- Im Winter können sich die Geschlechter in gemischten Schwärmen trennen, wobei Weibchen oft weiter nach Süden ziehen als Männchen ('Finkenstrich').
- Der Buchfink war 1980 und 2017 'Vogel des Jahres' in Deutschland.
Systematik
- Reich
- Animalia
- Stamm
- Chordata
- Klasse
- Aves
- Ordnung
- Passeriformes
- Familie
- Fringillidae
- Gattung
- Fringilla
- Art
- Fringilla coelebs
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